Dreschmaschine
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Dreschmaschine

Eine Dreschmaschine, auch Dreschkasten genannt, ist ein landwirtschaftliches Gerät zum Ausdreschen von Körnerfrüchten, insbesondere von Getreide. Dreschmaschinen sind heute nicht mehr im Einsatz, sie wurde in Deutschland in den 1950ern von dem Mähdrescher verdrängt. Es gab stationäre und fahrbare Dreschmaschinen. Die Maschinen wurden über Treibriemen anfangs von Dampfmaschinen, später von Elektromotoren oder Traktoren angetrieben.

Geschichte

Das hat zur Folge, dass der Getreidedrusch in wenigen Wochen erledigt werden kann. Zuvor hatte man die Getreideernte mit dem Dreschflegel ausgedroschen, was etwa 30 Wochen von Ende September bis Anfang Mai dauerte. Die Gutstagelöhner bekamen vom Drusch einen Teil des ausgedroschenen Korns und hatten eine Dauerbeschäftigung durch den Winter. Mit der Dreschmaschine werden sie winterarbeitslos oder unterbeschäftigt und müssen bei anderer Beschäftigung einen geringeren Barlohn hinnehmen.

Ein Problem für die Dreschmaschine war von Beginn an der Antrieb. Für eine einwandfreie Arbeit ist eine Trommeldrehzahl von ca. 1.000 Umdrehungen pro Minute notwendig. Damit konnte sich die Dreschmaschine erst durchsetzen, als die dafür notwendigen Antriebsaggregate zur Verfügung standen. Dies waren zunächst Göpel, dann Dampfmaschine (u.a. als Lokomobile), später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts Verbrennungs- bzw. Elektromotoren oder Traktoren.

In Deutschland hatten Dreschmaschinen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre größte Verbreitung. Damals fuhren nach der Getreideernte im Herbst und bis in den Winter hinein Lohnunternehmer mit Zugmaschinen (die dann auch als Antrieb verwendet wurden) und Dreschmaschinen von Dorf zu Dorf, um bei den Landwirten das Getreide zu dreschen.

Arbeitsweise

Die Ähren, Schoten, Kapseln usw. werden zwischen einer schnelllaufenden Trommel und einem feststehenden, die Trommel teilweise umschließenden Korb durch Schlag oder Reibung entkörnt.

Man unterscheidet zwischen:

Bei Schlagleistendreschern ist der Trommelumfang längsseits mit gerippten Leisten und der Korb mit glatten, scharfkantigen Leisten versehen. Das Korn wird durch die Leisten auf der Dreschtrommel aus den Ähren geschlagen. Da die Garben parallel zur Trommel eingelegt werden, bezeichnet man den Schlagleistendrescher auch als Breitdrescher. Diese Technik findet noch bei den heutigen Mähdreschern Anwendung.

Bei Stiftendreschern laufen die Stifte der Trommel zwischen den Stiften des Korbes. Der Abstand des Korbes ist dabei regelbar. Er arbeitete zwar effektiver, beschädigte jedoch in größerem Umfange die Körner. Da die Garben im rechten Winkel der Trommel zugeführt werden bezeichnet man den Stiftdrescher auch als Langdrescher.

Gemeinsam ist beiden, dass durch sogenannte Schüttler, Siebe oder/und Gebläse die Körner von Stroh, Streu und Abfall getrennt werden. Maschinen des 20. Jahrhunderts waren auch mit Strohpresse und Sackheber versehen. Langstroh, Kurzstroh, Sand und Unkraut verließen so auf gesondertem Weg die Dreschmaschine, während die Körner nach Entfernung der Grannen und Reinigung und teilweise auch Sortierung abgesackt wurden.

Für Ölfrüchte, Hülsenfrüchte und Mais wurden auch Sondergeräte gefertigt.

Eine Dorfgemeinschaft bediente sich oft einer einzigen Dreschmaschine, die an den jeweils erntenden Bauer vermietet wurde. Zur Erntezeit war sie dann pausenlos im Einsatz. Für die Beschickung der Dreschmaschine mit Garben, Absacken des Getreides, Abnehmen und Aufladen des ausgedroschenen Strohs etc. waren ca. 10 Personen notwendig. Franz Rehbein beschreibt in Das Leben eines Landarbeiters detailliert die Dreschpraxis mit Dampfdreschmaschine um 1900.

 Commons: Dreschmaschine – Bilder, Videos und Audiodateien