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Logistik

Die Artikel Lagerhaltung, Bestandsmanagement und Logistik überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Bitte äußere dich in der Diskussion über diese Überschneidungen, bevor du diesen Baustein entfernst. Yotwen 16:21, 20. Dez. 2007 (CET)
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Organisation des Güterflusses; zur Begrifflichkeit „Logistik“ als veraltetes Synonym für formale Logik (auch mathematische oder symbolische Logik) siehe dort und Logik. Logistik bezeichnet auch den militärischen Nachschub.

Die Logistik ist Lehre der ganzheitlichen Planung, Steuerung, Durchführung, Bereitstellung, Optimierung und Kontrolle von Prozessen der Ortsveränderung von Gütern, Daten, Energie und Personen sowie der notwendigen Transportmittel selbst. Sie sichert den quantitativen und qualitativen Erfolg von Transportprozessen und die räumliche Mobilität der betrachteten Objekte. Die Logistik ist Gegenstand der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften.

Die Logistik stellt für Gesamt- und Teilsysteme in Unternehmen, Konzernen, Netzwerken und virtuellen Unternehmen kunden- und prozessorientierte Lösungen bereit. Logistik (im betriebswirtschaftlichen Sinne Warenbewegung) verbindet die betrieblichen Bereiche Lagerung und Transportwesen. Unter dem Lohnkostendruck und mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung war es notwendig und möglich diese beiden Bereiche unter einer gemeinsamen Strategie zusammenzufassen.

Früher erfolgte die Lagerverwaltung mit Karteikarten oder ähnlichen Organisationsmitteln per Hand. Heute übernehmen Lagerverwaltungsrechner mit automatischen Ein- und Auslagerbediengeräten diese Arbeit. Betriebliche Rechner kann man miteinander verknüpfen. So konnte man das innerbetriebliche und außerbetriebliche Transportwesen in eine gemeinsame Verwaltung integrieren. Im Anfang war es das Ziel, die Lager so klein wie möglich zu halten. Denn hier entstanden erhebliche Kosten. Bei guter Planung können so Vorprodukte in die Firma direkt an die Fertigungsstationen gebracht werden (Just-in-time-Produktion). In diesem Fall gibt es keine Einlagerung. Generell wird versucht, überflüssige Transporte zu vermeiden. So kann es sein, dass der Unterlieferant mehrere Teile zusammen montiert, weil hierdurch unter dem Strich weniger Transportarbeit anfällt. Bei einer Warenverteilung kann es sinnvoll sein, hiermit eine Spezialfirma (eine Spedition) zu beauftragen. Diese hat dann auch andere Auftraggeber und kann teure Leerfahrten besser vermeiden.

Sobald dieser Teil reibungslos funktioniert, liegt es auf der Hand auch die Terminplanung mit der Bestellung der Vorprodukte und dem Versand der Fertigprodukte hiermit zu verknüpfen. Alle Fachabteilungen haben die gleiche Informationsbasis. Schließlich erfolgt die Bewertung aller Vorgänge unter buchhalterischen Gesichtspunkten.

In der Regel erfordert eine gut funktionierende Logistik hohe Investitionskosten. Dem stehen eingesparte Lohnkosten gegenüber.

Die technische Ausführung der zugehörigen Transporteinrichtungen gehören zur Fördertechnik, welche eine Teildisziplin des Maschinenbaus ist.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungen der Logistik

Historisch hat die Logistik ihren Ursprung im Militärwesen (Napoleonische Kriege und europäische Befreiungskriege). Sie stellte den Nachschub für die Kämpfer sicher oder genau: Die Logistik beinhaltete die Verwaltung, Lagerung und Steuerung des Transports der für die Kriegsführung notwendigen Güter (Waffen, Munition, Verpflegung etc.) zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort.

Daraus leitet sich auch die heute übliche Kurzformel der Seven Rights (s.u.) zur Antwort auf die Frage "Was macht Logistik?" ab:

Ursprünglich als Hauptfunktion der Materialwirtschaft verstanden, wird Logistik heute vor allem als betriebliche Querschnittsfunktion über die Bereiche Beschaffung, betriebliche Leistungserstellung (Produktion im weiteren Sinne) und Absatz betrachtet.

Ziele, Aufgaben und Bereiche der Logistik

Konkreter wird Logistik daher definiert als integrierte Planung (Logistikplanung), Organisation, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und Warenflusses mit den damit verbundenen Informationsflüssen, beginnend bei der Absatzplanung / Marketing; Entwicklung über Produktion, durch die (eigenen) betrieblichen Wertschöpfungsstufen (z. B. Produktions- und/oder Distributionsstufen), Beschaffung bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.

Pragmatischer wird dies auch durch die Seven Rights (nach E. Grosvenor Plowman ) der Logistik ausgedrückt: Es gilt, das richtige Gut in der richtigen Menge, im richtigen Zustand (in der richtigen Qualität), am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden und zu den richtigen Kosten bereitzustellen.

Reinhardt Jünemann hat es 1989 ebenso verzerrt formuliert: „Der logistische Auftrag besteht darin: Die richtige Menge, der richtigen Objekte als Gegenstände der Logistik, am richtigen Ort, in der richtigen Qualität, zum richtigen Zeitpunkt, zu den besten Kosten zur Verfügung zu stellen.“

Das sind rein technische Beschreibungen, die den entscheidenden betriebswirtschaftlichen Aspekt des Kosten/Nutzen-Verhältnisses übergehen. Solche Vereinfachung verzerrt dadurch, dass das Gleichgewicht der Parameter Kosten und Nutzen häufig mit Schwergewicht auf der seltenen Nutzenerhebung und der regelmäßigen Kostenbetrachtung behandelt wird. So steht es in vielen Anwendungsfällen der Logistik heute noch aus, durch einen Neuentwurf der Prozesse für eine Steigerung des Nutzens zu sorgen und damit die Senkung der spezifischen und der relativen Kosten zu erzwingen.

Wettbewerbsorientierung

Das Alter eines logistischen Organisationsansatzes ist der erste Hinweis auf einen Zustand des Beharrens. Der Beweis der überwiegend technischen Bewertung erschließt sich bei dem Versuch, Prozesskosten der Logistik in einer Prozesskostenrechnung erfasst zu sehen. In über 95 % der logistischen Systeme jenseits der Projektlogistik wird

die klassische pauschale auftrags- oder verfahrensorientierte Summenkalkulation (lump-sum-costing) betrieben.

Trotz der resultierenden schwachen wirtschaftlichen Robustheit zeigt sich die Resistenz der Logistik gegenüber einem wettbewerbsorientierten Vorgehen. Vielfach wird die Verweigerung erst durch Insolvenz gebrochen. Zuletzt werden die stetig steigenden Energiekosten und Treibstoffkosten diese Neigung zum Beharren aufbrechen.

Fachdisziplinen der Logistik

Man untergliedert die Logistik im engeren Sinne daher horizontal auch in die fünf Subsysteme:

  1. Beschaffungslogistik (vom Lieferanten ins Eingangslager = Inbound)
  2. Produktionslogistik (Material- und Warenwirtschaft, Verwaltung von Halbfabrikaten in Zwischenlagern, z. T. auch Fertigungswirtschaft)
  3. Distributionslogistik (Absatzlogistik) (vom Vertriebslager zum Kunden = Outbound)
  4. Ersatzteillogistik (Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der verkauften Produkte durch Ersatz- oder Wartungsprodukte)
  5. Entsorgungslogistik (Reverselogistik) (Rücknahme von Abfällen, Leergut, Recycling)

Im Rahmen der Distributionslogistik wird auch von Marketinglogistik gesprochen. Die Personallogistik ist hingegen Kernaufgabe der Personalabteilung (Personaleinsatzplanung).

Durch moderne Konzepte wie Efficient Consumer Response, Supply Chain Management, Category Management (CM) und Technologien wie z. B. EDI (Electronic Data Interchange) kann Logistik effizienter gestaltet werden. Beispiele sind Just-in-time-Produktion und Kanban.

Nach Art der Tätigkeit wird auch zwischen Lagerlogistik (Lagerwesen), Verpackungslogistik und Transportlogistik unterschieden. Häufig taucht in diesem Zusammenhang auch der Begriff Intralogistik auf, der in der Regel die kompletten logistischen Vorgänge an einem Standort übergreifend zusammenfasst und je nach Betrieb eine Kombination aus Produktionslogistik, Lagerlogistik und Verpackungslogistik darstellt.

Aufgaben und Einflussfaktoren

Eine der wichtigsten Aufgaben der Logistik ist der Transport. Logistik ist verantwortlich für den Transport vom Hersteller zum Unternehmen, den innerbetrieblichen Transport, sowie den Transport zum Kunden. Sie ist damit zuletzt stark abhängig von einer ausgebauten und effizienten Verkehrsinfrastruktur.

Zunächst sind jedoch die Einflussmöglichkeiten des einzelnen Unternehmens gefragt. Das beginnt mit der systematischen Vorbereitung des Transports und endet mit der Abrechnung der Kosten für Wartezeiten.

Weitere Funktionsbereiche sind:

Spezialaufgaben der Logistik sind z. B. die Sicherung der Güter während der Lagerung und während des Transportes, dies nicht nur bei wertvollen Gütern wie Geldtransporte, sondern auch ganz besonders beim Gefahrgut.

Die Ziele der Logistik sind die Erbringung einer hochwertigen Leistung, Qualität und Kostensenkung. Hierbei entstehen Zielkonflikte. Beispielsweise wird ein hoher Lagerbestand zwar die Fehlmengenkosten vermindern sowie die Lieferbereitschaft erhöhen, jedoch steigen dadurch automatisch die Lagerhaltungskosten. Die Logistik-Kostenrechnung dient hierbei als Instrument zur Optimumsermittlung.

Die logistische Kette

Der logistische Kanal (der Weg vom Hersteller bis zum Endkunden) wird durch Schnittstellen miteinander verbunden, die Grenzen darstellen und den logistischen Fluss behindern. Das Ziel der logistischen Kette ist es, diese Schnittstellen in Nahtstellen zu transformieren, indem sie durchgängig abgestimmt und Prozessabläufe systemübergreifend gesteuert werden.

Die logistische Kette bringt u. a. folgende Vorteile:

Siehe auch

Literatur

 Wiktionary: Logistik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik