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OAK (Luftfahrtkonzern)

OAK (russisch Объединённая Авиастроительная Корпорация, Obedinjonnaja Awijastroitelnaja Korporazija, United Aircraft Corporation ist ein russisches Luftfahrtkonsortium, das aus den größten Flugzeughersteller Russlands, Suchoi, Mikojan-Gurewitsch, Tupolew, Jakowlew, Iljuschin und IRKUT, besteht.

Entstehungsgeschichte

OAK wurde im Februar 2006 per Dekret des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, gegründet. Die erste Phase der Unternehmenskonzentration wurde im Herbst 2006 abgeschlossen. Seitdem ist OAK das größte Luftfahrtkonsortium, das jemals in Russland existierte, selbst im Vergleich zur Luftfahrtindustrie der damaligen Sowjetunion. In der sowjetischen staatlichen Luftfahrtindustrie existierten Anfang der 1950er ungefähr 25 sogenannte Experimental-Konstruktionsbüros.

Seit September 2006 hält OAK einen Kaptitalanteil von fünf Prozent am europäischen Luftfahrtkonzern EADS. Dabei handelt es sich um den von der staatlichen russischen Bank WTB aufgekauften ehemaligen 20-Prozent-Anteil der British Aerospace an Airbus. Damit soll Irkut ein Joint Venture mit EADS ermöglicht werden. EADS besitzt seinerseits bereits eine 10-Prozent-Beteiligung an Irkut.

Ausblick

Mit der Gründung von OAK werden mehrere wirtschaftsstrategische Ziele verfolgt. OAK soll unter der englischen Bezeichnung United Aircraft Corporation auf dem internationalen Markt in schärferen Wettbewerb mit westlichen Flugzeugherstellern treten, insbesondere dem US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing sowie EADS. Hierzu ist es zunächst notwendig, kurzfristig die mit einer Fusion verbundenen Synergieeffekte zu nutzen und das Einsparungspotenzial in der russischen Luftfahrtindustrie zu erhöhen, da OAK insbesondere in günstigeren Preisen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sieht.

In naher Zukunft soll OAK sieben Großprojekte umsetzen. Ziel ist unter anderem die Entwicklung und Serienfertigung des Regionalflugzeugs Suchoi Superjet 100 sowie eines MS-21 genannten Mittelstreckenflugzeugs, bislang ein Kooperationsprojekt von Irkut, Iljuschin und Tupolew. Außerdem ist auch von EADS beabsichtigt, den von EADS entwickelten und produzierten Airbus-A320-Familie in Lizenz durch Irkut fertigen zu lassen. Dabei wird in Journalistenkreisen vermutet, dass die Lizenz ausschließlich zur Bedarfsdeckung auf dem russischen Luftverkehrsmarkt erteilt werden soll. Als Bedarfsträger kommt hier insbesondere der russische Flagcarrier Aeroflot in Betracht, der schon seit längerem verschiedene Airbus-Muster in seine Flotte integriert hat. Sowohl die MS-21, als auch die beabsichtigte Lizenzfertigung des Airbus A320/321 stellen die moderne Alternative zur Tupolew Tu-204 dar, die sich insbesondere wegen der zu hohen Betriebskosten auch nicht am östlichen Markt (u.a. GUS-Staaten) durchsetzen konnte. Mangelnde Wirtschaftlichkeit stellt bei Verkehrsflugzeugen aus russischer Produktion das gravierendste Hindernis auf dem Weg zu einer konkurrenzfähigen russischen Zivilluftfahrtindustrie dar.