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Marbach SG


SG dient als Kürzel für den Schweizer Kanton St. Gallen und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Marbach zu vermeiden.
Marbach
Basisdaten
Kanton: St. Gallen
Wahlkreis: Wahlkreis Rheintal
BFS-Nr.: 3253Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 9437
Koordinaten: (760625 / 252087)Koordinaten: 47° 24′ 0″ N, 9° 34′ 0″ O; CH1903: (760625 / 252087)
Höhe: 427 m ü. M.
Fläche: 4.42 km²
Einwohner: 1895
Website: www.marbach.ch
Karte

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Marbach (SG) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Rheintal des Kantons St. Gallen in der Schweiz mit etwa 1.900 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Marbach befindet sich zwischen Rebstein und Altstätten und liegt am westlichen Hang des Rheintals, wo sich auch Rebberge befinden. Marbach zählt zu den kleinen Gemeinden im St. Galler Rheintal. Das Dorfbild ist geprägt von Einfamilienhäusern in einer ländlichen Landschaft.

Wirtschaft

In Marbach gibt es mehrere kleine und mittlere Gewerbe- und Industrieunternehmen. Im Gebiet Kellermad konnten in den vergangenen Jahren einige Unternehmen angesiedelt werden. Sehr stark sind in erster Linie Gewerbebetriebe aus dem Bausektor vertreten, aber auch verschiedene Dienstleistungsbetriebe. Die grössten Arbeitgeber sind:

Geschichte

Schon lange vor dem ersten schriftlichen Zeugnis über Marbach waren hier Menschen ansässig. Bei Ausgrabungen in der St. Georgskirche in den Jahren 1966/67 wurden die Reste von fünf verschiedenen Bautypen blossgelegt. Der früheste Bautyp reicht in die karolingische Zeit des 8. Jahrhunderts zurück. Zum Vorschein gekommen sind aber auch ein alemannisches Knabengrab und Gräber aus der Zeit der ottonischen Kirche.

Aus dem Jahre 831 liegt eine Schenkungsurkunde vor, die von einer Rodung namens «Marahbach» spricht. Dies ist somit die älteste bekannte urkundliche Erwähnung von Marbach. In der am 10. Februar 886 ausgestellten St. Galler Tauschurkunde wird Marbach ebenfalls im Zusammenhang mit einem Gütertausch erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahre 853 wird Altstätten zusammen mit Marbach erwähnt, denn kirchlich gehörte Altstätten damals und bis Mitte des 14. Jahrhunderts zu Marbach.

Der Hof Marbach

Schon früh war Marbach dem Kloster St. Gallen unterstellt. Die Abtei St. Gallen konnte deshalb die Steuern einziehen und die niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Somit waren die Marbacher damals äbtische Gotteshausleute. Jede Familie hatte, ausser den Lehenszinsen, eine Abgabe an das Kloster zu entrichten. Dazu kamen der «Fall» beim Hinschied eines Familienoberhauptes, der «Ehrschatz» bei Handänderungen im Besitz und das alljährliche Fasnachtshuhn. Ausserdem war noch der Kirchenzehnt abzuliefern. Trotz diesen vielen Leistungen waren die St. Gallischen Gotteshausleute nicht übermässig belastet. Ihre Lage war in den Augen benachbarter Untertanen recht begehrenswert. Die Abgaben wurden im heute noch bestehenden Zehntenhaus entgegengenommen.

Spätestens ab 1466 tritt in den Urkunden als erster Hofammann Ulrich Salzmann auf. Dieser vom Abt bestellte Hofammann besorgte den Einzug der äbtischen Zinsen, Zehnten, Steuern und Gebühren. Er beriet und leitete Gemeindeversammlungen und Gerichtstage und besorgte die öffentlichen Beurkundungen. Ihm zur Seite standen 12 Richter oder Ratsherren, die zur Hälfte von der Gemeinde gewählt wurden.

Vor der Bezirksauflösung 2003 gehörte Marbach zum Bezirk Oberrheintal.

Schulen

Bereits im 15. Jahrhundert existierte in Marbach eine sogenannte Deutschschule. Die Lehrer von damals waren vermutlich der Schreiber des Hofs oder der Pfarrer; unterrichtet wurde nur im Winter in der Wohnung des Schulmeisters. Namentlich bekannt ist Magister Ulrich Hagger. Aus seiner Schule ging ein berühmter Schüler hervor; nämlich der Humanist Jakob Salzmann. Trotz der vielversprechenden Anfänge dauerte es aber noch lange, bis die gesamte Bevölkerung in den Genuss einer Schulbildung kam. Für den grössten Teil dieser Leute war eine solche zur Verrichtung der täglichen Arbeit auf Hof und Feld auch kaum erforderlich.

Ehemalige Evangelische Schule

Die älteste erhaltene Schulordnung von Marbach stammt aus dem Jahre 1704 und wurde mit Hilfe von Pfarrer Johann Caspar Pfenninger aufgestellt. Die darin enthaltenen Vorstellungen über die Aufgaben der Schule, die Rechte und Pflichten der Schulgenossen sowie über die finanzielle Sicherstellung des Schulgutes legen Zeugnis ab von einer erstaunlichen Weitsicht der damaligen Verantwortlichen.

Die evangelische Schule war zu jener Zeit eine reine Winterschule (von Martini bis Ostern), bestehend aus 60 Knaben und 50 Mädchen, die ohne Klasseneinteilung geführt wurde. Für diese grosse Zahl Schüler waren zwei Lehrer angestellt, beides Marbacher Bürger und von Hauptberuf Landwirte.

Im weiteren bestand zu dieser Zeit in Marbach auch eine Privatschule mit 20 bis 30 Kindern, für die die Eltern dem Lehrer Johannes Ender namhafte Beträge bezahlen mussten. Ab 1803 wurde während rund 8 Jahren auch eine Schule "am Ehrenberg" geführt. Ab 1876 wurde auf Empfehlung des Erziehungsrates diese Schule teilweise als Jahresschule geführt. Wegen unbefriedigenden räumlichen Verhältnissen wurde 1900 das heutige Schulhaus Egger gebaut und am 5. Juli 1903 offiziell eingeweiht.

Ehemalige Katholische Schule

Anfangs des 19. Jahrhunderts erlebte auf katholischer Seite das Schulwesen im ganzen Kanton St. Gallen einen Aufschwung. Am 12. November 1812 wurde ein Schulrat bestellt, mit dem Auftrag, das Nötige in Betreff auf das Schulwesen zu regeln. Bereits im Jahre 1813 befasste sich der Schulrat mit dem Bau eines selbständigen Schulhauses, dem heutigen Pfarreiheim der kath. Kirchgemeinde. Ab 1865 wurde schrittweise die Jahresschule eingeführt und diese unter Lehrer Cölestin Benz zu einer Musterschule geformt. Auf das Jahr 1905 hin wurde, angesichts von 80 Schülern, eine zweite Lehrerstelle bewilligt.

Im Jahre 1946 beschlossen die Schulbürger, angesichts der grossen Raumnot, ein neues Schulhaus zu bauen. So entstand das heutige Schulhaus Feld. Kurz darauf erstellten die evangelischen und katholischen Schulbürger neben dem Schulhaus Feld eine grosszügige Turnhalle samt Rasensportplatz, die am 13. August 1950 offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Angesichts der grossen Schülerzahlen wurde das Schulhaus Feld 1964 aufgestockt, um für die Abschlussklasse und die damalige Hilfsschule Platz zu erhalten.

Heutige Primarschule Marbach

Im Jahre 1971 beschlossen sowohl die katholischen wie auch die evangelischen Schulbürger die Schulverschmelzung ihrer konfessionellen Schulen, verbunden mit dem Beitritt zur regionalen Sekundarschulgemeinde Oberrheintal. Den Anstoss zur Verschmelzung gaben die auf evangelischer Seite stets sinkenden Schülerzahlen, während die katholische Schule Schwierigkeiten bekundete, eine ihren weit höheren Schülerzahlen angemessene Klassenteilung zu verwirklichen. Der Kanton unterstützte zudem ab 1970 auf gesetzlicher Basis die Kräftigung und Vereinigung von Schulverbänden, welches die Ablösung der konfessionellen Schulgemeinden durch paritätische Träger bezweckte.

Seit 1972 führt somit Marbach die paritätische Primarschulgemeinde, die vorerst mit fünf Lehrerstellen für die 1. bis 6. Klasse, einer Lehrerstelle für Abschlussklasse und zwei Lehrerstellen für Handarbeit und Hauswirtschaft begann.

Heutige Oberstufe Rebstein-Marbach

Mit Beginn der neunziger Jahre begann der Trend zur Trennung der Primar- und Realschulen. Im ganzen Kanton wurden die Real- und Sekundarschulen im Laufe weniger Jahre zu Oberstufenschulgemeinden umfunktioniert. Auf den 1. Januar 1992 traten die beiden Primarschulgemeinden Marbach und Rebstein aus der Sekundarschulgemeinde Oberrheintal aus und gründeten die neue Oberstufenschulgemeinde Rebstein-Marbach.

Von der Sekundarschulgemeinde Oberrheintal konnte das Sekundarschulhaus «Sonnental» in Rebstein käuflich erworben werden. Erst nach einem Erweiterungsbau in den Jahren 1992 – 1994 konnten aber auch die Realklassen von Marbach und Rebstein tatsächlich «unter einem Dach» geführt werden. Die Entwicklung der Schülerzahlen machten aber bereits sechs Jahre später einen nochmaligen Erweiterungsbau notwendig.

Sonderschule Heim Oberfeld

Am 12. Dezember 1907 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines Heims für behinderte Kinder, dem Heim Oberfeld. Inmitten eines Obstbaumbestanden im Grünen wurde diese Sonderschule für ursprünglich 48 Kinder gebaut. Bald beherbergte das «Heim» aber wesentlich mehr Kinder. 1926 wurde ein kleiner Landwirtschaftsbetrieb angegliedert, mehrmals realisierte man auch Um- und Neubauten. Vor einigen Jahren erfolgte eine Gesamtrenovation zur heutigen modernen Sonderschule für verhaltensauffällige Kinder oder Kinder mit schulischen Lernbehinderungen aller Art.

Einzelnachweise

  1. http://www.schmuck.ch
  2. http://www.kobeltag.ch
  3. http://www.heim-oberfeld.ch