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Saber Rider und die Starsheriffs

Seriendaten
Deutscher Titel: Saber Rider und die Starsheriffs
Originaltitel: 星銃士ビスマルク (Sei Jūshi Bismarck, dt. Sternenmusketier Bismarck)
Produktionsland: Japan
Produktionsjahr(e): 1984
Länge pro Folge: etwa 30 Minuten
Anzahl der Folgen: 52
Originalsprache: japanisch
Genre: Mecha, Anime, Science-Fiction
Erstausstrahlung: 7. Oktober 1984 (Japan, Nippon Television)
14. September 1987 (Vereinigte Staaten)
Erstausstrahlung (de): 1990 (Tele 5)
Synchronisation

Saber Rider und die Starsheriffs (jap. 星銃士ビスマルク, sei jūshi bisumaruku, wörtlich: „Sternenmusketier Bismarck“) ist eine Mecha-Animeproduktion des japanischen Studio Pierrots von 1984.

Der Erfolg der Serie in Japan war mäßig, die 1987 durch die amerikanische Filmgesellschaft World Events Productions (WEP) umgearbeitete Version war auf dem westlichen und insbesondere dem deutschen Markt allerdings sehr erfolgreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In ferner Zukunft beherrscht die Menschheit die interstellare Raumfahrt, welche sie sich zunutze macht, um die Folgen der Bevölkerungsexplosion in den Griff zu bekommen, für deren Versorgung die irdischen Kapazitäten nicht mehr ausreichen. Zu diesem Zweck besiedeln die Menschen ferne Planeten und schließen diese in einer Föderation zusammen. Doch kommt es immer wieder zu Angriffen extradimensionaler, menschenähnlicher Wesen auf die Kolonisten, vor allem in den Randgebieten der Föderation. Rohstoffvorkommen werden geplündert und Gräuel an den Einwohnern verübt, zum Beispiel durch die Zerstörung der Sauerstoffversorgung (der sogenannten Oxi-Stationen) auf ansonsten sauerstoffarmen Planeten. Das Ziel der Angreifer, die sich selbst als Outrider bezeichnen, ist es, die Menschheit auszurotten und sich ihre Dimension anzueignen. Das Oberkommando der Menschheit reagiert auf die ausgeprägte technologische und zahlenmäßige Überlegenheit der Angreifer mit der Schaffung des RAMROD (Friedenswächter und experimentelle Kampfeinheit), sowie einer Gruppe von Kämpfern zum Schutze der Menschheit: Den Star Sheriffs.

Charaktere

Im Folgenden die wesentlichen Pro- und Antagonisten der Serie mit ihrem amerikanischen und in Klammer japanischen Namen:

Star Sheriffs (Sternenmusketier Bismarck)

Saber Rider (Richard Lancelot)

In der amerikanischen Fassung Namensgeber der Serie und Anführer der Star Sheriffs (beides nicht im japanischen Original). Er ist in den schottischen Highlands auf einem alten Schloss bei seinen Eltern aufgewachsen. Schon früh unterwies ihn sein Vater im Schwertkampf, den er später bei seiner Kavallerieausbildung perfektionierte.

Die Symbiose aus kühl berechnender Rationalität und cleverer Kreativität prädestiniert ihn zum Anführer (nach Meinung von WEP). Im Raumschiff Ramrod (jap. Bismarck) der Star Sheriffs obliegt ihm die Steuerung der Maverick-Triebwerke, die zunächst der interstellaren Fortbewegung dienen. Sein sowohl ritt- als auch flugfähiges Roboterpferd Steed ist ihm ein unverzichtbarer Helfer bei seinen Missionen.
Im japanischen Original ist Richard Lancelot ebenfalls britischer Nationalität. Dies erklärt den britischen Union Jack auf dem Oberarm und dem Helm seiner Uniform. Manchmal ist er auch unter dem Namen Richard Belmont aufgeführt.

Fireball (Hikari Shinji)

Einstmals Formel-1-Rennfahrer und jüngster Meister aller Zeiten, ist seine heutige Aufgabe zum einen die sogenannte Maverick-Bodensteuerung des Raumschiffs und die Veranlassung von dessen Transformation im Ernstfall, zum anderen die Unterstützung seines Teams in Alleingängen mit seinem Red Fury Turbo Racer, ein mit einem umfangreichen Waffenarsenal ausgestatteter Rennwagen.

Zitat Saber Rider: „Er ist ein kleiner Hitzkopf, aber er hat sein Herz auf dem rechten Fleck…“

Im japanischen Original ist Shinji Hikari der japanische Anführer der Crew und trägt deshalb die japanische Hi no Maru auf seinem Ärmel und seinem Helm, was WEP dazu veranlasste, ihn wegen des roten Kreises „Fireball“ zu nennen.

Colt (Bill Wilcox)

In früheren Zeiten war Colt ein Frauen- und Revolverheld. Als jedoch seine Eltern bei einem Angriff der Outrider ums Leben kamen, schwor er sich, alles in seiner Macht Stehende zur ihrer Bekämpfung zu unternehmen. Dadurch wurde er Kopfgeldjäger. Im Verlauf einer Jagd nach einem Outrider kam er schließlich zu den Star Sheriffs. Seine nahezu unfehlbare Treffsicherheit bei Schusswaffen ist sowohl in Einzelmissionen, wozu ihm ein Gleiter mit Namen Bronco Buster zur Verfügung steht, als auch auf dem Raumschiff, wo er den Maverick-Feuerleitstand bedient, unverzichtbar.

Treffsicher ist er ebenfalls, wenn es um den gezielten Tritt in Fettnäpfchen geht, denn er besitzt einen äußerst flapsigen Humor. Im Ernstfall aber kann man sich immer auf ihn verlassen, denn Freundschaft geht ihm über alles.
Im japanischen Original kommt Bill Wilcox aus den USA. Deshalb prangt auf seiner Uniform das (farblich veränderte) US-Sternenbanner.

April Eagle (Marian Louvre)

Als Tochter des Oberkommandanten kam sie schon früh mit dem Oberkommando in Kontakt und konnte so wichtige Erfahrung sammeln. Enorme Fähigkeiten besitzt sie insbesondere in technologischen (sie entwickelte das Schlachtschiff der Star Sheriffs mit) als auch in nahkämpferischen Belangen, was sich an ihrem Karate-Schwarzgurt und den Auseinandersetzungen mit den Outridern zeigt.

Ihr obliegt die Navigation des Raumschiffs, auch um ihren männlichen Mitstreitern als „Deus ex machina“ bei Bodenmissionen zu helfen, wenn diese, was häufig vorkommt, in Schwierigkeiten geraten sind. Für Alleingänge steht ihr das Pferd Nova zur Verfügung, das von der gleichen Bauart ist wie Saber Riders Pferd.

Im japanischen Original ist Marian Louvre Französin, weshalb sich auf ihrer Uniform die Tricolore findet. Auch ist sie dort nicht Entwicklerin des Schlachtschiffs Ramrod, sondern ihr Vater Commander Eagle (Charles Louvre).

Commander Eagle (Charles Louvre)

Flottenkommandant und Aprils Vater. Er ist ernst, stoisch, pflichtbewusst, geradlinig, ein starker Charakter, doch hat er unter der harten Schale einen weichen, einfühlsamen Kern.
Im japanischen Original ist auch Charles Louvre Franzose und überdies Entwickler des Raumschlachtschiffes der Sternenmusketiere.

Die japanischen Schreibweise des Namens Louvre (ルヴェール ruvēru) wird häufig auch als Ruwell, Ruvére oder Luveille übertragen. Dies liegt an dem Zeichen ル, welches sowohl als ru als auch als lu interpretiert werden kann, da es sich in der jap. Originalaussprache am ehesten dazwischen befindet.

Ramrod (Bismarck)

Schlachtschiff der Star Sheriffs und Flaggschiff der Föderation, ausgestattet mit einem Fusionskraftwerk als „Antrieb“. (Mit-)Entwickelt von April Eagle (in der amerikanischen Fassung; in der japanischen von ihrem Vater), ist es die technische „Wunderwaffe“, mit der die Menschheit den Outridern gegenübertritt. Das Schiff kann auf Knopfdruck in Manier der Transformers zu einem gewaltigen Kampfroboter werden. Dies stellt dann den Höhepunkt fast jeder Folge dar.

Klassischer Ablauf einer Transformation mit darauffolgendem Kampf

Hierzu drückt Fireball den Auslöserknopf, der sich in seinem Armaturenbereich befindet und rot blinkt, sobald Ramrods Kampfautomatik einsatzbereit ist. Dadurch wird die „Challenge-Phase“ aktiviert, und es erfolgt der Umbau Ramrods vom Raumschiff zum Giant Robot: zuerst erscheinen die Beine, dann die Arme und zum Schluss der Kopf. Zeitgleich werden die Sitzpositionen der Protagonisten umgewandelt: von der Reih-und-Glied-Variante des Raumschiffs zu einer Windrosenform, also nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, die Gesichter voneinander abgewandt, wobei auch jeder eine eigene hermetisch isolierte Zelle erhält. Die Plattform, auf der sich die Sitze befinden, wird in den „Kopf“ Ramrods transportiert. Während der Verwandlung läuft jedes Mal derselbe Dialog ab:

April: „Ramrod wird ab sofort die Steuerung übernehmen.“ Ramrod: „Bestätige, April, übernehme Steuerung. Ramrod - Kampfbereitschaftsphase 1. Hoch damit, und raus mit Ihnen! Volle Energie - und fertig ist die Ramrod-Infanterie!“ Dabei hört man im Hintergrund immer die typische Saber-Rider-Melodie.

Nunmehr muss das Zusammenspiel der vier Sternenmusketiere perfekt harmonieren. Häufig kommt es nämlich zu einem Kampf gegen eine sogenannte Renegade-Desperado-Einheit, einem feindlichen Giant Robot der Outrider, ebenfalls ausgestattet mit vielerlei Waffen. Dann muss nicht nur jeder von Colt initiierte Schuss sitzen, sondern auch und gerade bei Nahkämpfen, die zu regelrechten Faust- und Fußkämpfen ausarten können, die Navigation der Gliedmaße, gesteuert von April. Da sich derlei Duelle häufig in der Luft fortsetzen, muss Ramrod auch zum Schwebekampf imstande sein, was bedeutet, dass nun Sabers Mavericktriebwerkssteuerung miteingebunden werden muss.

Im japanischen Original soll die Bezeichnung Bismarck an das gleichnamige deutsche Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern, in dessen Nachfolge es steht, ähnlich wie die Yamato in Space Battleship Yamato.

Outrider (Deathculas)

Die Outrider, auch Phantomwesen genannt, kommen aus einer anderen Dimension. Sie wollen die Menschheit auslöschen, um sich im Universum ungehindert ausbreiten zu können. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Anfangs konnten sie ihre technologische Überlegenheit ausspielen; erst seit dem Bau Ramrods und der Gründung der Star Sheriffs geraten sie zunehmend in Bedrängnis. Wird ein Outrider besiegt, so stirbt er nicht, sondern transintegriert unter giftgrüner Fluoreszenz zurück auf seinen Heimatplaneten Metheus, gelegen in der Phantomzone, seiner Heimatdimension, um sich zu regenerieren und bald erneut auf dem Schlachtfeld zu erscheinen, welches die effektive Bekämpfung dieser Spezies zu einer Herausforderung werden lässt (und, natürlich, den Kritikern von Gewalt im Fernsehen ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen sollte). Zitat: „Schickt mir mein Gepäck in die Phantomzone nach!“ Jedoch erfährt man in Folge 45 („Eagle auf der Flucht“), dass sie mit den Menschen gemeinsame Vorfahren haben. Wird ein Outrider in der Phantomzone getötet, so verwandelt er sich in einen Menschen (Folge 30 - Saber in der Phantomzone).

Im japanischen Original bedeutet das grüne Aufleuchten keinen Teleport, sondern tatsächlich den Tod. Trotzdem ist die Bekämpfung auch hier schwierig, wenn nicht gar schwieriger, da ein Deathcula über eine viel höhere Intelligenz verfügt als ein Outrider.

Im Folgenden die wichtigsten Vertreter dieser Spezies:

Nemesis (Hyuza)

Nemesis ist der oberste Kommandant der Outrider. Nicht nur seine Gestalt macht ihn zum Größten und Mächtigsten. Seine tiefe, fast schon drohende Stimme lässt jeden vor Ehrfurcht erzittern. Das ist auch gut so. So wortkarg er auch sein mag, seinen Befehlen sollte man sich besser nicht widersetzen, wenn man keine vorzeitige Verbannung in eine der ungeliebten Phantomkammern riskieren will. Nemesis kennt nur eine Schwäche: seine Langeweile, deren Auswirkungen das Neue Grenzland immer wieder leidvoll ertragen muss, wenn es von Nemesis' Truppen heimgesucht wird. So schnell er an einer Sache Gefallen finden mag, genauso schnell verliert er wieder sein Interesse daran. Meistens sind seine unfähigen Kommandanten an seiner miesen Gemütslage schuld, wenn sie wieder einmal einen Auftrag in den Sand gesetzt haben. Seine Geschwaderführer können nur zwei Fehler machen: Entweder eine Mission vermasseln oder ihn mit Details langweilen.

Auf Nemesis' Vergangenheit und die Frage, wer oder was er überhaupt ist, fällt erst im abschließenden Neunteiler etwas Licht, im großen und ganzen betrachtet bleibt der Phantomboss ein großes Mysterium. Auch das Kavallerieoberkommando konnte nicht alle Fragen klären.

Jesse Blue (Perios)

Ein gerissener Stratege und knallharter Gegenspieler der Star Sheriffs. Er hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem der gefährlichsten Widersacher der Star Sheriffs hochgearbeitet. Seine Tricks und Pläne sind die raffiniertesten unter den Outrider, die nur schwer zu durchschauen sind. Er spielt mit den Gefühlen der Menschen, um seine Ziele zu erreichen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Skrupel ist für ihn ein Fremdwort, Zynismus dagegen nicht. Durch seinen Hang zur Überheblichkeit und sein freches Mundwerk macht er sich jedoch auch Feinde in den eigenen Reihen. Aus Neid ob seiner Cleverness würde so mancher Kommandant ihm am liebsten den Garaus machen. Aber er würde nicht Jesse Blue heißen, wenn er ihnen nicht immer einen Tick voraus wäre.

Jesse Blue versteht es, seine Kontrahenten an die Wand zu spielen, sie bloßzustellen oder sie um den kleinen Finger zu wickeln. Er liebt es, sie in die Irre zu führen oder zappeln zu lassen, um sie dann mit einer noch gemeineren Darbietung seiner Hinterhältigkeit zu traktieren. Kurz und knapp gesagt: Er ist ein smarter Mistkerl. Nichtigkeiten wie Emotionen hat er schon früh abgelegt; seiner Ansicht nach müssen diese Störfaktoren ausgeschaltet werden, um Erfolg zu haben.

Jesse Blue ist in der amerikanischen Version kein Outrider, sondern ein Mensch. Er war Rekrut bei den Star Sheriffs und läuft, nachdem ihm Saber Rider beim Versuch April zu retten in die Quere kam, zu den Outridern über. Auch die nicht erwiderte Liebe von April ließ ihn diesen Schritt vollziehen.

Gattler (Zatora)

Gattler ist eine der schillerndsten Figuren von Nemesis' Handlangern. Der ideenreiche Geschwaderführer hat aber selten einen durchschlagenden Erfolg bei seinen Missionen. Gattler ist ehrgeizig, selbstherrlich und neigt zur Selbstüberschätzung. Eine direkte Konfrontation scheut er jedoch, nur wenn sein Fluchtweg abgeschnitten ist, muss er sich wohl oder übel dem direkten Kampf stellen. Er liebt pompöse Auftritte, seine Pläne gehen oftmals mit großem Aufgebot an Outrider-Truppen und Materialschlachten einher. Es ist für Nemesis daher um so schmerzlicher, wenn seine Einheiten und Gattlers aufwendige Pläne im wahrsten Sinne des Wortes verpuffen. Nemesis drückt öfters mal ein Auge zu (aber nicht ohne eine seiner berüchtigten Standpauken!) und gibt ihm immer wieder weitere Chancen.

Vanquo (Vanquo)

Vanquo zählt zu Nemesis' Kommandanten der ersten Stunde. Charakteristisch sind sein Hut und Poncho, die ihm das Aussehen eines typischen Gauchos verleihen. Sein hämisches Grinsen und seine Übermütigkeit sind weitere Markenzeichen. Alles, was in irgendeiner Weise mit dem Wilden Westen zu tun hat, gehört zu seinem Spezialgebiet, er operiert vornehmlich mit und gegen Cowboys, Indianern oder wilden Tieren.

Besonders intelligent ist er jedoch nicht, sein kurzsichtiges und impulsives Handeln machen seine Aktionen immer wieder zunichte. Die Star Sheriffs haben keine Probleme, ihn mit ihren Tricks zu überführen. Vanquo bleibt im Gegensatz zu Commander Gattler oder Jesse Blue farblos und ist nicht mehr als eine Marionette Nemesis', was daran liegt, dass er im japanischen Original bereits in der ersten Folge getötet wird, und nur noch in den für Amerika zusätzlich eingefügten Folgen auftaucht.

Veröffentlichungen

Sei Jūshi Bismarck vom japanischen Studio Pierrot wurde 1984 zunächst auf dem japanischen Sender NTV ausgestrahlt, mit mäßigem Erfolg. Etwas später, nämlich 1987, kaufte die US-amerikanische Filmgesellschaft World Events Productions (WEP) dann die Serie und bearbeitete sie für den US-amerikanischen und westlichen Markt um (und gab ihr den heute üblichen Namen) – mit Erfolg, so dass nun praktisch alle nichtjapanischen Länderfassungen, auch die deutsche, wie sie 1990 von Tele 5 und nach der baldigen Auflösung des Senders noch bis 1998 von RTL 2 gezeigt wurde, auf der WEP-Version basieren. Hierbei wurde in Deutschland die von WEP veränderte Reihenfolge wieder durch die ursprüngliche japanische ersetzt, nicht aber die inhaltlichen Veränderungen in den Folgen.

Synchronisation

Der häufig zitierte Wortwitz der Serie erklärt sich aus der Tatsache, dass Tele 5, zuständig für die Synchronisation, den Sprechern weitgehenden Freiraum zur Improvisation ließ und nicht, wie heute vielfach üblich, auf ein striktes Einhalten des Skripts bestand.

Die Synchronsprecher sind:

Das Titellied der US-Fassung, das auch in Deutschland verwendet wurde, wurde von Dale Schacker komponiert.

Hintergründe

Kulturelle Zensur

Saber Rider war in seiner originalen Form ein Anime, bei dem sich die Japaner erstmals an neue Grenzen der Sittlichkeit wagten. Dies war den Amerikanern jedoch zu gewagt.

Deshalb wurden zunächst Szenen herausgenommen, in denen Alkohol und Nikotin konsumiert wurde. Doch damit nicht genug: Die Serie sollte nicht nur kinderfreundlicher werden, sondern auch „amerikanerfreundlicher“. So wurden die Figuren umbenannt, Wildwestelemente eingefügt, Storys und Dialoge umgeschrieben, die Reihenfolge der Episoden vertauscht, Folgen ausgelassen und andere durch „Recycling“ von Szenen hinzugefügt, weshalb es oft zu „Déjà-vus“ kommt.

Insgesamt wurden dem japanischen Original aufgrund von Gewaltszenen fünf Episoden entnommen. Die amerikanischen Produzenten ließen sechs neue Episoden entwerfen, in denen sie die Eigenschaften der Charaktere - zum Beispiel Jessies - festigten und weiterentwickelten und neue Figuren einführten, die im japanischen Original nicht vorhanden waren, z. B. General Whitehawk.

Man erkennt die neu gezeichneten Folgen am einfachen amerikanischen Zeichenstil, der bei den Zeichnungen sowohl ohne als auch mit Kampfanzug auffällt, Saber (Richard) ist sehr oft im Bild, und April (Marian) hat rote Lippen. Außerdem enthalten die US-Folgen eine starke Anlehnung an die Wild-West-Szenerie (zum Beispiel ist die Kadettenakademie der hochtechnisierten Flotte ein altes Wild-West-Fort). Man wollte hier einfach auf den Erfolg von Serien wie den Galaxy Rangers oder Bravestarr setzen.

Da man mit Shinji Hikari alias Fireball einen japanischen Obmann gehabt hätte, aber die amerikanischen Konsumenten nicht vor den Kopf stoßen wollte, hat man kurzerhand Richard Lancelot alias Saber Rider zum Anführer erklärt. Man erkennt die eigentliche Führung Fireballs, jedoch oft daran, dass, obwohl Saber Rider der „Anführer“ sein soll, Fireball oft dessen Entscheidungen als letzte Instanz bestätigt. Ebenfalls ist dies daran zu bemerken, dass Fireball an Bord von Ramrod in der Mitte sitzt und die eigentliche Kontrolle über das gesamte Schiff hat, sowie an dem Intro, welches nach dem typischen Schema "Der Anführer steht in der Mitte" aufgebaut ist. Ein weiteres Indiz ist die Folge zehn (Der nachtragende König), in welcher die Star Sheriffs vor dem König stehen und Saber Rider zum Reden aufgefordert wird, jedoch Fireball diese Aufgabe übernimmt.

Weiterhin hat Fireball des öfteren, im Rahmen seiner Rennfahrerkarriere, einen weißen Helm mit rotem Punkt auf, als Zeichen seiner „Japanität“, wie ein jeder Star Sheriff seine Nationalflagge auf der Uniform trägt. Damit dieses nicht auffällt, wurde dieser rote Punkt von WEP zum „Feuerball“ uminterpretiert und der Charakter danach benannt.

Die Outrider sind in der Originalfassung viel intelligenter und gefährlicher als in der zensierten, so dass es ein Kampf der Menschheit wirklich auf Leben und Tod ist, was häufig im Animegenre und vor allem im Mecha vorkommt. Die Sternenmusketiere Bismarck sind zu diesem Zweck auch ein Konglomerat verschiedener Nationen wider die Invasoren, welche durchaus ernstzunehmende, ebenbürtige Gegner sind.

Erheblich ist auch die Umbenennung von Bismarck zu Ramrod, dem eigentlichen Hauptcharakter der Serie, da hier tatsächlich Bezug genommen wird auf das deutsche Schlachtschiff „Bismarck“.

Der Planet „Yuma“ hieß im japanischen Original „Ganymed“. Dies zeigt, wie im japanische Manga üblich, dass es sich um eine fiktive Zukunft der Erde handelt. Yuma ist eigentlich der Jupitermond Ganymed, der Planet Alamo ist die Erde. Erkennen kann man dies in der US-Fassung z. B. in Folge 49, wo auf Colts Radar in seinem Gleiter der gerade verlassene Planet als „Earth“ angezeigt wird.

Sei Jūshi Bismarck im Westen

Trotz des Manga- und Animebooms im Westen seit den 1990ern hat es bislang fast niemals Bestrebungen gegeben, Sei Jūshi Bismarck in seiner japanischen Originalversion nach Deutschland oder andere westliche Länder zu holen. Lediglich der deutsche Publisher Anime House rief nach seiner Veröffentlichung der deutschen Saber-Rider-DVD-Reihe und vielfachen Fan-Anfragen nach dem Original kurzzeitig eine Umfrageaktion per Abstimmungskarte (welche den SR-DVDs beilag) sowie online auf seiner Homepage ins Leben, um den Umfang der potentiellen Käuferschaft für eine Umsetzung der Urvariante auszuloten. Letztlich verlief diese Aktion allerdings, lt. Aussage des Vertreibers aus lizenzrechtlichen Gründen, recht sang- und klanglos (und ohne ein entsprechendes Release) im Sande.

Nichts desto weniger hat Saber Rider und die Star Sheriffs bis heute einen beachtlichen, wenn auch zahlenmäßig nicht besonders großen, doch konstanten Fandom. Bei Anime House sind im Jahr 2003/2004 alle 52 Folgen, die auch in Deutschland ausgestrahlt wurden, auf insgesamt 10 DVDs erschienen. Eine Neuauflage in Form einer limitierten Komplettbox inklusive vier kleinen Zinnfiguren ist im April 2007 erschienen.

Auszeichnungen