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Nachbrenner

Dieser Artikel beschäftigt sich mit Triebwerktechnik. Für den Begriff aus der Funktechnik siehe Brenner (Funktechnik)

Ein Nachbrenner ist eine Zusatzeinrichtung eines Turbinenstrahltriebwerks, die benutzt werden kann, um durch die Verbrennung von hinter der Turbine eingespritztem Treibstoff den Schub des Triebwerks zu erhöhen.

Dies wird erreicht, indem Kraftstoff direkt in den Abgasstrahl des Triebwerks eingespritzt wird. Da ein Turbinenstrahltriebwerk aus thermischen Gründen nur einen Teil des zugeführten Sauerstoffs verbraucht, verbrennt der eingespritzte Kraftstoff im Strahlrohr hinter der Turbine, die heißen Gase werden dann durch die verstellbare Triebwerksdüse nach außen geleitet und erzeugen dadurch Schub. Da der Kraftstoffverbrauch bei Nachbrennerbetrieb bis zum Faktor 10 über dem normalen Verbrauch des Triebwerks liegt, wird er nur in besonderen Situationen zugeschaltet, wenn kurzfristig mehr Schub benötigt wird. Die meisten Überschallflugzeuge sind auf Nachbrenner angewiesen, um im Horizontalflug höhere Geschwindigkeiten als Mach 1 zu erreichen. Die Fähigkeit zum Überschallflug ohne Nachbrennereinsatz bezeichnet man als Supercruise.

Nachbrenner werden fast ausschließlich bei militärischen Flugzeugtypen eingesetzt. Zwei der wenigen zivilen Flugzeuge mit Nachbrenner waren die Tupolew Tu-144 und die Concorde.

Wird bei einem Turbofantriebwerk zuerst der heiße Abgasstrahl mit dem kalten Mantelstrom vermischt und dann in den Nachbrenner geleitet, nennt man diese Art des Nachbrenners Augmentor.

Literatur