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Franz Egon von Fürstenberg-Herdringen

Franz Egon Freiherr (ab 1843 Graf) von Fürstenberg-Herdringen (* 15. August 1818 in Herdringen; † 1. Februar 1902 ebenda) war Fideikommissherr, Politiker und Bauherr des neuen Schloss Herdringen.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Familie

Franz Egon (nicht zu verwechseln mit seinem Onkel Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim) war Sohn des Reichsfreiherren Franz Egon Philipp und dessen Frau Ferdinandine (geb. Freiin v. Landsberg-Velen). Nach dem frühen Tod seines Vaters 1832 und dem Tod des Großvaters 1835 fiel dem damals erst 17 jährigen Franz Egon der Familienbesitz zu. Verwaltet wurde der Besitz bis zur Volljährigkeit zunächst von Treuhändern. In dieser Zeit erfuhr Franz Egon eine umfassende Ausbildung zur Vorbereitung auf die Besitzübernahme. So besuchte er zwischen 1832 und 1836 das Gymnasium in Paderborn und erhielt anschließend Privatunterricht in der Wohnung von Paulus Melchers (dem späteren Erzbischof von Köln) in Münster. Im Jahr 1838 schloss er die Schulausbildung mit dem Abitur ab. Anschließend studierte von Fürstenberg Jura und Geschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Unterbrochen vom Militärdienst setzte er seinen Studien in München und Heidelberg fort. Im Jahr 1841 übernahm er dann die Familiengeschäfte.

Leben und Wirken

Franz Egon verlegte den Hauptsitz von der Adolfsburg nach Herdringen und betrieb von dort aus Verwaltung und Erweiterung des Besitzes der Linie Fürstenberg-Herdringen. Im Jahr 1843 wurde der Besitzer des Fideikommisses von Friedrich Wilhelm IV. in den erblichen Grafenstand (Primogenitur) erhoben. Kurze Zeit später wurde ihm außerdem der Ehrentitel eines Erbtruchseß im Herzogtum Westfalen verliehen. Im Jahr 1847 heiratete Franz Egon von Fürstenberg Caroline Freiin von Stael-Sutthausen in Münster. Aus dieser Ehe stammten fünf Kinder unter ihnen der einzige Sohn und Erbe Engelbert Egon.

Neben der Verwaltung seines Besitzes übernahm von Fürstenberg auch politische Funktionen. Im Jahr 1852 war er Mitglied des westfälischen Provinziallandtags. Allerdings war er kein ständiges, sondern nur stellvertretendes Mitglied. Bei der Umgestaltung der ersten Kammer des preußischen Landtages zum Herrenhaus, bei dem sein Namensvetter Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim eine nicht unwichtige Rolle spielte, erhielt das Haus Fürstenberg-Herdringen einen erblichen Sitz in diesem Oberhaus. In diesem vertrat Franz-Egon einen konservativen und vor allem nach der Gründung der Zentrumspartei einen konservativ-katholischen Standpunkt. Durch irgendwelche eigenständigen politischen Initiativen ist er aber auch dabei nicht hervorgetreten. Wichtiger waren in den wenigen Sitzungswochen im Jahr der Kontakt zum Hof und gesellschaftliche Begegnungen in Berlin.

Historisch bedeutsamer war die Funktion von Franz Egon von Fürstenberg als Bauherr. Das alte Schloss Herdringen stammte bei Übernahme des Besitzes im Kern aus dem 16. Jahrhundert und wurde umgeben von neueren Gebäuden aus dem folgenden Jahrhunderten, die in unterschiedlichen Stilen errichtet waren. Wie sein gleichnamiger Onkel beauftragte er 1844 den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner. Bis 1853 entstand so der neugotische Bau des Schlosses und ein im englischen Stil angelegter englischer Landschaftspark. Das alte Schloss wurde abgerissen. Die Gestaltung des Parks lag in den Händen des Gartendirektors von Köln Jakob Greiß. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Landschaftsgarten immer mehr erweitert und ist schließlich etwa 65 ha groß.

Siehe auch

Literatur


Personendaten
Fürstenberg-Herdringen, Franz Egon von
deutscher Fideikommissherr, Politiker
15. August 1818
Herdringen
1. Februar 1902
Herdringen