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Peine

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Peine (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 19′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Peine
Höhe: 68 m ü. NN
Fläche: 119,51 km²
Einwohner: 49.770 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 31224–31228 (alt: 3150)
Vorwahl: 05171
Kfz-Kennzeichen: PE
Gemeindeschlüssel: 03 1 57 006
Adresse der Stadtverwaltung: Kantstraße 5
31224 Peine
Webpräsenz:
www.peine.de
Bürgermeister: Michael Kessler (SPD)

Peine ist eine Stadt in Norddeutschland und liegt im Bundesland Niedersachsen. Die um 1220 gegründete Stadt hat rund 50.000 Einwohner. Sie ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre StahlindustriePeiner ist in der Bauwirtschaft ein Synonym für breitflanschige Stahlträger.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt an der Fuhse zwischen dem Harz und der Lüneburger Heide sowie zwischen den beiden größten Oberzentren Niedersachsens, der 40 Kilometer westlich gelegenen Landeshauptstadt Hannover und dem 25 Kilometer östlich gelegenen Braunschweig. Weitere größere Städte im näheren Umkreis sind Hildesheim, Salzgitter, Wolfsburg und Celle. Diese interessante Lage machte Peine seit seiner Gründung bei den umliegenden Herrschern begehrt, weshalb die Stadt in zahlreiche Auseinandersetzungen verwickelt war.

Peine hat eine Fläche von 119,51 km² und somit eine Bevölkerungsdichte von 417 Einwohner pro km². Die Höhe der Stadt beträgt etwa 70 Meter über Normalnull.

Stadtgliederung

Zur Stadt Peine gehören die folgenden Ortschaften und Ortsteile: Berkum, Dungelbeck, Duttenstedt, Eixe, Essinghausen, Handorf, Kernstadt, Röhrse, Rosenthal, Schmedenstedt, Schwicheldt, Stederdorf, Telgte, Vöhrum/Landwehr, Wendesse und Woltorf. Die Kernstadt selbst hat über 25.000 Einwohner.

Geschichte

Die Gründung

Eine Urkunde von 1130 erwähnt zum ersten Mal Berthold von Pagin, der ein Ministeriale des römisch-deutschen Königs Lothar III. war. Vermutlich ließ er die Peiner Burg in dieser Zeit erbauen. Dementsprechend wurde der Name Peine wahrscheinlich von Pagin abgeleitet. Das genaue Gründungsjahr ist auf Grund fehlender Urkunden allerdings nicht mehr feststellbar, so dass die Gründung der Stadt auch schon früher erfolgt sein könnte.

Für das Jahr 1202 berichtet das Chronicon Hildesheimense über eine Fehde zwischen dem Bischof Hartbert von Hildesheim und den Brüdern Ekbert und Gunzelin von Wolfenbüttel. Gunzelin geht aus dieser Fehlde siegreich hervor und erreicht die Belehnung mit Burg und Grafschaft Peine durch Bischof Hartbert[1].

Auf einer Landzunge südlich dieser Burg gründete er die eigentliche Stadt Peine um 1220. Seit 1223 hat Peine Stadtrechte. Unter anderem geht das Peiner Wappen auf Gunzelin zurück. 1256 erobert Herzog Albrecht von Braunschweig-Lüneburg die Stadt. Die Söhne Gunzelins verloren nach dem Tod des Vaters das Lehen Peines bereits 1260 wieder an das Hochstift Hildesheim; Otto I. von Braunschweig-Lüneburg, Bischof von Hildesheim 1260–1279, gibt Graf Wedekind von Poppenburg die Burg, Stadt und Grafschaft Peine zum Lehen. Dadurch gehörte Peine endgültig zum Einflussbereich des Bistum Hildesheim und wurde gleichzeitig Marktort[1].

Ab 1260 besaß Peine das Münzrecht und war mit Unterbrechungen bis 1428 eine Münzstätte Hildesheims. 1954 wurden in Peine zahlreiche Silberstücke gefunden, die aus dem 14. Jahrhundert stammen. Der Fund ist ein Hinweis darauf, dass es der Stadt damals wirtschaftlich gut ging (1).

Hildesheimer Stiftsfehde

Am 16. März 1510 gab es einen Stadtbrand, bei dem ein großer Teil der Stadt vernichtet wurde. Darüber hinaus begann bereits kurze Zeit später, 1518, die Hildesheimer Stiftsfehde, die bis 1523 dauern sollte und unter der Peine besonders zu leiden hatte. Einige Jahre lang war es zwischen der Stadt und dem Hildesheimer Bischof bereits zu Streitigkeiten um zusätzliche Steuern und an den Stiftadel verpfändete Rechte gekommen. Im Januar 1518 verbündete sich Bischof Johann von Hildesheim mit Herzog Heinrich von Lüneburg-Celle gegen Bischof Franz von Minden und Herzog Erich I. von Calenberg. Der offene Kampf begann 1519. Im Juni desselben Jahres kam es schließlich zur ersten Belagerung Peines. Nach dem ersten Angriff brannte der Südteil der Stadt ab, später stand die ganze Stadt in Flammen, doch die Burg konnte gehalten werden. Insgesamt wurde die Peiner Burg drei Mal jeweils für einige Monate belagert. Die zweite Belagerung erfolgte im Herbst 1521, die dritte im Sommer 1522. Die Burg Peine konnte zwar jedes Mal verteidigt werden (das so genannte „Eulennest“ wurde als uneinnehmbar bezeichnet), doch überstand sie die Angriffe nicht unbeschädigt.

Der Friedensschluss („Quedlinburger Rezess“) im Mai 1523 führte dazu, dass dem Hildesheimer Bischof nur noch das „kleine Stift“ blieb, wozu Peine gehörte. Da Bischof Johann für die Kriegskosten aufkommen musste, ging Peine 1526 in den Pfandbesitz der Stadt Hildesheim über. Nach dem Tod Hans Wildefüers, Hildesheimer Bürgermeister und Anführer der katholischen Partei 1541, entschied sich der Rat der Stadt Hildesheim am 27. August 1542, der lutherischen Lehre zu folgen. Da die Stadt Hildesheim Pfandinhaber Peines war, wurde gleichzeitig die Reformation in Peine durchgeführt. Im Jahre 1553 wurde Peine wieder an das Hildesheimer Hochstift zurückgegeben.

Stadtbrand

Am 15. Mai 1557 kam es zu einem weiteren verheerenden Stadtbrand, bei dem das Rathaus und auch die auf dem Marktplatz stehende Pfarrkirche St. Jacobi zerstört wurden. Alle Urkunden der Stadt wurden dabei vernichtet. Die Geschichte Peines vor 1600 lässt sich deshalb fast ausschließlich aus Hildesheimer und Braunschweiger Urkunden rekonstruieren.

Der Dreißigjährige Krieg

Im Jahr 1623 wurde im Rahmen des Dreißigjährigen Kriegs erstmals im heutigen Niedersachsen gekämpft, weshalb man sich auch in Peine auf Kampfhandlungen vorbereitete. Darum wurde eine hildesheimsche Kompanie in Peine stationiert. Die Wallanlagen und der Stadtgraben wurden ausgebessert. Ab 1625 fanden erste Kämpfe im Hildesheimer Stiftsgebiet statt, Peine wurde im August 1626 für kurze Zeit von den dänischen Truppen König Christians IV. besetzt. Graf von Tilly belagerte Peine und nahm es noch im August 1626 ein, bevor Tilly Christian bei Lutter am Barenberge schlug. Bis zum Sommer 1627 verlegte Tilly sein Hauptquartier nach Peine, was für die Stadt zusätzlichen Schutz bedeutete. Außerdem beließ er Peines protestantische Konfession.

1628 wurde ein kaiserlicher Beschluss erlassen, der die Gegenreformation durchsetzen sollte. In diesem Jahr kam auch Friedrich Spee von Langenfeld im kaiserlichen Auftrag und blieb bis 1629, als ein Mordanschlag auf ihn verübt wurde. Die Peiner Bürger hatten die Wahl, den katholischen Glauben anzunehmen oder nach drei Monaten die Stadt zu verlassen. Zahlreiche Bürger verließen Peine. Ihren Grundbesitz hatten sie zuvor verkaufen müssen.

1632 kam es abwechselnd zu Besatzungen durch schwedische und katholische Truppen in Peine, woraufhin Friedrich Ulrich von Braunschweig um Hilfe gebeten und dadurch als Lehnsherr anerkannt wurde. Im Sommer 1633 wurde Peine erneut belagert und schließlich von Wolfenbütteler Truppen unter Verstärkung aus Goslar und Hildesheim am 28. Juli 1633 erobert. Wenige Tage später wurde Peine an Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig übergeben. Die Gegenreformation war mit der Einnahme durch protestantische Truppen beendet, und die Glaubensflüchtlinge von 1628 kehrten zu einem Großteil zurück. 1637 ließ Herzog August von Braunschweig erneut Befestigungsanlagen einrichten. Bis 1642 war das Große Stift Hildesheim unter Braunschweiger Kontrolle. 1642 wurde mit dem „Goslarer Akkord“ Frieden geschlossen, die Welfen gaben die Stadt Peine zurück an das Hochstift. Abgesehen von weiteren Einquartierungen in Peine und von Hildesheim geforderten Zahlungen war der Krieg für das nun bankrotte Peine beendet.

18. Jahrhundert

1756 kam es zwischen Frankreich und Großbritannien in den Kolonien zum Siebenjährigen Krieg. Durch die Bündnisse auf beiden Seiten wurde auch Peine in den Konflikt verwickelt. 1757 und 1758 wurde es von Franzosen besetzt. Bis 1763 musste Peine die Kriegsparteien – sowohl die Franzosen als auch Braunschweig – mit Geld und Arbeitskräften (unter anderem zum Festungsbau) unterstützen. Am Ende des Krieges war das Stift Hildesheim hoch verschuldet.

Nach der französischen Revolution 1789 verbündeten sich 1792 Preußen und Österreich gegen Frankreich. Daraufhin ziehen 1792 und 1793 preußische Truppen durch Peine. 1802 kommt es zu einer Besetzung des Hildesheimer Stiftsgebiets durch die Preußen, ein Jahr später wird Peine eine preußische Stadt. Die kirchlichen Fürstentümer verlieren wegen der Säkularisation im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses ihre Macht.

19. Jahrhundert

Das ehemals umkämpfte Peiner Schloss wurde wegen Verschlechterung der Bausubstanz baufällig. 1803 wurde der Abbau begonnen, 1816 war schließlich auch das letzte Gebäude abgerissen. Zudem wurde, da sich weitere Reparaturen am Rathaus nicht mehr lohnten, auch dieses Gebäude 1827 für 240 Reichstaler auf Abbruch verkauft und an gleicher Stelle am Marktplatz – teilweise mit den alten Steinen – ein neues Rathaus erbaut.

Infolge der Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt 1806 fiel Peine an das Königreich Westfalen unter Jérôme Bonaparte. Deshalb wurde auch die Verwaltung nach französischem Vorbild umgestaltet. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 löste sich dieses Königreich jedoch wieder auf. Am 1. Mai 1815 wurde Peine Teil des Königreiches Hannover. Dieses wurde 1866 nach dem Deutschen Krieg von Preußen annektiert. Damit war nun auch Peine Teil einer preußischen Provinz.

Aufstieg der Wirtschaft

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein großer Wandel der bis dahin vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Stadt Peine zum Industriestandort. Bereits 1844 wurde die Bahnlinie Hannover–Peine–Braunschweig fertiggestellt, denn man erhoffte sich durch den Bahnanschluss wirtschaftlichen Aufschwung. Nachdem 1855 ein Eisenerzlager in Groß Bülten bei Ilsede entdeckt wurde (2), kam die Gründung der Ilseder Hütte 1858, einer Eisenhütte, hinzu. Dieser Roheisenlieferant stellte eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung Peines dar. In enger Zusammenarbeit wurde 1872 die Aktiengesellschaft Peiner Walzwerk gegründet. Das neu gebaute Walzwerk nahm bereits 1873 den Betrieb auf, hatte jedoch die ersten Jahre unter der beginnenden Wirtschaftskrise zu leiden.

Um die Zukunft der Eisenindustrie zu sichern, betrieb Gerhard Lucas Meyer 1880 den Zusammenschluss von Hütte und Walzwerk. Ziel war der Aufbau eines Thomas-Stahlwerks zur Veredelung des phosphorreichen Ilseder Eisens. Durch das Thomas-Verfahren veredeltes Ilseder Eisen wurde als Peiner Stahl überall konkurrenzfähig. Peine nahm infolgedessen einen rasenden Aufschwung, und bis 1891 wurden zwei weitere Walzwerke eröffnet. Durch das Wirtschaftswachstum und den damit verbundenen Bevölkerungszustrom wuchs und gedieh die Stadt.

20. Jahrhundert

Der wirtschaftliche Aufschwung des vorigen Jahrhunderts wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Peine war nicht direkt von Kampfhandlungen betroffen, aber die Deutsche Inflation 1914 bis 1923 und die Weltwirtschaftskrise machten der Wirtschaft der Stadt zu schaffen. Dennoch konnte ein weiterer Ausbau der Infrastruktur erfolgen. So wurde 1919 bis 1922 die Stromversorgung errichtet, und von 1921 bis 1929 erfolgte der Bau des Mittellandkanals für den Kohletransport der Wirtschaft. 1935 und 1936 wurde die jetzige Bundesautobahn 2 gebaut.

In der „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 brannte die jüdische Synagoge von 1907 in der Bodenstedtstraße nieder. Hans Marburger, Sohn eines jüdischen Kaufmanns, kam dabei ums Leben. Die Straße wurde deshalb später in Hans-Marburger-Straße umbenannt. An dem ehemaligen Platz befindet sich ein Ehrenmal für ihn.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden das zur Rüstungsproduktion genutzte Walzwerk und die benachbarten Mineralölwerke mehrmals bombardiert, wobei es insgesamt etwa 50 Tote gab. Der Wiederaufbau dauerte noch bis 1951. Am 9. April 1945 wurde die Peiner Innenstadt mit leichten Bomben angegriffen, bei der es Tote und Gebäudeschäden gab. Tags darauf wurde die Stadt kampflos an amerikanische Truppen übergeben. Dadurch konnten größere Opfer und Zerstörungen vermieden werden.

Kurz nach dem Einmarsch der Alliierten in Peine rollte Mitte Mai 1945 ein beladener Munitionszug durch den Peiner Bahnhof. Ein Bahnarbeiter bemerkte im Bahnhofsbereich, dass Rauch aus einem Waggon stieg; er konnte den Lokführer warnen und koppelte mehrere Waggons ab, darunter auch den qualmenden Güterwagen. Der restliche Güterzug fuhr weiter in Richtung Hannover, der abgekoppelte Zugteil explodierte auf der Fuhsebrücke kurz vor der Horst. Die Explosion war so stark, dass in der Stadt Scheiben zu Bruch gingen, Dachziegel von den Dächern gedrückt wurden und das Töpfers Mühle größtenteils zerstört wurde. Zu allem Unglück - die Dächer waren noch nicht wieder gedeckt - wurde die Stadt am nächsten Tag von einem Unwetter überrascht. Die Alliierten verhafteten den Bahnarbeiter, weil sie Sabotage vermuteten. Er wurde aber bald wieder freigelassen.

1946 wurde Niedersachsen als Teil der britischen Besatzungszone gebildet. Peine gehörte von da an zum Regierungsbezirk Hildesheim. Wegen der vielen Flüchtlinge verzeichnete die Stadt zwischen 1939 und 1950 einen Bevölkerungszuwachs von etwa 10.000 Menschen. Zur Zeit des Wirtschaftswunders wurden viele städtische Projekte und Straßenbauten verwirklicht. Durch die Gebietsreform 1974 wurden 14 zuvor selbstständige Dörfer und Gemeinden eingemeindet. Peine gehörte seitdem zu dem am 31. Dezember 2004 aufgelösten Regierungsbezirk Braunschweig.

Die Stahlkrise 1975 hatte den Niedergang von etlichen Industriebetrieben in Peine zur Folge. Von 23.000 Arbeitsplätzen gingen mehr als 10.000 verloren. Die Ilseder Hochöfen wurden 1983 stillgelegt. Der Stadt Peine drohte der Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage. Bis in die 1980er Jahre hinein wurden Arbeitsplätze abgebaut, und es fand ein Wandel der Industrie zu zukunftsorientierten Branchen statt. Die Stahlindustrie konnte sich wieder erholen, auch wenn heute nicht mehr so viele Arbeiter im Stahlwerk beschäftigt sind wie in der Blütezeit des Peiner Stahls. Die Salzgitter AG baute das Peiner Werk im November 1994 zu einem der modernsten Elektrostahlwerke Europas um (Peiner Träger GmbH).

Entwicklung der Einwohnerzahl

In der Kernstadt Peines wohnen 25.389 Menschen, davon sind 13.275 (52,3 Prozent) weiblich und 12.114 (47,7 Prozent) männlich (Stand 31. Oktober 2004). Darunter sind 14,1 Prozent Ausländer, die hauptsächlich in der Südstadt und nahe dem Walzwerk wohnen. Die Ausländer in Peine stammen überwiegend aus der Türkei. Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt rund 33 Prozent und ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Das Durchschnittsalter beträgt etwa 47,6 Jahre.

Rund 55 % der Bewohner sind evangelisch, 13 % römisch-katholisch. Neben den beiden großen Kirchen gibt es außerdem auch jeweils eine Gemeinde der Baptisten, der Siebenten-Tags-Adventisten, der Zeugen Jehovas und der Neuapostolischen Kirche.

Der Aufstieg der Wirtschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zu einem rasanten Bevölkerungswachstum von 3.823 Einwohnern im Jahre 1852 auf 15.421 Einwohner 1900. Durch Zuzug von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt 1954 bereits 28.918 Einwohner. Die Anzahl von 49.893 nach der Gebietsreform 1974 ist bis heute etwa gleich geblieben.

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1987 handelt es sich meist um Volkszählungsergebnisse (¹), danach um amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter oder der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1852 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung".

Jahr Einwohner
3. Dezember 1852 ¹ 3.823
3. Dezember 1864 ¹ 4.285
1. Dezember 1890 ¹ 10.115
2. Dezember 1895 ¹ 12.600
1. Dezember 1900 ¹ 15.421
1. Dezember 1905 ¹ 16.500
1. Dezember 1910 ¹ 16.667
1. Dezember 1916 ¹ 14.110
5. Dezember 1917 ¹ 14.092
8. Oktober 1919 ¹ 16.014
16. Juni 1925 ¹ 17.111
16. Juni 1933 ¹ 17.763
17. Mai 1939 ¹ 18.292
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 23.644
13. September 1950 ¹ 27.404
6. Juni 1961 ¹ 29.879
27. Mai 1970 ¹ 31.226
31. Dezember 1975 49.450
31. Dezember 1980 47.591
25. Mai 1987 ¹ 45.780
31. Dezember 1990 46.654
31. Dezember 1995 49.024
31. Dezember 2000 49.494
31. Dezember 2005 49.884
31. Dezember 2006 49.770
30. September 2007 49.547

¹ Volkszählungsergebnis

Eulennest

Peine wird häufig als Eulenstadt oder auch als Eulennest bezeichnet. Es gibt mehrere Legenden und Sagen, die sich um die Eule ranken. Der Ursprung dieser Symbolik im Zusammenhang mit Peine als Stadt ist jedoch nicht eindeutig geklärt. Es ist möglich, dass die Burg Peine wegen der unwegsamen und gefährlichen Moore in der Umgebung „Ulennest“ genannt wurde und daraus die Sagen entstanden.

Eine der häufigsten Geschichten ist die folgende: Eine Eule hatte sich eine Scheune als Schlupfwinkel ausgesucht. Der Knecht bemerkte das Tier beim Strohholen und bekam eine große Angst. Ähnliches widerfuhr dem Bürger. Bald war die gesamte Nachbarschaft versammelt, doch selbst ein besonders mutiger Mann in Rüstung soll Angst bekommen haben. Man entschloss sich daraufhin, die Scheune niederzubrennen, was großen Spott über die Stadt brachte.

Einer weiteren Legende zufolge warnte eine Eule vor der Eroberung der Burg während der Hildesheimer Stiftsfehde. Nach der Stiftsfehde änderte sich die Bedeutung des „Eulennests“ maßgeblich vom Spottnamen zu einem Wahrzeichen der Stadt. Darauf deuten jedenfalls die Hochzeitsschüssel aus dem Jahre 1534 hin (3).

Eine ebensolche Erzählung besagt, dass die Eule nicht erschreckt sondern behütet habe. Mundartlich ist der Satz: "Was machte die Peina so fest, dass die Eule im Nest sitzen blieb?" („Peine was maket so feste, dat de Ule blev sitten inn Neste“) auch an einer Häuserwand nahe der Fußgängerzone zu finden. Dies soll beschreiben, dass die Wächter der Burg Peina oder Pein eingeschlafen waren. Eine Eule, die im Turm ihr Nest hatte, bemerkte, dass sich Feinde näherten. Sie soll die Wachen mit ihrem Lärm geweckt haben und somit einen Angriff der feindlichen Truppen vereitelt haben. Die Verteidiger konnten dadurch rechtzeitig Stellung beziehen und die nächtlichen Braunschweiger "Besucher" abwehren. (aus dem Geschichtsunterricht an der Gunzelin Realschule Peine und dem Gymnasium Groß Ilsede, Erzählung eines Lehrers)

Auch heute noch ist die Eule ein beliebtes Symbol in Peine, sei es bei Veranstaltungen, an Häusern, in Form von Statuen oder Ähnlichem. Besonders die Häuser um den Marktplatz herum, aber auch die Jakobi-Kirche sind mit Eulensymbolen verziert (4).

Politik

Organe der Stadt Peine

Die Stadt Peine besitzt drei politische Organe: Den Rat der Stadt Peine, den Verwaltungsausschuss und den Bürgermeister.

Der Rat der Stadt Peine, das oberste politische Entscheidungsorgan, trifft Entscheidungen, welche die Selbstverwaltung der Stadt betreffen. Dazu gehören die Bestimmung von öffentlichen Abgaben, Bebauungspläne oder auch die Benennung von Ehrenbürgern. Genau fällt darunter die Festsetzung der Benutzung und Gebühren von öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Bibliotheken, Straßenreinigung, Müllabfuhr, Wasserversorgung, Kanalisation und Fernwärme. Der Rat besteht aus 40 Mitgliedern und zusätzlich dem Bürgermeister. Nach dem vorläufigen Endergebnis (2006) stellt die SPD 21 Abgeordnete, die CDU 12, die Peiner Bürgergemeinschaft und Bündnis 90/Die Grünen jeweils 2 Abgeordnete und die FDP, die Gemeinschaft unabhängiger Bürger (GuB) und die Die Linke jeweils einen Abgeordneten.

Die Hauptaufgabe des Verwaltungsausschusses ist es, die Ratsbeschlüsse mit Hilfe von Empfehlungen der Fachausschüsse und Ortsräte vorzubereiten. Er fällt auch eigene Entscheidungen und kümmert sich um Einwohneranträge, Anregungen und Beschwerden der Bürger. Der Verwaltungsausschuss setzt sich aus dem Bürgermeister, den aus dem Rat bestimmten Beigeordneten und den Grundmandatsinhabern zusammen.

Der Bürgermeister, das dritte Organ der Stadt, wird bei der Kommunalwahl für eine Dauer von fünf Jahren gewählt. Er sorgt für die Vorbereitung und Ausführung der Beschlüsse von Stadtrat und Verwaltungsausschuss. Er repräsentiert die Stadt Peine und vertritt die Gemeinde in gerichtlichen Verfahren. Michael Kessler wurde bei der Kommunalwahl am 11. September 2006 im ersten Wahlgang mit 51,4% gewählt.

Wappen

Der Schild des Peiner Wappens ist gelb und rot gespalten. Oben befindet sich ein springender schwarzer Wolf, unten befinden sich zwei Garben aus Stroh, die auswärts geneigt sind und auf einem grünen Boden stehen (6).

Das Wappen geht auf Gunzelin von Wolfenbüttel zurück. Seit dem 13. Jahrhundert haben sich an dem Wappen lediglich Kleinigkeiten geändert. So war der Boden ursprünglich silbern, und die Farben der Garben wurden ebenfalls mehrfach gewechselt.

Städtepartnerschaften

Peine unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Nach längeren guten Beziehungen wurde mit Asselheim, einem Stadtteil Grünstadts, ein Freundschaftsvertrag geschlossen.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Straßenverkehr

Peine liegt direkt an der A 2. Außerdem verlaufen die B 65, die B 444 und die B 494 durch die Stadt.

Eisenbahnverkehr

Peine liegt an der Bahnstrecke Hannover–Braunschweig.
Hier ist es eine Besonderheit, dass das Bahnhofsgebäude im Besitz der der Stadt ist, nachdem es Mitte der 1990er Jahre auf ihre Kosten errichtet wurde.

Flugverkehr

Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Hannover in Langenhagen und der Flughafen Braunschweig.

Busverkehr

Der Stadtverkehr wird hauptsächlich von der Peiner Verkehrsgemeinschaft mbH (PVG) betrieben.
Im Regionalverkehr fährt hauptsächlich die Regionalbus Braunschweig.

Schiffsverkehr

Darüber hinaus hat Peine einen Hafen am Mittellandkanal.

Wirtschaft

Peine war bis zur Stahlkrise in den 1970er Jahren durch die Stahlindustrie geprägt (siehe auch Aufstieg der Wirtschaft). Nach dem Zusammenbruch der Stahlindustrie war man gewillt, die Monostruktur und die damit verbundene Abhängigkeit abzulösen. Im Mittelzentrum Peine wurde eine Vielzahl zukunftsträchtiger Betriebe erfolgreich angesiedelt. Unter anderem hat der Hersteller von Unterhaltungselektronik Matsushita eine Niederlassung in Peine und die Firma Pelikan AG errichtete in dieser Zeit ebenfalls ein Werk im Peiner Vorort Vöhrum. Dieses Werk ist bis heute der bedeutendste Produktionsstandort der Pelikan Gruppe weltweit. Beliebt bei vielen Peinern ist das Bier der Privatbrauerei Härke, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Auch die Firma Elmeg ist in Peine ansässig, jetzt jedoch ein Teil der Funkwerk Enterprise Communications GmbH. Neben den Industrie- und Gewerbegebieten mit günstiger Anbindung außerhalb, kann die 1971 errichtete Fußgängerzone in der Breiten Straße mit ihrem belebten Einzelhandel aufrechterhalten werden.

Zu den vertretenen Branchen gehören ebenfalls Kunststoff- und Metallverarbeitung, Daten- und Kommunikationselektronik, Lebensmittel- und Schokoladenhersteller, sowie öffentliche und private Dienstleistungsunternehmen.

Bildung

Der erste Nachweis einer Peiner Schule - vermutlich eine Lateinschule - geht auf das Jahr 1423 zurück. In einer Urkunde wurde der damalige, aus Hildesheim stammende Schuldirektor erwähnt. In den 1960er Jahren wurden zahlreiche bestehende Schulen ausgebaut und einige weitere neu errichtet.

Peine hat heute mehrere Grund- und Hauptschulen, die „Gunzelin-Realschule“ und eine berufsbildende Schule. Dazu kommen mit dem Ratsgymnasium, dem Gymnasium am Silberkamp und dem Wirtschaftsgymnasium (ausschließlich Oberstufe) drei Gymnasien. Die drei Schulen der Orientierungsstufe wurden im Sommer 2004 aufgelöst und in die weiterführenden Schulen eingegliedert. Seit 2001 ist im Stadtteil Vöhrum die Integrierte Gesamtschule ansässig. Zwar besitzt Peine keine eigene Hochschule, profitiert dafür aber von der Nachbarschaft zu den Forschungszentren in Braunschweig und Hannover.

Darüber hinaus hat Peine für die Erwachsenen- und Weiterbildung eine Kreisvolkshochschule.

Sehenswürdigkeiten

Peine bietet eine Reihe sehenswerter Bauwerke:

Der Marktplatz, der älteste Platz Peines, wurde bereits von Gunzelin von Wolfenbüttel angelegt. Wie der Name sagt, wurden hier die traditionellen Märkte abgehalten. Er stellte im Mittelalter den Mittelpunkt der Stadt dar. Bei der Restaurierung 1986 wurde in der Mitte des Platzes ein Springbrunnen angelegt. Dabei wurden auch Kirchenfundamente der ursprünglichen St.-Jakobi-Kirche sichtbar. Der Platz ist von Gebäuden aus dem 17. und 18. Jahrhundert umgeben. Da sich in diesen Gebäuden zahlreiche kleine Restaurants und Eisdielen angesiedelt haben, ist der Marktplatz bei den Einwohnern Peines und den Besuchern der Stadt ein beliebter Platz zum Ausgehen.

Am Marktplatz befindet sich auch das Alte Rathaus von 1827, das an der gleichen Stelle steht wie schon mehrere Rathäuser zuvor, unter anderem auch das 1557 niedergebrannte. Seit der letzten Renovierung 1985 hat es ein Glockenspiel, das nachmittags zur vollen Stunde zu hören ist. Mittlerweile ist dort ein Café, mit dem passenden Namen "1827" untergebracht.

Die evangelische St.-Jakobi-Kirche in der Peiner Innenstadt bietet eindrucksvolle Wand- und Deckenmalereien und 800 Sitzplätze für Gottesdienste und Konzerte. Nachdem die ursprüngliche Kirche auf dem Marktplatz 1557 abgebrannt war, wurde sie an der heutigen Stelle, ein paar hundert Meter weiter südlich, wieder aufgebaut. Im Jahre 1693 wurde die Kirche im barocken Stil neu errichtet, 1726 um Stützpfeiler ergänzt und 1893 wegen Baufälligkeit abgerissen. Von 1896 bis 1899 fand ein erneuter Neubau der Kirche statt, dieses Mal im neugotischen Stil. 1994 fand eine grundlegende Renovierung statt, wobei die Kirche wieder in den ursprünglichen Farben ausgemalt wurde.

Der Echternplatz, was soviel wie hinterer Platz bedeutet, befindet sich schräg hinter der Jakobi-Kirche. Hier wohnten früher überwiegend die Handwerker der Stadt. Auf ihm befindet sich der Schicke-Schacke, eine Bronzestatue, die einen bekannten Dienstmann und Boten Peines aus dem 19. Jahrhundert darstellt.

Der Burgpark ist eine 6.000 Quadratmeter große Grünanlage, auf der sich restaurierte Überreste der alten Befestigungsanlage der Stadt befinden. Der Park wurde ab 1998 freigelegt und im Mai 2000 fertiggestellt. Im Sommer finden hier häufig Veranstaltungen statt (7)In der unmittelbaren Nähe des Burgparks, steht die katholische Pfarrkirche Zu den Heiligen Engeln, die 1867 errichtet wurde. Sie ist im gotischen (Neugotisch) Stil erbaut. Im Innern befindet sich ein Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert.

Die Straßenzüge Damm und Kniepenburg sind der älteste Teil Peines. Der "Damm" in dem viele Juden lebten, war bis 1852 eine eigenständige Gemeinde. Hier ist das Pelikan-Haus von 1611, das älteste erhaltene Wohngebäude Peines, zu finden. Im Haus Damm 1 wurde am 21. April 1925 der durch den Film Hitlerjunge Salomon bekannt gewordene Peiner Jude Sally (Salomon) Perel geboren, dessen Schicksal Millionen von Menschen bewegt hat. Perel, der heute in Israel lebt, hat unter falschem Namen das Nazi-Regime überlebt. In seinem 1990 verfilmten Buch (Ich war Hitlerjunge Salomon) hat Perel seinen dramatischen Lebensweg beschrieben. Das Haus ist mit einem so genannten Stolperstein und war jahrelang mit einer durch die Stadt Peine am Haus angebrachten Gedenktafel gewürdigt.

Der Hagenmarkt (Vom Flurnamen Hagen=Sumpfgebiet) ist ein dem Place de la Concorde in Paris nachempfundener runder Platz, von dem sternförmig die Straßen abgehen. Ende des 19. Jahrhunderts fand hier regelmäßig der Ferkelmarkt statt, heute wird hier mittwochs und samstags der Wochenmarkt abgehalten. Auch der Hagenmarkt ist von Cafés und Kneipen gesäumt.

Der Friedrich-Ebert-Platz südlich des Bahnhofs ist der größte Platz Peines, auf ihm wurde um 1900 der Rossmarkt abgehalten. Hier befindet sich auch der 1888 von Anton van Norden errichtete Peiner Wasserturm.

Das Schlageter-Denkmal auf dem Luhberg bei Stederdorf.

Kultur

Peine bietet mit den Festsälen und dem Forum zwei gut ausgestattete Spielstätten und somit gute Voraussetzungen für Kulturangebote. Unter Beteiligung der Stadt und des Landkreises Peine bildete sich 1947 der Verein Kulturring als privater Träger des Theaterlebens der Stadt. Der Kulturring bemüht sich darum, abwechslungsreiche Angebote wie Lesungen, Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte nach Peine zu holen (8). Außerdem befinden sich in Peine drei Kinos, von denen das größte 400 Sitzplätze hat.

Das von Norbert Stiller gebaute Stadttheater Peiner Festsäle am Friedrich-Ebert-Platz mit seinen 750 Sitzen wurde 1922 eingeweiht. Zur Gründung gibt es die Anekdote, dass die Ehefrau des Aufsichtsratsvorsitzenden der Ilseder Hütte, eine Schauspielerin, ihren Mann und Schwager zum Bau überzeugen konnte. Im Straßenzug „Im Winkel“ befinden sich das Peiner Forum, das 1988 für kulturelle und öffentliche Veranstaltungen in Betrieb genommen wurde und das Schmedenstedthaus, ein Dreiständerhaus von 1685, das nun die Stadtbücherei beherbergt. Daneben befindet sich die Töpfers Mühle, eine Rekonstruktion der historischen Ratsmühle aus dem 14. Jahrhundert, die 1945 bei einer Explosion zerstört wurde. Das alte Wahrzeichen Peines wurde zurückerlangt, als man eine Mühle gleichen Typs von der Insel Bornholm kaufte. In der Mühle befindet sich seit 1985 ein Jugendfreizeitzentrum.

Einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Spektrum Peines liefert das Kreismuseum, welches 1988 eingeweiht wurde. Es ist ein historisches Museum, das sowohl der Darstellung der Peiner Alltagskultur als auch der ansässigen Stahlindustrie gewidmet ist. Neben den Ausstellungen finden hier auch Vorträge statt (9). In das Museum ist das restaurierte „Glück-auf-Haus“ integriert.

Ein weiteres Museum gibt es im Gewerbegebiet Nord: Das Schokoland des Süßwarenherstellers Rausch ist ein Schokoladenmuseum. Es zeigt die Geschichte des Kakaos und der Schokoladenherstellung und bietet auch direkte Einblicke in die Fertigung heute. Es enthält einen „Schoko-Vulkan“, ein Café und einen tropischen Garten mit Kakaopflanzen.

Im Stadtarchiv können an der Geschichte Peines Interessierte Urkunden, Akten, Karten und alte Peiner Zeitungen einsehen.

Peiner Freischießen

Das größte Fest ist das jährliche Schützenfest, das Peiner Freischießen, das für fünf Tage um den ersten Sonntag im Juli stattfindet. Der Name kommt ursprünglich davon, dass sich die Peiner von den bürgerlichen Pflichten „freischießen“ konnten.

Der Ursprung des Festes ist wegen des bereits erwähnten Stadtbrandes von 1597 unbekannt. Urkundliche Erwähnung findet das Fest erst in den daraufhin angefertigten Statuten der Stadt Peine. Man geht heute davon aus, dass bereits kurz nach der Stadtgründung um 1220 eine Art "Bürgerwehr" in der häufig umkämpften Stadt existierte. Diesen Willen zur Selbstverteidigung nutzten die Peiner Bürger im Laufe der Zeit um sich immer mehr Rechte von Seiten der Grundherren zu sichern (z.B. das Freischießen von den Steuern oder ein von den Bürgern gewählter Bürgermeister).

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist das Peiner Freischießen keine Veranstaltung eines "Orts-Schützenvereins" mehr, sondern es treten sieben "Korporationen" an. Jede Korporation ermittelt ihren eigenen König. Unter den sieben Korporationen gibt es drei sogenannte Bürgerkorperationen, nämlich das Neue Bürger Corps (1927), das Bürger Jäger Corps (1871) und die Schützengilde (1597). Diese drei Bürgerkorporationen schießen untereinander den Bürgerkönig aus, der Bürgerkönig kommt also aus nur einer der drei Bürgerkorperationen.

Große Tradition hat das Corps der Bürgersöhne (1814), in dem die sogenannten Junggesellen das Freischießen feiern. Das Corps der Bürgersöhne schießt seinen eigenen aktiven König aus, die passive Abteilung, bestehend aus nicht mehr ledigen Mitgliedern, bestimmt unter sich den passiven König.

Die Gründung von sieben Korporationen hat ihre Wurzeln in der Zeit der industriellen Revolution, die großen Einfluss auf Peine hatte. Die vielen Neubürger wollten auch aktiv am Freischießen teilnehmen, jedoch war Ihnen der Eintritt in die Schutzengilde versperrt, die damals aus alteingesessenen Peiner Kaufleuten und Handwerkern bestand. Neben den bereits erwähnten Korporationen nehmen der MTV Vater Jahn Peine von 1862 Corporation, der TSV Bildung von 1863 sowie der Peiner Walzwerker Verein von 1878 an dem größten Heimatfest teil.

Seit 1966 wird das Fest mit einem Großfeuerwerk eröffnet, heute findet es auf dem 1979 gebauten Schützenplatz statt (10).

Weitere Feste

Ein weiteres jährliches Großereignis ist das Peiner Stadtfest, der Eulenmarkt. Weitere Ereignisse sind der Autofrühling, bei dem die Autohäuser ihre neuen Modelle präsentieren und das Highland Gathering, bei dem sich internationale Pipe- and Drumbands bei den offiziellen Offenen deutschen Meisterschaften einen musikalischen Wettkampf liefern und anschließend die Highland Games veranstaltet werden.

Sport

Die Stadt Peine hat ein breit gefächertes Sportangebot. Dazu gehören zahlreiche Sport- und Turnhallen, Freisportplätze, Fitnesscenter und Schießstände. Außerdem gibt es Reithallen und Reitplätze, ein Hallenbad, ein Freibad, ein Kegelheim, und unweit von Peiner Stadtkern auf der Glindbruchkippe einen Segelflugplatz. Des Weiteren finden sich in Peine zwei Kanuvereine: Die Faltbootabteilung des MTV Vater Jahn und die Kanu-Gemeinschaft Peine. Im gesamten Landkreis Peine gibt es über 280 Kilometer befestigte Radwanderwege, auch der Peiner Herzberg lädt zum Radfahren oder Joggen ein (11).Die größte Sportveranstaltung in Peine ist jährlich der Peiner Triathlon, der fast 1000 Athleten an den Eixer See lockt.

Persönlichkeiten

Literatur

Quellen

  1. a b Geschichte der Stadt (und Amt) Peine http://kreisheimatbund.de/Stadtgeschichte/Geschichte%20der%20Stadt%20Peine/hauptteil_geschichte%20der%20stadt%20peine.html am 29.10.2006
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