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Dara-Anastasiupolis

Dara-Anastasiupolis (Δαραί; ’Aναστασιούπολις) war eine wichtige oströmische Festungsstadt in Mesopotamien zwischen Nisibis und Mardin, heute das Dorf Oğuz (Türkei).

Der wohl ältere Ort Dara(s) wurde 505 von Kaiser Anastasios I. neu gegründet bzw. ausgebaut, daher der Name Anastasiupolis. Die Festung war 530 Schauplatz der Schlacht bei Dara, in welcher der byzantinische General Belisar die Perser schlagen konnte. Nach Prokop (De Aedificiis 2, 1–3) baute Justinian I. die Bauten der Stadt sowie die Mauern aus (Iustiniana Nea), die beiden Ausbaustufen sind an den erhaltenen Festungsanlagen noch gut erkennbar. Laut Marcellinus Comes lag Dara nur 15 Meilen westlich von Nisibis (Marc. com. ad ann. 518); diese wichtige persische Stadt wurde durch die römische Festung und die dort stationierten Truppen permanent bedroht.

Da die Römer mit dem Bau der Festung, die zunächst das Hauptquartier des dux Mesopotamiae war, gegen vertragliche Abmachungen mit den Sassaniden verstoßen hatten, die die Errichtung neuer Befestigungen in Grenznähe untersagten, war Dara immer wieder Anlass für diplomatische Auseinandersetzungen zwischen den beiden Großmächten. Die Stadt, welche eine Schlüsselstellung in der oströmischen Orientverteidigung darstellte, wurde mehrmals von den Persern belagert, eingenommen und wieder zurückerobert, um schließlich 639 endgültig von den Arabern erobert zu werden und ihre Bedeutung vollständig zu verlieren.

Literatur