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Electronic Arts

Electronic Arts, Inc.
Unternehmensform Corporation
ISIN US2855121099
Gründung 1982
Unternehmenssitz Redwood City, USA
Unternehmensleitung

Trip Hawkins, Gründer (ausgeschieden 1991)
John Riccitiello, Vorstandsvorsitzender (CEO seit 2007))

Mitarbeiter 9.000 (2007)
Umsatz $3,091 Milliarden USD (Fiskaljahr 07)
Branche Computer- und Videospiele
Produkte

Computer- und Videospiele

Website www.electronic-arts.de

Electronic Arts (EA) ist gegenwärtig der weltweit größte Publisher und Entwickler von Computer- und Videospielen. Durch die Fusion von Vivendi Games und Activision zu Activision Blizzard droht EA jedoch der Verlust dieser Spitzenposition. Laut jeweils eigenen Aussagen wird der erwartete Jahresumsatz der Unternehmen im Fiskaljahr 08 mit $3,35 - $3,6 Milliarden (EA) respektive $3,8 Milliarden (Activision Blizzard) angegeben.

EA ist vor allem für seine Sportspiele bekannt, publiziert aber auch zahlreiche andere Titel.

Bei einem Jahresumsatz von etwa 3 Milliarden Dollar hat das Unternehmen einen Marktanteil von ca. 25% auf dem nordamerikanischen und europäischen Markt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1982 von Trip Hawkins im kalifornischen Redwood City in den USA gegründet, waren EA Pioniere der frühen Computerspiele-Industrie und für die besondere Förderung ihrer Designer und Software-Entwickler angesehen. EA hat die ersten Jahre noch nicht selbst entwickelt und anfangs auch nur den Heimcomputer-Markt bedient. Erst ab den späten 80ern entwickelte das Unternehmen eigene Spiele, in den frühen 90ern weitete es das Geschäft auf den Videospiele-Markt aus.

In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Unternehmen von einem starken US-amerikanischen Publisher zum globalen Marktführer im Bereich Unterhaltungssoftware mit Niederlassungen und Distributoren in 75 Ländern. Die Vermarktung der jährlich rund 100 neuen Produkte erfolgt seit Anfang 2000 unter den Labels EA Games, EA Sports, EA Sports Big sowie der separaten Geschäftseinheit EA Partners. Im Jahr 2005 wurde die Marke EA Games durch das schlichte EA ersetzt. Darüber hinaus stellt das Unternehmen seine globale Marketing- und Vertriebsstruktur namhaften Drittherstellern wie den Computer-Spiele-Abteilungen bekannter Medienunternehmen – beispielsweise Time Warners Warner Bros. Interactive und Disneys Buena Vista Interactive – zur Verfügung.

EA verkündete 2007 den unternehmerischen Fokus von lizenzierten Sportspielen und Filmadaptionen auf Spiele zu verlegen, die komplett dem Unternehmen gehören. Als Gründe dafür gibt es die Präferenzen sowohl der hausinternen Entwickler als auch des Publikums an. Bei den Verhandlungen nach einer 2005 begonnenen Sammelklage von EA-Entwicklern gegen die Firma, war dies eines der Kompromißangebote.[2]

Aktuell beschäftigt Electronic Arts weltweit 9.000 Mitarbeiter, davon 150 in Deutschland.

Das Unternehmen verlegte 2006 seinen europäische Hauptsitz von Chertsey, Großbritannien nach Genf, Schweiz. In Deutschland ist EA seit dem 1. Juli 1993 zunächst mit Standort Gütersloh vertreten. Mit der Akquisition des Aachener Distributors Kingsoft im Februar 1995 zog das deutsche EA-Team in dessen Firmensitz um; Anfang 2000 wurde Kingsoft vollständig in das Unternehmen integriert. Im Oktober 2001 verlagerte Electronic Arts Deutschland seinen Hauptsitz von Aachen nach Köln. Im Dezember 2006 wurde der Grundstein für ein neues Gebäude im Rheinauhafen in Köln gelegt. Von dort aus wird heute das Geschäft im gesamten deutschsprachigen Raum gesteuert, in dem Electronic Arts mit einem Marktanteil von deutlich über 20 Prozent ebenfalls führend ist.

Im Oktober 2005 wurde bekannt, dass sich Electronic Arts mit Steven Spielberg auf einen Exklusivvertrag über die Entwicklung dreier Spiele geeinigt hat. Auch die Übernahme der französischen Firma Ubisoft war im Gespräch, wurde aber von dieser heftigst bekämpft, sie bat sogar andere Studios und die französische Regierung um Hilfe.

Electronic Arts Deutschland ist Gründungsmitglied des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware und stellte mit Jens-Uwe Intat eines der drei ersten Vorstandsmitglieder.

Beteiligungen und Übernahmen

Electronic Arts hat mit der Zeit einige bekannte Computerspiel-Entwickler und -Distributoren aufgekauft, oder die Mehrheit übernommen, darunter:

Von 1994 bis 1999 entwickelte Electronic Arts unter der Bezeichnung Jane’s Series eine Reihe von militärischen Simulationen. Verantwortlich für die Namensgebung war eine Lizenz des Fachblattes Jane’s Defence Weekly, welches im Gegenzug die Spiele mit umfassenden Datenbanken um detaillierte Hintergrundinformationen versorgte. An der Entwicklung der Spiele selbst waren viele ehemalige Mitarbeiter von Origin und MicroProse beteiligt.

Electronic Arts erfreut sich vor allem dank vieler zugstarker Lizenzsporttitel (z. B. Fußball Manager, FIFA Football, Madden NFL, Spielen zu der Major League Baseball, der NBA und der NHL) und Spielen, die den Nerv der Zeit treffen, großer Gewinne.

Am 24. Februar 2008 veröffentlichte Electronic Arts ein Übernahmeangebot für den Wettbewerber Take-Two Interactive (Grand Theft Auto-Reihe). Das Angebot im Wert von knapp $2 Milliarden wurde zunächst vom Take-Two Aufsichtsrat abgelehnt, weshalb sich EA entschloss, es in einer Pressemitteilung zu veröffentlichen und so die Aktionäre direkt anzusprechen.

Geschäftszahlen

EA erzielte im (am 30. März 2007) abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 3,091 Milliarden US-Dollar und 76 Millionen US-Dollar Gewinn.[4]

Studios

Die beiden Studios EA UK und EA Criterion teilen sich seit 2007 ein Gebäude in Guildford.

Labels

2007 wurde EA restrukturiert und in vier zu weiten Teilen unabhängig operierende Labels aufgeteilt.

EA Partners

Neben einer Vielzahl an Eigenentwicklungen veröffentlicht Electronic Arts auch eine Reihe von fremdentwickelten Spielen. Dieser Geschäftsbereich wird unter dem Namen EA Partners zusammengefasst. Die Art der Kooperation mit externen Entwicklungsstudios und Publishern kann höchst unterschiedlich geregelt sein. Ein weltweites Publishingabkommen umfasst in der Regel die Vorfinanzierung und personelle Unterstützung der Entwicklung sowie eine Übernahme der Marketing-, PR- und Vertriebsaktivitäten durch EA. Teilweise gibt es aber auch regional begrenzte Verträge oder z. B. reine Vertriebsabkommen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass diese Form der Zusammenarbeit auch genutzt wird um zu prüfen, ob ein externes Entwicklungsstudio mit der Arbeit von EA kompatibel ist. Wie z. B. im Fall des schwedischen Studios Dice kann dies zu einer Übernahme des Entwicklers seitens EA führen.

Aktuelle EA Partners (Auszug)

Gesellschaftliche Debatte

Die deutsche Niederlassung von Electronic Arts engagiert sich zunehmend in der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatte um Computer- und Videospiele.

Spiele von Electronic Arts (Auszug)

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Anmerkungen

  1. The Economist: Looking forward to the next level. The world's biggest games publisher sees good times ahead. In: Economist 10.-16. Februar 2007 S. 66
  2. Economist S. 66
  3. Shacknews: EA Acquires BioWare, Pandemic for $860M, [1]
  4. Pressemeldung von Electronic Arts zu den Ergebnissen des Fiskaljahres 07 vom 08.05.2007, [2]