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Maschinenfabrik Oerlikon

Die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) war ein schweizerisches Unternehmen, das 1876 mit Sitz in Oerlikon (Stadt Zürich) gegründet wurde. Die MFO stellte vor allem Werkzeuge, Maschinen sowie elektrische Lokomotiven her, so mitunter auch das legendäre "Krokodil".

Charles E. L. Brown und Walter Boveri arbeiteten bei der MFO als Chefelektriker bzw. Leiter der Montageabteilung, bis sie 1891 die Brown, Boveri & Cie (BBC) gründeten.

Die MFO führte 1905-1909 auf der SBB-Strecke zwischen Seebach und Wettingen ihre international beachteten Versuche mit der elektrischen Zugförderung mit Einphasen-Wechselstrom durch. 1891 präsentierte die MFO an der Elektrizitätsausstellung in Frankfurt die erste Hochspannungsleitung über 175 Kilometer Distanz. Das eigens dafür installierte Wasserkraftwerk stand in Lauffen am Neckar. Ende Oktober 1897 nahm die von der MFO gebaute Strassenbahn Zürich-Oerlikon-Seebach ihren Betrieb auf. Lange Zeit war die MFO der grösste Arbeitgeber im Raum Zürich. 1906 wurde die Produktion von Werkzeugmaschinen in die neu gegründete Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon ausgegliedert, die im Volksmund als Oerlikon-Bührle bezeichnet wurde. Sie stieg in der Zwischenkriegszeit zum führenden Rüstungsunternehmen der Schweiz auf.

1967 wurde die MFO von der Brown, Boveri & Cie (BBC) übernommen, die ihrerseits 1988 zur globalen ABB fusionierte. ABB lagerte einerseits die Bahnaktivitäten gemeinsam mit Daimler-Benz in das Joint-venture Adtranz aus, welches schliesslich von Bombardier Transportation übernommen wurde. Während die Produktion in Oerlikon eingestellt wurde, ist heute das Bombardier-Kompetenzzentrum für die Entwicklung elektrischer Lokomotiven in Oerlikon angesiedelt. Andererseits wurde die Kraftwerkssparte (Turbinen und Generatoren) von ABB an Alstom verkauft.

Heute befindet sich auf dem Areal der ehemaligen Maschinenfabrik Oerlikon der MFO-Park.