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Oberpfalz

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Fläche: 9.691,03 km²
Einwohner: 1.087.939 (31. Dezember 2006)
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Bezirk
Wappen :
Verwaltungssitz: Regensburg
Homepage: www.bezirk-oberpfalz.de
Regierungsbezirk
Regierungssitz: Regensburg
Homepage: regierung.oberpfalz.bayern.de
Karte

Die Oberpfalz ist in Bayern sowohl ein Bezirk als auch auch ein Regierungsbezirk.

Die Bezirke sind in Bayern Selbstverwaltungskörperschaften, zu denen sich mehrere Kreise zusammengeschlossen haben. Die Kreise eines Bezirks gehören jeweils zu einem gleichnamigen Regierungsbezirk, dem Zuständigkeitsgebiet der Bezirksregierung (oft nur kurz Regierung) als staatlicher Mittelbehörde. Anders als bei den Landratsämtern, die gleichzeitig staatliche und kommunale Behörde sind („Janusköpfigkeit“), existieren hierfür in Bayern mit den Bezirksverwaltungen und den Regierungen getrennte Behörden.

Die Oberpfalz liegt im Osten Bayerns und grenzt an Tschechien sowie an die bayerischen Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Mittelfranken und Oberfranken.

Verwaltungssitz des Bezirks und gleichzeitig Regierungssitz des Regierungsbezirks ist Regensburg.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

Der Regierungsbezirk Oberpfalz umfasst drei kreisfreie Städte und sieben Landkreise:

Kreisfreie Städte

  1. Amberg
  2. Regensburg
  3. Weiden

Landkreise

  1. Landkreis Amberg-Sulzbach
  2. Landkreis Cham
  3. Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
  4. Landkreis Neustadt an der Waldnaab
  5. Landkreis Regensburg
  6. Landkreis Schwandorf
  7. Landkreis Tirschenreuth

vor der Kreisreform

Vor der Landkreisreform am 1. Juli 1972 hatte der Regierungsbezirk fünf kreisfreie Städte und 19 Landkreise; in der Zeit von 1938 bis 1945 gehörten drei weitere Landkreise im Sudetenland zum Regierungsbezirk.

Kreisfreie Städte

Landkreise

Anmerkung: Bis 1954 wurden die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz gemeinsam verwaltet.

Geografie

In der Oberpfalz gibt es einige Mittelgebirge und viele Weiher und Seen in den flacheren Regionen. Die Oberpfalz ist im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands eher dünn besiedelt. Naturräumlich bedeutende Gegenden sind:

Die Oberpfalz grenzt an (im Uhrzeigersinn von Norden): Oberfranken, die Tschechische Republik, Niederbayern, Oberbayern, und Mittelfranken.

Verkehr

Der Regierungsbezirk Oberpfalz wird von folgenden Eisenbahnlinien durchquert:

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von untergeordneten Strecken wie z.B. die Donautalbahn RegensburgIngolstadt

Bei den Autobahnen handelt es sich um die

Außerdem durchziehen zahlreiche Bundesstraßen die Oberpfalz. Im einzelnen handelt es sich um die Bundesstraßen B 8, B 14, B 15, B 16, B 20, B 22, B 85, B 299 und B 470.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Oberpfalz hat in den Jahren 1994 bis 2004 einen Wandel durchlebt. So nahmen die Erwerbstätigen in diesem Zeitraum im primären Sektor (Land- und Forstwirtschaft / Fischerei) ab, die Zahl der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe sank ebenfalls. Die Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor nahmen jedoch um 18,8% zu. Da dies mit ca. 64% Anteil an der Bruttowertschöpfung der bestimmende Sektor ist, nahmen die Erwerbstätigen damit insgesamt um 5,6% zu. Heutzutage hat sich Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung die Arbeitslosenquote auf 4,6% zurückgebildet. Gemessen am BIP gehört die Oberpfalz zu den wohlhabenderen Regionen der EU mit einem Index von 119,3 (EU27: 100, Deutschland: 115,8) (2004)

Die Wirtschaft ist insgesamt geprägt von klein- und mittelständischen Unternehmen, von denen einige zu den führenden ihrer Branche zählen. Ebenso ist der Tourismus ein großer wirtschaftlicher Faktor. Die Landwirtschaft und die Teichwirtschaft, die vor allem in den nördlichen Regionen der Oberpfalz auftritt, haben gesamtwirtschaftlich gesehen eher eine kleine Rolle inne. Industrielle Strukturen sind am stärksten im Großraum Regensburg vertreten, der in den vergangenen 25 Jahren eine beachtliche wirtschaftliche Dynamik entwickelt hat. Neben BMW, Krones AG, Infineon und Continental produzieren eine Reihe weiterer Unternehmen in und um Regensburg. Regensburg ist nach München der zweitstärkste Biotechnologiestandort Bayerns (bundesweit Rang 5).

Auf Landkreis-Ebene ist der Kreis Schwandorf in der Oberpfalz an erster Stelle beim Steueraufkommen. Es gibt 300 Industriebetriebe mit ca. 16.000 Arbeitsplätzen. Die namhaftesten Unternehmen sind unter anderem die meiller direct GmbH, die Benteler Automobiltechnik GmbH und die Nabaltec AG in Schwandorf, der Innovationspark Wackersdorf (BMW), die Läpple AG mit Werk in Teublitz, die F.EE GmbH in Neunburg v.W. und die Heidelberg Cement AG in Burglengenfeld.

Seit dem Mittelalter bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden die Erzvorkommen der Region wirtschaftlich ausgebeutet, weshalb die Oberpfalz auch „das Ruhrgebiet des Mittelalters“ genannt wird. Bis zum Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts war die Eisen- und Stahlindustrie (die „Maxhütte“ mit den Standorten Sulzbach-Rosenberg und Maxhütte-Haidhof) in Verbindung mit den bedeutenden Eisenerzvorkommen ein bestimmender Wirtschaftsfaktor.

Touristische Anziehungspunkte sind der Oberpfälzer Wald, das Stiftland und der Steinwald im Norden, die aus dem Tagebau hervorgegangene Seenlandschaft bei Schwandorf in der Mitte, die Jurahöhen im Westen sowie das untere Naabtal und die Bezirkshauptstadt Regensburg im Süden. Bei Nabburg betreibt der Bezirk das Oberpfälzer Freilandmuseum.

Im nationalen und internationalen Tourismus besser bekannt ist der Bayerische Wald, der sowohl in der Oberpfalz als auch im benachbarten Niederbayern gelegen ist. Dort ist eine alte Tradition der Glasbläserkunst vorhanden, die in Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und angrenzenden Orten auch touristisch genutzt wird. Eine wichtige Rolle in Ostbayern spielen der Naturpark Oberpfälzer Wald, Naturpark Oberer Bayerischer Wald und der Naturpark Bayerischer Wald. Die Region Oberpfalz ist als eine der preiswertesten deutschen Ferienregionen bekannt; die Preise von Gaststätten und für Beherbergungen sind auf vergleichsweise günstigem Niveau.

Geschichte

Historisch ist die Oberpfalz mit dem bayerischen Nordgau identisch. Der Name des Regierungsbezirkes Oberpfalz steht im direkten Zusammenhang mit der Pfalz (Palatium) bzw. dem davon abgeleiteten Namen der Kurpfalz. Nach dem Tod Ludwig II. des Strengen teilte sich das Haus Wittelsbach 1329 (Hausvertrag von Pavia) in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern, wobei die Pfälzer Linie einen Teil der Gebiete in Nordbayern erhielt, die später als Obere Pfalz gen Bayern genannt wurden. Aus dieser Bezeichnung entstand Anfang des 19. Jahrhunderts der Name Oberpfalz im Zuge der Neuordnung des neuen Königreiches Bayern. Die Oberpfalz wurde somit von 1329 bis zur Annexion durch Bayern nach der Schlacht am Weißen Berg mit der Episode des Winterkönigs von Heidelberg aus regiert und war kalvinistisches und lutherischen Kernland. Nach 1621 begann durch die gewaltsame Rekatholisierung und der mit dem Bedeutungsgewinn Oberbayerns einhergehende Verlagerung der Handelsstraßen weg von Prag, ein gewaltiger Niedergang, der erst in den letzten Jahrzehnten umgekehrt werden konnte. Eine Entwicklung von einer reichen und mächtigen Region in Deutschland (man wählte den Kaiser und nicht die Franken oder Südbayern) hin zum Armenhaus ist innerhalb der deutschen Geschichte bemerkenswert.

In den Jahren 1806 bis 1808 wurde das Königreich Bayern in 15 (staatliche) Kreise eingeteilt, deren Namen sich nach Flüssen richtete. Der Regenkreis umfasste zunächst 13 Landgerichte und seit 1809 die kreisunmittelbare Stadt Straubing. 1810 wurde er erheblich vergrößert, unter anderem durch das Fürstentum Regensburg. Danach wurde Regensburg Sitz des Generalkreiskommissariats. Der Regenkreis gab aber auch Gebiete an den Unterdonaukreis ab. Bei der von König Ludwig I. veranlassten Gebietsreform vom 29. November 1837, bei der man sich auf die historischen Landesbezeichnungen besann erfolgte die Umbenennung in Oberpfalz.

siehe auch: Geschichte der Oberpfalz, Oberpfälzer Geschichtslandkarte

Tourismus

Bedeutende Persönlichkeiten

Bezirk

Bezirkstag

Zusammensetzung

Zusammensetzung der Bezirkstage der Oberpfalz:
Wahl CSU SPD FW Grüne NPD BP GB/BHE FDP Gesamt
2003 11 4 1 1 17
1998 11 7 1 19
1994 11 7 1 19
1990 12 6 1 19
1986 11 7 1 19
1982 12 6 1 19
1978 13 6 19
1974 14 5 19
1970 13 6 19
1966 11 7 1 19
1962 13 7 20
1958 12 6 1 1 20
1954 10 6 2 1 1 20

Im aktuellen Bezirkstag bilden Freie Wähler und Grüne eine Ausschussgemeinschaft.

Bezirkstagspräsident

Seit 1999 ist Rupert Schmid (CSU) Bezirkstagspräsident. Seine Stellvertreter sind Ludwig Spreitzer (CSU) und Norbert Hartl (SPD).

Regierungsbezirk

Regierungspräsidenten

  • 1810–1817 Max Graf von Lodron
  • 1817–1828 Konrad Heinrich Freiherr von Dörnberg
  • 1829–1831 Arnold von Link
  • 1831–1841 Dr. Eduard von Schenk
  • 1841–1847 Friedrich Freiherr von Zu Rhein
  • 1847 Karl Freiherr von Schrenk von Notzing
  • 1847 Dr. Karl Freiherr von Welden
  • 1847–1849 Friedrich Freiherr von Zu Rhein
  • 1849–1863 Karl Joseph Freiherr von Künsberg-Langenstadt
  • 1863–1868 Maximilian von Gutschneider
  • 1868–1888 Max von Pracher
  • 1888–1894 Friedrich von Ziegler
  • 1894–1899 Hartmann Graf Fugger von Kirchberg und Weißenhorn
  • 1899–1905 Karl Theodor von Lutz
  • 1905–1907 Dr. Friedrich von Brettreich
  • 1907–1917 Anton Freiherr von Aretin
  • 1917–1918 Regierungsdirektor Wolfgang Pöll
  • 1918–1921 Hubert Freiherr von Gumppenberg-Peuerbach
  • 1921–1927 Theodor von Winterstein
  • 1927–1930 Ludwig von Rücker
  • 1930–1932 Regierungsdirektor Julius Hahn
  • 1932–1934 Dr. Heinrich Wirschinger
  • 1934 Franz Schwede
  • 1934–1939 Wilhelm Freiherr von Holzschuher
  • 1939–1940 Dr. Friedrich Wimmer
  • 1940–1943 Regierungsvizepräsident Hermann Edler von Gäßler
  • 1943–1945 Gerhard Bommel
  • 1945 Dr. Ernst Falkner, CSU
  • 1945–1952 Dr. Franz Wein
  • 1952–1959 Dr. Josef Ulrich
  • 1959–1962 Dr. Georg Zitzler
  • 1962–1981 Prof. Dr. Ernst Emmerig
  • 1981–1993 Karl Krampol
  • 1994–1999 Alfons Metzger
  • 1999–2004 Dr. Dr. Wilhelm Weidinger
  • 2004–2008 Dr. Wolfgang Kunert
  • seit 2008 Brigitta Brunner
 Commons: Oberpfalz – Bilder, Videos und Audiodateien

Literatur