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Bobingen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 48° 16′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 521 m ü. NN
Fläche: 50,45 km²
Einwohner: 16.810 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 333 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86399
Vorwahl: 08234
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 125
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
86399 Bobingen
Webpräsenz:
www.stadt-bobingen.de
Bürgermeister: Bernd Müller (SPD)

Bobingen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Sie liegt ca. 10 km südlich von Augsburg an den Flüssen Wertach und Singold und grenzt an den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ortsname „Bobingen“ geht auf den alemannischen Siedler „Pobo“ (um 506) zurück. Um 993 hieß Bobingen „Pobinga“ („bei den Leuten des Pobo“). Etwa 993 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Bobingens in der Vita S. Udalrici. Bobingen im heutigen Bezirk Schwaben war später Pflegamt des Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1847 erfolgte der Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn (Lindau - Hof). 1899 kam es zur Gründung der Kunstseidefabrik (Produktionsbeginn 1902). 1953 erfolgte die Markterhebung, 1969 die Stadterhebung Bobingens. 1972 Eingemeindung der Gemeinden Straßberg, Reinhartshausen und Burgwalden.

Bobingen gehört jetzt dem Landkreis Augsburg an. 1975 Eingemeindung der Gemeinden Waldberg und Kreuzanger. 1993 Fertigstellung der Stadthalle (Singoldhalle). 1994 1.000-Jahr-Feier mit 25-jährigem Stadtjubiläum. 2004 Fertigstellung der Erweiterung und Sanierung des städtischen Krankenhauses. 2005 Bauliche Verschönerung des Stadtzentrums.

Bobinger Büble-Sage

Es gibt mehrere Fassungen dieser Geschichte vom „Bobinger Büble“. In einer zweiten, späteren Fassung endet sie sogar mit der Verhaftung und Hinrichtung der Sagenfiguren.

Dies kann jedoch historisch nicht richtig sein, da es in Bobingen keinen Galgen gab und demnach keine Hinrichtungen vorgenommen wurden. Die Hinrichtungsstätte der hochstiftischen Hochgerichtsbarkeit hatte ihren Standort in Schwabmünchen.

Die folgende Sage ist die früheste Fassung nach Alexander Schöppners „Bayerische Sagen“:

Drei Stunden südlich von Augsburg, an der sogenannten Hochstraße, liegt das große und schöne Dorf Bobingen. Da ist es aber nicht gut zu fragen: „Wo geht's Bobingen zu?“, und gar manche haben darob blutige Köpfe davongetragen: zum mindesten wird einer mit Schimpf und Spott und den lästerlichsten Reden traktiert, er mag nur fragen, wen immer er will. Dies kommt nun daher: Es war einmal vor langer Zeit ein Bursche von Bobingen zu Gericht belangt. Der Beklagte wandte sich an einen Advokaten in Augsburg, der im Ruf stand, dass er alles „durchfechten“ könne. Dieser gab ihm den Rat, sich vor Gericht blödsinnig zu stellen, und auf jede an ihn gerichtete Frage die Antwort „Bobingen zu“ zu geben, und dabei mit der rechten Hand unter der Nase von der rechten nach der linken Seite zu zeigen. Er tat genau, wie ihm geraten war und wurde, da weder ein Geständnis noch etwas anderes aus ihm herauszubringen war, vom Gericht entlassen. Nach einiger Zeit kam er Geschäfte halber in die Stadt und begegnete dem Advokaten, der ihn neugierig um den Ausgang des Verfahrens fragte. Nachdem er vom glücklichen Erfolg gehört hatte, sagte er: „Nun ist's aber an dir, mich für diesen Rat zu belohnen; ich verlange für meine Bemühung zwei Karolin.“

Der Bursche aber warf dem Verblüfften ein „Bobingen zu“ hin, bog um das Straßeneck und lässt seit der Zeit den Advokaten auf seinen Lohn warten.

Stadtgliederung

* Kernstadt mit Bobingen-Siedlung (14.352 Einwohner)
Stadtteil Straßberg (1.202 EW)
* Burgwalden (79 EW)
Reinhartshausen (579 EW)
Waldberg (431 EW)
Kreuzanger (167 EW)

Politik

Bürgermeister ist seit 1996 Bernd Müller (SPD).

Sitzverteilung im 24 köpfigen Stadtrat (Stand Kommunalwahl 2002):

Wappen

Wappenbeschreibung: In Blau eine silberne Spitze, darin ein schwarzes Hufeisen.

Wappengeschichte: Die Bedeutung des Hufeisens im Gemeindewappen ist nicht eindeutig geklärt. Das Hufeisen könnte zum einen an eine früher im Gemeindegebiet intensiv betriebene Pferdezucht erinnern. Andere sehen in seiner Darstellung einen Hinweis auf die häufigen Hufeisenfunde, die als sogenannte "Ungarneisen" von der Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld 955 gedeutet werden. Ein Siegel aus der Zeit um 1815 mit einem Hufeisen im Schild stammt von einem Ortszeichen, das Ortschaften entlang der sogenannten Hochstraße auf Wunsch des damaligen Fürstbischofs Clemens Wenzeslaus von Augsburg (1739 bis 1812) annahmen, um Grenzsteine, Grenzpfähle oder Weidesäulen zu kennzeichnen. Seit der Verleihung des Hoheitszeichen durch König Ludwig I. 1837 trägt das Gemeindewappen die bayerischen Landesfarben belegt mit dem schwarzen Hufeisen. Bobingen ist seit 1953 Markt und seit 1969 Stadt.

Städtepartnerschaft

Seit 1969 besteht eine Städtepartnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Aniche

Wirtschaft

Das Industriepark Werk Bobingen (IWB) beherbergt 17 Firmen (Stand 2005) auf ca. 80 Hektar mit 1650 Arbeitsplätzen.

Bildung

Schulen

Krankenhaus

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Sonstige Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Persönlichkeiten

Literatur