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Wladimirskaja

Als Wladimirskaja (auch „Gottesmutter von Wladimir“) ist eine Marienikone bekannt, die eine Darstellung der Jungfrau Maria mit ihrem Kind zeigt. Sie zählt zu den historisch volkstümlichsten Andachtsbildern in Russland. Der Ikonenname leitet sich vom früheren Aufbewahrungsort Wladimir her.

Geschichte

Das Marienbild soll auf einen Auftrag des Fürsten Isjaslaw II. von Kiew zurückgehen und in Konstantinopel gemalt worden sein. Es entstand im 12. Jahrhundert. Im Jahr 1132 wanderte es als kaiserliches Geschenk nach Kiew. Irgendwann zwischen 1155 und 1160 verbrachte der Fürst Andrei Bogoljubski das Bildnis nach Wladimir, die damalige Hauptstadt des Fürstentums Wladimir-Susdal. Als 1395 die Mongolen unter Tamerlan in das Land drangen, wurde die Ikone auf Befehl des Moskauer Großfürsten Wassili I. Dmitrijewitsch von Wladimir nach Moskau transportiert. Dort blieb das von den Gläubigen verehrte Bildnis in der Zeit bis zum 20. Jahrhundert in der Mariä-Entschlafen-Kathedrale im Kreml. Nach der Oktoberrevolution wurde der nationale Kunstgegenstand in die Sammlungen der Tretjakow-Galerie eingereiht, wo er sich jetzt noch befindet.

Legendäres

Die Sage in der russisch-orthodoxen Glaubenswelt will wissen, dass es sich bei der Ikone um eines von drei durch den Evangelisten Lukas gemalten Bilder handeln soll. Im 5. Jahrhundert soll die „Wladimirskaja“ dann von Jerusalem nach Konstantinopel gekommen sein.

Ihren Ruhm erhielt das Werk, weil die Muttergottes dem Mongolenführer Tamerlan im Traum erschienen sein soll und ihn vor einem Angriff auf Moskau gewarnt habe.Tatsächlich rückten die mongolischen Reiterscharen nicht auf diesen Ort vor, der über keine sehr starke Verteidigung verfügt haben soll. Das Flehen der Bevölkerung in Gebeten sei vom Himmel erhört worden.