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Kiruna

Dieser Artikel behandelt den Ort Kiruna; für die schwedische Gemeinde Kiruna siehe Kiruna (Gemeinde).
Kiruna
DEC
Kiruna
Basisdaten
Staat: Schweden
Provinz (län): Norrbottens län
Historische Provinz (landskap): Lappland
Gemeinde (kommun): Kiruna
Koordinaten: 67° 51′ N, 20° 13′ O7Koordinaten: 67° 51′ N, 20° 13′ O
Einwohner: 18.154 (31. Dezember 2005 [1])
Fläche: 15,92 km²
Bevölkerungsdichte: 1.140 Einwohner je km²

Kiruna ist die nördlichste Stadt Schwedens, gelegen in der Provinz Norrbottens län und der historischen Provinz Lappland. Sie ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

In Kiruna wird Eisenerzbergbau betrieben. 45 Kilometer östlich der Stadt liegt der Raketenstartplatz Esrange für den Start von zivilen Forschungsraketen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die beiden Erzberge der Stadt sind der Kiirunavaara (749 m ü. NN) mit 60 bis 70 Prozent Eisengehalt und der Luossavaara (729 m) mit hochwertigem Magnetiteisenerz. Die Mitternachtssonne ist von Ende Mai bis Mitte Juli zu sehen, andererseits herrscht im Winter zwanzig Tage Polarnacht. Die Sonne versteckt sich vom 12. Dezember bis einschließlich 31. Dezember hinter dem Horizont.

Geschichte

Mit dem Bau der Erzbahn konnten die schon vorher bekannten Erzfunde bei Kiirunavaara und Luossavaara abgebaut werden. Rund um die Eisenbahnstation Luossavaare entstand eine Siedlung, die im Jahr 1900 in Kiruna umbenannt wurde. Kiruna wurde 1908 zum Flecken erhoben. 1948 wurde die Gemeinde Jukkasjärvi, zu der Kiruna gehörte, in Kiruna umbenannt und Kiruna wurde zur Stadt erhoben. Seit 1993 tagt hier auch der Samething, die parlamentarische Vertretung des Volks der Samen.

Folgen des Erzabbaus

Der Erzabbau erfolgt in einer Erzader, die schräg unter der Stadt verläuft. Mit Fortschreiten des Abbaus geraten die Stadtteile darüber auf unsicheres Gebiet, sodass es erforderlich wird, die Stadt nach und nach innerhalb der nächsten Jahrzehnte umzusiedeln. Zunächst sind ein kleiner Stadtteil und die Bahnlinie betroffen. Die Alternative wäre die Einstellung des Bergbaus und damit der wirtschaftlichen Grundlage der Stadt. Es ist noch nicht entschieden, wohin die Stadt verlagert und wie die neue Bahnlinie verlaufen wird.

Im Januar 2007 verkündete die Stadtsprecherin Ulrika Hannu, dass der Stadtrat von Kiruna den Beschluss gefasst hat, dass die Stadt umsiedeln muss. Das Stadtzentrum von Kiruna muss innerhalb der nächsten Jahrzehnte um vier Kilometer versetzt werden, damit es nicht durch Einstürze gefährdet wird. Der Eisenerzabbau in den nahe gelegenen Minen verursachte Risse im Untergrund.

Die Verschiebung betreffe alle größeren Gebäude, die Eisenbahnlinien, den Bahnhof, den Flughafen, die E10, Wohnungen sowie sämtliche Versorgungsleitungen. Die neue Eisenbahnlinie soll bis 2010 fertig sein. Die alten Holzhäuser aus dem Stadtzentrum sollen auf großen Anhängern abtransportiert werden. Die größeren Gebäude wie die Stadthalle müssen vor einem Umzug zunächst in Teile zerlegt werden. Bis 2023 müssen 1700 bis 3000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Verkehr

Die wichtigste Verkehrsverbindung ist die 1903 vollendete, am 14. Juli 1903 offiziell von König Oskar II. eingeweihte und bis 1915 vollständig elektrifizierte Bahnlinie von Luleå über Gällivare, Kiruna nach Narvik. Von dort wird das mit der sog. Malmbanan („Erzbahn“) aus Kiruna transportierte Erz verschifft. Die Stadt liegt an der Europastraße 10. Kiruna verfügt darüber hinaus über einen Flughafen, der mehrmals täglich von der SAS und FlyNordic bedient wird.

Tourismus

Kiruna bietet vielfältige Betätigungsmöglichkeiten für Urlauber. Im Sommer kann man wandern, Kanu fahren, jagen und fischen, im Winter Ski fahren. Der höchste Berg Schwedens, der Kebnekaise, ist nicht weit. Bekannt ist das Eishotel in Jukkasjärvi, welches jährlich ab Oktober neu gebaut und im Dezember eröffnet wird. Ein Teil der Erzmine ist für Besucher als Museum zugänglich.

Eine weitere Attraktion sind die zu bestimmten Zeiten stattfindenden Besichtigungstouren des Raketenstartplatzes Esrange.

Sehenswert ist auch die ganz aus Holz erbaute Kirche von Kiruna, die 1912 von Gustaf Wickman in Anlehnung an die Form eines Lappenzelts errichtet wurde. Besonders eindrucksvoll ist das Altarbild, das von Prinz Eugen von Schweden gemalt wurde und eine sonnendurchströmte Landschaft zeigt.

Ab dem Jahr 2010 sollen in Kiruna Weltraumflüge starten, bei denen man für vier Minuten Schwerelosigkeit erleben kann.[2]

Sport

Der örtliche Fußballverein Kiruna FF stand 1991 auf dem Sprung in die 1. schwedische Liga (Allsvenskan) und spielt aktuell in der Div. II Norrland (4. Liga).

Das Eishockey-Team der Stadt, Kiruna IF, spielt in der Div. I Norra, der dritthöchsten Eishockey-Klasse in Schweden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen die in Kiruna gewirkt haben

 Commons: Kiruna – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Tätorternas landareal, folkmängd och invånare
  2. P.M. Magazin. 04, 2007, S. 22