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Sophie von La Roche

Marie Sophie von La Roche geb. Gutermann von Gutershofen (* 6. Dezember 1730 in Kaufbeuren, † 18. Februar 1807 in Offenbach am Main) war eine deutsche Schriftstellerin.


Inhaltsverzeichnis

Leben

Marie Sophie wurde als ältestes Kind des aus Biberach an der Riß stammenden Arztes Georg Friedrich Gutermann und seiner Frau Regina Barbara in Kaufbeuren geboren. Sie verbrachte den größten Teil ihrer Kindheit in Augsburg in streng pietistischer Erziehung, wurde dann nach Biberach an der Riß geschickt. Dort wurde sie eine Jugendfreundin von Christoph Martin Wieland und verlobte sich mit ihm. 1753 heiratete sie jedoch – für Wieland, der in der Schweiz lebte, ganz überraschend – Georg Michael Franck von La Roche.

Ihr Schwiegervater war Friedrich von Stadion-Warthausen, Staatsminister von Kurmainz. Ihre Schwiegermutter war die Tänzerin Catharina La Roche. Die hatte eine folgenreiche Affäre mit Friedrich von Stadion-Warthausen und wurde 1719 mit dem kurmainzerischen Senator und Chirurgen Frank verheiratet, der zehn Tage vor der Geburt des Knaben Georg Michael Frank (1720-1788) starb. Der Staatsminister nahm den Jungen zu sich, ließ ihn sorgfältig erziehen und bildete ihn zum Sekretär aus. Georg Michael machte später Karriere und wurde Kanzler des Kurfürsten von Trier. 1753 heiratete er Marie Sophie. Von ihren acht Kindern überlebten nur fünf das Kindesalter: Maximiliane, Fritz, Luise, Carl und Franz Wilhelm.[1]

Von 1761-1768 war Sophie La Roche Gesellschafterin und Hofdame bei ihrem Schwiegervater auf Schloss Warthausen bei Biberach an der Riß (wo sich Sophie und Wieland wiederbegegneten). Hier gab es eine umfangreiche Bibliothek (1.400 Bände – 550 Werke), die heute zum größten Teil im böhmischen Schloss Kozel bei Pilsen liegen. Sie verfasste die Korrespondenz in der am Hofe gepflegten französischen Sprache und begleitete den Grafen öfters zu seinem Landsitz nach Bönnigheim. Ihr Mann wurde vom Grafen testamentarisch zum Oberamtmann des Bönnigheimer Schlosses ernannt, Sophie folgte ihm 1770 dorthin. Hier beendete sie – auf Anraten eines befreundeten Pfarrers – ihren bereits auf Warthausen begonnenen Roman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“.

Nach dem beruflichem Wechsel ihres Mannes nach Koblenz (als trierischer Geheimrat) im Jahr 1771 unterhielt sie später im Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein einen literarischen Salon, den Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ erwähnt (unter den Besuchern waren auch Basedow, Heinse, die Brüder Jacobi und Lavater).

1780 wurde ihr Mann, nachdem er erst fünf Jahre vorher in den Adelsstand erhoben worden war, wegen kirchenkritischer Äußerungen durch Kurfürst Clemens Wenzelslaus entlassen. Damit fand der elegante Kreis der von La Roches in Ehrenbreitstein ein plötzliches Ende. Die Familie wurde von einem befreundeten Domherrn in Speyer aufgenommen. Erst 1786 kaufte man mit Hilfe der Familie Brentano eine eigene Immobilie, das sog. Grillenhäuschen in Offenbach in der Domstraße. Bereits zwei Jahre später wurde Sophie Witwe; als Folge der französischen Besetzung des linken Rheinufers 1794 entfiel ihre Witwenversorgung, so dass sie sich gezwungen sah, den Lebensunterhalt mit Schreiben zu sichern. Als ihre Tochter Maximiliane bereits 1793 starb, nahm sie von den acht unmündigen Waisen drei Mädchen auf.

In Offenbach-Bürgel ist ihr Grabstein an der Außenmauer der St. Pankratus-Kirche zu finden.

Ihre Tochter Maximiliane von La Roche machte sie schließlich zur Großmutter von Bettina von Arnim und Clemens Brentano.

Sophie von La Roche verfasste empfindsame Romane (so etwa die 1771 Geschichte des Fräuleins von Sternheim – anonym veröffentlicht unter dem Namen des „Herausgebers“ Wieland). Sie war erste Herausgeberin einer deutschen Frauenzeitschrift mit dem Titel "Pomona für Teutschlands Töchter" (1783/84).

Über Sophie von La Roche schrieb Goethe im 13. Buch von Dichtung und Wahrheit: "Sie war eine wunderbarste Frau, und ich wüsste ihr keine andre zu vergleichen. Schlank und zart gebaut, eher groß als klein, hatte sie bis in ihre höheren Jahre eine gewisse Eleganz zu erhalten gewusst, die zwischen dem Benehmen einer Edeldame und einer würdigen bürgerlichen Frau gar anmutig schwebte".

Werke

Literatur

Quellen

  1. Kurzbiografie Sophie von La Roche von Rebecca Holcomb
 Wikisource: Sophie von La Roche – Quellentexte
 Commons: Sophie von La Roche – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Sophie von La Roche – Zitate
Personendaten
La Roche, Sophie von
Gutermann von Gutershofen, Sophie
deutsche Schriftstellerin
6. Dezember 1730
Kaufbeuren
18. Februar 1807
Offenbach am Main