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Hey Dad!

Seriendaten
Deutscher Titel: Hey Dad!
Originaltitel: Hey Dad!
Produktionsland: Australien
Produktionsjahr(e): 1984–1994
Länge pro Folge: etwa 25 Minuten
Anzahl der Folgen: 291
Originalsprache: Englisch
Musik: Mike Perjanik
Idee: Gary Reilly
Genre: Sitcom
Erstausstrahlung: 1987 (Australien)
Erstausstrahlung (de): Januar 1990
Besetzung

Hey Dad! ist eine 291 Folgen umfassende australische Sitcom, die von 1984 bis 1994 gedreht wurde. In Deutschland lief die Serie in der Erstausstrahlung von Januar 1990 bis zum 30. September 1997.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Martin Kelly ist ein erfolgreicher Architekt aus Chatswood, einem Vorort von Sydney. Er ist verwitwet und ist alleinerziehender Vater von drei Kindern. Er versucht sein Bestes, ein liberaler und aufgeschlossener Vater zu sein, aber seine Sprösslinge Jenny, Simon und Debbie halten ihn schlicht gesagt für einen Spießer, trotz seiner ironischen Seitenhiebe. Sie geben allerdings auch ihr Bestes, Martin das Leben schwer zu machen.

Die Charaktere

Martin Kelly: Der Architekt ist intelligent und steht damit im ganzen Hause ziemlich alleine. Er zieht seine Sekretärin Betty auf übelste Weise durch den Kakao und sie merkt es noch nicht einmal.

Dafür rächt Betty sich, wenn auch auf unbewusste Weise, durch ihre gnadenlose Inkompetenz. So kann sie zum Beispiel auch noch nach über 250 Folgen das Wort Architekt nicht aussprechen und sagt stattdessen Artichekt. Nebenher spricht sie mit ihrer Schreibmaschine, als wäre sie ein lebendiges Wesen. Betty ist ein echtes Landei, kommt aus dem Dörfchen Walgett und hat sich gleich nach dem Tod von Mrs. Kelly als Sekretärin im Kelly'schen Haushalt eingenistet. Im Grunde genommen ist Betty als Sekretärin nicht zu gebrauchen, aber sie hat ein großes Herz und steht in allen Lebenslagen mit Rat und Tat der Familie zur Seite.

Simons bester Freund Nudge ist auch ein Fall für sich. Nudge heißt eigentlich Gerald Noritis, doch dieser Name ist ihm schon fast entfallen. Nudge hat in etwa Bettys Intelligenzquotienten, läuft schlampig rum und hat nur Essen im Kopf ... und die Comicserie Phantom. Damit steht er jedoch in einem ziemlichen Kontrast zu Simon Kelly.

Dieser ist zwar nicht dumm und will Maschinenbau studieren, aber sein prahlerisches Gehabe und sein Glaube an die eigene Unfehlbarkeit lassen ihn und auch seinen Vater in so manche peinliche Situation tappen. Simon, mit 18 Jahren der Älteste, hält sich bei Frauen für unwiderstehlich und versucht immer wieder, seinen Vater zu überreden sich ein neues Auto zuzulegen, da der alte Volvo nicht gerade standesgemäß ist. Er lässt gerne den Macho raushängen, wirkt aber ziemlich hilflos, wenn er mal wieder in eine prekäre Situation gerät.

Debbie ist 16 Jahre alt, möchte Kunst studieren und hat jede Woche einen neuen Freund sowie nur Shoppen und Telefonieren im Kopf. Und Autofahren ist bei ihr so eine Sache: Ihre Spezialität ist es, den Volvo von Martin diagonal in der Garage zu parken. Sie steckt mitten in der Pubertät, ist auch nicht unbedingt die Hellste, aber viel größer ist ihre grenzenlose Naivität.

Jenny, mit sieben Jahren das Nesthäkchen des Kelly-Haushaltes, hat einen überdurchschnittlichen Dickkopf, wenn es darum geht, dass sie ein eigenes Pferd haben will und selbiges in ihrem Zimmer einquartiert werden soll. Sie glaubt, ihren Vater in der Hand, und damit in der selbigen auch die Trümpfe gegen ihre Geschwister zu haben. Letztendlich ist sie aber ein nervendes Kind und mag es nicht, dass sie aus dem Zimmer gewiesen wird, sobald die Unterhaltungen etwas „schlüpfrig“ werden. Sie rächt sich dann durch den Genuss ihres Leibgerichtes Bohnen mit Tomatensauce und den daraus resultierenden „Leibwinden“.

Entwicklung der Serie

Die ersten Folgen der Serie wurden bereits 1984 gedreht, jedoch wurde die erste Folge erst im Frühjahr 1987 gesendet. Hey Dad! war in Australien zunächst ein Riesenerfolg. Die Serie zeichnete sich durch ihren subtilen Wortwitz aus. Dieser hielt auch etwa die ersten 150 Folgen an, danach wurden die Witze aber immer flacher und inhaltsloser. Erschwerend kam auch hinzu, dass die Schauspieler im Laufe der ganzen Serie nach und nach ausgewechselt wurden und die neuen Darsteller das hohe Niveau ihrer Vorgänger nicht erreichen konnten. Letztendlich wurde die Serie in Australien 1994 kurzfristig mitten während der siebten Staffel abgesetzt und galt zuletzt als Inbegriff schlechter Unterhaltung.

Die personellen Auswechslungen im Einzelnen:

Die Ur-Besetzung:

Nach der 38. Folge wurde Simon-Darsteller Paul Smith durch Christopher Mayer (ab Folge 40) ersetzt. In der Handlung ging Simon für einen Sommer (Folge 39) in die USA, um damit seine kurzfristige Abwesenheit zu erklären. Das Problem war nur, dass Paul Smith und Christopher Mayer keine Ähnlichkeit miteinander aufwiesen, und in der Serie wurde der optische Unterschied auch völlig ignoriert. Der Grund für das Ausscheiden von Paul Smith war angeblich dessen Undiszipliniertheit bei den Dreharbeiten sowie Spielschulden und Spielsucht. Die Auswechslung der beiden Schauspieler war für die Serie in diesem Fall aber nicht unbedingt ein Nachteil, da Christopher Mayer nach Ansicht vieler Zuschauer der bessere Simon war und mit Nudge besser interagieren konnte. Schlecht war nur, dass Mayer mit seinen damals 26 Jahren als Darsteller für den 18-jährigen Simon nur bedingt glaubhaft war.

Mit Folge 165 stieg Debbie-Darstellerin Simone Buchanan aus der Serie aus, um andere Angebote anzunehmen. Ihr Abgang wurde damit erklärt, dass sie Cocktail-Kellnerin in einem Ferienhotel auf einer Insel wird. Sie sollte später für eine Folge (Nr. 268) als Gaststar noch einmal zurückkehren. Für Simone Buchanan kam ab Folge 166 Rachael Beck als Samantha (Sam) Kelly, eine Nichte von Martin, ins Haus. Auch Rachael Beck meisterte ihre Rolle ganz ordentlich, aber ihr Charakter war dem von Debbie zu ähnlich; so konnte sie nur schwer eine eigenständige Note einbringen. Auch hatte sie damit zu kämpfen, dass Simone Buchanan bei den Zuschauern, insbesondere bei den männlichen, sehr beliebt war.

Nach Folge 174 verließ dann Christopher Truswell, der Nudge-Darsteller die Serie. Sein Ausstieg wurde erst gar nicht erklärt, er verschwand einfach zwischen zwei Folgen und wurde dann gar nicht mehr erwähnt. Ben Hubner, gespielt von Ben Oxenbould, stieß dann ab Folge 177 zur Serie. Er war zunächst als Freund und Studienkollege Simons wohl als Ersatz für Nudge gedacht; allerdings zog er, nachdem Christopher Mayer ausgeschieden war, bei den Kellys ein und übernahm damit die Funktion Simons. Die Funktion Nudges als des etwas seltsamen Kerls aus der Nachbarschaft übernahm dann der Knirps Arthur McArthur, gespielt von Matthew Krok, der erstmals bereits in Folge 169 und dann auch später ab Folge 175 häufiger eine Gastrolle gehabt hatte.

Mit Folge 187 schied auch Christopher Mayer aus, ab Folge 188 gehörten Matthew Krok und Ben Oxenbould zur regulären Besetzung. Der Austausch von Christopher Truswell und Christopher Mayer bedeutete den endgültigen Abstieg der Serie, da Ben nur ein ziemlich billiger Abklatsch von Nudge war und Ben Oxenbould nicht im entferntesten den Humor und die Mimik von Christopher Truswell einbringen konnte. Und auch Arthur konnte durch sein etwas ungewöhnliches Verhalten anfangs zwar etwas frischen Wind in die Serie einbringen, dieser Effekt war jedoch nach nur wenigen Folgen schon wieder aufgebraucht.

Nach Folge 227 stieg Sarah Monahan, die Jenny-Darstellerin, aus. Da man die minderjährige Tochter jedoch nicht so ohne Erklärung streichen konnte, wurde Jenny für drei Folgen (Nr. 228-230) in ein Internat gesteckt. Sie kehrte in der Episode "Ach Du dickes Ei" (Nr. 231) wieder zurück, wurde aber durch Angela Keep ersetzt. Diese hatte ebenfalls den Nachteil, dass die Ähnlichkeit zu Sarah Monahan nicht eben groß war. Allerdings war sie eine wesentlich bessere Schauspielerin als die mitunter oft hölzern agierende Sarah Monahan. Eine Erklärung für Jennys "neues" Aussehen blieb die Serie dem Zuschauer erneut schuldig. Ein paar kurze Szenen widmeten sich aber dem neuen Aussehen von Jenny.

Nach Folge 264 verließ dann auch Martin-Kelly-Darsteller Robert Hughes die Serie. Dieses wurde mit einem Jobwechsel nach Saudi-Arabien erklärt. Für ihn kam ab Folge 263 Mark Owen-Taylor als Greg Russell, seines Zeichens ebenfalls Architekt und Freund Martin Kellys, der derweil das Haus hüten soll, in die Serie. Owen-Taylor versuchte gar nicht erst, Robert Hughes zu kopieren, und brachte seine eigene Note in Hey Dad!, aber er konnte nicht aus dem Schatten eines Martin Kelly treten.

Als letzte schied dann nach Folge 267 auch noch Samantha-Akteurin Rachael Beck aus, was ebenfalls mit einem Umzug erklärt wurde. Für sie kam dann noch Belinda Emmett (erstmals in Folge 266), die als Tochter von Greg Russell, Tracy, bis zum Ende der Serie dabei war.

Zum Schluss blieb dann nur noch Betty-Darstellerin Julie McGregor von der Originalbesetzung übrig.


Kurioses

Bis auf ein paar ganz wenige Szenen, die außerhalb des Kelly-Hauses spielten, spielt die ganze Serie fast ausschließlich im Haus der Kellys ab. Die deutsche Synchronisation vermittelt den Eindruck, dass es ein Obergeschoss gibt. Dem ist aber nicht so, denn das Haus ist ein für Sydney typischer Bau mit nur einem ebenerdigen Geschoss.

Das Haus hat folgende Räume:

Zusätzlich:

Zahlen und Fakten

Von 1986 bis 1994 wurden in Australien von Gary Reilly Productions 291 Folgen der Sitcom produziert. Chefautor war John Flanagan, der auch einen Großteil der Drehbücher verfasste. Weitere Drehbücher wurden von Gary Reilly, Ian Rochford und Kym Goldsworthy geschrieben. Regie führte bei den meisten Folgen Sally Brady, ebenfalls Regie führten Robert Meillon, Tina Butler und Kevin Burston. Gesendet wurde Hey Dad! auf dem Sender Seven Network.

Die Sitcom wurde live vor Publikum gedreht, die Lacher im Original waren also echt.

Hey Dad! in Deutschland

Ab Januar 1990 wurde Hey Dad! zunächst in der ARD im Nachmittagsprogramm gesendet. Der Sender kaufte die ersten 149 Folgen ein und sendete diese auch in einem Zeitraum von ca. 2 Jahren. Danach wurden sie bis 1995 in mehreren Dritten Programmen wiederholt. Ab dem 13. März 1997 wiederholte kabel eins täglich diese 149 Folgen im Vormittagsprogramm (zunächst gegen 11.00, später schon bereits um 6.00 morgens), danach zeigte der Sender ebenfalls täglich bis zum September die restlichen Folgen. Im kostenlos empfangbaren Fernsehen wurden sie seitdem nicht mehr wiederholt.

Seit dem 13. Juni 1996 wurde Hey Dad auch auf dem ehemaligen Bezahlfernsehen-Sender DF1 gezeigt.

Die deutsche Synchronisation

Die ersten 149 von der ARD gezeigten Folgen wurden unter der Regie von Arne Elsholtz synchronisiert. Dieser bemühte sich erfolgreich, den englischen Wortwitz ins Deutsche zu übertragen. Den von Kabel 1 in Auftrag gegebenen Folgen ab Nummer 150 konnte man ein geringeres Budget und einen kleineren Aufwand bei der Produktion anmerken. Zum einem wurden viele Sprecher ausgewechselt, auch weil sie wohl zu teuer waren. Die Synchronregie war weniger sorgfältig bei der Übersetzung, sodass viele Gags versandeten.

Bei der deutschen Bearbeitung der Serie ist der ARD im übrigen ein Fehler unterlaufen. Bei der Erstausstrahlung wurden im Vorspann die beiden Simon-Darsteller verwechselt. Bei dem Foto von Paul Smith wurde Christopher Mayers Name eingeblendet und umgekehrt. Erst bei der ersten Wiederholung hatte der Sender den Fehler korrigiert.

Die Synchronsprecher bis Folge 149:

Die Synchronsprecher ab Folge 150: