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Technische Fachhochschule Georg Agricola

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Technische Fachhochschule Georg Agricola
Gründung 1816
Trägerschaft privat
Ort Bochum
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Studenten etwa 1450
Mitarbeiter etwa 200
Website www.tfh-bochum.de

Die Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum ist eine private, staatlich anerkannte Fachhochschule in Bochum. Im Jahr 1816 als Bergbauschule gegründet, entwickelte sie sich bis heute zu einer modernen Fachhochschule, an der im Sommersemester 2007 über 1400 Studenten eingeschrieben waren.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Der Bergbau hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition, logischerweise musste das Führungspersonal für den Bergbau in einer eigenen Schule ausgebildet werden. Das Ziel war es, als die Bergbauschule 1816 gegründet wurde, den Menschen ein breites technisches Basiswissen zu vermitteln, damit die Aufgaben unter Tage auch fachgerecht durchgeführt werden konnten. Den Absolventen der Bochumer Bergschule ging damals ein guter Ruf voraus. Im Jahr 1864 entstand durch die Fusion der Märkischen und der Essen-Werdenschen Berggewerkschaftskasse die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK), welche bis 1990 Trägerin der Schule blieb. Die Bergschule hatte schon damals, neben der Ausbildung der Fachleute, weitere Aufgaben zu bewältigen, wie in etwa das Durchführen wissenschaftlicher Untersuchungen und das Anfertigen von Flözkarten.

Hugo Schultz

Als Hugo Schultz (1838-1904) im Jahr 1869 die Leitung der WBK übernahm, sollte die Blütezeit der damaligen Bochumer Bergschule beginnen. Unter ihm entwickelte die Schule sich zu einer Ausbildungsstätte des Bergbaus. Er setzte sich für Verbesserungen und Neuerungen im Bergbau ein und gründete zudem zehn Bergvorschulen und weitere Abteilungen der Bergschule. Während die Schule 1869 noch weniger als fünfzig Schüler zählte, waren es dreißig Jahre später bereits über einhundert, die die Schule ausgebildet vierließen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude der Bergschule zu klein und so bezog man das Gebäude auf der Herner Straße, welches heute das Hauptgebäude der TFH Bochum darstellt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1897 bis 1899 von den Kölner Architekten Franz Brantzky und Martin Remges im Auftrag der Westfälischen Berggewerkschaftskasse errichtet. Die Bergschule entwickelte sich zu einer der größten Bergschulen im gesamten Ruhrgebiet und zeichnete sich unter anderem durch moderne Labors aus. Im Jahr 1908, vier Jahre nach dem Tod von Hugo Schultz, baute man ihm ein Denkmal vor dem Gebäude der Bergschule.

Hochschule

Nachdem im Februar 1958 die Kohlekrise begann und somit der Bedarf an ausgebildeten Bergarbeitern abnahm, wurde die Bochumer Bergschule zur Ingenieurschule für Bergwesen umbenannt. Man erweiterte das Lehrangebot und fortan durften die Absolventen den Titel Ingenieur führen. Um der Krise entgegen zu wirken wurden 1968 insgesamt neunzehn Bergwerksunternehmen in der Ruhrkohle AG (RAG) zusammengeschlossen. Im Jahr 1971 gingen aus den Ingenieurs- und Fachschulen Nordrhein-Westfalens die Fachhochschulen hervor. Die Ingenieurschule für Bergwesen geht im Zuge dieser Reform in die Fachhochschule Bergbau über. Schwerpunkte der damaligen Lehre waren die Bergtechnik, Maschinen- und Verfahrenstechnik sowie Elektrotechnik.

Heute

Am 1. Januar 1990 wurde die DMT Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH (DMT-LB) gegründet. Als Tochtergesellschaft der DeutscheMontanTechnologie für Rohstoff, Energie und Umwelt e.V. (DMT e.V.), die als Nachfolgergesellschaft der Westfälischen Berggewerkschaftskasse hervorging, wurde die DMT-LB somit zum Träger der Fachhochschule Bergbau. Ebenso ist sie auch Trägerin des 1930 gegründeten Deutschen Bergbaumuseums, welches sich gegenüber der Hochschule befindet und heute rund 400.000 Besucher jährlich vorweisen kann. Im Jahr 1995 wurde die Fachhochschule Bergbau in Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum, kurz TFH Bochum, umbenannt. Ziel der Umbenennung war es, die neuen Schwerpunkte der Schule, wie etwa Geo- und Umwelttechnik, Informationstechnologie und Zukunftsenergien, im Namen auftauchen zu lassen. Als Namenspatron der Schule wurde der Universalgelehrte Georgius Agricola ausgewählt, der damit als Pionier der Bergbaukunde und Mineralogie geehrt wurde. Die TFH war eine der ersten Hochschulen in NRW, welche durch einen Präsidenten geleitet wurde, was durch das Hochschulfreiheitsgesetz ermöglicht wurde. Derzeit studieren etwa 1450 Studenten und Studentinnen an der Schule, die von etwa 200 Mitarbeitern betreut werden. Zum Sommersemester 2007 wurden Studiengebühren in Höhe von maximal 500 Euro eingeführt.

Koordinaten: 51° 29' 15" N, 07° 12' 48" O