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ABBA

Dieser Artikel behandelt die Musikgruppe ABBA. Für andere Bedeutungen des Wortes Abba, siehe Abba (Begriffsklärung).
ABBA

Gründung 1972
Auflösung 1982
Genre Pop
Website abbasite.com
Letzte Besetzung vor der Auflösung
Gesang Agnetha Fältskog
Gesang Anni-Frid (Frida) Lyngstad
Keyboard, Klavier, Gesang Benny Andersson
Gitarre, Gesang Björn Ulvaeus

ABBA war eine schwedische Popgruppe der 1970er und frühen 1980er Jahre und eine der weltweit populärsten Musikgruppen dieser Zeit. Mit mehr als 370 Millionen verkauften Tonträgern gehören ABBA auch zu den kommerziell erfolgreichsten Gruppen der jüngeren Musikgeschichte.

Die Band formierte sich in den frühen 1970er Jahren und schaffte ihren internationalen Durchbruch 1974 durch den Sieg beim Eurovision Song Contest mit dem Titel Waterloo. Charakteristisch für die Gruppe waren die zu dieser Zeit ausgefallenen, bunt-poppigen Kostüme, die die Musiker während ihrer Auftritte und in den Musikvideos trugen. Vor allem Mitte der 1970er Jahre, in denen Hits wie SOS, Mamma Mia, Fernando und Dancing Queen entstanden, galten ABBA wegen ihrer aufwändigen und ausgefeilten Musikproduktionen als die Mitbegründer einer neuen internationalen Popmusik.

Nach etwa zehnjährigem Bestehen trennten sich Ende 1982 die Wege der Bandmitglieder.

Inhaltsverzeichnis

Beziehungen unter den Bandmitgliedern

Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus lernten sich im Mai 1969 während der Aufzeichnung einer schwedischen Fernsehsendung in einem Göteborger Fernsehstudio kennen und verlobten sich kurz darauf. Die beiden Musiker heirateten am 6. Juli 1971 im südschwedischen Verum und waren bis Juli 1980 miteinander verheiratet; die private Trennung erfolgte aber bereits im Dezember 1978.

Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson lernten sich im Februar 1969 kennen und verlobten sich bereits ein halbes Jahr später im August 1969, heirateten jedoch erst am 6. Oktober 1978. Im November 1981 wurde auch diese Ehe wieder geschieden.

Werdegang

Die Zeit vor der Bandgründung (bis 1972)

Agnetha Fältskog war eine seit dem Jahr 1968 in Schweden sehr erfolgreiche Sängerin und Komponistin, die vor allem schwedische Schlagermusik machte. Bis zur Gründung von ABBA nahm sie vier Solo-Alben in schwedischer Sprache auf und veröffentlichte zudem acht deutschsprachige Singles. Ferner sang sie die Rolle der Maria Magdalena in der schwedischen Version des Musicals Jesus Christ Superstar.

Die in Norwegen geborene Anni-Frid Lyngstad (Frida) war eine in Schweden ebenfalls bekannte, wenn auch weniger erfolgreiche Jazz- und Folk-Sängerin. Lyngstad gewann 1967 einen nationalen Talentwettbewerb, erreichte 1969 bei der schwedischen Vorentscheidung („Melodifestivalen 1969“) zum Eurovision Song Contest mit dem Lied Härlig Är Vår Jord den 4. Platz und veröffentlichte im März 1971 ihr erstes Solo-Album mit dem Titel Frida.

Bereits im Juni 1966 lernte Björn Ulvaeus, der zu dieser Zeit mit seiner Folk-Gruppe Hootenanny Singers (vormals: Westbay Singers) in den heimatlichen Folkparks Erfolg hatte, den Musiker Benny Andersson kennen, der Pianist bei der in Schweden sehr erfolgreichen Band Hep Stars war. Schon bei ihrem zweiten Treffen drei Monate später im Spätsommer 1966 schrieben sie nach einer Party noch in der Nacht in einem improvisierten Musikraum in Ulvaeus’ Elternhaus ihr erstes gemeinsames Stück Isn't It Easy To Say, das später von den Hep Stars veröffentlicht wurde. A Flower In My Garden war der zweite gemeinsame Song, der 1968 ebenfalls für die Hep Stars entstand.

Andersson und Ulvaeus spielten seither gemeinsam auf verschiedenen Musikfestivals in Skandinavien und traten dabei mehrfach mit dem schwedischen Gesangsduo Svenne & Lotta auf. Außerdem produzierten die beiden u. a. für die Künstlerin Brita Borg den Song Ljuva Sextital, mit Lyngstad die Single Peter Pan und ihre erste gemeinsame Single She’s My Kind Of Girl.

Ihre erste gemeinsame Schallplatte mit dem Titel Lycka („Glück“) nahmen Andersson und Ulvaeus 1970 bei Stig Andersons Plattenfirma Polar Music auf, bei der auch die Hootenanny Singers unter Vertrag standen. Mit dieser LP-Produktion begann auch die Zusammenarbeit mit dem Toningenieur Michael B. Tretow, der später maßgeblich an der Soundentwicklung von ABBA beteiligt war. Unterstützt wurden Andersson und Ulvaeus bei einigen Aufnahmen bereits von ihren Lebensgefährtinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad, die verschiedene Backing Vocals sangen. So gilt der auch auf Single veröffentlichte schwedische Song Hej Gamle Man! („Hallo, alter Mann!“) als das erste Musikstück, auf dem alle vier Mitglieder von ABBA zu hören sind. Auf dessen Cover sowie auf dem Album Lycka sind aber nur „Björn Ulvaeus & Benny Andersson“ genannt. Nachdem das Album Lycka in Schweden in die Hitparade gelangte, planten Ulvaeus und Andersson, gemeinsam mit ihren Partnerinnen auch einen englischen Pop-Song aufzunehmen.

Formierung zur Band (1972–1973)

People Need Love war der Titel der ersten gemeinsamen Single, die die vier Musiker 1972 auf den Markt brachten. Dabei sahen sie sich aber noch immer nicht als feste Gruppe, denn alle Beteiligten waren parallel auch mit eigenen Produktionen beschäftigt. Daher hatte man sich auch keinen Namen für das gemeinsame Musik-Projekt überlegt, so dass lediglich ihre Namen Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid auf dem Cover aufgezählt wurden. Unter diesem eher improvisierten „Gruppennamen“, der zu dieser Zeit auch immer wieder geringfügig verändert wurde, nahm die Gruppe das erste gemeinsame Album Ring Ring auf. Mit dem gleichnamigen Lied traten sie im Februar 1973 – Fältskog war zu dieser Zeit im neunten Monat schwanger – als „Geheimfavorit“ zum schwedischen Vorentscheid („Melodifestivalen 1973“) des Eurovision Song Contest an, belegten aber deutlich abgeschlagen den dritten Platz. Die Gruppe und ihr Manager Stig Anderson waren zunächst enttäuscht über diese Platzierung, aber schon bald planten sie eine erneute Teilnahme für das folgende Jahr.

Um im deutschen Markt höhere Verkaufszahlen zu erreichen, nahmen sie – wie zu dieser Zeit auch bei anderen internationalen Künstlern üblich – ihre schwedischsprachigen Lieder Hej Gamle Man (Hey Musikant) und Livet går sin gång (Was die Liebe sagt) sowie die englischsprachigen Songs Ring Ring (Ring Ring) und Another Town, Another Train (Wer im Wartesaal der Liebe steht) mit deutschen Texten auf. Diese Stücke sowie die später entstandene deutsche Version des Liedes Waterloo konnten sich jedoch nicht erfolgreich in den Chartlisten platzieren.

„Grand Prix“-Sieg und erste Erfolge – erste Rückschläge und Rückkehr in die internationalen Hitparaden (1974–1975)

Mit ihrem neuen Bandnamen ABBA setzten sich die vier Künstler im Jahr 1974 mit ihrem Beitrag Waterloo zunächst beim schwedischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest durch. Am 6. April 1974 traten sie bei der Austragung in der englischen Stadt Brighton an. Nach einem für den Wettbewerb bis dahin musikalisch eher untypischen, aber sehr effektvoll inszenierten Auftritt dominierten ABBA die Punktwertung und belegten unter den 17 teilnehmenden Ländern schließlich mit deutlichem Vorsprung den 1. Platz. Dieser Sieg war der Beginn ihrer internationalen Karriere. Die Single Waterloo erreichte in vielen Ländern vordere Plätze in den Hitparaden; sogar in den USA wurde das Lied ein „Top 10“-Hit.

Nach diesem Erfolg veröffentlichten sie in einigen Ländern auch ihre zweite LP, die ebenfalls den Titel Waterloo hatte. Die nachfolgende Single-Auskopplung von diesem Album Honey, Honey sowie die zwei neuen Titel So Long und I Do, I Do, I Do, I Do, I Do waren aber nur noch in Skandinavien, Deutschland, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und in Australien erfolgreich. I Do, I Do, I Do, I Do, I Do gelangte in Australien und in der Schweiz sogar auf den ersten Platz in der Hitparade. Auf dem für Popgruppen sehr wichtigen und einflussreichen britischen Markt fanden diese Singles jedoch keine große Resonanz. Dort galten die Gewinner des „Grand Prix“ ohnehin als „musikalische Eintagsfliegen“. Und auch auf ihrer ersten größeren Europa-Tournee 1974, bei der sie u. a. in sieben deutschen Städten gastierten, war die Resonanz beim Publikum überwiegend zurückhaltend und der erhoffte Erfolg außerhalb Skandinaviens blieb zunächst noch weitgehend aus.

In Schweden waren ABBA, trotz einiger Konzertabsagen in den Folkparks, über die viele Fans aus ihrem Heimatland verärgert waren, weiterhin sehr populär. Jedoch begann die heimische Presse zunehmend eine kritische Haltung gegenüber der aufstrebenden Popgruppe einzunehmen, da deren Meinung nach „die Gruppe zu kommerziell und die Musik zu oberflächlich und unkritisch sei“. Zu dieser Zeit arbeitete auch keiner der Künstler ausschließlich in diesem Gruppenverband, sondern jeder hielt sich zunächst weitere Optionen für seine eigene Karriere offen. So veröffentlichten Fältskog und Lyngstad 1975 jeweils ein schwedisches Solo-Album. Im gleichen Jahr wirkte Anni-Frid Lyngstad als Hintergrundsängerin bei der Produktion des Albums Moviestar des ebenfalls aus Schweden stammenden Sängers Harpo mit.

Die dritte Gruppen-LP mit dem schlichten Titel ABBA erschien im April 1975. Dieses Album war zunächst ein „Ladenhüter“ und es schien, als sei die internationale Karriere von ABBA somit schnell wieder beendet. Dann wurde entschieden, nach So Long und I Do, I Do, I Do, I Do, I Do eine dritte Single aus dem Album auszukoppeln. So erschien im Spätsommer 1975 die Single S. O. S.. Dieser neuartige Poptitel erreichte u. a. den 6. Platz der Charts in Großbritannien und Platz 1 in Deutschland und war vom Arrangement sowie von der Soundqualität für ABBA nun richtungsweisend für ihre weiteren Songproduktionen. In Australien gefiel dem Publikum besonders Mamma Mia – ein weiteres Lied dieser Platte, das auf Drängen des australischen Platten-Labels RCA auch noch als Single veröffentlicht wurde. Mit diesem Song schafften ABBA es auch wieder, sich an der Spitze der britischen, der deutschen Charts und vieler anderer Länder zu platzieren. Dabei fand auch das auf der B-Seite veröffentlichte Instrumentalstück Intermezzo No. 1 international große Beachtung.

Diese wiedergekehrte Begeisterung für die Musik von ABBA nutzte die Gruppe auch kommerziell: So veröffentlichten ABBA zunächst in Schweden im November 1975 ihr erstes „Best Of“-Album mit dem Titel Greatest Hits (ABBA)|Greatest Hits, das Anfang 1976 auch in vielen anderen Ländern veröffentlicht wurde und dort die vordersten Plätze der Album-Charts erreichte.

Höhepunkt der internationalen Karriere und erste private Krisen (1976–1980)

Nachdem die Gruppe bereits wieder zwei international erfolgreiche Songs hatte, veröffentlichte sie im Frühjahr 1976 die Single Fernando. Dieser Song wurde ursprünglich für Lyngstads Solo-Album Frida Ensam mit einem schwedischen Text geschrieben. Da der Titel in ihrem Heimatland Schweden sehr gut ankam, nahmen ABBA ihn noch einmal mit einem englischen Text auf. Auch Fernando erreichte im Laufe des Jahres weltweit die vordersten Plätze der Hitparaden. In vielen Ländern konnte sich das Lied wochenlang auf Platz 1 der Hitparaden behaupten und gilt bis heute als ABBAs weltweit kommerziell erfolgreichster Titel. Fernando war eine der ersten Singles, die vom Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Die Single blieb die einzige mit Gold-Status für ABBA in Deutschland.

Im August des gleichen Jahres folgte die Single Dancing Queen. Dieser Song wird häufig als der typische, eingängigste und populärste Disco-Poptitel der Gruppe bezeichnet, obwohl Andersson und Ulvaeus mit dem Basis-Rhythmus des Stückes sowie mit dem ausklingenden Liedschluss bei der Produktion nicht vollkommen zufrieden waren. Die Uraufführung dieses Stückes war bereits am 18. Juni 1976 im schwedischen Fernsehen, als die Gruppe es am Vorabend der Hochzeit des schwedischen Königs Carl Gustav und seiner Verlobten Silvia Sommerlath zu deren Ehren in spätbarocken Kostümen präsentierten. Auch Dancing Queen belegte im September und Oktober 1976 weltweit die Spitzenplätze der jeweiligen Länder-Hitparaden. Nachdem die Single zeitversetzt im November 1976 auch in den USA veröffentlicht wurde, erreichte Dancing Queen schließlich am 9. April 1977 als erster und einziger ABBA-Titel auch die Spitze der US-amerikanischen Hitparade.

Im Herbst 1976 brachte die Gruppe ihr viertes Studioalbum mit dem Titel Arrival auf den Markt. Dieses Album sowie die nach Dancing Queen ausgekoppelten Singles Money, Money, Money und Knowing Me, Knowing You erreichten in vielen Ländern ebenfalls die ersten Plätze der Hitparaden. Bereits zum Verkaufsstart des Albums in Deutschland wurden über 500.000 Stück an den Handel ausgeliefert, so dass das Album Arrival als eines der ersten Pop-Alben mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet werden konnte. Sogar im früheren Ostblock war das Album so erfolgreich, dass beispielsweise Polen das Kontingent von 800.000 Schallplatten mit „Westmusik“, die jährlich importiert werden durften, nur für dieses eine Album verwendete. ABBA reiste extra für eine Fernseh-Dokumentation nach Polen, um das Album vorzustellen. Die Gruppe war auch in den anderen früheren Ostblockländern sehr beliebt und musikalisch erfolgreich, jedoch hielt sich ihr kommerzieller Erfolg dort in Grenzen, da die jeweiligen Landeswährungen nur beschränkt konvertierbar waren. Nach einigen Überlegungen gründeten ABBA eine Handelsgesellschaft und ließen sich seitdem auch in Naturalien wie z. B. polnischen Kartoffeln, Getreide, russischem oder rumänischem Erdöl oder auch Werkzeugmaschinen und anderen Produkten bezahlen, die auf dem freien Markt absetzbar waren.

1977 erreichten ABBA weitere Höhepunkte in ihrer Karriere: Ihre Platten verkauften sich weltweit mit sehr großem Erfolg, so dass sie unzählige Auszeichnungen und Schallplattenpreise bekamen. Ihre große Tournee durch Europa und Australien war überall ausverkauft. Parallel dazu entstand unter der Regie von Lasse Hallström der Spielfilm ABBA – The Movie, der ursprünglich nur eine Tournee-Dokumentation werden sollte. Neben der Haupthandlung um den Reporter Ashley sind daher viele Konzertmitschnitte aus Australien und Eindrücke der dort herrschenden Fanhysterie zu sehen, die häufig als „Abbamania“ bezeichnet wird. Einige Szenen wurden später noch in Schweden gedreht. Die Weltpremiere des Kinofilms war am 15. Dezember 1977 in den australischen Städten Sydney, Perth und Maramatta; die Europa-Premiere war am 26. Dezember 1977 in Stockholm. Der Film wurde einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 1978 in Europa und Australien und erlangte in der Musikbranche und vor allem bei ABBA-Fans Kultstatus.

Als die Gruppe von ihrer Tournee nach Schweden zurückkehrte, widmeten sich die Mitglieder vor allem der Komposition neuer Lieder. Im Sommer und Herbst 1977 wurde das fünfte Album The Album aufgenommen. Die Aufnahmen wurden im September kurzzeitig unterbrochen, um eine mögliche Frühgeburt bei Fältskog zu vermeiden, die zum zweiten Mal schwanger war. Während Arrival ein typisches Pop-Album mit Disco-Klängen war, waren auf dem neuen Album überwiegend „reifere“ Songs zu hören. Als erstes Lied dieser Platte wurde The Name Of The Game als Single veröffentlicht. Es folgte die Single Take A Chance On Me, die bis heute die meistverkaufte Single von ABBA in den USA ist und in den US-amerikanischen Charts Platz 3 erreichte. Dieses Lied ist damit nach Dancing Queen der Titel, der sich dort am zweithöchsten platzieren konnte. Die zunächst letzte Single-Auskopplung aus dem Album war der Song Eagle, dessen Spieldauer auf der Single auf eine „radiofreundliche Liedlänge“ reduziert wurde – das Stück hatte in der LP-Version eine Spieldauer von 5 Minuten und 51 Sekunden und war damit der längste ABBA-Song. Ebenfalls auf The Album sind drei Stücke des Mini-Musicals The Girl With The Golden Hair, das die Band bereits bei ihren Live-Auftritten während ihrer Welttour 1977 inszeniert hatte. Ein Stück daraus ist der mittlerweile zur Hymne gewordene Titel Thank You For The Music.

Anfang 1978 zogen sich ABBA häufiger aus der Öffentlichkeit zurück, um mehr Ruhe für zukünftige Projekte zu haben. Seit dem Frühjahr 1978 nahmen sie verschiedene Stücke und Melodien für ein neues Album auf. In dieser Zeit wurden sehr viele Stücke komponiert und produziert, viele davon aber auch wieder verworfen. Als neues Lied wurde im Spätsommer 1978 lediglich Summer Night City in einigen Ländern veröffentlicht. Diese Single erreichte aber nicht die aus den vergangenen Jahren gewohnten Charterfolge, so dass dieses Lied auch nicht mehr für das geplante sechste Album berücksichtigt wurde.

Im Herbst 1978 heirateten Lyngstad und Andersson, die Ehe von Fältskog und Ulvaeus geriet jedoch zunehmend in eine Krise. Fältskog wollte sich nach der Geburt ihres Sohnes Christian im Dezember 1977 mehr um ihre Familie kümmern, während Ulvaeus auf keinen Fall ABBA vernachlässigen wollte. Diese und andere Differenzen führten dazu, dass sich die beiden immer mehr auseinander lebten. So verließ Fältskog am 25. Dezember 1978 mit ihren Kindern die gemeinsame Villa und zog in das nahe gelegene Gästehaus von Polar-Music. Trotz einer Paartherapie im Sommer 1978 entschlossen sich Fältskog und Ulvaeus zur Scheidung, die im Juli 1980 erfolgte. Vorerst hatte die private Trennung von Ulvaeus und Fältskog aber keine Auswirkungen auf den Fortbestand der Gruppe.

So erschien im Frühjahr 1979 mit Voulez-Vous ABBAs sechstes Album. Diese Platte enthielt acht Lieder, die vom Arrangement weitgehend den damaligen Disco-Songs entsprachen. Nur die Lieder Chiquitita und I Have A Dream waren Pop-Balladen. Als erste Single erschien vorab der Song Chiquitita, den sie am 8. Januar 1979 auf einer UNICEF-Gala in New York (USA) offiziell vorstellten. Da viele Kritiker bereits nicht mehr an eine erfolgreiche Fortsetzung der ABBA-Karriere glaubten, war es für die Gruppe zu diesem Zeitpunkt enorm wichtig, mit Chiquitita wieder einen Welthit veröffentlicht zu haben. Die gesamten Einnahmen aus dem Verkauf dieser Single spendeten ABBA an UNICEF. Bis heute werden alle Einnahmen, die das Lied einspielt, an die Organisation UNICEF weitergeleitet, die seither auch Inhaber der Lizenzrechte an diesem Lied ist.

Im Herbst 1979 begab sich die Gruppe auf eine weitere große Tournee mit einer sehr aufwändigen Bühnenkulisse, die sie nach Europa, Amerika und im Frühjahr 1980 auch nach Japan führte. Während sie in Europa und Japan ausverkaufte Konzertarenen hatten und vor enthusiastischen Fans spielten, waren die Konzerte in Amerika teilweise nicht ausverkauft. Zu dieser Zeit äußerte vor allem Fältskog ein zunehmendes Desinteresse an den Auftritten und vielfältigen Aktivitäten der Gruppe.

Während Andersson und Ulvaeus Anfang 1980 neue Lieder komponierten, nahmen Fältskog und Lyngstad acht bekannte ABBA-Lieder mit spanischen Texten auf, nachdem bereits 1979 die Stücke Chiquitita und I Have A Dream auf Spanisch veröffentlicht worden waren und sich hervorragend in Lateinamerika verkauft hatten. Alle zehn Lieder wurden auf einem Album mit dem Titel Gracias Por La Música veröffentlicht.

Im weiteren Verlauf des Jahres widmeten sich ABBA den Aufnahmen neuer Lieder für ihr nächstes Album Super Trouper. Die Aufnahmen gingen vergleichsweise zügig voran und im Spätsommer erschien mit The Winner Takes It All vorab die erste Single dieses Albums.

Bis zum Erscheinen des Samplers ABBA – Gold im Jahr 1992 blieb Super Trouper das erfolgreichste Album der Gruppe (10 Millionen Exemplare). Auch die gleichnamige Single-Auskopplung war in vielen Ländern ein Nummer-Eins-Hit.

Das Ende der Band (1981–1982)

Die Beziehungskrisen machten zu Beginn der 1980er Jahre ein gemeinsames Arbeiten zunehmend schwieriger. Nachdem die Scheidung von Fältskog und Ulvaeus im Juli 1980 rechtskräftig geworden war, heiratete er am 6. Januar 1981 seine neue Lebenspartnerin Lena Källersjö, mit der er bereits seit Silvester 1978 zusammenlebte. Ihre erste gemeinsame Tochter Emma wurde im Januar 1982 geboren. Auch Lyngstad und Andersson trennten sich, nachdem er eine Beziehung zur Fernsehmoderatorin Mona Nörklit begonnen hatte und diese schwanger geworden war. Bereits eine Woche nach der Scheidung von Lyngstad heirateten Andersson und Nörklit im November 1981. Im Januar 1982 wurde ihr gemeinsamer Sohn Ludvig geboren. Ulvaeus und Källersjö sowie Andersson und Nörklit sind bis heute miteinander verheiratet.

Parallel zu ihren Trennungsphasen begannen ABBA die Aufnahmen zum achten und letzten Album The Visitors. Im Vergleich zum vorherigen Album verliefen die Aufnahmen schleppend. Als die LP Ende 1981 auf den Markt kam, waren viele Käufer überrascht. Mit diesem Album hatten ABBA ihren früheren und Erfolg bringenden Musikstil verlassen. Die neun Stücke dieses Albums klangen „schwermütig, kalt und düster“, die Texte waren tiefgründig, und auch die Lieder mit poppiger Melodieführung hatten einen melancholischen Unterton. Kein einziges Lied auf dem Album wurde von Fältskog und Lyngstad gemeinsam gesungen, lediglich im Refrain einiger Lieder sind beide zu hören. Mit Like An Angel Passing Through My Room wurde erstmals ein Song komplett von Lyngstad alleine gesungen. Das Album The Visitors erreichte aber entgegen kritischen Prognosen ähnlich hohe Verkaufszahlen wie die Vorgänger-Alben und belegte – wie die Studioalben Arrival, Voulez-Vous und Super Trouper zuvor – den ersten Platz der britischen und deutschen Album-Charts.

ABBA gingen 1982 ein weiteres Mal als Gruppe ins Studio, um ein neuntes Album mit dem Arbeitstitel Opus 10 aufzunehmen. Doch schnell verließ die vier die Lust an dem Projekt. Vor der Sommerpause waren lediglich drei Stücke aufgenommen: Just Like That, You Owe Me One und I Am The City. In diesen Aufnahmen kam ihr bisheriger Musikstil wieder mehr zum Ausdruck, es gab mehr gemeinsame Liedpassagen und die Songs waren alle wieder etwas „fröhlicher“.

Parallel nahm Lyngstad ihr erstes englisches Solo-Album Something’s Going On mit Phil Collins als Produzent auf, Fältskog spielte in dem schwedischen Film Raskenstam mit, Andersson und Ulvaeus planten, gemeinsam ein Musical zu komponieren.

Immer häufiger wurde in den Medien nun über eine bevorstehende Trennung der Gruppe spekuliert, was die vier Bandmitglieder aber in jedem Interview zu dieser Zeit stets dementierten. Auch in einer offiziellen Presseerklärung vom 14. Juni 1982, die Görel Hanser veröffentlicht hatte, um über die Aktivitäten der Band in der Sommerpause zu informieren, hieß es u. a.: „Auch wenn die einzelnen ABBA-Mitglieder von Zeit zu Zeit ihre eigenen Projekte haben, gibt es nicht die Absicht, die Gruppe aufzulösen.“ (Originaltext: „Even if the ABBA members from time to time are doing things on their own, there is no intention whatsoever to break up the group.“).

So trafen sich die vier Mitglieder von ABBA im August 1982 noch einmal im Studio, um weitere Songs aufzunehmen. Davon wurden aber nur noch die Lieder The Day Before You Came und Under Attack als Single und auf dem Album The Singles – The First 10 Years veröffentlicht, das im November 1982 erschien. Die Stücke Cassandra und You Owe Me One wurden als B-Seiten der beiden Singles genutzt. I Am The City wurde erst 1993 auf der Compilation ABBA – More Gold veröffentlicht. Just Like That blieb bis heute unveröffentlicht, ist aber als Ausschnitt in dem Medley ABBA Undeleted enthalten, das der Toningenieur der Gruppe, Michael B. Tretow, 1994 für die CD-Box ABBA – Thank You For The Music zusammenstellte. (Siehe dazu auch die Sektion Unveröffentlichte ABBA-Songs.)

Am 11. Dezember 1982 traten ABBA ein letztes Mal gemeinsam auf: Sie waren in der britischen Fernsehsendung The Late Late Breakfast Show von Noel Edmonds zu sehen. Allerdings war die Band in einem Studio in Stockholm und wurde via Satellit live zugeschaltet. Sie sang die Lieder I Have A Dream und Under Attack.

Im Interview kündigten die Künstler für die Gruppe „eine Pause“ an, was rückblickend jedoch als die Trennung der Band angesehen werden kann. Denn danach gingen die vier Musiker ihre eigenen Wege und hatten seitdem nur noch einen gemeinsamen Auftritt als ABBA.

Nach der Trennung

Nach 1982 arbeiteten die Bandmitglieder an eigenen Musik-Projekten: Lyngstad (jetzt als Frida) und Fältskog nahmen englischsprachige Soloalben auf. Ulvaeus und Andersson schrieben, nachdem sie bereits 1977 Erfahrungen mit dem Mini-Musical The Girl With The Golden Hair gesammelt hatten, die Musicals Chess (Texte von Tim Rice) und Kristina från Duvemåla.

Seit ihrer Trennung kommen regelmäßig Gerüchte zu einer möglichen Wiedervereinigung der Band auf, die von den vier Schweden immer wieder kategorisch ausgeschlossen wird. So haben sie sich bis heute nicht wieder zu einem gemeinsamen Projekt entschlossen.

ABBA zählten bereits zur aktiven Zeit zu den kommerziell erfolgreichsten Musikkünstlern weltweit. Aber auch fast 25 Jahre nach ihrer Trennung – ohne weitere Auftritte und neue Songs – haben sie immer noch eine enorm hohe Popularität und es werden täglich noch immer etwa 3.000 Original ABBA-Tonträger verkauft. Darüber hinaus wird die Musik von ABBA kontinuierlich in unterschiedlichsten Interpretationen und Cover-Versionen produziert und meistens sehr erfolgreich vermarktet. Auch das erfolgreiche Musical Mamma Mia! basiert auf den Songs der Musikgruppe.

Stationen nach der Trennung

Das „ABBA-Imperium“

Im Laufe der – auch finanziell – sehr erfolgreichen Jahre bauten die vier Schweden und ihr Manager Stig Anderson einen kaum überschaubaren Mischkonzern mit unterschiedlichen Firmen, Firmenbeteiligungen und anderen Kapitalinvestitionen auf, der auch häufig das „ABBA-Imperium“ genannt wurde.

Nachdem bereits 1979 erstmalig große finanzielle Verluste durch Spekulationen mit Rohöl bei der ABBA-Firma Pol Oil entstanden, erfolgte für das „ABBA-Imperium“ bereits kurz nach der Trennung der Band durch oberflächliche und teilweise nicht kontrollierte Geschäftsführung sowie durch unseriöses Finanzmanagement (u. a. Steuernachforderungen, spekulative Kreditaufnahmen, zweifelhafte Börsenspekulationen) eine massive Krise mit hohen finanziellen Verlusten auch für Fältskog, Andersson, Ulvaeus und ihren Manager Anderson. Lediglich Lyngstad blieb hierbei weitgehend schadlos, da sie ihre Kapitalanteile bereits unmittelbar nach ihrer Trennung von ABBA verkauft hatte.

Das ABBA-Revival in den 1990er Jahren

Ausgangssituation zum ABBA-Revival

Die letzten großen Erfolge hatte ABBA in den frühen 1980er Jahren mit Hits wie The Winner Takes It All, Super Trouper und One Of Us.

Im deutschsprachigen Raum kamen zur gleichen Zeit unzählige kommerzielle Musik-Projekte der Neuen Deutschen Welle auf, die die Hitparaden dominierten, aber bereits im Herbst 1983 weitgehend beendet waren bzw. keine erfolgreichen Hits mehr hervorbrachten.

In den folgenden Jahren 1983 und 1984 entwickelte sich eine neue internationale Popkultur: Michael Jackson gelang mit seinem Album Thriller der internationale Durchbruch als Solo-Künstler, Madonna hatte ihre ersten erfolgreichen Single-Hits, Popgruppen wie Duran Duran, Kajagoogoo und etwas später auch A-Ha kamen als Vorläufer der späteren Boygroups mit ihren Songs in die Hitparaden. Ebenso prägten Popmusik-Duos wie Wham!, die Pet Shop Boys und Modern Talking den Mainstream der Popmusik in diesem Jahrzehnt.

Einstmals erfolgreiche Bands wie Bee Gees, Boney M., Smokie und ABBA waren nicht mehr im Fokus des Massengeschmacks und als Folge dessen wurde ihre Musik nur selten in Diskotheken und bei den Radiosendern gespielt.

Der Beginn des ABBA-Revivals

Im Sommer 1992 veröffentlichte das britische Synthie-Pop-Duo Erasure die EP-Single Abba-esque mit Coverversionen der vier ABBA-Lieder Lay All Your Love On Me, S. O. S., Take A Chance On Me und Voulez-Vous. Die Single erreichte u. a. Platz 1 in den UK-Charts, Platz 2 in Deutschland (insgesamt 19 Wochen in den Top-10) und Platz 3 in der Schweiz. In Folge dieses unerwarteten Erfolges wurden plötzlich von verschiedenen Künstlern die ABBA-Lieder gecovert.

Im Herbst 1992, fast zehn Jahre nach der Trennung der Gruppe, brach erneut das ABBA-Fieber aus. Künstler wie U2, Nirvana, R.E.M., Madonna oder Tina Turner outeten sich als ABBA-Fans. Dazu gab es eine neue ABBA Best Of CD „GOLD-The Greatest Hits“, die im Spätherbst 1992 völlig unerwartet ein weltweites ABBA-Revival auslöste und in 13 Ländern auf Platz 1 landete, darunter auch in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien. Allein in Deutschland hielt sie diese Position 12 Wochen inne. Für die vier ABBA-Mitglieder kam der Erfolg völlig überraschend, denn obwohl die CD ausschließlich schon mal veröffentlichtes Material enthielt, wurde es eines der bestverkauften Alben aller Zeiten: Sowohl in GB als auch in Deutschland und Frankreich überschritt die CD bereits nach wenigen Monaten die Millionengrenze, die weltweiten Zahlen beliefen sich auf 10 Millionen Exemplare.

Und obwohl die Gruppe selbst gar nicht mehr aktiv war, erhielten ABBA 1993 aus aller Welt Auszeichnungen als erfolgreichste internationale Popgruppe des Jahres, so auch den World Music Award. Es gab Platin- und Multiplatinauszeichnungen wie zu ABBAs Glanzzeiten in den 70ern. Eine zweite CD, „More ABBA Gold“ schaffte es Ende 1993 in die Top 10 von Deutschland und Frankreich und erreichte die Top 20 in GB und Australien.

Das Musical Mamma Mia!

Hauptartikel: Mamma Mia!

Eine weitere Säule des lang anhaltenden Erfolgs von ABBA nach ihrer Trennung ist das weltweit erfolgreiche Musical Mamma Mia!, in dem viele bekannte ABBA-Hits wie Dancing Queen, Super Trouper und The Winner Takes It All zu hören sind. Die Hintergrundgeschichte von der allein erziehenden Mutter Donna und ihrer Tochter Sophie, die kurz vor ihrer Hochzeit steht, stammt von der britischen Autorin Catherine Johnson.

Die Weltpremiere war am 6. April 1999 im Prince Edward Theatre in London. Mittlerweile gastierte das Musical – neben mehreren dauerhaften Spielorten – weltweit in über 100 Städten als Tourneeproduktion.

Diskografie

Hauptartikel: Diskografie von ABBA

In ihrer aktiven Zeit erreichten ABBA mit ihren Songs in 23 Ländern 143 Mal den ersten Platz der jeweiligen Single-Charts. In Deutschland konnte die Gruppe sich mit 26 Songs in den Charts platzieren. Davon erreichten 21 Songs Top-10-Platzierungen und neun Hits – davon sechs Songs hintereinander – erreichten den ersten Platz in den deutschen Charts.

Coverversionen der ABBA-Musik

Eine ausführliche Aufstellung mit Coverversionen und Instrumentalversionen der ABBA-Musik sowie Informationen zu den aktiven Tribute-Bands steht im Hauptartikel Coverversionen von ABBA-Songs.

ABBA in deutschen Fernsehsendungen

ABBA hatte in Deutschland regelmäßig Promotion-Auftritte in verschiedenen populären Fernsehsendungen. Neben vereinzelten Gastauftritten in Fernsehshows wie Am laufenden Band mit Rudi Carrell oder der Aktuellen Schaubude waren es überwiegend Auftritte in Musiksendungen wie beispielsweise im ZDF in der Disco mit Ilja Richter, im Musikladen von Radio Bremen oder in der Starparade, die von Rainer Holbe präsentiert wurde.

Der allererste Auftritt im deutschen Fernsehen war am 6. Januar 1973 in der Musiksendung Disco. Ilja Richter stellte die unbekannte schwedische Band namentlich vor, auf der Bühne standen allerdings Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Frida Lyngstad und Inger Brundin – eine Freundin von Lyngstad, die ersatzweise für Fältskog auftrat, da diese im achten Monat schwanger war und daher nicht verreisen wollte. Die Band war damals in Deutschland völlig unbekannt, und so fiel niemandem im Publikum auf, dass nicht Agnetha Fältskog auf der Bühne stand.

Es gab auch Auftritte in der DDR: Im November 1974 traten ABBA in der Fernseh-Unterhaltungssendung Ein Kessel Buntes auf. Die Band präsentierte die drei Titel Waterloo, So Long und Honey Honey sowie einen Ausschnitt von Waterloo in der deutschsprachigen Version. Es war einer der wenigen Bühnenauftritte, bei denen Andersson mit auf der Bühne stand und nicht am Klavier saß. Ebenfalls im November 1974 gastierte die Band in der Jugendfernsehsendung Rund des ehemaligen Fernsehsenders DDR 1.

Am 21. August 1976 gab es im Musikladen ein ABBA-Special – es blieb die einzige Musikladen-Sendung, in der nur eine einzige Musikgruppe präsentiert wurde.

ABBAs erster und einziger Live-Auftritt am 11. November 1982 im Showexpress mit Michael Schanze war der letzte gemeinsame Bühnenauftritt in Deutschland und der vorletzte Bühnenauftritt überhaupt. Sie sangen die neuen Titel The Day Before You Came, Cassandra und Under Attack. Dieser Auftritt war insoweit ungewöhnlich, da bereits Meldungen über die Trennung der Band kursierten und nach Schanzes Anmoderation zunächst auch nur Fältskog alleine auf der Bühne im Trockeneisnebel stand. Hinter ihr befand sich eine Bühnendekoration mit einem beleuchteten ABBA-Schriftzug an einer Wand und Fältskog begann, mit ernster und in sich gekehrter Miene das Lied The Day Before You Came vorzutragen. Nachdem im Publikum erste Unruhe zu hören war, trat Fältskog drei Schritte nach vorne und die Wand begann sich zu drehen, so dass jetzt erst sichtbar wurde, dass Fältskog vor einer Drehbühne stand, auf der nun hinter ihr die anderen ABBA-Mitglieder erschienen, wobei Lyngstad auf Anderssons Klavier saß.

Ein bereits zwei Jahre zuvor geplanter Auftritt im Showexpress hatte wegen einer Entführungsdrohung an die ABBA-Mitglieder kurzfristig abgesagt werden müssen und war durch eine 20-minütige Live-Schaltung nach Schweden ersetzt worden.

Knapp zwei Jahre nach der Trennung waren Lyngstad, Andersson und Ulvaeus am 29. November 1984 zu Gast bei Thomas Gottschalk in der von ihm moderierten Fernsehshow Na sowas!. Nachdem Lyngstad ihr Lied Come To Me (I Am Woman) vorgestellt hatte, folgte ein Interview mit den drei Musikern und ein kleiner Begleitauftritt zur Vorstellung des Liedes One Night In Bangkok aus dem Musical Chess.

Die Gründe für den weltweiten Erfolg

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den internationalen Durchbruch von ABBA war zunächst der Sieg beim Eurovision Song Contest 1974, durch den die Gruppe und ihr einfacher, aber markanter Bandname ABBA quasi über Nacht internationale Bekanntheit erreichten. Gleichzeitig vermittelten sie durch ihr Lied Waterloo und die ungewöhnlichen, schrillen Kostüme ein neues, modernes Image, das vom europäischen Publikum überwiegend positiv beurteilt wurde. Hierzu trugen vor allem die beiden Sängerinnen Fältskog und Lyngstad bei, die zwar zwei völlig unterschiedliche aber gleichermaßen attraktive und sympathische Frauentypen waren und mit einer frischen und positiven Ausstrahlung auftraten.

Über Jahre pflegten ABBA fortan das Image zweier glücklicher und sehr gut befreundeter Paare, die ohne die sonst für viele Bands üblichen Skandale wie Liebesaffären, Drogenkonsum usw. stets nett und freundlich in der Öffentlichkeit, bei Fernsehshows und gegenüber ihren Fans auftraten. Und auch nach der Trennung von Fältskog und Ulvaeus präsentierten die vier Musiker sich als Gruppe, die trotz persönlicher Differenzen gemeinsam für ein Musik-Projekt arbeiteten.

Während viele Bands Anfang der 1970er Jahre noch Musik spielten, die sich an die populäre englische Rockmusik der 1960er Jahre anlehnte, waren ABBA bestrebt, modernere, eingängige und kommerziell erfolgreiche Unterhaltungsmusik zu produzieren. Nachdem ABBA auf den ersten Platten noch mit sehr verschiedenen Musikrichtungen experimentierten – von der Glamrock-Nummer Watch Out bis zum internationalen Schlagersong Honey, Honey – fand die Gruppe 1975 einen eigenen und so bislang noch nicht produzierten Pop-Sound. Unterstützt durch eine vielseitige Instrumentenauswahl, moderne Arrangements und ausgefeilte Studiotechnik, die im Vergleich zu vielen anderen Pop- und Discomusikern ihrer Zeit sehr aufwändig war, erreichten ABBA einen sehr hohen Qualitätsstandard, sowohl bei der Musikaufnahme als auch bei der Produktion. (Siehe hierzu auch das folgende Kapitel „Künstlerische Arbeit“).

Auch hatten ABBA ein sehr gutes Gespür für die Auswahl der Singles und deren Veröffentlichungen sowie für die Weiterentwicklung ihrer Musik. Nur wenn ein Lied dem Produktionsteam „nachhaltig“ gefiel, wurde es veröffentlicht. Vor allem an die Lieder, die vor einem neuen Album als Single veröffentlicht wurden, stellte das ABBA-Team hohe Ansprüche. Aber auch die späteren Singleauskopplungen mussten „Hitniveau“ haben.

Im Zuge einer globalen Vermarktungsstrategie setzte das ABBA-Management um Stig Anderson ab dem ersten Greatest-Hits-Album (Ende 1975) zwar auf möglichst einheitliche Veröffentlichungen, jedoch wurden immer wieder verschiedene Titel, Singles und Alben – wie bereits zu Beginn ihrer Karriere – sehr länderspezifisch aufgenommen und veröffentlicht. So gibt es viele Titel, die in unterschiedlichen Sprachen gesungen wurden, abweichende Titel auf den B-Seiten der Singles sowie viele Sonderproduktionen und Kompilationsalben für einzelne Länder.

Darüber hinaus hatten ABBA in den für sie kommerziell wichtigsten Ländern eine für damalige Verhältnisse sehr hohe Medienpräsenz. Die Gruppe gab unzählige Interviews und trat in den bedeutenden Fernsehsendungen und Musikshows live auf, um neue Songs und Alben zu präsentieren. Auch nutzte sie das Medium des damals noch nicht so genannten „Videoclips“ wie kaum eine andere Gruppe. ABBA machte quasi das Musikvideo zur Single und war dadurch auf der ganzen Welt gleichzeitig präsent. Parallel dazu trat die Gruppe 1977 und 1979 bei weltweiten Tourneen mit aufwändiger Bühnen- und Scheinwerfershow auf, was man in dieser Dimension nur von sehr wenigen Künstlern kannte.

Ganz immens zum Erfolg auf kompositorischer Ebene trugen mehrere Faktoren bei: erstens der syllabische Stil, d. h. in jedem Song pro Textsilbe eine Note. Zweitens die Kongruenz zwischen Textinhalt und Songaufbau (Textgliederung = Songgliederung). Drittens das in den meisten Songs von ihnen sehr ausgewogene Mengenverhältnis zwischen Melodie- bzw. Silbentönen zu Pausen und Instrumentalabschnitten. Viertens eine Melodiegestaltung mit einfachen und kleinen Tonintervallen ohne chromatische Töne, so dass sich insgesamt ein fast volksliedhafter, besonders sanglicher, leicht nachvollziehbarer Song ergibt, bei dem die Gesangsmelodie auch ohne instrumentale Begleitung bereits das zugrunde liegende Harmoniegerüst vollständig oder weitgehend selbst enthält.

Künstlerische Arbeit

Da alle vier Musiker von ABBA sowie ihr Manager Stig Anderson bereits vor der gemeinsamen Musikperiode eigene Musikkarrieren hatten, war in der Gruppe ein breites, musikalisches Repertoire bekannt. Auch hatten alle Künstler bereits mehrjährige Erfahrungen in der Konzeption, Komposition, Produktion und Interpretation verschiedener Stilrichtungen der kommerziellen Unterhaltungsmusik. Doch obwohl alle vier Musiker bereits eigene Stücke geschrieben hatten, bildeten für ABBA fast ausschließlich Benny Anderssson und Björn Ulvaeus das Komponisten-Team, wobei Andersson vor allem komponierte und Ulvaeus die Liedtexte schrieb. Ihre Vorbilder waren vor allem Lennon/McCartney von den Beatles; aber auch Elvis Presley und die Beach Boys, alte schwedische Volkslieder sowie die klassischen Komponisten Mozart und Verdi haben die Künstler in ihrem Schaffen beeinflusst (Quelle: [1]).

Aufgrund ihrer eigenen musikalischen Vergangenheit experimentierten sie in den Anfangsjahren stetig mit verschiedenen Musikgenres: In einigen frühen Stücken wie Peeple Need Love oder He Is Your Brother ist noch der Einfluss der Flower Power-Ära der späten 1960er Jahre zu hören. Und von der Schlagerballade Hasta Mañana über Popschlager wie Honey, Honey oder I Do, I Do, I Do, I Do, I Do, Reggae-Pop wie Tropical Loveland bis hin zu rockigen Songs wie Waterloo oder So Long deckten sie ein breites Spektrum der Popmusik ab. Dabei produzierten sie auch ausgefallene Stücke wie Watch Out (nahezu Glam-Rock), Sitting In The Palmtree oder den King Kong Song – aber auch eher anspruchslosen „Happy-Pop“. Mit den Liedern S. O. S., das im Sommer 1974 entstand, und Mamma Mia, das im März 1975 produziert wurde, fanden sie schließlich einen eigenen Musikstil der Popmusik, den sie in den folgenden Jahren stetig weiterentwickelten.

Der Prozess der Komposition von Andersson und Ulvaeus wird häufig als „inspiriert und unkonventionell“ aber auch als „zwanghaft perfektionistisch“ beschrieben: Zum Komponieren zogen sich die beiden Musiker meistens zurück in eine Hütte auf die kleine Insel Viggsö vor Stockholm und spielten dort zunächst stundenlang gemeinsam auf ihren Instrumenten (Gitarre und Klavier) Akkorde und Harmonien. Manchmal sangen sie dazu einfache englische Worte oder Phrasen, die allerdings selten den späteren Liedtexten entsprachen, um die Wirkung als Popsong zu hören. Erst, wenn beide das Gefühl hatten, einen interessanten und eingängigen Ansatz gefunden zu haben, versuchten sie diesen bis zum fertigen Stück weiterzuentwickeln. Da weder Andersson noch Ulvaeus Noten lesen und schreiben konnten, prägten sie sich ihre neuen Lieder während der Entstehung ein, so dass sie diese später ihren Studiomusikern für weitere Arrangements auswendig vorspielen konnten. Zu dieser Methode sagten beide Künstler später, „dass ein Stück nur dann wirklich gut sei, wenn man es sich bereits bei der Entstehung gut einprägen könne“.

Nach der Melodiefindung zog sich Ulvaeus meistens allein zurück, um einen passenden Basis-Text für die Melodie zu schreiben. Dabei war Ulvaeus bestrebt, die einzelnen Worte und Textsilben mit dem Rhythmus der Melodie so zu harmonisieren, dass die Sprachmelodie weitgehend auch der Melodieführung des Liedes entsprach. Nachdem der als sehr sprachbegabt geltende Ulvaeus, dessen Muttersprache Schwedisch ist, die englischsprachigen Texte fertiggestellt hatte, wurden diese noch von Muttersprachlern („native speakers“) überprüft und ggf. geringfügig angepasst.

In den Anfangsjahren, in denen auch ihr Manager Stig Anderson einige Songtexte oder Teile davon schrieb, dominierten einfache, manchmal auch anspruchslose Texte mit Geschichten über das Leben und die Liebe. In späterer Zeit entwickelte Ulvaeus anspruchsvollere, manchmal auch tiefgründige Texte. U. a. gilt der Text des Lieds The Winner Takes It All als eines seiner besten. Auch wenn die Liedtexte häufig enorme Parallelen zu den Beziehungen der beiden früheren ABBA-Paare und ihrem Leben zeigen, so ist laut Ulvaeus der Song Slipping Through My Fingers das einzig wirklich autobiographische Lied, das er je komponiert hat. Die einfühlsame Ballade, die das schnelle Heranwachsen der eigenen Kinder aus Sicht der Eltern thematisiert, ist seiner Tochter Linda gewidmet.

Zwar gibt es in ihren Liedern häufig den typischen Grundaufbau, bei dem Strophen und Refrain im einfachen Wechsel folgen, jedoch zeigten sie mit dem Instrumentalstück Intermezzo No. 1 oder Liedern wie The Name Of The Game, dass sie auch Stücke mit komplexerer Struktur komponieren können.

Bei der Produktion perfektionierten sie schließlich ihre Stücke und deren Sound. Neben der typischen Instrumentation der Musikgruppen aus dieser Zeit, die aus verschiedenen E-Gitarren, Bassgitarre, Klavier und Schlagzeug bestand, setzten Andersson und Ulvaeus zusätzlich Instrumente aus klassischen Orchestern sowie die neu aufkommenden elektronischen Synthesizer mit ihren vielfältigen und so bis dahin noch wenig verbreiteten Soundeffekten ein.

Dazu sangen fast ausschließlich Fältskog und Lyngstad, die beide professionell ausgebildete Stimmen mit einem großen Tonumfang (Fältskog: Sopran; Lyngstad: Mezzosopran) haben, die eingängigen Lieder. Da ihre Stimmen sehr gut miteinander harmonierten und in den Liedern variantenreich eingesetzt wurden, entstand so eine mehrstimmige und leicht wiedererkennnbare Euphonie ohne Dissonanzen. In früheren Stücken sangen auch die beiden Männer häufiger zu den Melodien, jedoch erkannten ABBA bald, dass vor allem die harmonischen Frauenstimmen zu einer unverwechselbaren Eigenständigkeit ihrer Lieder und deren Sound führten. So übernahmen Andersson und Ulvaeus nach der experimentellen Anfangszeit der Band fast nur noch Begleitgesang in den Refrains, Gesangspassagen im Hintergrund („Backing Vocals“) oder imitierenden, Geräusch ähnlichen Gesang wie beispielsweise in den Stücken Take A Chance On Me oder Super Trouper. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Song Does Your Mother Know, bei dem Ulvaeus die Strophen allein singt und die Hauptstimme im Refrain übernimmt. Jedoch übernimmt noch im letzten Studioalbum "The Visitors" von 1981 bei einem Lied Ulvaeus den Leadgesang.

Mit aufwändiger Studiotechnik stellte Toningenieur Michael B. Tretow verschiedene Varianten der Stücke her, indem er die Stimmen und Instrumente auf mehrere Tonbänder aufnahm bzw. einige Soundelemente verlangsamt oder zeitlich leicht versetzt abspielte (siehe hierzu auch: Overdubbing). Inspiriert in seiner Arbeitsweise war Tretow von dem US-amerikanischen Musikproduzenten Phil Spector und seinen klangvollen Wall of Sound-Arrangements. So entstanden in den ABBA-Songs häufig völlig neuartige Klangelemente, die ohne Kenntnis dieser Herstellungstechniken so nicht kopierbar waren, wodurch ihre Lieder einen einzigartigen und unverwechselbaren Sound bekamen.

Durch die Erkenntnis, wie wichtig die moderne Studiotechnik für die ABBA-Musik war, investierten sie stets viel Geld in die Produktion ihrer Titel. Sie gingen für die Aufnahmen in die renommiertesten Tonstudios der Welt (z. B. in der Schweiz) und bauten sich 1977/1978 ein eigenes Tonstudio in Stockholm (Polar Music Studio). Um auf dem US-amerikanischen Markt erfolgreicher zu sein und den typischen Sound des frühen „Achtziger-Jahre“-Pop zu perfektionieren, gingen sie für einige Aufnahmen auch in das US-amerikanische Tonstudio Criteria Studios in Miami (Florida, USA) und arbeiteten dort mit den besten Musik-Produzenten zusammen.

Auf diese Weise produzierten ABBA nahezu zeitlose Musik mit hohem Unterhaltungs- und Wiedererkennungswert („Ohrwürmer“) auf dem jeweils aktuellen Stand der Studiotechnik. War ein neuer Titel einem bereits eingespielten Lied allerdings zu ähnlich, wurde er erst gar nicht produziert. Ein Beleg hierfür ist die Liste unveröffentlichter ABBA-Songs.

Aufgrund ihres künstlerischen Schaffens und ihrer aufwändigen Produktionsmethoden werden ABBA heute als Mitbegründer der modernen Popmusik angesehen.

Der Bandname ABBA und das ABBA-Logo

Die Entwicklung des Bandnamens ABBA

Da sich die vier Musiker in den Anfängen ihrer gemeinsamen Karriere noch nicht als feste Gruppe sahen, traten sie zunächst einfach unter verschiedenen Aufzählungen ihrer vier Vornamen auf. So hießen sie „Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid“, „Anni-Frid, Agnetha, Benny, Björn“, „Björn + Benny + Agnetha + Frida“ oder auch „Björn + Benny + Anna + Frieda“. Auf der Frontscheibe ihres ersten Opel-„Tour-Wagens“ stand bis 1973: „BJÖRN BENNY AGNETHA FRIDA“.

Auf frühen Platten-Covern werden „Björn & Benny …“ zum Teil mit dem Zusatz „… med svenska flickor“ („… mit schwedischen Mädchen“) genannt. Grund dafür war, dass Fältskog damals noch exklusiv bei der Plattenfirma CBS-Cupol unter Vertrag stand und deren erfolgreichster Star war, so dass Tantiemen und Lizenzgebühren von Polar an CBS-Cupol fällig gewesen wären. (Diese Vertragsbindungen galten bedingt auch noch während der erfolgreichen ABBA-Zeit bis Ende 1975, so dass später noch hohe Tantiemen an die Plattenfirma CBS-Cupol gezahlt werden mussten. Lyngstads Plattenvertrag mit EMI-Records endete 1972.)

Anfang der 1970er Jahre traten die vier Schweden bei einigen Musikfestivals in den heimischen „Folkparks“ mehrfach auch unter den Namen „Festfolk“ oder „Festfolket“ (seltener auch: „Festfolk Quartet(t)“ oder „Festfolk Kvartett“) gemeinsam öffentlich auf und hatten vereinzelte Auftritte als „Engaged Couples“ in schwedischen Clubs und Bars.

In Mexiko wurden ihre Platten 1972/73 kurzzeitig mit dem schlichten Gruppennamen „Los Suecos“ („Die Schweden“) veröffentlicht.

Erst nachdem sie in ihrem Heimatland Schweden erste Erfolge als Gruppe hatten, wurde ein passender Bandname gesucht. „Friends and Neighbours“, „Alibaba“ und „BABA“ waren dabei zunächst die ernsthaftesten Vorschläge. Ende des Jahres 1973 wurde schließlich auf Vorschlag ihres Managers Stig Anderson der Bandname ABBA festgelegt, mit dem die Gruppe dann erstmalig im Februar 1974 bei der schwedischen Vorentscheidung („Melodifestivalen 1974“) für den Eurovision Song Contest auftrat.

Dieser einfache, sehr markante und prägnante Bandname ABBA ist ein Palindrom und zugleich ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben der vier Vornamen der Bandmitglieder in folgender Reihenfolge ableitet:

Agnetha, Björn, Benny, Anni-Frid → ABBA

Gelegentlich wurde die Zusammensetzung des Bandnamens auch in umgekehrter Reihenfolge ihrer Vornamen (Anni-Frid, Benny, Björn, Agnetha) interpretiert, wie z. B. bei der Formation der Bandmitglieder bei einigen Fotoaufnahmen für Poster und Plattencover (z. B. Waterloo oder Gracias Por La Música), Anfang 1976 bei einem Teil der legendären Fotoaufnahmen mit den Initial-Buchstaben von Wolfgang Heilemann (siehe auch: Das ABBA-Logo) oder bei einer roten Buchstabenbeflockung auf den Rückseiten von Overalls, die die ABBA-Mitglieder 1977 bei ihrer Ankunft in Australien trugen.

In Skandinavien wurde der Bandname ABBA zunächst eher verhalten beurteilt, da es in Schweden ein großes und bekanntes Nahrungsmittelunternehmen mit dem Namen Abba Seafood gibt. Doch schließlich setzte sich der Bandname ABBA sehr schnell durch – nicht zuletzt deshalb, weil er in fast allen Sprachen leicht und gleich ausgesprochen wird und in alphabetischen Aufzählungen immer sehr weit vorne steht (z. B. im Musikgeschäft; vgl. auch die Formulierungen „Von ABBA bis Zappa oder „Von ABBA bis ZZ Top).

Der Begriff Abba ist u. a. auch ein biblisches Wort für Vater (siehe Artikel Abba). Diese Wortbedeutung wird im Spielfilm ABBA – The Movie aus dem Jahr 1977 in einer Interviewszene von einem älteren Passanten erwähnt. (Für weitere Bedeutungen des Wortes Abba, siehe Abba (Begriffsklärung).)

Das ABBA-Logo

Nachdem die Gruppe zu ihrem Bandnamen ABBA gefunden hatte, wurde dieser zunächst nur typografisch auf Cover, Plakaten, Poster und sonstigen Promotionmaterialien abgebildet.

Vor einem Auftritt in der deutschen Musiksendung Disco im Februar 1976 bekam der Fotograf Wolfgang Heilemann den Auftrag, in einem nahe gelegenen Studio einige Aufnahmen von der Gruppe für die deutsche Jugendzeitschrift BRAVO zu machen. Dabei war auch eine Fotostrecke vorgesehen, bei der bei jedem der vier Bandmitglieder ein großer silberfarbener Initial-Buchstabe stehen sollte. Bei diesen Aufnahmen stellte Andersson – an zweiter Stelle stehend – versehentlich das „B“ „auf den Kopf“, was allerdings erst nach Beendigung der Fotoaufnahmen bemerkt wurde. Nachdem Heilemann die Bandmitglieder über den Fehler informiert hatte, unterhielten sich Andersson und Ulvaeus kurz, beschlossen, sich diesen „Patzer“ zu eigen zu machen, und bedankten sich bei Heilemann für die „großartige Marketing-Idee“.[1]

Auf Basis dieser Idee entwickelte kurz darauf der Grafiker Rune Söderqvist aus der Schriftart News Gothic Bold den ABBA-Schriftzug mit dem spiegelverkehrten „B“. Söderqvist erläuterte zu dem Logo, dass „die beiden „B“ sich harmonisch den beiden „A“ zuwenden“.[2]

Das ABBA-Logo wurde am 13. August 1976 offiziell vorgestellt und wird seit der Single „Dancing Queen“ bei allen offiziellen ABBA-Tonträgern, Publikationen und Fanartikeln bis heute eingesetzt. Seit den Veröffentlichungen der CD-Single „Dancing Queen“ und dem Album ABBA – Gold im Jahr 1992 wurde zwischenzeitlich auch eine aus der Schriftart Helvetica Roman entwickelte Version des ABBA-Logos verwendet, dessen Buchstaben in der Schriftstärke etwas schlanker aber im Schriftschnitt etwas breiter sind. Bei späteren Veröffentlichungen des Albums „ABBA – Gold“ wurde aber wieder das frühere Original-Logo verwendet.

(Bei einigen Original-Tonträgern – insbesondere in Asien –, diversen Lizenz-Tonträgern und den inoffiziellen Tonträgern wird häufig nicht das ABBA-Logo verwendet, sondern nur eine grafische Adaption des Original-Logos.)

Das ABBA-Logo mit dem spiegelverkehrten „B“ gehört neben den Schriftzügen der Rockbands AC/DC, Kiss und Scorpions sowie der „Stones-Zunge“ zu den weltweit bekanntesten Markenzeichen von Musikgruppen.

Markenrechte

Andersson und Ulvaeus ließen unmittelbar nach Fertigstellung den neuen ABBA-Schriftzug markenrechtlich schützen, weshalb er häufig auch zusätzlich mit dem Registrierungszeichen ® gekennzeichnet ist.

Nach dem Eintrag des ABBA-Logos als Markenzeichen gehörten die Rechte einer ABBA-eigenen Vermarktungsfirma. 1990 verkaufte Stig Anderson schließlich Polar Music mit fast sämtlichen Verwertungs- und Lizenzrechten an der eingetragenen Marke ABBA für einen nicht bekannten Geldbetrag an den Medienkonzern PolyGram.

Sonstiges

Wichtige Personen im Umfeld der Band

Literatur

Quellen

  1. Palm, Carl Magnus, Bright Lights, Dark Shadows. London, 2002. S. 393. ISBN siehe bei Literatur.
  2. Oldham, Andrew (et al.), ABBA The Name Of The Game. London, 1995. S. 128. ISBN siehe bei Literatur

Siehe auch

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