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Blindenleitsystem

Als Blindenleitsystem bezeichnet man die bauliche Ausstattung von Straßen, Plätzen, öffentlichen Einrichtungen sowie Haltestellen des ÖPNV mit Leitstreifen aus optisch und taktil kontrastierenden Bodenindikatoren wie Noppenpflaster und Rillenpflaster.

In der Regel bestehen Blindenleitsysteme aus Leitstreifen, die zu wichtigen Stellen innerhalb der jeweiligen Einrichtungen führen, etwa Aus- und Eingängen, Treppen, Aufzügen, sowie aus sogenannten Aufmerksamkeitsfeldern, die etwa auf Wegeverzweigungen oder wichtige Punkte hinweisen. Blinde können die Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfelder mittels eines Blindenstocks ertasten und sich so orientieren. Ebenfalls zu Blindenleitsystemen gehört die Ausstattung von Treppengeländern oder Aufzügen mit Beschriftungen in Brailleschrift und die kontrastreiche Kennzeichnung von Stufen oder Bahnsteigkanten.

Ziel der Anlage von Blindenleitsystemen ist es, Blinden und Sehbehinderten durchgängige Wegeketten zu bieten und ihnen die Nutzung der entsprechenden Einrichtungen zu ermöglichen.

Noppenpflaster

Noppenpflaster findet in der Regel Anwendung, wenn in unübersichtlichen Bereichen oder gefährlichen Verkehrssituationen (Bordsteinkanten, abzweigende Straßen, Bahnsteigkanten) eine besondere Orientierungshilfe für sehbehinderte Menschen erforderlich ist.

Das Pflaster wird aus mit Noppen versehenen Betonsteinen verlegt. Die Materialkosten belaufen sich auf ca. 20 €/m² (Stand 1/2007).

Rillenpflaster

Rillenpflaster findet in den selben Situationen Anwendung wie Noppenpflaster, ist durch Schuhsohlen hindurch schlechter fühlbar. Mit dem Langstock hingegen ist es vor allem über längere Strecken (z. B. zwischen einem Bahnhof und einem Busterminal) gut fühlbar.