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Fierrabras

Fierrabras ist eine zweiaktige "Heroisch-romantische" Oper mit gesprochenen Dialogen von Franz Schubert. (D 796, 1823). Libretto: Joseph Kupelwieser.

Handlung

Emma (Sopran), Tochter Karls des Großen (Baß) liebt heimlich den von ihrem Vater abgelehnten Ritter Eginhard (Tenor). Auch Fierrabras (Tenor), der Sohn und Heerführer des Maurenfürsten Boland (Baß), gegen den Karl gerade erfolgreich in die Schlacht gezogen war, liebt Emma und bekennt sich auch zum Christentum. Als Gefangener des heldischen Franken Roland (Bariton) kommt Fierrabras an den Hof Karls, wird begnadigt, akzeptiert die Liebesbeziehung von Emma und Eginhard, setzt sich sogar selbstlos für sie ein und schließt Freundschaft mit Roland. Dieser liebt Fierrabras’ Schwester Florinda (Sopran), die sich von allen maurischen Bindungen lossagt, um sich mit Roland vereinen zu können, besteigt mit diesem schließlich sogar den Scheiterhaufen. Eginhard und die fränkischen Ritter sollen auf Geheiß Karls mit den Mauren Frieden schließen, werden aber gefangengenommen und von Boland zum Tode verurteilt. Florinda bekennt sich zu den Franken, Eginhard kann entfliehen und Karls Heer gegen die Mauren anführen, unterstützt von Fierrabras. Die Mauren werden besiegt, trotzdem finden die Paare zueinander, nur Fierrabras verzichtet.

Hintergründe

Nach dem Misserfolg von Carl Maria von Webers Euryanthe 1823 wurde der für 1824 bereits angekündigte Fierrabras abgesagt. Ab 1829 kam es lediglich zur konzertanten Darbietung einzelner Nummern bis zur stark in die Werksubstanz eingreifenden szenischen Uraufführung am 9. Februar 1897 im Hoftheater Karlsruhe unter Felix Mottl. Erst in Augsburg (1982), Wien (1988, Dirigent Claudio Abbado, Regie: Ruth Berghaus) und Wuppertal (1994, Dirigent: Peter Gülke) sowie zuletzt in Frankfurt am Main unter Paolo Carignani und in Zürich (unter Franz Welser-Möst, Regie: Claus Guth), wurden musikalisch annähernd ungekürzte Theaterinszenierungen gewagt, die weithin Beachtung fanden.

Literatur