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Das Kapital

Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, eines der Hauptwerke von Karl Marx, ist eine Analyse und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft mit weitreichenden Wirkungen in der Arbeiterbewegung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Nach Jahrzehnten ökonomischer Studien und diversen Vorarbeiten (v. a. Zur Kritik der Politischen Ökonomie, 1859) erschien 1867 der erste Band: Der Produktionsprozess des Kapitals. Friedrich Engels stellte nach Marx’ Tod 1883 aus dessen Manuskripten zwei weitere Bände zusammen und veröffentlichte diese als Band II: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals 1885, und Band III: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion 1895.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Schon der Titel Das Kapital macht klar, dass Marx eine bestimmte Gesellschaft analysiert, in seinem Werk den Kapitalismus mit seinen Besonderheiten behandelt. Entgegen verbreiteten Fehlinterpretationen geht es im Kapital also nicht um "Gesellschaft schlechthin" oder "das menschliche Wirtschaften".

Die „Kritik der politischen Ökonomie – so der Untertitel des Werkes – steht für die grundsätzliche Kritik sowohl der kapitalistischen Produktionsweise, wie auch der durchgesetzten bürgerlichen Theorie von derselben (Wirtschaftswissenschaften, besonders Volkswirtschaftslehre).

Diese Kritik legt dar, dass es sich bei Gesellschaften mit kapitalistischer Produktionsweise um Klassengesellschaften handelt, in denen sich das Privateigentum an den Produktionsmitteln durch die Indienstnahme von Lohnarbeit vermehrt. So akkumuliert sich der Reichtum in Form von Kapital, während seine Produzenten dauerhaft von ihm ausgeschlossen werden: Beteiligt am Reichtum sind laut Marx die Arbeiter nur insoweit, wie die Benutzung ihrer Arbeitskraft ihre Entlohnung notwendig macht.

Zweitens richtet sich die Kritik gegen die politische Herrschaft, die ihre Gewalt ganz in den Dienst des Kapitals stellt, die Abhängigkeit der arbeitenden Klasse vom Privateigentum rechtlich absichert.

Marx legt dar, dass diese von Menschen gemachte Verhältnisse sind. Dennoch wirken sie hinter dem Rücken der Gesellschaftsmitglieder, erscheinen ihnen als den Dingen innewohnende Sachnotwendigkeiten; ihr Charakter als Verhältnisse von Personen ist verschleiert. Die Bestimmungen, die Marx in seinem Hauptwerk entwickelt, sind auf moderne Verhältnisse gemünzt. Deshalb sind auch die kritisierten Ideologien nahezu allgegenwärtig: Das gesellschaftliche Handeln richtet sich heute wie vor 130 Jahren nach Kriterien, die als Sachzwänge erscheinen, obwohl sie doch erklärbaren menschlichen Verhältnissen geschuldet sind; Marx bezeichnet das in Analogie zu religiösen Einbildungen als Warenfetisch.

Band 1: Der Produktionsprozess des Kapitals

(Zitate aus „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie., Buch I: Der Produktionsprozess des Kapitals“, Dietz Verlag, Berlin/DDR 1962 = MEW 23)

Ware und Geld

1. Kapitel: Die Ware

1.1. Die zwei Faktoren der Ware: Gebrauchswert und Wert (Wertsubstanz, Wertgröße)

Gegenstand der „Kritik der politischen Ökonomie“:

"Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung", die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware." (S. 49)

Die Erklärung der modernen bürgerlichen Wirtschaftsweise beginnt mit der Analyse des Reichtums, den sie produziert und von dem sie lebt. Der tritt einem entgegen als zum Handel bestimmte Waren:

„Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z. B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel.“ (S. 49)

Erstes Charakteristikum der Ware ist stofflicher Reichtum: Als fürs menschliche Bedürfnis passend gemachtes Stück Natur ist „der Warenkörper selbst ein Gebrauchswert“: irgendein Ding, notwendig, nützlich, angenehm für das Leben.

Jedes solche nützliche Ding ist unter doppelten Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität: Die Nützlichkeit einer Sache hat ihren Grund in deren Eigenschaften; seine spezifischen Qualitäten machen ein Ding zum Mittel bestimmter Bedürfnisse. Um einem Bedürfnis zu nutzen, muss der Gebrauchswert in passender Größenordnung zur Hand sein. An einem – entsprechend der Natur der Sache festgelegten – Maß (Liter Wasser, Elle Leinwand, Tonne Eisen, und so weiter) vergleichen sich Mengen von Gütern einer Art.

Die verschiedenen Eigenschaften und damit die unterschiedlichen Gebrauchsweisen der Dinge zu entdecken ist geschichtliche Tat: Was sich mit der Natur an Nützlichem anstellen lässt, muss herausgefunden werden; so entwickeln sich noch in jeder Gesellschaft mit Naturkunde und Technik die verspürten Bedürfnisse weiter.

Die Anwendung des Gebrauchswerts ist der – produktive oder individuelle – Konsum. In dem kommt es an auf die nützliche Beschaffenheit der Sache – nicht darauf, ob zu ihrer Hervorbringung viel oder wenig Arbeits-Aufwand nötig war. Dass die Natur nützlich bearbeitet wird, unterscheidet die verschiedenen Produktionsweisen nicht: Die produzierten Gebrauchswerte bilden den sachlichen Reichtum jeder Gesellschaft. Im Kapitalismus ist mit der Güterproduktion die Sache jedenfalls nicht fertig, das ökonomisch entscheidende Charakteristikum der Ware ist ein anderes – sie ist für den Austausch bestimmt:

„Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen,...“ (S. 50)

Die kapitalistische Besonderheit liegt darin, dass die Gebrauchswerte für den Markt produziert werden – und damit eine völlig neue Rolle verpasst bekommen: Die Ware in der einen Hand bietet Zugriff auf ein fremdes Stück Reichtum. Die tauschwertmäßig interessante Frage ist, wieviel die Ware in fremdem Produkt einbringt; der geschaffene Gebrauchswert ist hier also nicht der Zweck, sondern bloße Bedingung („stofflicher Träger“) für den Zugriff auf den Reichtum des Käufers.

Die Unterschiede zwischen den Gebrauchswerten – wie der auf sie bezogenen Bedürfnisse – werden damit ziemlich gleichgültig. Ein fehlender Stuhl lässt sich zwar nicht durch einen zusätzlichen Tisch ersetzen, Hunger nicht mit Durst verrechnen, und so weiter: Aus ihrer Besonderheit als Gebrauchswerte, aus ihren natürlichen Eigenschaften kann sich das Maßverhältnis, welches zwei Arten von Gebrauchswerten eingehen, also gar nicht ergeben – denn als solche sind sie schlicht inkommensurabel [unvergleichbar, nicht mit gleichem Maß messbar]. Aber in ihrem Tauschwert sind die unterschiedlichen Waren in bestimmten Größenordnungen gleichgesetzt,

„...ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt. Der Tauschwert scheint daher etwas Zufälliges und rein Relatives, ein der Ware innerlicher, immanenter Tauschwert (...) also eine contradictio in adjecto [ein Widerspruch in sich selbst]. Betrachten wir die Sache näher. Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z. B., tauscht sich (...) mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen.“ (S. 50f.)

Auf dem Markt ist jede Ware von vornherein zu allen anderen Artikeln ins Verhältnis gesetzt; der allgemeine Austausch hängt eben nicht von zufälligen Umständen ab. Die endlose Reihe von Austauschverhältnissen zeigt, dass der Tauschwert nicht durch das besondere Verhältnis zweier Güter bestimmt ist: Jede einzelne Ware ist austauschbar, im richtigen Mengenverhältnis zu jeder anderen Ware äquivalent [gleichwertig, entsprechend].

„Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold und so weiter der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen (...) [sie] durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‘ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.“ (S. 51)

Dass in dieser Gesellschaft die unterschiedlichsten Güter ökonomisch gleichgesetzt sind, zeigt, dass es sich bei ihnen nicht um bloße Gebrauchswerte handelt: Die Tauschbarkeit der Waren beruht auf einer allgemeinen Eigenschaft, die sie überhaupt erst mengenmäßig verrechenbar macht; also "erscheint" in ihrem Tauschwert eine objektive Bestimmung der Waren selber.

Wie auch immer das Tauschverhältnis wechselt: Dass die Ware einen Tauschwert hat, der sich im Zugriff auf fremden Gebrauchswert bemisst, ist dabei vorausgesetzt. Diese Eigenschaft der Ware steht vor allen Marktzufälligkeiten: Beide Seiten des Austauschverhältnisses müssen das Maß, welches sich im Tauschwert ausdrückt, bereits in sich tragen. Nur diese einheitliche Qualität macht sie überhaupt quantitativ vergleichbar.

„Dies Gemeinsame kann nicht eine geometrische, physikalische, chemische oder sonstige natürliche Eigenschaft der Waren sein. Ihre körperlichen Eigenschaften kommen überhaupt nur in Betracht, soweit selbe sie nutzbar machen, also zu Gebrauchswerten. Andererseits aber ist es grade die Abstraktion von ihren Gebrauchswerten, was das Austauschverhältnis der Waren augenscheinlich charakterisiert. Innerhalb desselben gilt ein Gebrauchswert grade so viel wie jeder andre, wenn er nur in gehöriger Proportion vorhanden ist. (...)
Als Gebrauchswerte sind die Waren vor allem verschiedner Qualität, als Tauschwerte können sie nur verschiedner Quantität sein, enthalten also kein Atom Gebrauchswert.“ (S. 51f.)

Das „gemeinsame Dritte“, der Wert, entspringt nicht aus den natürlichen Eigenschaften des Warenkörpers: Diese bilden ja gerade den Gebrauchswert in seiner Besonderheit – welche in der ökonomischen Eigenschaft als Wert ganz ausgelöscht ist. Bei der gesellschaftlichen Gleichsetzung im Tausch zählen eben nicht die natürlichen Besonderheiten der Gebrauchswerte und die sich darauf richtenden spezifischen Bedürfnisse; der Wert ist abstrakter Reichtum: Die mit der Ware gegebene Macht, sich in bestimmtem Umfang die Produkte fremder Arbeit anzueignen.

Der Wert ist auch keine bloß theoretische Abstraktion: Die praktizierte Abstraktion enthält Gegensatz gegen Gebrauchswert und damit Bedürfnisbefriedigung. Die Bewährung als Wert im Austausch ist die Bedingung, ohne welche kein Gebrauchswert in die Hand des Interessenten gerät. Dass der Wert von jedem Atom Gebrauchswert "absieht", heißt, dass dieser nicht zählt. Der Gebrauchswert ist gleichgültiges Material des Werts: „bloßer Träger“. Solche Gleichgültigkeit bedeutet kein Ergänzungsverhältnis beziehungsweise wechselseitiges Mittelverhältnis, vielmehr Negation. Die Einheit dieses Gegensatzes in der Ware heißt: Ohne Gebrauchswert kein Wert und umgekehrt: ohne Wert-Preis-Realisierung im Austausch kein Zugang zu anderen Waren, beispielsweise Lebensmitteln.

„Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten.“ (S. 52)

Gesucht ist jenseits aller Nützlichkeit eine dingliche Eigenschaft aller Warenkörper, die ihre gesellschaftliche Gleichheit ausmacht, und jenseits aller Nützlichkeit sind Waren nur noch "rückwärts" bestimmt durch den Aufwand, den sie die Gesellschaft gekostet haben. Diese dingliche Eigenschaft, die zugleich keine natürliche sein kann, ist ihr Produktcharakter,

„Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützlicher Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit.“ (S. 52)

Die konkrete Arbeit ist bloße Voraussetzung dafür, dass das Arbeitsprodukt zum Tausch gelangt, welches Nicht-Gebrauchswert für den Produzenten ist.

„Betrachten wir nun das Residuum der Arbeitsprodukte. Es ist nichts von ihnen übriggeblieben als dieselbe gespenstige Gegenständlichkeit, eine bloße Gallerte unterschiedsloser menschlicher Arbeit, d. h. der Verausgabung menschlicher Arbeitskraft ohne Rücksicht auf die Form ihrer Verausgabung. Diese Dinge stellen nur noch dar, daß in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt, menschliche Arbeit aufgehäuft ist. Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.“ (S. 52)

Die Quelle des Werts ist die Arbeit als abstrakt-menschliche, das heißt als Abstraktion von ihrem besonderen Inhalt und Zweck, der sie als nützliche ausmacht.

Wie der Wert der Arbeitsprodukte ist auch die identische Qualität der Arbeit, die sie als Wertquelle darstellt, keine willkürliche Abstraktion, sondern der Maßstab, der praktisch an ihr geltend gemacht wird.

„Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‘, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag und so weiter“ (S. 53)

Quelle des Werts ist die unterschiedslose Verausgabung von Arbeitskraft, sein Maß also die Zeitdauer ihres Einsatzes.

Dabei zählt – wegen der Abstraktion, als welche die Arbeit wertbildend ist – nur die gesellschaftlich notwendige Arbeit, d. h. die gemäß dem gesellschaftlichen Produktivitätsniveau fällige Durchschnittsarbeit. Alle Arbeit gilt im Austausch der Produkte als Exemplar der gesellschaftlich normalen Verausgabung; die individuell verschiedenen Produktionsbedingungen, Intensität der Arbeit und Geschick der Produzenten werden diesem Maß des Wertes subsumiert. Erst im Vergleich über den Austausch stellt sich also heraus, was die geleistete Arbeit wert war.

1.2. Doppelcharakter der in den Waren dargestellten Arbeit

Die Allgemeinheit des Tauschwertes, des Produkts als Ware, unterstellt Warenproduktion. Das heißt, eine spezifische gesellschaftliche Form der Arbeitsteilung: Unabhängige Privatarbeit, in welcher die Herstellung dieser oder jener nützlichen Produkte einzig nach Maßgabe dessen erfolgt, inwieweit diese sich als Träger von Wert, also als Mittel der Erzielung eines Preises im Austausch erweisen. Aus letzterem Zweck ergibt sich und entwickelt sich die gesellschaftliche Teilung der Arbeit "naturwüchsig", d. h. ungeplant als Konkurrenz gegeneinander.

Wo es um Tauschwert geht als Zweck der Arbeit, spielt Vorliebe, Tradition eines speziellen Gewerbes keine Rolle. Produktionszweigwechsel bzw. Mobilität ist selbstverständlich: Jede Arbeit so gut wie die andere, sofern sie nur Preise macht – oder nichts wert, wenn kein lohnender Verkauf stattfindet, in wie nützlichen Produkten sie auch immer ihr Resultat hat.

1.3. Die Wertform oder der Tauschwert

Der Wert als „wirklicher“ Reichtum ist Gegensatz zum Gebrauchswert. Die Reduktion aller verschiedenen Waren auf ihre gemeinsame Wertqualität passiert und existiert in ihrer Gleichsetzung mit einer einheitlichen und damit allgemeinen Ware, die als von der Warenvielfalt unabhängige selbständige Wertgestalt fungiert: Geld. Eine Ware wird ausgeschlossen: sie verkörpert allen Waren gegenüber deren Identität als Wert und erhält dadurch die Form unmittelbarer Austauschbarkeit mit allen anderen Waren. Diese werden damit, was sie sind: bloße Repräsentanten der unterschiedslosen Materiatur des Werts, auf den es ankommt. Die Geldware enthält den Gegensatz von Gebrauchswert und Wert unmittelbar an sich selber. Als Gold ist sie unmittelbar Wert = existente Abstraktion in dinglicher Gestalt. Diese Geldform ist der Zweck der Produktion. Abstrakte, also gleich-gültige Arbeit für Geld, ist das Mittel, an Geld heranzukommen. Arbeit, die nicht zu Geld wird, ist deshalb wertlos. Waren werden weggeschmissen – Nur wenn Ware zu Geld wird, also ein zahlungsfähiges Bedürfnis findet, liegt gesellschaftlich-notwendige Arbeit vor. Universelles Bedürfnis nach Geld, als dem getrennt vom Güterreichtum existierenden Maß und Zugangsmittel zu ihm. An der Verfügung über Geld scheiden sich arm und reich. Es allein stiftet die gesellschaftliche Macht über die Mittel der Bedürfnisse und damit über diese.

1.4. Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis

Der spezifisch-gesellschaftliche Charakter der Arbeit „erscheint als" notwendige Eigenschaft und damit Forderung von Sachen: Waren bzw. Geld. Wahr ist, dass die gesellschaftliche Bestimmtheit und der Zweck der Arbeit in den Sachen Ware und Geld besteht. Deren „Gesetzen“, d. h. den mit ihnen gegebenen Notwendigkeiten folgen die unabhängigen Privatpersonen, die ihren Vorteil verfolgen und sich dabei mit „hinter ihrem Rücken“ sich einstellenden Marktbedingungen konfrontiert sehen. Ideologie ist, dass man sich keinem gesellschaftlich herrschenden ökonomischen Zweck unterwirft, sondern an quasi-natürlichen Eigenschaften von sachlichen Voraussetzungen der Bedürfnisbefriedigung orientiert.

2. Kapitel: Der Austauschprozeß

Dass die Leute sich als Repräsentanten der Warenwerte, d. h. als Käufer und Verkäufer gegenübertreten, unterstellt die Anerkennung des Privateigentums: Eigentum heißt Trennung von Bedürfnis und Mitteln seiner Befriedigung als Bedingung ihres Zusammenkommens – unter der Voraussetzung der Preisrealisierung.

Weil die Dinge des Genusses etc. mir nicht gehören, sondern anderen, trete ich als Käufer an und schaffe das Geld herbei, um den Warenpreis zu realisieren.

Die Gültigkeit des Rechtsverhältnisses ist eine Sache des Staates. Die politische Gewalt ist schon nötig – sie macht den Ausschluss per Privateigentum zur allgemeinen Lebensbedingung und sorgt für dessen Respektierung –, damit das freiheitliche Verhältnis der Personen zur Welt der Waren und des Geldes, und entsprechend zueinander, möglich ist (Kein Mensch macht einen Vertrag, wenn nicht Gültigkeit durch politische Gewalt gegeben ist und gewusst wird.) Statt persönlicher Abhängigkeit herrscht die Freiheit ökonomischer Charaktermasken, d. h. der Materialismus als Unterwerfung unter den Charakter der Mittel, deren Zweck gar nicht in ihrem Gebrauch besteht.

3. Kapitel: Das Geld und die Warenzirkulation

3.1. Maß der Werte

Die erste Funktion des Geldes „besteht darin, der Warenwelt das Material ihres Wertausdrucks zu liefern oder die Warenwerte als gleichnamige Größen, qualitativ gleiche und quantitativ vergleichbare, darzustellen. So funktioniert es als allgemeines Maß der Werte“ (S. 109).

Eine spezifische Ware, Gold, dient als Verkörperung des Werts und ist als solche das Maß der in der Warenvielfalt hausenden Werte. Alles hat seinen Preis, d. h. ist mit einem Quantum Geld gleichgesetzt. Jede Ware ist bloßer Stellvertreter der Materiatur des „eigentlichen" gesellschaftlichen Reichtums, der getrennt von wirklichem materiellen Stoff existiert. Jedes Ding ist Geld wert; wird in Geld geschätzt, ist ein vorgestelltes Quantum der Geldware.

Für diese Funktion des Geldes ist dessen Existenz bloß unterstellt, sein wirkliches Vorhandensein in dem entsprechenden Umfang nicht vonnöten; denn der Ausdruck des Warenwerts im Preis ist nur ideell.

Eine zweite Funktion verrichtet das Geld als Maßstab der Preise: Durch die Fixierung der Geldware als technischem Maßstab – ursprünglich als festgesetztes Metallgewicht – und die Einteilung in aliquote Einheiten (Pfund, Taler etc. und Shilling, Penny etc.) vergleichen sich unterschiedliche Preise untereinander.

Die Staatsmacht sorgt für die objektive Gültigkeit des Wertmaßes und die Verbindlichkeit des Preismaßstabs, also für die Notwendigkeit des Geldverdienens, um an die Mittel des Bedarfs zu gelangen.

Das „harte Geld lauert hinter dem ideellen“, weil der Zugang zum konkreten Reichtum, zum Gebrauchswert davon abhängig gemacht ist, dass man das nötige Geld hat. Der durch das Privateigentum gesetzte Zwang zum Tausch stiftet einen gesellschaftlichen Zwangszusammenhang, der sich als „Bedürfnis“ nach Geld bzw. als Schranke der Verfügung darüber geltend macht.

3.2. Zirkulationsmittel

Das Geld vermittelt den Austausch von beliebigen Waren. Ohne das dazwischentretende Geld findet Händewechsel von Gebrauchswerten im Kapitalismus nicht statt; der Austauschprozess der Waren vollzieht sich also in der Figur Ware-Geld-Ware, kurz W-G-W.

Allerdings ist dabei nicht gesellschaftliche Verbreitung nützlicher Arbeitsprodukte der Zweck, denn das Zirkulationsmittel Geld erweist sich als die entscheidende Bedingung und Schranke, von deren Erfüllung W-G-W abhängt: Die Ware hat ihre Verkäuflichkeit zu beweisen.

Diese hängt nicht nur an entsprechendem Bedürfnis, sondern auch an dessen Zahlungsfähigkeit. Ob bzw. wieviel Geld eine Ware an sich zieht, ist ebenso fraglich wie, ob der Kaufinteressent in ihren Besitz gerät, was sich an Verfügung über Geld bzw. am Preis der gewünschten Sache entscheidet. Die Trennung von Verkauf und Kauf enthält demnach einen handfesten Gegensatz. Auf beiden Seiten kommt es aufs Geld an bzw.: der Käufer unterstellt den erfolgreichen Verkäufer und umgekehrt der Verkäufer den zahlungskräftigen Kunden – so dass W-W oft gar nicht passiert. Resultat: unverkäufliche Waren und unerfüllte Bedürfnisse.

3.3. Geld

Die Bedingung des Stoffwechsels – die Beschaffung von Geld – ist der Zweck des Marktes. Arm ist und bleibt, wer das Geld bloß als Mittel, das mit dem Kauf von Konsumtionsgütern aus seinen Händen verschwindet, verwendet. Die Notwendigkeit der Teilnahme am Stoffwechsel per Austausch selbst schafft das Bedürfnis nach Verfügung über Geld gegen seine bloße Anwendung fürs Bedürfnis/Mittel. Die gesellschaftliche Macht des Geldes existiert und taugt nur als Privatmacht.

a) Der Schatzbildner

praktiziert dieses Bedürfnis als Festhalten des Geldes aus dem Verkauf, durch Verzicht auf den Kauf – d. h. auf die Macht über die Genüsse ist er scharf, für sie entsagt er ihrer. Lächerlich und amoralisch („Habgier") ist er nicht wegen des Zwecks, sondern wegen des Widerspruchs seiner Verfolgung. Der Schatzbildner exekutiert den Widerspruch zwischen qualitativer Schrankenlosigkeit und quantitativer Beschränktheit des Geldes zu Lasten seiner Bedürfnisse, wenn er die Freiheit zu ihrer Befriedigung erweitert. Keine wirkliche Vermehrung des Werts, bei Festhalten desselben in einer Form, mittels Verzicht auf andere.

b) Das Zahlungsmittel

Der Zweck des Geldmachens lässt sich durch vorübergehende Zahlungsunfähigkeit des Käufers nicht stören. Kredit als seriöse Technik der Marktbeteiligung: sie unterstellt, dass erstens genügend Geld auf Seiten des Gläubigers angehäuft ist, um die Belieferung des Marktes fortzuführen; und dass zweitens auf seiten des Schuldners die Fähigkeit gegeben ist, aus seiner Produktion Überschüsse zu erlösen am Markt. Schulden als Mittel der Akkumulation abstrakten Reichtums. Anders bei Leuten, die aus Notwendigkeit ihres Bedarfs Geld pumpen und mit späterem Verzicht dafür bezahlen. Fungiert das Geld als ideelles Kaufmittel, wird sein reeller Erwerb zum Selbstzweck (auf Seiten des Schuldners/Käufers). Verkauf, um zahlen zu können – ansonsten Zwangsübergabe seiner Habe. Selbstzweck in und für die Zirkulation. Solange der Mechanismus ungestört ist, fungiert das Geld nur ideell als Rechengeld. Bei Störungen schlägt es in (Forderung nach –) harte(s,m) Geld um. Zahlungsunfähigkeit an einer Stelle bedingt allgemeine Krise – der Gegensatz zwischen Ware und Geld eklatiert in absolutem Widerspruch - die Ware, der stoffliche Reichtum wird der Wertgestalt geopfert. Geld als absolute Ware, Möglichkeit der Krise als Geldkrise.

c) Das Weltgeld

Geld, seinem Begriff entsprechend als universelle Materiatur des abstrakten Reichtums existiert im Welthandel, wo das Geld seine lokale Währungsform abstreift. Nationale Schranken, die sich aus der begrenzten Gültigkeit der Nationaluniformen ergeben, werden überwunden, indem jene sich in Gold messen als der selbständigen Wertgestalt.

Die Verwandlung von Geld in Kapital

4. Kapitel. Verwandlung von Geld in Kapital

Damit Geld zu Kapital wird, braucht ein Kapitalist einen anderen, ihm gemäßen Umgang mit dem Geld: Geld-Ware-Geld (G-W-G'). Damit diese Formel für den Kapitalisten nicht tautologisch und sinnlos ist, kommt es auf das G` am Ende an, also auf die Vergrößerung der ursprünglichen Geldsumme (Mehrwert).

Die vergrößerte Geldsumme, G', wird als neues „G“ wieder Ausgangspunkt der Formel, der Kreislauf beginnt von vorne; diese Formel zielt also auf eine endlose Bewegung ab. Entscheidend ist hier alleine die Vermehrung des Werts, der Gebrauchswert ist bloße Bedingung für die Verkäuflichkeit.

Die Kapitalvermehrung kann nicht aus der Sphäre der Warenzirkulation erklärt werden, weder aus allgemeinem Äquivalententausch, noch aus speziellen Betrugsmanövern. Wenn zum Beispiel der Verkäufer einen Preisaufschlag erheben könnte, müsste der Kapitalist ihn als Käufer beim "G-W" wieder verlieren. Die Wertvergrößerung muss also aus der Benutzung der gekauften Ware entspringen: Sie entsteht durch Kauf und produktive Anwendung der menschlichen Arbeitskraft.

Das Gegenüber des Kapitalisten, der Verkäufer der Arbeitskraft ist der Arbeiter selbst: Auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt werde die „physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert“ (S. 181) selbst zur Ware; die Person kann ihr eigenes Arbeitsvermögen wie Eigentum frei zum Kauf anbieten. Damit das Geld in der Hand des Kapitalisten zum Kommandomittel über menschliche Arbeit wird, ist das Vorhandensein einer eigentumslosen Klasse unterstellt, die keine Mittel besitzt, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen – also auch kein anderes Lebensmittel hat, als ihre eigene Arbeitskraft zu verkaufen: Die in diesem Sinne doppelt freien Lohnarbeiter.

Um aus seinem Geld Kapital zu machen nutzt der Kapitalist die Differenz zwischen dem Wert der eingekauften Arbeitskraft und ihrem Nutzen, dem Wert der von ihr hergestellten Ware. Wie aber wird der Wert der eigentümlichen Ware Arbeitskraft bestimmt? – Wie bei jeder beliebigen anderen Ware durch die zu ihrer Produktion gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit; da die Arbeitskraft "als Anlage des lebendigen Individuums" (S. 185) existiert, besteht die Produktion der Arbeitskraft in der Reproduktion (Erhaltung) des Individuums. "Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel" (S. 185).

Die Produktion des absoluten Mehrwerts

5. Kapitel. Arbeitsprozess und Verwertungsprozess

1. Arbeitsprozess

Damit die Arbeitskraft die Verwandlung von Geld in Kapital bewerkstelligt, muss die Arbeit dem Zweck Verwertung subsumiert werden. Das Kapital modelt also die Bestimmungen des Arbeitsprozesses gemäß seinem Zwecke um.

Die Arbeit ist zunächst Produktion von Gebrauchswerten und als solche "ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert" (S. 192) In diesem Prozess fungiert der Mensch selbst als eine „Naturmacht“, allerdings als eine, die sich zugleich als selbstbewusstes Subjekt bewährt, das in der Veränderung der Natur außer ihm seinen Zweck verwirklicht, indem es sich der eigenen natürlichen Potenzen bedient und sie verändert. Die praktische Einwirkung auf den natürlichen Gegenstand lässt sich von der Vorstellung vom bedürfnisbefriedigenden Gegenstand. Der Wille muss sich als Aufmerksamkeit bewähren: Der Arbeiter beschränkt sein Wirken auf die Formveränderungen, die ihm das ideell antizipierte Resultat seiner Tätigkeit gebietet.

Neben der zweckmäßigen Tätigkeit, der Arbeit selbst, und ihrem Gegenstand, den der Mensch „ohne sein Zutun vorfindet“, bildet das Arbeitsmittel das dritte Moment des Arbeitsprozesses. Mit ihm überwindet der Mensch die in seiner natürlichen Ausstattung gegebenen Schranken für die Formveränderung des Gegenstandes: „Das Arbeitsmittel ist ein Ding oder ein Komplex von Dingen, die der Arbeiter zwischen sich und den Arbeitsgegenstand schiebt und die ihm als Leiter seiner Tätigkeit auf diesen Gegenstand dienen. Er benutzt die mechanischen, physikalischen, chemischen Eigenschaften der Dinge, um sie als Machtmittel auf andre Dinge, seinem Zweck gemäß, wirken zu lassen.“ (S. 194)

Diese Bestimmungen zweckmäßiger Herstellung von Gebrauchswerten sind "allgemeine Bedingung des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur, ewige Naturbedingung des menschlichen Lebens und daher ... allen Gesellschaftsformen gleich gemeinsam" (S. 198). Der Arbeitsprozess als Kosumtion der Arbeitskraft durch das Kapital zeigt zwei gesellschaftliche Eigentümlichkeiten:

Erstens steht der Arbeiter unter Kontrolle des Kapitalisten, dem die Arbeit gehört. Zweitens ist der Arbeitsprozess ein Verhältnis zwischen Dingen, die der Kapitalist gekauft hat; Ausgangspunkt und Resultat des Prozesses ist die Trennung des Produkts vom Produzenten.

2. Verwertungsprozess

Die formelle Unterordnung der Arbeit unter das Kapital schließt noch nicht unbedingt eine Verwertung des Kapitals ein. Der Zweck des Kapitalisten ist nicht damit fertig, dass er einen Gebrauchswert produzieren lässt, welcher einen bestimmten Tauschwert trägt: „Er will nicht nur einen Gebrauchswert produzieren, sondern eine Ware, nicht nur Gebrauchswert, sondern Wert, und nicht nur Wert, sondern auch Mehrwert“ (S. 201).

Der Arbeitsprozess muss sich als Verwertungsprozess bewähren: Den Arbeitsprozess gibt es im Kapitalismus nur, sofern er Waren erbringt, die über die Wertsumme der Kosten für Produktionsmittel und Arbeitskraft hinausgehenden Wert enthalten.

Die zur Produktion der jeweiligen Ware notwendige Arbeitszeit, die ihren Wert bestimmt, besteht zum einen aus der in Arbeitsmaterial und -mittel enthaltenen Durchschnittsarbeitszeit, soweit diese ins Produkt eingehen; zum anderen aus der neu zugesetzten lebendigen Verausgabungszeit, die im Durchschnitt zur Herstellung der Ware gesellschaftlich nötig ist.

Grund der Verwertung: die Verfügung über die Arbeit erlaubt dem Kapitalisten die Anwendung der Arbeitskraft über die Zeitdauer hinaus, in der diese bloß ein Äquivalent ihres eigenen Wertes produziert.

6. Kapitel. Konstantes Kapital und variables Kapital

7. Kapitel. Die Rate des Mehrwerts

1. Der Exploitationsgrad der Arbeitskraft

2. Darstellung des Produktenwerts in proportionellen Teilen des Produkts

3. Seniors „Letzte Stunde“

4. Das Mehrprodukt

Achtes Kapitel. Der Arbeitstag

1. Die Grenzen des Arbeitstags

2. Der Heißhunger nach Mehrarbeit. Fabrikant und Bojar

3. Englische Industriezweige ohne legale Schranken der Exploitation

4. Tag und Nachtarbeit. Das Ablösungssystem

5. Der Kampf um den Normalarbeitstag. Zwangsgesetze zur Verlängerung des Arbeitstags von Mitte des 14. bis zu Ende des 17. Jahrhunderts

6. Der Kampf um den Normalarbeitstag. Zwangsgesetzliche Beschränkungen der Arbeitszeit. Die englische Fabrikgesetzgebung von 1833–1864

7. Der Kampf um den Normalarbeitstag. Rückwirkung der englischen Fabrikgesetzgebung auf andere Länder

Neuntes Kapitel. Rate und Masse des Mehrwerts

Die Produktion des relativen Mehrwerts

Zehntes Kapitel. Begriff des relativen Mehrwerts

Elftes Kapitel. Kooperation

Zwölftes Kapitel. Teilung der Arbeit und Manufaktur

1. Doppelter Ursprung der Manufaktur

2. Der Teilarbeiter und sein Werkzeug

3. Die beiden Grundformen der Manufaktur – heterogene Manufaktur und organische Manufaktur

4. Teilung der Arbeit innerhalb der Manufaktur und Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft

5. Der kapitalistische Charakter der Manufaktur

Dreizehntes Kapitel. Maschinerie und große Industrie

1. Entwicklung der Maschinerie

2. Wertabgabe der Maschinerie an des Produkt

3. Nächste Wirkung des maschinenmäßigen Betriebs auf den Arbeiter

4. Die Fabrik

5. Kampf zwischen Arbeiter und Maschine

6. Die Kompensationstheorie bezüglich der durch Maschinerie verdrängten Arbeiter

7. Repulsion und Attraktion von Arbeitern mit Entwicklung des Maschinenbetriebs. Krisen der Baumwollindustrie

8. Revolutionierung von Manufaktur, Handwerk und Hausarbeit durch die große Industrie

9. Fabrikgesetzgebung. (Gesundheits- und Erziehungsklauseln.)

10. Große Industrie und Agrikultur

Die Produktion des absoluten und relativen Mehrwerts

Vierzehntes Kapitel. Absoluter und relativer Mehrwert

Fünfzehntes Kapitel. Größenwechsel von Preis der Arbeitskraft und Mehrwert

Sechzehntes Kapitel. Verschiedene Formeln für die Rate des Mehrwerts

Der Arbeitslohn

Siebzehntes Kapitel. Verwandlung von Wert resp. Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn

Achtzehntes Kapitel. Der Zeitlohn

Neunzehntes Kapitel. Der Stücklohn

Zwanzigstes Kapitel. Nationale Verschiedenheiten der Arbeitslöhne

Der Akkumulationsprozess des Kapitals

Einundzwanzigstes Kapitel. Einfache Reproduktion

Zweiundzwanzigstes Kapitel. Verwandlung von Mehrwert in Kapital

Dreiundzwanzigstes Kapitel. Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation

Vierundzwanzigstes Kapitel. Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation

Hauptartikel „Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation“ im „Kapital“

Fünfundzwanzigstes Kapitel. Die moderne Kolonisationstheorie

Band 2: Der Zirkulationsprozess des Kapitals

Im ersten Band war Gegenstand, wie der Mehrwert im einzelnen industriellen Kapital produziert wird. Dieser muss aber noch im Austausch – in der Zirkulationssphärerealisiert werden. Dadurch ergeben sich verschiedene Phasen, in denen sich das Kapital befinden muss: die Produktions- und die Zirkulationssphase. In der zweiten Phase beziehen sich verschiedene Einzelkapitale aufeinander; die Form dieser Verhältnisse sind Gegenstand des zweiten Bandes des „Kapitals“. Die Untersuchung dieser Verhältnisse führt zu der Frage, wie unter der Forderung beständiger Akkumulation von Mehrwert die Reproduktion der Gesellschaft verläuft.

Band 3: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion

Hier beschreibt Marx:

Die Verwandlung von Mehrwert in Profit und der Rate des Mehrwerts in Profitrate

Die Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit

Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate

Verwandlung von Warenkapital und Geldkapital in Warenhandlungskapital und Geldhandlungskapital (kaufmännisches Kapital)

Spaltung des Profits in Zins und Unternehmergewinn Das zinstragende Kapital

Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente

Die Revenuen und ihre Quellen

48. Kapitel: Kapitalistisches Bewusstsein oder die Formel der Dreieinigkeit (Zusammenfassung)

In diesem Kapitel fasst Marx (oder Engels) einige der wichtigsten Aspekte des gesamten Kapitals zusammen. U. a. werden in kurzer Form die Stufen der Verschleierung der Ausbeutung der Arbeiter durch das Kapital beschrieben.

Werkgeschichte

Marx arbeitete fünf Jahre lang an der französischen Ausgabe des ersten Bandes; diese Übersetzertätigkeit regte ihn an, den Stoff in Nuancen neu zu überarbeiten und neu zu überdenken.

Die von Engels veröffentlichten Kapital-Bände finden sich in den Marx-Engels-Werken (MEW, siehe Literaturliste); die hierfür verwendeten Original-Manuskripte sind in der „historisch-kritischen Marx-Engels-Gesamtausgabe“ veröffentlicht (MEGA 2, siehe Literaturliste).

Ausgaben

Erstausgaben

-> Otto Meissner (Verleger)

Zitierte Werk- bzw. Gesamtausgabe

Literatur

 Wikiquote: Das Kapital – Zitate

Das Kapital

Wesentliche politökonomische Werke von Marx

Kommentare

Siehe auch

Arbeitswerttheorie, Politische Ökonomie