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Wahlkreis Süderelbe

Der Wahlkreis 17 Süderelbe ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Hamburg-Harburg. Er ist nach dem Hamburger Wahlrecht ein Mehrmandatswahlkreis, in dem drei Bürgerschaftsabgeordnete in Direktwahl oder nach Wahlkreislisten gewählt werden.[1]

Wahlkreis 17 Süderelbe
Land Deutschland
Bundesland Hamburg
Bezirk Harburg
Parlament Hamburgische Bürgerschaft
Wahlkreisnummer 17
Einwohner 71.525
Wahlberechtigte 50.418
Abgeordnete

Der Wahlkreis umfasst die Stadtteile Altenwerder, Moorburg, Hausbruch, Neugraben-Fischbek, Francop, Neuenfelde, Cranz und die westlichen Gebiete von Eißendorf und Heimfeld.[1] Er liegt im Südwesten Hamburgs und grenzt dort an Niedersachsen. Benachbarte Wahlkreise sind Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder im Norden und Nordosten und Harburg im Osten, zu dem die östlichen Teile Eißendorfs und Heimfelds gehören.

Inhaltsverzeichnis

Strukturdaten

Im Wahlkreis leben etwa 71.500 Menschen, davon sind gut 50.000 wahlberechtigt. Süderelbe hat damit von allen 17 Wahlkreisen sowohl die wenigsten Einwohner wie auch die wenigsten Wahlberechtigten. Die Wahlbeteiligung lag bei den vergangenen Bürgerschaftswahlen 2004 mit 66,7 Prozent und 2001 mit 69,5 Prozent etwas unter der Gesamtbeteiligung in Hamburg mit 68,7 Prozent und 71,0 Prozent. 2008 betrug die Wahlbeteiligung 58,2 Prozent und lag damit deutlicher unter dem Hamburger Durchschnitt von 63,5 Prozent als bei den vorangegangenen Wahlen.

Die Bevölkerungsdichte im Wahlkreis beträgt 783 Einwohner/km² und liegt damit sehr deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 2294 Einwohner/km². Süderelbe hat neben dem Wahlkreis Bergedorf die niedrigste Einwohnerdichte in Hamburg. Die unter 18-Jährigen bilden einen Anteil von 19,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung (Hamburg 15,7 Prozent), die über 65-Jährigen 20,4 Prozent (18,8 Prozent). Der Ausländeranteil bewegt sich mit 12,1 Prozent unter dem Durchschnitt von 14,8 Prozent. Der Anteil ausländischer Schüler beträgt 14,1 Prozent gegenüber 15,6 Prozent in ganz Hamburg.

In der Sozialstruktur zeichnet sich der Wahlkreis durch einen überdurchschnittlichen Anteil an Leistungsempfängern nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV), eine höhere Arbeitslosenquote und einen erhöhten Anteil von Sozialwohnungen aus. 24 Prozent aller Wohnungen sind Sozialwohnungen (Hamburg 13,2 Prozent). Jedem Einwohner steht eine Wohnfläche von 33,9 Quadratmetern zur Verfügung (Hamburg 36,5 Quadratmeter), die Wohnungen sind durchschnittlich 74,8 Quadratmeter groß (71,8 Quadratmeter). Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Jahre 2006 mit 46,7 Prozent leicht unter dem Hamburger Durchschnitt von 47,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im September desselben Jahres 9,2 Prozent und lag damit über der Quote von 7,8 Prozent in ganz Hamburg. Ein großer Teil der Arbeitslosen erhält Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV), im Juni 2006 waren es im Gebiet des Wahlkreises 6,9 Prozent der Bevölkerung, in Hamburg durchschnittlich 5,7 Prozent. Von der Gesamtbevölkerung des Wahlkreises erhielt im September 2006 jeder Sechste Hartz-IV-Leistungen (15,7 Prozent) gegenüber im Durchschnitt 11,9 Prozent in Hamburg.

Die Kriminalitätsrate liegt im Wahlkreis Süderelbe unter dem Hamburger Durchschnitt. Die Zahl der gesamten Straftaten je 1000 Einwohner beträgt 86 (Hamburg 137 je 1000 Einwohner), die Zahl der Gewaltdelikte vier (Hamburg fünf) und die Zahl der Diebstähle 37 je 1000 Einwohner (Hamburg 63).

Wahlen

Bürgerschaftswahl 2008

Zur Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008 traten im Wahlkreis Süderelbe sechs Parteien mit eigenen Wahlkreislisten und insgesamt 28 Kandidaten an.[2]

50.418 Personen waren wahlberechtigt. Jeder Wähler hatte eine Stimme für die Landesliste und fünf Stimmen für die Wahlkreislisten. Diese fünf Stimmen konnten beliebig auf die Kandidaten und Gesamtlisten der Parteien verteilt werden. Die Wahlbeteiligung betrug bei der Landesliste und den Wahlkreislisten 58,2 Prozent. 1,1 Prozent der abgegebenen Stimmzettel für die Landesliste sowie 3,8 Prozent der Stimmzettel für die Wahlkreislisten waren ungültig. Für die Landesliste wurden 29.022 gültige Stimmen abgegeben, für die Wahlkreislisten insgesamt 137.998.

Gewählte Abgeordnete:

Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2008 im Wahlkreis 17 Süderelbe
Partei Landesliste
in Prozent
Wahlkreisliste
Parteistimmen[3]
in Prozent
Landesliste Wahlkreisliste
Parteistimmen
Wahlkreisliste
Listenstimmen
Wahlkreisliste
Persönlichkeitsstimmen
CDU 46,9 43,7 13.615 60.268 38.578 21.690
SPD 33,6 33,5 9.750 46.260 25.505 20.755
GAL 6,8 9,3 1.960 12.770 6.713 6.057
FDP 4,4 5,7 1.278 7.917 3.945 3.972
Die Linke 5,7 6,6 1.647 9.106 5.391 3.715
HeimatHamburg 0,6 1,2 183 1.677 1.089 588

Auf die Landeslisten der Parteien ohne eigene Wahlkreislisten entfielen 2,1 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen.

Wahl der Bezirksversammlung 2008

Zur Wahl der Bezirksversammlung Harburg traten im Wahlkreis Süderelbe sechs Parteien mit eigenen Wahlkreislisten und insgesamt 50 Kandidaten an.[2]

Zur Wahl der Bezirksversammlung waren auch Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union wahlberechtigt.[4] Die Anzahl der Wahlberechtigten war mit 52.341 Personen deshalb größer als bei der Bürgerschaftswahl. Jeder Wähler hatte eine Stimme für die Landesliste und fünf Stimmen für die Wahlkreislisten. Diese fünf Stimmen konnten beliebig auf die Kandidaten und Gesamtlisten der Parteien verteilt werden. Die Wahlbeteiligung bei den Wahlkreislisten betrug 56,5 Prozent. 4,3 Prozent der abgegebenen Stimmzettel für die Wahlkreislisten waren ungültig. Insgesamt wurden 138.530 gültige Stimmen abgegeben.

Ergebnis der Wahl zur Bezirksversammlung Hamburg-Harburg 2008 im Wahlkreis Süderelbe
Partei Sitze Wahlkreisliste
Parteistimmen[3]
in Prozent
Wahlkreisliste
Parteistimmen
Wahlkreisliste
Listenstimmen
Wahlkreisliste
Persönlichkeitsstimmen
CDU 7 42,6 59.065 39.004 20.061
SPD 5 34,3 47.561 25.277 22.284
GAL 1 9,6 13.246 7.761 5.485
FDP 1 5,5 7.604 3.618 3.986
Die Linke 1 6,7 9.254 5.430 3.824
HeimatHamburg 0 1,3 1.800 1.161 639

Bürgerschaftswahlen 1966–2008

Die Bürgerschaftswahlen waren bis einschließlich 2004 reine Listenwahlen ohne Wahlkreise. Dargestellt werden deshalb im Zeitraum von 1966 bis 2004 (6.–18. Wahlperiode) die zusammengefassten Wahlergebnisse der Stadtteile im Wahlkreis einschließlich der östenlichen Gebiete Eißendorfs und Heimfelds, die nicht Teil des Wahlkreises sind. Für das Jahr 2008 (19. Wahlperiode) ist das Ergebnis der Landesliste, das für die Mehrheitsverhältnisse in der Bürgerschaft entscheidend ist, angegeben. Es werden nur die Parteien aufgeführt, die im dargestellten Zeitraum in mindestens einem Stadtteil einmal mehr als fünf Prozent der abgegebenen gültigen Wählerstimmen auf sich vereinen konnten. In der Summe kann das Ergebnis einer Wahl deshalb kleiner 100 Prozent sein. Alle Ergebnisse sind in Prozent angegeben.

Wahlergebnisse im Wahlkreis Süderelbe von 1966 bis 2008
Partei 1966 1970 1974 1978 6/1982 12/1982 1986 1987 1991 1993 1997 2001 2004 2008
CDU 29,7 32,8 39,1 35,8 42,0 37,6 41,7 39,9 35,7 26,1 32,5 27,3 49,8 46,9
SPD 59,9 56,2 47,6 55,4 45,8 54,8 45,8 49,3 51,2 44,0 37,2 34,8 30,7 33,6
FDP 6,4 6,2 10,3 4,3 4,4 2,2 4,0 5,4 4,4 3,2 2,6 4,2 2,6 4,4
NPD 3,7 2,7 0,8 0,3 0,2 0,5
GAL 6,3 4,8 7,2 4,4 4,2 9,5 10,1 5,3 7,9 6,8
REP 1,4 6,6 3,0 0,1
DVU 2,8 6,3 1,0 1,0
STATT 4,6 3,1 0,3
Schill/Offensive D 24,7 0,9
Pro DM/Schill 0,1 4,7
Die Linke 5,7

Belege

Strukturdaten
Wahlen
Einzelnachweise und Anmerkungen
  1. a b Anlage zu § 18 Absatz 8. In: Gesetz über die Wahl zur hamburgischen Bürgerschaft. 28. Juli 2007 (Stand: 31. Dezember 2007.).
  2. a b Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Zulassung der Wahlvorschläge für die Wahl zur Bürgerschaft und die Wahl zu den Bezirksversammlungen am 24. Februar 2008. In: Amtlicher Anzeiger. Teil II des Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblattes. Nr. 10, 5. Februar 2008, S. 3, 5, 40–41, 106–108 (PDF; 1,58 MB).
  3. a b Parteistimmen sind die Summe der Listenstimmen und Persönlichkeitsstimmen. Listenstimmen wurden für die Wahlkreisliste einer Partei abgegeben. Persönlichkeitsstimmen wurden für einzelne Kandidaten abgegeben. Jeder Wähler hatte fünf Stimmen, die beliebig verteilt werden konnten.
  4. § 4 Gesetz über die Wahl zu den Bezirksversammlungen.