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Personal Computer Memory Card International Association

Die 1990 gegründete Personal Computer Memory Card International Association (PCMCIA) ist Namensgeber eines Standards für Erweiterungskarten mobiler Computer. Diese Karten sind unter den Namen PCMCIA-Karte oder PCCard bekannt.

PCMCIA-Karten arbeiten stromsparend und unterstützen Hot-Plug, sind also im laufenden Betrieb wechselbar. Da alle zur automatischen Konfiguration des Treibers nötigen Eigenschaften der Karte auf dieser in der Card Information Structure (CIS) abgelegt sind, ist ebenfalls Plug and Play möglich.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Der erste vom Standardisierungsgremium erarbeitete Standard (PCMCIA Standard Release 1.0) war auf die Nutzung von PCMCIA-Karten als Speichererweiterungen ausgerichtet und wurde 1990 verabschiedet. Schon 1991 wurde jedoch Release 2.0 der Spezifikation veröffentlicht, die nun auch Protokolle für die Nutzung der PCMCIA-Karte als mobiler Datenspeicher und zur Bereitstellung von Kommunikations-Schnittstellen enthielt. Im Jahr 1993 schließlich wurden die Spezifikationen für Release 2.1 nochmals überarbeitet.


Mit der Einführung des Cardbus-Standards (PC Card Standard 5.0) 1995 wurden PCMCIA-Karten erstmals offiziell als PC-Karte (engl.: PC Card) bezeichnet. Inzwischen hat sich der Begriff PC Card schon allein wegen der im Gegensatz zur Abkürzung PCMCIA einfacheren Vermarktung durchgesetzt.

Der PCMCIA-Standard hat damit bis jetzt drei verschiedene Unterstandards definiert:

  1. PCCard16: 8- bzw. 16-Bit-Datenbus. Die mit diesem Kartentyp erzielbaren Datenraten entsprechen etwa der von 16-Bit-ISA-Karten (etwa 16 Mbit/s). Diese Karten können mit 5 oder 3,3 Volt betrieben werden.
  2. Cardbus: 32-Bit-Datenbus. Gegenüber PCCard16 besitzen sie einen zusätzlichen, meist goldenen Kontaktstreifen auf der Oberseite. Das Protokoll von Cardbus-Karten ist an PCI angelehnt, der Bustakt liegt bei 33 MHz und ist damit mit PCI-Karten vergleichbar (max. 132 Mbyte/s). Cardbus-Karten werden stets mit 3,3 Volt betrieben. Sie erlauben Busmastering, was die Prozessor-Belastung während der Datenübertragung verringert.
  3. CardBay: eine Erweiterung der PCMCIA-Spezifikation aus dem Jahr 2001. Man wollte eine Kompatibilität mit USB und IEEE 1394 herstellen, aber das Vorhaben wurde nicht vollständig umgesetzt. Stattdessen wurde die Entwicklung der ExpressCard verstärkt. Es gibt nur wenige Notebooks (mit Controllern von TI oder O2Micro), die CardBay unterstützen.

Bauform

Es existieren drei verschiedene Bauformen, die alle 85,6 mm x 54,0 mm messen, sich aber in ihrer Dicke unterscheiden:

Kompatibilität

Die Technik ist voll abwärtskompatibel. Slots für Cardbus-Karten können also auch 16-Bit-Karten betreiben, aber nicht umgekehrt. Typ-II-Slots nehmen auch Typ-I-, aber keine Typ-III-Karten auf. Die für eine Karte erforderliche Spannung ist über eine Aussparung an der rechten Seite der Stirnseite codiert. So wird verhindert, dass man 3,3-Volt-Karten in Slots betreibt, die nur 5 Volt liefern. In Slots, die für 3,3-Volt-Karten geeignet sind, könnten auch 5-Volt-Karten gesteckt werden, aber der Kartentreiber wird die Spannung nicht zuschalten. Einige Karten können an 5-Volt- und 3,3-Volt-Slots - also mit beiden Spannungen - betrieben werden.

Über einen geeigneten Adapter können PCCard16 auch in einem CompactFlash-Slot verwendet werden. Es gibt momentan keine Möglichkeit eine Cardbus-Karte in einem üblichen PDA zu verwenden. Es gibt aber einige wenige PDAs mit PCCard-Schnittstelle. Notebooks ab Herstellungsjahr 1999 sind in der Regel mit Cardbus-Slots ausgestattet.

PC-Card und der Nachfolger ExpressCard

Als Nachfolger der PCCard32 wurde von der PCMCIA, unter dem Codenamen NEWCARD, die ExpressCard entwickelt.

Diese gibt es als ExpressCard/34 (34 × 75 mm, 5 mm dick) sowie ExpressCard/54 (54 × 75 mm, 5 mm dick), der Anschluss entspricht der ExpressCard/34, dadurch hat dieses Modell eine L-Form).

Eine ExpressCard/34 ist damit fast um die Hälfte kleiner als eine PCMCIA-Karte der vergangenen Generation. Die ExpressCard kann sowohl als USB 2.0- als auch als PCI Express-1x-Schnittstelle (1 Lane) eingesetzt werden. Mit einer maximalen Datenrate von ca. 500 MBit/s (250 MBit/s Duplex) ist sie fast vier mal schneller als eine PCCard32.

ExpressCards sind nicht abwärtskompatibel zu normalen PCMCIA-Karten. Es ist also nicht möglich, solche Karten ohne weiteres in herkömmlichen CardBus-Slots oder vorhandene PCMCIA- bzw. CardBus-Karten in einem ExpressCard-Slot zu betreiben.

Es gibt aber einen Bridging-Adapter von ExpressCard auf PCMCIA Card (Man kann PCMCIA Cards unter Zuhilfenahme dieses Adapters an einem ExpressCard-Slot verwenden).[1]

Ebenso gibt es – unter anderem von verschiedenen Mobilfunkprovidern[2] – Adapter, um Datenkarten im ExpressCard/34 Format UND mit USB-Interface in einem PCCard-Slot zu betreiben. Diese enthalten einen Interfacekonverter. Karten mit nativem PCI-Express-Interface (etwa Gigabit Ethernet, eSATA, FireWire) werden von solchen Adaptern nicht unterstutzt.[3]

Name

Der PCMCIA-Standard wird häufig als Beispiel für abschreckende, nicht selbsterklärende Bezeichnungen im Computer-Bereich genannt. Andrew Grove (ehemals CEO von Intel) sagte einmal: "People Can't Memorize Computer Industry Acronyms" (etwa: Niemand kann sich die Akronyme der Computer-Industrie merken); dieses Zitat fand seinen festen Platz im Sprachschatz von Computerspezialisten.

Beispiele

Referenzen

  1. Duel Systems - Adapters
  2. T-Mobile web-n-walk ExpressCard III
  3. Duel Systems