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Toyota Camry

Der Toyota Camry ist ein PKW der oberen Mittelklasse von Toyota. Er löste in der Mittelklasse 1983 den Toyota Cressida ab, dessen Import nach Deutschland zum Jahresende 1984 eingestellt wurde. Der Name Camry gibt die englische Aussprache des japanischen Wortes "kan-muri" wieder und bedeutet "Krone". Toyota vollzog mit diesem Modell den Wechsel vom Heck- zum Frontantrieb in der Mittelklasse. In Deutschland konnte diese Modellreihe keine großen Erfolge verzeichnen, während sie in Amerika zum Verkaufsbestseller wurde. Nach fünf Modellgenerationen wurde der Import nach Europa bzw. Deutschland aufgrund der schwachen Verkaufszahlen und der Nähe zum Toyota Avensis sowie zum Lexus GS 300 2004 eingestellt.

Der Camry war von 1983 bis 2004 als 4-türige Limousine erhältlich. Die erste Generation wurde auch als Schrägheckversion (Liftback) verkauft, die zweite und dritte Generation wurde zusätzlich als Kombi angeboten.

In Amerika diente der Camry als Basis für den Lexus ES 300 und in Japan als Basis für den Toyota Windom.

Inhaltsverzeichnis

Toyota Camry 1982-1986

In der japanischen Toyota-Fabrik in Tsutsumi lief 1980 das erste als Toyota-Flaggschiff bezeichnete Camry-Modell vom Stapel. Dieses Fahrzeug war als Nachfolger für den Toyota Corona Mark II 2000 und den Toyota Cressida 2000 konzipiert. Der Wagen wurde unter der Bezeichnung Toyota Celica Camry angeboten und war heckangetrieben. Er ähnelte dem Toyota Carina. In der Kraftfahrzeugliteratur gibt es unterschiedliche Ansichten, ob der Toyota Celica Camry bereits als erste Modellgeneration des Toyota Camry anzusehen ist.

Erst im Jahr 1983 wurde der Toyota Camry als eigenständige Modellreihe mit quereingebautem Motor und Frontantrieb herausgebracht.

In Deutschland wurde das Fahrzeug als 4-türige Limousine und als 5-türiges Schräckheckfahrzeug (sog. Liftback) angeboten. Die Karosserieform folgte dem Zeitgeschmack der 1980er Jahre und kann als eckig bzw. kastenförmig bezeichnet werden. Die Motorisierung bestand aus einem 4-Zylinder-OHC-Reihenmotor mit einem Hubraum von 1832 cm³ und einer Leistung von 66 kW (90 PS). Die Abmessungen des Fahrzeuges betrugen 4415 mm Länge, 1690 mm Breite und 1395 mm Höhe (Liftback 1370 mm) bei einem Leergewicht von 1035 (Limousine) bzw. 1055 kg (Liftback). Ab Sommer 1984 wurden auch GLi-Modelle mit Zweiliter-Motor angeboten.

Toyota Camry 1987-1991

Der Camry der 2. Generation führte die werksinternen Bezeichnungen CV20, SV 21, VZV 21.

Der Wagen erschien Ende 1986 für das Modelljahr 1987. Der Camry wurde wieder als 4-türige Limousine und erstmalig als Kombi angeboten, die Schrägheck-Variante (Liftback) stand nicht mehr zur Verfügung. Die Karosserieform war gegenüber dem Camry der 1. Generation geglätteter und etwas rundlicher. Der Luftwiderstandsbeiwert erreichte die Größe 0,35.

Die Limousine hatte eine Länge von 4500 mm, Breite von 1712 mm und eine Höhe von 1365 mm, der Kombi hatte die Abmessungen 4625 mm / 1712 mm / 1375 mm.

Der Wagen wurde als GLi mit Katalysator, 1984 cm³ Hubraum und 89 kW (121 PS), XL Turbo-Diesel mit 1981 cm³ Hubraum und 62 kW (84 PS) sowie als V6 Gxi Kat mit 2490 cm³ Hubraum und 118 kW (161 PS) angeboten.

In Amerika war auch dieser Camry wieder sehr erfolgreich. In Deutschland konnten lediglich ca. 3000 Fahrzeuge dieser Modellgeneration abgesetzt werden, davon ca. 60 % in der Kombiversion.

In den USA diente der Camry als Basis für den Lexus ES 250.

Toyota Camry 1992-1996

Der komplett neu entwickelte Camry der 3. Generation wurde im August 1991 vorgestellt, Verkaufsstart war Ende September 1991. Die Modellreihe lief unter der werksinternen Bezeichnung SXV10 bzw. VCV10. Aufgrund gegenüber dem Vorgängermodell vergrößerter Außenabmessungen stand auch im Innenraum mehr Platz zur Verfügung. Die viertürige Limousine hatte eine Länge von 4725 mm, Breite von 1770  mm und eine Höhe von 1415 mm. Das Leergewicht betrug je nach Ausstattung 1355 bis 1415 kg. Der Camry wurde in den Versionen 2,2 GL und als V6 GX angeboten. Die gänzlich neue Karosserie war runder und stromlinienförmiger als der Camry der 2. Generation. Das Kofferraumvolumen betrug 517 Liter. Der Luftwiderstandsbeiwert wurde mit 0,31 angegeben. Die Karosserieform ähnelte den Lexus-Modellen. Die Ausstattung war im Vergleich zur deutschen Konkurrenz bereits ab Werk sehr reichhaltig. Die Heckscheibe des Kombi mit zwei Scheibenwischern gilt bis heute als einzigartig. Als erstes Fahrzeug der oberen Mittelklasse verfügte der Wagen serienmäßig über einen Airbag, zusätzlich beinhaltete der PKW ab Werk ein elektronisches Vier-Sensoren-Antiblockiersysten ABS sowie einen Seitenaufprallschutz in den Türen.

Die neuen Motoren (5S-FE mit 2164 cm³ und 136 PS bzw. 3VZ-FE mit 2958 cm³ (V6) und 188 PS) hatten einen größeren Hubraum mit mehr Elastizität und mehr Leistung. Eine Dieselvariante wurde nicht mehr angeboten.

Die in Amerika produzierte Kombiversion wurde in Deutschland ab Juni 1992 ausgeliefert. Wahlweise war für den Kombi auch eine dritte Sitzreihe erhältlich. Ungewöhnlich waren die beiden Heckscheibenwischer.

Toyota Camry 1996-2001

Er war eine Weiterentwicklung des von 1991 bis 1996 angebotenen Camry der dritten Generation. Dieses Fahrzeug wurde im Gegensatz zu Japan nicht mehr als Kombi angeboten. Dort wurde der Kombi als Toyota Camry Gracia bezeichnet. Ein identisches Modell der Limousine wurde in Japan auch als Daihatsu Altis angeboten. In Amerika wurde darüber hinaus ein Coupe unter dem Namen Toyota Camry Solara produziert sowie der Lexus ES.

Die vormals rundliche Karosserieform wich einem eckigeren, keilförmigen Design. Der Luftwiderstandsbeiwert wurde wieder mit dem Wert 0,31 angegeben. Der im V6-Vorgängermodell verbaute 3VZ-FE-Motor wurde durch den Motortyp 1MZ-FE mit leicht erhöhtem Hubraum (2995 statt 2958cm³) ersetzt, welcher nunmehr 140 kW statt 138 kW (190 PS statt 188 PS) leistete. Der 2,2l-Vierzylindermotor 5S-FE wurde mit geringfügig reduzierter Leistung 96 kW statt zuvor 100 kW (131 PS statt zuvor 136 PS) angeboten, erreichte nun aber wie der V6 die Abgasnorm Euro2. Ein verlängerter Radstand führte zu mehr Beinfreiheit im Innenraum, Breite und Höhe wuchsen geringfügig. Die Ausstattung wurde verbessert. Im Innenraum wurden weichere Materialien verwandt. Serienmäßig war in allen Modellen eine Klimaautomatik, auch ein Beifahrerairbag war nun vorhanden. Für den Radioeinbau war ein Doppel-DIN-Schacht vorhanden, in welchen werksseiteig wahlweise ein DIN-Radio und ein Platzhalter oder ein DIN-Radio und ein darunterliegender CD-Player, ebenfalls im DIN-Format, verbaut wurden. In die Vordersitzlehnen integrierte Seitenairbags wurden ab ca. 07/1998 standardmäßig verbaut.

Zur IAA 1997 kam ein sportlich orientiertes S-Modell auf den Markt. Dieses unterschied sich durch ein um 3 Zentimeter tiefergelegtes Fahrwerk, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Niederquerschnittsbereifung, Front- und Heckschürzen sowie einen Sportgrill. Die Innenausstattung des S-Modells entsprach jedoch den Standardmodellen.

Im Frühjahr 2000 wurde ein Facelift durchgeführt: die Frontscheinwerfer (jetzt unter Klarglas) und die Heckleuchten wurden vergrößert, Stoßfänger und Grill wurden geringfügig modifiziert, in Verbindung mit der V6-Motorisierung war nun eine Antriebsschlupfregelung serienmäßig und bei der 2.2 Motorisierung der Tempomat. Die Leistung des V6 wurde leicht auf 135 kW/184 PS, die des 2,2-Liter Vierzylinders auf 93kW/126PS reduziert, dafür erreichten die Modelle nunmehr die Euro3-Abgasnorm.

Diesen Camry gab es in 2 verschiedenen Motorvarianten:

Der V6 war nur mit Automatikgetriebe erhältlich (4-Gang), die 4-Zylinder-Version wurde wahlweise mit manuell zu schaltendem 5-Gang-Getriebe oder mit Automatikgetriebe angeboten. Bei beiden Varianten handelte es sich um ein und das selbe Automatikgetriebe, das jeweils unterschiedlich auf die Motoren abgestimmt worden ist.

Technische Daten

Toyota Camry 2001-2006

Der Camry der 5. Generation wurde der Öffentlichkeit im Herbst 2001 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main vorgestellt. Die Karosserie des neuen Camry hatte wiederum eine ausgeprägte Keilform mit flacher C-Säule und dem “Familiengesicht” der anderen Toyota Modelle. Der Luftwiderstandsbeiwert konnte durch die strömungsgünstige Karosserie auf den Wert 0,28 gesenkt werden. Die neue Plattform, die einen 50 Millimeter längeren Radstand ermöglichte, bedeutete auch mehr Platz im Innenraum. Die Beinfreiheit im Innenraum wuchs um 40 Millimeter vorn und hinten. Die Kopf- und Schulterfreiheit wuchs um 20 Millimeter. Die Außenabmessungen stiegen um in der Länge um 15 Millimeter, in der Breite um 10 Millimeter und 70 Millimeter in der Höhe. Das Kofferraum-Volumen wuchs auf 587 Liter.

Der Fahrkomfort wurde unter anderem durch längere Federwege an den optimierten Radaufhängungen und durch eine konsequente Geräuschdämmung verbessert. Die Servolenkung wurde direkter abgestimmt. Für die Deutschland-Version gab es 16-Zoll-Leichtmetall-Räder mit einer großen und leistungsfähige Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheiben vorn. Während Toyota für andere Länder auch eine Version mit 15-Zoll-Rädern fertigte, kamen für europäische Straßenverhältnisse nur speziell abgestimmte Camry-Modelle mit 16-Zoll-Leichtmetall-Rädern und größerer Bremsanlage nach Deutschland.

Als Motorisierung stand der Leichtmetall-V6 mit 2995 cm³ Hubraum, elektronisch gesteuerter Drosselklappe (E-Gas), der elektronisch gesteuerten Viergang-Automatik (4ECT-i), der serienmäßigen Traktionskontrolle (TRC) und der Stabilitätskontrolle (VSC). Der 24-Ventiler leistete 137 kW (186 PS) bei 5300 U/min. Er beschleunigt in 9,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 225 km/h angegeben; das Drehmoment betrug 273 Newtonmeter.

Die Basis-Motorisierung des Camrys in Deutschland war ein 2,4-Liter-Reihenvierzylindermotor (2362 cm³ Hubraum), der den bisher eingesetzten 2,2-Liter-Motor ablöste. Er basierte auf dem speziell abgestimmten Triebwerk des Toyota Previa. Der Vierventiler hatte zwei oben liegenden Nockenwellen und variable Steuerzeiten (VVT-i) sowie ein elektronisches Gaspedal. Die Leistung wurde mit 112 kW (152 PS) und das maximale Drehmoment von 218 Newtonmeter angegeben. Das Getriebe wurde manuell mit 5-Gang geschaltet. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 210 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 9,4 Sekunden. Optional war auch eine Version mit Viergang-Automatik erhältlich.

Die Sicherheitsausstattung wurde gegenüber dem Vorgängermodell erheblich verbessert.

Der Export dieser Modellgeneration nach Deutschland bzw. Europa wurde 2004 eingestellt. In Japan und in den USA war er jedoch noch bis Ende 2006 erhältlich.

Toyota Camry seit 2006

Der aktuelle Toyota Camry wird in Europa nicht mehr angeboten. Auf dem amerikanischen Markt ist dieser Wagen weiterhin eines der meistverkauften Fahrzeuge. Der Toyota Camry wird nicht mehr in Asien produziert, sondern in Georgetown, Kentucky (USA). Das neue Modell ist nach dem Toyota Prius der zweite Toyota (abgesehen von den Lexus-Modellen), der auch mit Hybridantrieb erhältlich ist.

Der Toyota Camry Hybrid wird von der Kombination aus einem 2,4 Liter großen Vierzylinder und einem Elektroantrieb angetrieben. Die Gesamtleistung wird mit 140 kW (187 PS) angegeben. Der Camry wird in den USA auch als SE-Modell mit einem neuen 3,5 Liter großen Sechszylindermotor und 197 kW (268 PS) angeboten. Neu ist im Camry-V6 auch eine Sechsgang-Automatik, die die ältere Fünfstufenversion bei den Vierzylinderversionen ablöst. Das neue Getriebe soll leiser, schneller und effizienter arbeiten.

Die neue Version des Camry soll auf die Konsumenten sportlicher und eleganter wirken. Neben der kompletten Sicherheitsausstattung mit ABS, ESP (nur optional) und sieben Airbags verfügt der Camry des Modelljahres 2007 auch über Satellitenradio, DVD-Navigation, Xenonlicht, LED-Rückleuchten und Bluetooth-Technologie.

Das Basismodell Toyota Camry mit dem Vierzylindermotor hat 2,4 Liter Hubraum und eine Leistung von 108 kW (147 PS).

Literatur

 Commons: Toyota Camry – Bilder, Videos und Audiodateien