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Harzwasserwerke

Harzwasserwerke GmbH
Unternehmensform GmbH[1]
Gründung 1928
Unternehmenssitz Hildesheim, Niedersachsen
Unternehmensleitung
Mitarbeiter > 220 (2008)[2]
Umsatz 38 Mio. EUR (2007)[3]
Branche Trinkwasserversorger, Talsperrenbetreiber, Hochwasserschutz
Produkte

Trinkwasser
Elektrischer Strom

Website [1]

Die Harzwasserwerke GmbH ist ein niedersächsischer Wasserversorger und Talsperrenbetreiber mit den Hauptaufgaben Trinkwasserversorgung, Energieerzeugung, Hochwasserschutz und die Unterhaltung des Oberharzer Wasserregals. In sechs zwischen 1930 und 1969 errichteten Talsperren des niedersächsischen Teil des Harzes wird Wasser gespeichert, in drei Wasserwerken zu Trinkwasser aufbereitet und über ein Leitungssystem in großen Teilen Niedersachsen verteilt. Das System wird ergänzt durch vier in der norddeutschen Tiefebene platzierte Grundwasserwerke. Mit einer Fördermenge von zur Zeit 80 Mio. m³ pro Jahr sind sie der größte niedersächsische Wasserversorger.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gründung der Harzwasserwerke erfolgte im Jahre 1928 im Zeichen einiger Hochwässer, die im Harzvorland auch eine Choleraepidemie ausgelöst haben. Seinerzeit führten sie die Bezeichnung Harzwasserwerke der Provinz Hannover. Als erstes Bauwerk wurde 1931 die Sösetalsperre in Betrieb genommen. Vom dortigen Wasserwerk wurde eine fast 200 km lange Stahlrohrleitung mit einer Nennweite (DN) von 450 bis 800 mm bis Bremen verlegt und Teile der Stadt Bremen mit Trinkwasser versorgt. Ebenfalls in den 1930er Jahren wurde die Odertalsperre errichtet, die allerdings nur dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung dient. 1944 wurde die Eckertalsperre fertiggestellt, die über eine knapp 80 km lange Leitung hauptsächlich die Stadt Wolfsburg versorgt. 1956 erfolgte die Fertigstellung der Okertalsperre, die mit ihrer beeindruckenden Bogenstaumauer sicherlich das spektakulärste Bauwerk der Harzwasserwerke darstellt. Die Innerstetalsperre (Fertigstellung 1966) und die Granetalsperre (1969) bilden die jüngsten Talsperrenbauwerke.

Mittels eines Anfang der 1970er Jahre errichteten Stollensystems kann Wasser aus der Radau und aus der Okertalsperre im freien Gefälle der Granetalsperre zugeführt werden. Darüber hinaus wurde Anfang der 1980er Jahre eine Pumpleitung erstellt, die Wasser aus der Innerstetalsperre in die Granetalsperre überleitet. Damit können in der Granetalsperre große Mengen potentiellen Trinkwasser gesammelt und gespeichert werden, von wo es dann auch aufbereitet und über ein weiteres Leitungssystem in Richtung Braunschweig und Hannover geleitet wird. 1979 wurde noch eine weitere Leitung mit dem Rohrdurchmesser 800 - 900 mm von der Sösetalsperre bis nach Göttingen verlegt.

Die Grundwasserwerke Schneeren (1960), Ristedt (1963), Ramlingen (1964) und Liebenau (1977) ergänzen die Trinkwasserversorgung und übernehmen die Versorgung vorrangig im Nordwesten des Versorgungsgebietes.

1991 verpflichteten sich die Harzwasserwerke in einem Vertrag mit ihrem damaligen Eigentümer, dem Land Niedersachsen, die Anlagen des Kulturdenkmales Oberharzer Wasserregal zu übernehmen, zu betreiben und zu unterhalten. Diese besondere Aufgabe im Bereich des Erhaltes von Industriedenkmälern kostet die Harzwasserwerke jährlich einen siebenstelligen Betrag, der durch den Trinkwasserverkauf erwirtschaftet werden muss.

Privatisierung

Nach Gründung des Landes Niedersachsen führten die Harzwasserwerke die Bezeichnung "Harzwasserwerke des Landes Niedersachsen" und bildeten eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit dem alleinigen Eigentümer Land Niedersachsen. 1996 führte das Land unter dem damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder eine Privatisierung der Harzwasserwerke durch und verkaufte die Harzwasserwerke für 220 Mio. DM an ein Konsortium aus Energieversorgern und Kunden der Harzwasserwerke. Seitdem führen die Harzwasserwerke die Bezeichnung "Harzwasserwerke GmbH".

Die Konstellation, dass mehr als die Hälfte der Eigentümer gleichzeitig auch Kunde der Harzwasserwerke sind, macht es den Harzwasserwerken nicht einfach: Als Kunden werden niedrige Trinkwasserpreise erwartet und als Eigentümer hohe Renditen. Diese beiden Erwartungen widersprechen sich und lassen sich schwer gleichzeitig erfüllen.

Sonstiges

95 % der Umsatzerlöse erzielen die HWW mit dem Verkauf von Trinkwasser, wobei nicht an den Endkunden verkauft wird, sondern stets nur bis an die Stadtgrenze an die vor Ort tätigen Versorgungsunternehmen. Die größten Kunden sind heute die Stadtwerke Braunschweig, Göttingen, Bremen, Hannover und Hildesheim, aber auch viele kleinere Kommunen und Wasserverbände, die in der Nähe des Rohrleitungssystems liegen.

5 % der Umsatzerlöse werden über die Stromerzeugung erzielt. In allen Talsperren befinden sich Wasserkraftwerke, darüber hinaus sind auch in einigen Rohrleitungen der Trinkwasserversorgung Turbinen vorgesehen, die das Gefälle zwischen den Harztalsperren und den Verbrauchern im Harzvorland und der norddeutschen Tiefebene in Strom umwandeln.

Einzelnachweise

  1. Internet-Präsenz der HWW
  2. Internet-Präsenz der HWW
  3. Informationsbroschüren der HWW

Siehe auch