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Robert Crumb

Robert Crumb (* 30. August 1943 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein Künstler und Illustrator, der seine Werke mit "R. Crumb" zeichnet. Crumb ist ein Gründer der Underground-Comics-Bewegung, die Mitte der 1960er Jahre in den USA entstand. Obwohl Crumb einer der meist gefeierten Comic-Künstler ist, hat sich seine gesamte Karriere außerhalb der etablierten Comic-Branche entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Mit Anfang zwanzig lebte Crumb in Cleveland, Ohio mit seiner ersten Frau Dana Morgan Crumb und zeichnete Glückwunschkarten für American Greetings. Ermutigt durch die Reaktion auf einige seiner Comics und Zeichnungen, die er in Underground-Zeitungen, unter anderem auch in Philadelphias Yarrowstalkes, veröffentlicht hatte, zog Crumb 1967 nach San Francisco, dem Zentrum der Flower-Power-Bewegung. Anfang 1968 veröffentlichte Crumb die erste Ausgabe von Zap Comix.

Crumbs Stil als Cartoonist hat seine Wurzeln im Werk von Künstlern früherer Generationen. Als Einflüsse auf Robert Crumbs Zeichenstil wurden Billy de Beck ("Barney Google" Comic Strip), C. E. Brock (alter Story-Book-Illustrator), Gene Aherns Comic Strips, die Figuren aus den Merrie Melodies der 1930er, Sidney Smith ("Andy Gump" Comic Strip), E. C. Segar (früher "Popeye") und Reg Davis genannt. Crumb benutzte diesen antiquierten Cartoon-Stil, um satirische Geschichten hervorzubringen, die sexuell und politisch anstößig wirkten - insbesondere in einem Comic-Buch. Bald zog er eine Reihe von Künstlern an, die von der Möglichkeit, gegenkulturelle Comic-Bücher zu veröffentlichen, begeistert waren. Crumb teilte die Seiten von Zap später mit Künstlern wie dem Spanier Rodriguez, Rick Griffin, S. Clay Wilson und Gilbert Shelton.

Im Zap und in vielen anderen Titeln schuf Crumb, auch inspiriert von LSD, Comic-Figuren, die zu Ikonen des Anti-Establishment wurden. Zu den Beliebtesten dieser Charaktere gehörten Fritz the Cat und Mr. Natural. Crumbs Werk war plötzlich sehr gefragt und Crumb wurde selbst zu einer Ikone des Anti-Establishment, der sich weigerte, sich 'zu verkaufen'. So entwarf er für Janis Joplin das Frontcover für ihr Album Cheap Thrills. Er lehnte es hingegen ab, ein Cover für ein Album der Rolling Stones zu entwerfen, da er ihre Musik hasste. Ralph Bakshi machte 1972 einen Zeichentrickfilm aus Fritz the Cat (der erste Zeichentrickfilm, der nur für Erwachsene zugelassen wurde), und der Film wurde ein kommerzieller Erfolg. Crumb missfiel aber der Film so sehr, dass er die Figur 1972 in einem seiner Strips von einer neurotischen Straußenfrau mit einem Stich mit einem Eispickel in den Kopf umbringen ließ.

1990er und später

Eine Theaterproduktion, die auf seinem Werk beruht, wurde an der Duke University in den frühen 1990ern unter der Regie von Johnny Simons und mit Nicholas de Wolff und Avner Eisenberg von Avner the Eccentric fame als Darsteller produziert. Crumb leitete die Ausarbeitung des Stücks selbst. Er schuf auch das Bühnenbild, indem er überlebensgroße Darstellungen seiner berühmten Charaktere über den Boden und die Wände der Bühne zeichnete.

In der Mitte der 1990er zogen Crumb, seine Frau Aline Kominsky-Crumb (ebenfalls eine bekannte Underground-Zeichnerin) und seine Tochter nach Sauve, einer kleinen Stadt in der Languedoc-Roussillon-Region in Frankreich. Er spielt Banjo und Mandoline in einer Band namens Les Primitifs du futur [Die Ersten der Zukunft].

Rezeption

Crumbs Comic-Kunst hat sehr unterschiedliche Kommentare seitens seiner Leser und Kritiker ausgelöst. Eine Reihe respektierter literarischer Figuren sehen seine Kunst als vollendete und zugleich subversive Satire und vergleichen ihn mit Rabelais. Andere finden seine Zeichnungen pornografisch und frauenfeindlich. Crumb selbst hat eingeräumt, er leide unter einer abnormen "Angst vor Frauen" und ein großer Teil seiner Arbeit wendet sich in der Tat an Erwachsene. Eine berüchtigte Ausgabe von Zap enthielt eine satirische Geschichte von Crumb über einen Haushalt, der familiären Zusammenhalt durch Inzest demonstriert. Dies führte zur Verfolgung wenigstens eines Comicladens wegen Obszönität.

1999 gewann er den Grand Prix de la Ville d'Angoulême am Festival International de la Bande Dessinée d'Angoulême.

Der Dokumentarfilm Crumb von 1994 machte ein jüngeres Publikum auf Crumb und seine Arbeit aufmerksam. Regisseur des Films ist Crumbs Freund Terry Zwigoff, der die Arbeit daran vor Jahrzehnten begonnen und zwischenzeitlich fast aufgegeben hatte.

Eine weitere cineastische Verewigung von Crumb ist in dem Film American Splendor von 2003 zu sehen, der von Crumbs Freund Harvey Pekar handelt.

Im Herbst 2002 wurde im Karikaturmuseum Krems die Ausstellung "Die vielen Gesichter des ROBERT CRUMB" eröffnet. 2004 widmete ihm das Museum Ludwig, Köln, eine Ausstellung mit dem Titel "Yeah, but is it art?".

Trivia

Crumb ist ein Sammler alter 78er-Schellackplatten, von denen er 2004 über 5.000 besaß.

Ein Schwerpunkt seiner Sammlung liegt unter anderem auf Country Blues, Crumb hat auch öfter Cover-Illustrationen für Wiederveröffentlichungen klassischer Bluesaufnahmen geliefert (z.B. "The Stuff That Dreams Are Made Of" [1]), sowie für Buchumschläge ("King of the Delta Blues: The Life and Music of Charlie Patton") und sogar ein Bluesmusiker-Kartenspiel. Crumb illustrierte auch Songs und Biographien von Bluesmusikern, wie z.B. von Charley Patton.

Im Jahr 2003 wurde seine Sammlung zur Quelle für Hot Women Singers from the Torrid Regions of the World, einer Zusammenstellung von Weltmusik aus Mexiko, Kuba, der Türkei, Burma und Tahiti. Außer zweien wurden alle 24 Titel zwischen 1927 und 1934 aufgenommen.

Cartoons
Video
Personendaten
Crumb, Robert
R. Crumb
Künstler, Illustrator und Comic-Künstler
30. August 1943
Philadelphia, USA