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Radetzkymarsch

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Radetzkymarsch (Begriffsklärung) aufgeführt.

Radetzkymarsch (Armeemarsch II, 145) heißt ein von Johann Strauß (Vater) zu Ehren von Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz komponierter Marsch. Die Uraufführung fand am 31. August 1848 am Wasserglacis in Wien statt.

Das berühmte Thema des Marsches (Opus 228) verwendete Strauß bereits in der „Jubel-Quadrille. Die hohe Popularität des Marsches und seine für Österreich-Ungarn geradezu symbolische Bedeutung führte auch dazu, dass auf seinen markanten Rhythmus (datadám datadám datadám damdám = drei Anapäste, ein Jambus) viele verdeckt oder offen spöttische Untertexte umliefen (z.B. Wenn der Mút in der Brúst seine Spánnkraft übt oder Wenn der Móps mit der Wúrst übern Rínnstein spríngt).

Für das Trio verwendete Strauß eine ältere Volksmelodie im Dreivierteltakt, genannt „Alter Tanz aus Wien“ oder „Tinerl-Lied“ (benannt nach einer damals populären Sängerin und Dudlerin). Als Radetzky nach der siegreichen Schlacht bei Custozza nach Wien zurückkehrte, sangen seine Soldaten auf der Straße dieses populäre Lied. Angeblich hörte Strauß diesen Soldatengesang und baute ihn, allerdings im Marschtakt, aber melodisch kaum verändert, in den Radetzkymarsch ein.

Mit dem Radetzkymarsch wird traditionell das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beendet. Die dabei gespielte Version ist nicht mit der Urfassung identisch, sondern es handelt sich um eine Konzertversion mit einer reichhaltigeren Instrumentierung. Die Urversion wurde im Neujahrskonzert 2001 der bekannteren Fassung gegenübergestellt: Dirigent Nikolaus Harnoncourt eröffnete mit der puristischen Urfassung das Konzert und beendete es in traditioneller Weise mit der Konzertfassung.

Eine Ausnahme gab es 2005 – da entfiel diese traditionelle Zugabe aus Respekt vor den Opfern der großen Tsunami-Katastrophe in Südostasien.


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