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Radio-Feature

Das Radio-Feature [ˈfiːtʃə(ɹ)] (früher auch Rundfunk-Feature genannt) ist ein non-fiktionales Hörfunk-Genre, das sich nach 1945 neben dem Hörspiel in den Kulturprogrammen des Hörfunks verschiedener europäischer Länder etabliert hat. Ein Radio-Feature verbindet unter anderem Elemente von Hörspiel, Dokumentation und Reportage. Als eigenständiges Genre wurde es Ende der 1930er-Jahre zuerst im Vereinigten Königreich populär.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Abgrenzung des Features zu verwandten Funkformen wie Hörspiel, Reportage und Bericht ist nicht eindeutig. Vereinfacht lässt sich sagen, dass sich das Feature zum Hörspiel wie der Dokumentar- zum Spielfilm verhält. Während beim Feature in der Regel der dokumentarische Charakter überwiegt, orientiert sich das Hörspiel stärker an fiktionalen Texten.

Von der Reportage und dem Bericht übernimmt das Feature Elemente, ohne sich formal festzulegen. Die am häufigsten zitierte Definition stammt von Alfred Andersch. 1953, in seiner Zeit als Leiter des Abendstudios des Hessischen Rundfunks, charakterisierte er das Feature als „Montage-Kunst par excellence“.

Geschichte

1937 wurde bei der BBC die Experimental Hour eingeführt. Formal nicht gebunden, überwogen vom Inhalt her Sendungen mit dokumentarischem Charakter. Es bildete sich eine neue Präsentationsform heraus, für die sich ab 1939 der Ausdruck „Feature“ einbürgerte. Nach Ende des 2. Weltkriegs kam mit der britischen Besatzungsmacht auch die neue Sendegattung nach Deutschland.

Axel Eggebrecht legte im November 1945 per Aushang im Talks and Feature Dpt. des NWDR (Vorgänger von WDR und NDR) in zehn Punkten fest, was Autoren und Redakteure „Über Hörfolgen (Features)“ wissen sollten. Von Eggebrecht stammt auch das erste deutschsprachige Radio-Feature Was wäre, wenn ... Ein Rückblick auf die Zukunft der Welt, das am 9. März 1947 urgesendet wurde.[1] Eggebrecht, Peter von Zahn, Ernst Schnabel und Alfred Andersch sind die vier wichtigsten Feature-Autoren der frühen Nachkriegsjahre.

1954 übernahm der SFB (heute RBB) das Berliner NWDR-Studio. Ab Ende der 1960er-Jahre wurde hier von Peter Leonhard Braun das „geschriebene“ Feature zum „akustischen Feature“ weiterentwickelt. Das Stereoverfahren und die Arbeit mit Originaltonaufnahmen (O-Ton-Feature) haben diese Entwicklung entscheidend geprägt.

Während das Feature in Westdeutschland seit 1945 zum festen Bestandteil des Radioprogramms zählt, bevorzugte man im Rundfunk der DDR anfangs den Ausdruck „Funkdokumentation“ (Georg Dannenberg). Erst im Januar 1963 wurde in Berlin (Ost) eine eigene Feature-Abteilung gegründet, die bis zur Abwicklung der ehemaligen DDR-Sender im Dezember 1991 bestand.

Heute werden in allen neun Rundfunkanstalten der ARD und den beiden nationalen Hörfunkprogrammen des Deutschlandradios Features produziert, die teilweise auch als Hörbücher im Handel erhältlich sind.

Literatur

Siehe auch

Quellen

  1. Patrick Conley: „60 Jahre Radio-Feature“. (Feature-Portal, November 2007)