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Lage (Lippe)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 58′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 103 m ü. NN
Fläche: 76,02 km²
Einwohner: 35.850 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 472 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32779–32791
Vorwahl: 05232
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 040
Stadtgliederung: 15 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Lange Str. 72
32791 Lage
Webpräsenz:
www.lage.de
Bürgermeister: Christian Liebrecht (CDU)
Lage der Stadt Lage im Kreis Lippe

Lage ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Lippe. Die Stadt ist als lippischer Verkehrsknotenpunkt, als „Zieglerstadt“, „Zuckerstadt“ und „Stadt des Sports“ bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Lage liegt ca. 9 km nordwestlich von Detmold unweit des Teutoburger Waldes im Werretal in Ostwestfalen-Lippe. Der Ortsteil Hörste ist staatlich anerkannter Luftkurort.

Gewässer

Die Werre durchfließt das Stadtgebiet von Südost nach Nordwest. Nahezu das gesamte Gelände wird über diesen Fluss entwässert, der über die Weser in die Nordsee mündet. Innerhalb des Stadtgebietes münden einige weitere Bäche, die ausschließlich aus südlicher Richtung kommen, direkt in die Werre. Dazu zählen der aus Pivitsheide V.L. kommende Rethlager Bach, der aus Müssen zuströmende Rothenbach und der in Helpup entspringende Haferbach. Eine Ausnahme bildet der Oetternbach, der das nordöstliche Stadtgebiet durchfließt, da er zunächst in die Bega mündet. Die Bega streift zudem das nördliche Stadtgebiet von Lage. Außerdem befinden sich bei Waddenhausen und bei Müssen eine Vielzahl von Teichen bzw. Seen, die ein Relikt vergangener bzw. noch bis heute stattfindener Baggerarbeiten zur Kies- und Sandgewinnung sind.

Nachbargemeinden

Beginnend im Norden im Uhrzeigersinn grenzen an Lage die Städte Bad Salzuflen, Lemgo, Detmold, die Gemeinde Augustdorf, die Stadt Oerlinghausen und die Gemeinde Leopoldshöhe (alle Kreis Lippe).

Stadtgliederung

Nach § 1 Abs.2 der Hauptsatzung der Stadt Lage besteht die Stadt Lage aus den folgenden 15 Ortsteilen[2]:

  • Billinghausen
  • Ehrentrup
  • Hagen
  • Hardissen
  • Hedderhagen
  • Heiden
  • Heßloh
  • Hörste
  • Kachtenhausen
  • Lage
  • Müssen
  • Ohrsen
  • Pottenhausen
  • Waddenhausen
  • Wissentrup

Geschichte

Der Ortsname „Lage“ bezeichnet im Ursprung vermutlich ein niedriges, waldfreies, sumpfiges Areal zwischen Wäldern in der Werreaue. Diese topographische Ortsbezeichnung (früher oft mit Präposition und stets weiblichem Artikel gebraucht: „to der Lage“, nach der Lage) ging dann langsam auf die entstehende Ortschaft über.

Der Ursprung Lages in der Marktkirche

In einer Urkunde vom 1. Februar 1274 findet der Ort durch die folgende Formulierung seine erste Erwähnung: „Jordanus plebanis in Lagis “. Dadurch wird dem örtlichen Geistlichen bestätigt, dass er eine Art Leibrente erworben hat. 1274 kann von daher als Gründungsjahr des Ortes Lage gelten, wenngleich es nicht das Jahr der Stadtgründung ist. Durch den kirchlichen Bezug der Erstnennung wird deutlich, wie wesentlich die ca. 1000-jährige Marktkirche für die Entwicklung Lages ist. Ihre Gründung geht auf die Zeit vor der ersten Jahrtausendwende zurück. Damals eroberten die Franken unter Karl dem Großen das Gebiet der heidnischen Sachsen. Recht schnell kamen Bestrebungen auf, in dem heidnischen Gebiet zu missionieren. Deshalb wurde als eine Stammkirche die Marktkirche gegründet. Der Standort war gut gewählt: Direkt an einer Furt der Werre, jedoch etwa drei Meter oberhalb der Werretalaue (aus Schutz vor Hochwasser), inmitten fruchtbaren Landes, entstand das Gotteshaus. Man spricht von dieser Stelle auch von der "Keimzelle Lages". Sie war quasi der Ausgangspunkt für die Besiedlung des umliegenden Gebietes, welches heute als Lage bekannt ist. Um die Marktkirche herum entstanden nach und nach Siedlungen, zuerst durch den Pfarrhof und eine Höfegruppe.Im Laufe der Zeit kamen weitere Höfe, erste klassische Wohnhäuser (Fachwerkhäuser) und eine Mühle hinzu.

Die Entwicklung Lages vom Ort zur Stadt

Zur Zeit des Hochmittelalters erfreute sich der Ort bei einer vergleichsweise großen Zahl von Siedlern hoher Beliebtheit. Grund waren vermutlich die besonderen Privilegien der Bürger Lages, die sich durch die Erhebung des Ortes zum Weichbild erklären lassen. So verstärkte sich der Anstieg der Bevölkerungszahl weiter. Rasante Ausmaße nahm er jedoch erst zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert an: 1823 hatte die Stadt 60 % mehr Einwohner als zu Ende des vorangegangen Jahrhunderts. Die Siedlung hatte sich in diesem Zeitraum ebenfalls stark vergrößert und überschritt die mittelalterlichen Grenzen. Der Wunsch, endlich auch formal als Stadt anerkannt zu werden, verstärkte sich. Ausgehend vom Jahr 1817 gab es deshalb intensive Bemühungen, die schließlich in der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1843 mündeten.

Lage als Stadt

Im 18. und 19. Jahrhundert war Lage als Treffpunkt der lippischen Wanderziegler berühmt; das Ziegeleimuseum hat diese Geschichte zum Thema. Der Zucker spielt für die Stadt seit dem 19. Jahrhundert eine große Rolle; jährlich im Herbst fahren Rübenwagen aus dem weiteren Umland zur 1884 gegründeten Lagenser Zuckerfabrik. Nach dem Bau eines Leichtathletikstadions begriff man sich dann in den 1980er Jahren als „Stadt des Sports“; das Sportzentrum Werreanger wird vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) als Leistungsstützpunkt genutzt.

Lage als Verkehrsknotenpunkt

Bedeutsam ist Lages Funktion als Verkehrsknotenpunkt. Aus sehr alten Wegen, die an der Werrefurt aus verschiedenen Richtungen aufeinander zuliefen, wurden in der Moderne Bundesstraßen und Eisenbahnlinien. Auch der mittelalterliche Aufstieg zum Kirchort und Marktflecken, später vom Weichbild zur Ackerbürgerstadt, war seiner verkehrsgeografischen Funktion geschuldet.

Eingemeindungen

Aufgrund von § 1 des Gesetzes zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969 wird 1970 die bisherige Stadt Lage mit den Gemeinden Billinghausen, Ehrentrup, Hagen, Hardissen, Hedderhagen, Heiden, Heßloh, Hörste, Müssen, Ohrsen, Pottenhausen, Waddenhausen und Wissentrup sowie die Gemeinde Kachtenhausen (Kreis Lemgo) zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen, die in den Kreis Detmold eingegliedert wird. Die Gemeinde erhält den Namen Lage und führt die Bezeichnung „Stadt“.[3] Dabei werden Teile der bisherigen Gemeinde Kachtenhausen in die Stadt Oerlinghausen (Kreis Lemgo) und Teile der bisherigen Gemeinde Hörste in die Gemeinde Augustdorf eingegliedert.

Politik

Stadtrat

Der Lagenser Stadtrat besteht aus 38 Ratsherren und Ratsfrauen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2004
Sitze
2004
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,0 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,4 11
BBL Bürgerbewegung für Lage 10,2 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,9 3
FWG FWG Lage 6,3 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,1 2
Gesamt 100,0 38
Wahlbeteiligung in % 57,6

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

Derzeit bilden CDU, SPD und FDP eine Koalition im Stadtrat, nachdem zuvor Lage zehn Jahre von einem bürgerlichen Bündnis aus CDU, FDP und FWG regiert wurde.

Städtepartnerschaften

Religionen

In Lage gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Religionsgemeinschaften. Da Lage allerdings im protestantisch geprägten Kreis Lippe liegt, ist die Anzahl evangelischer Gemeinden vorherrschend.

Die Stadt Lage hat derzeit folgende Gemeinden:

Bemerkenswert ist die Anzahl der vielen Gemeinschaften, die sich der evangelischen Freikirche zugehörig fühlen. Dies kommt daher, dass in Lage seit Beginn der 1990er Jahre zahlreiche Spätaussiedler aus den GUS-Staaten sesshaft geworden sind, von welchen sich eine Mehrheit zu den Freikirchen bekennt.

Bildung

Die Stadt Lage als Schulträgerin unterhält zur Zeit neun Grundschulen, zwei Hauptschulen, eine Realschule, ein Gymnasium, die Albert- Schweitzer-Schule - Förderschule der Stadt Lage mit dem Förderschwerpunkt Lernen - sowie die städtische Musikschule.

Sechs Schulen bieten derzeit als offene Ganztagsschule Schülerbetreuung auch außerhalb des reinen Schulunterrichts an, weitere Schulen wollen sich dem Projekt ebenfalls anschließen.

Lage ist darüber hinaus Standort der vom Kreis Lippe als Schulträger betriebenen Irmela-Wendt-Schule für Sprachbehinderte im Ortsteil Pottenhausen.

Das außerschulische Bildungsangebot wird geprägt durch das umfangreiche Kursangebot der Musikschule der Stadt Lage und der Volkshochschule Lippe-West sowie die Kurs- und Seminarangebote weiterer öffentlicher und privater Anbieter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Museen

Musik

Naturdenkmäler

Sport

Infrastruktur und Wirtschaft

Ansässige Unternehmen

Die Zuckerfabrik in Lage wurde 1883 gegründet. Sie ist in Besitz der Firma Pfeifer & Langen. Damit ist die Zuckerfabrik eines der ältesten Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe überhaupt. Die Fabrik stellt Raffinade und Weißzucker her, der von Großabnehmern wie Coca-Cola abgenommen wird. Ohne Kampagnekräfte hat sie 70 Mitarbeiter und verarbeitet pro Tag 7.500 t Rüben. Ein weiteres großes Unternehmen ist die Konservenfabrik Lubella, die ihren Sitz im Stadtteil Ehrentrup hat und Grünkohl in Konserven vertreibt.

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof Lage(Lippe) liegt an der Bahnstrecke Herford–Altenbeken (KBS 405), die sich hier mit der Begatalbahn (KBS 404) kreuzt. Diese Lage spielte für die Stadt bis in die 1970er Jahre eine große wirtschaftliche Rolle, was sich unter anderem in dem für die kleine Stadt ungewöhnlich großen Bahnhofsgelände widerspiegelt. Mit dem allgemeinen Rückgang des Schienen-Güterverkehrs verlor die Stadt diese Rolle. Im Personennahverkehr verkehren

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Westfalenbahn mit Elektro-Triebwagen des Typs Flirt sowie von der Eurobahn und der NordWestBahn mit Talent-Diesel-Triebwagen.

Busverkehr

Es bestehen regelmässige Regionalbusverbindungen nach Lemgo, Detmold, Bad Salzuflen und Oerlinghausen.
Eine Stadtbuslinie (Linie 951) verkehrt im Stundentakt. Sie wird vom Busunternehmen "Wellhausen GmbH & Co KG" betrieben.

Die Stadt liegt im Tarifbereich des regionalen „Sechser-Tarifs“ (Verkehrsverbund OstWestfalenLippe), außerdem gilt der landesweite NRW-Tarif.

Straßenverkehr

Die "verkehrsgünstige" Lage am Kreuzungspunkt der B239 und B66 bringt für die Stadt neben der guten Erreichbarkeit auch eine hohe Verkehrsdichte.

Fahrradverkehr

Das Stadtgebiet wird von den RadfernwegenWellness-Radroute“, „BahnRadRoute Weser-Lippe“ und „BahnRadRoute Hellweg-Weser“ durchkreuzt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Fußnoten

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Hauptsatzung der Stadt Lage vom 16. Dezember 1998 in der Fassung der 6. Änderungssatzung vom 29. März 2007
  3. Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969