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Hydroxylapatit

Hydroxylapatit
Hydroxylapatit
Chemismus Ca5(PO4)3(OH)
Mineralklasse Wasserfreie Phosphate mit fremden Anionen
VII/B.39-30 (nach Strunz)
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse hexagonal dipyramidal,
Farbe weiß, grau, gelb
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5
Dichte (g/cm³) 3,2
Glanz Glasglanz, Fettglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch muschelig, spröde
Spaltbarkeit unvollkommen
Habitus kleine bis sehr große, massige Aggregate; nadelig; kurze bis lange, prismatische Kristalle
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl no=1,633-1,667
ne=1,630-1,664
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
0,002 bis 0,004 ; einachsig negativ
Pleochroismus grüner Apatit schwach gelb, blauer Apatit sehr stark blau und farblos
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ δ=0,003
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten löslich in HNO3
Ähnliche Minerale Chlorapatit, Fluorapatit
Radioaktivität enthält Spuren von Uran
und anderen seltenen Erden
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen nach Erhitzen Phosphoreszenz

Hydroxylapatit ist ein eher seltenes Mineral aus der Apatit-Pyromorphit-Gruppe und der Mineralklasse der wasserfreien Phosphate. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Formel Ca5(PO4)3(OH)

Hydroxylapatit bildet zusammen mit Chlorapatit und Fluorapatit eine Mischreihe → siehe Hauptartikel Apatit

Inhaltsverzeichnis

Bildung und Fundorte

Hydroxylapatit bildet sich entweder metamorph in Serpentinit und Talkschiefer oder hydrothermal in Pegmatit. Zusätzlich wird es in verschiedenen Gesteinsschichten durch biogene Sedimentation aufgebaut.

Fundorte sind unter anderem Snarum in Norwegen, Hospental in der Schweiz und Eagle/Colorado in den USA.

Verwendung

als Rohstoff

in der Genetik

Hydroxylapatit wird in der DNA-DNA-Hybridisierung (einer älteren Methode zur Festellung von Verwandschaftsgraden bei Organismen) eingesetzt. Dabei wird die Eigenschaft genutzt, dass DNA-Doppelstränge an dem Mineral haften bleiben, während das bei Einzelsträngen nicht der Fall ist. So können Doppelhelix von Einfachsträngen getrennt werden. [1]

in Lebewesen

Hydroxylapatit bildet die Grundlage der Hartsubstanz aller Wirbeltiere. Er ist in Knochen zu einem Anteil von etwa 40%, im Zahnbein (Dentin) zu 70% und im Zahnschmelz (Enamelum) sogar zu 97% enthalten. Demnach ist der Zahnschmelz das härteste Material unseres Körpers, härter als etwa Stahl.

Zahnschmelz wird von Adamantoblasten (Ameloblasten, schmelzbildende Zellen) gebildet. Diese Zellen sezernieren zunächst eine bindegewebige Substanz (Präenamelum). Nach dem Zahndurchbruch vollzieht sich der Hauptteil der Mineralisation: Durch Einlagerung von Ca2+ und Phosphaten in Form von Apatit erlangt der Zahnschmelz seine endgültige Härte.

Zahnschmelz schützt nicht nur mechanisch, sondern auch chemisch, wird er jedoch bei einem pH < 5,5 in Lösung gebracht, so demineralisiert er. Dies geschieht im Mund zumeist durch bakterielle Säuren und Fruchtsäuren:

(Aus Hydroxylapatit entsteht unter Einfluss von Säuren - hier als Oxonium-Ion H3O+ dargestellt - ionisches Calcium, Phosphat und Wasser)

Dem kann vorgebeugt werden, indem man das Hydroxid-Ion gegen ein Fluor-Ion substituiert, beispielsweise durch Fluoridzusätze in Zahnpasten, Kochsalz oder Trinkwasser (siehe Fluoridierung).


Fluorapatit Ca5(PO4)3F besitzt bei gleichem pH-Wert ein viel geringeres Löslichkeitsprodukt, d.h. es dissoziieren weitaus weniger Fluorapatitmoleküle in einer Lösung als Hydroxylapatitmoleküle. Dies ist der Grund, weshalb Fluorapatit beständiger ist als das körpereigene Hydroxylapatit.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Populationsgenetik und Evolution (PDF)

Literatur

 Commons: Hydroxylapatit – Bilder, Videos und Audiodateien