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Norden (Ostfriesland)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 53° 36′ N, 7° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Höhe: 7 m ü. NN
Fläche: 106,33 km²
Einwohner: 25.147 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26506 (alt: 2980)
Vorwahlen: 04931, 04926 (Leybuchtpolder)
Kfz-Kennzeichen: AUR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 019
Stadtgliederung: Kernstadt plus 10 weitere Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Markt 15
26506 Norden
Webpräsenz:
www.norden.de
Bürgermeisterin: Barbara Schlag (ZoB)

Norden (ostfr. Plattdeutsch Nörden) ist eine Stadt in Ostfriesland im Nordwesten Niedersachsens. Die Stadt liegt direkt an der Nordsee und ist die nordwestlichste Stadt auf dem deutschen Festland. Die Bewohner Nordens heißen Norder, plattdeutsch Nörder.

Norden gilt als älteste Stadt Ostfrieslands. Im Jahr 2005 feierte die Stadt den 750. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung. Norden ist die Hauptstadt der historischen Landschaft Norderland und mit gut 25.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Ostfrieslands. Bis 1977 war die Stadt Sitz des gleichnamigen Landkreises, der in jenem Jahr im Landkreis Aurich aufging.

Die Region um Norden ist vor allem geprägt durch die Landwirtschaft und den Tourismus. Die Stadt besitzt gut 27 Kilometer Deichlinie und im Stadtteil Norddeich den größten Küstenbadeort Ostfrieslands sowie einen wichtigen Fährhafen zu den vorgelagerten Inseln Juist und Norderney. Schon in der Kaiserzeit wurde mit dem Slogan Das Grüne Tor zum Meer für Norden als Urlaubsort geworben.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Die Stadt Norden, die nordwestlichste Stadt auf dem deutschen Festland, erstreckt sich auf 106,33 km² im Nordwesten Ostfrieslands in Niedersachsen. Seewärtig wird Norden von 27,3 km Seedeich begrenzt.[1] Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 21 km, die größte Ost-West-Ausdehnung beträgt zirka 13 km. Die höchste Erhebung Nordens beträgt 9,7 Meter über NN.

Der Küste vorgelagert liegen die Inseln (von Ost nach West) Norderney, Juist und Memmert. Nachbargemeinden auf dem Festland sind (im Uhrzeigersinn, von Ost nach Südwest) die Gemeinden Hagermarsch, Lütetsburg und Halbemond (alle Samtgemeinde Hage), die Gemeinden Leezdorf und Osteel (beide Samtgemeinde Brookmerland) sowie die Gemeinde Krummhörn. Eine Besonderheit bei der Grenze zur Gemeinde Leezdorf liegt darin, dass sie nur gut eine Straßenbreite beträgt: Norden und Leezdorf treffen am Schwarzen Weg aufeinander, die Straßenseiten nördlich und südlich gehören jedoch zu den Gemeinden Halbemond und Osteel.

Norden ist neben der Kreisstadt Aurich das zweite Mittelzentrum des Landkreises Aurich.[2] Das Einzugsgebiet ist natürlicherweise eingeschränkt, da sich im Norden, Westen und Südwesten das Wattenmeer befindet - auch wenn Norden für die Versorgung der Inseln Juist (1800 Einwohner, jährlich etwa 90.000 Übernachtungen) und Norderney (5900 Einwohner, jährlich rund 300.000 Übernachtungen) eine wichtige Rolle spielt. Norden tritt in seiner Stellung als Mittelzentrum in Konkurrenz zu Aurich und Emden.

Geologie

Siehe auch: Liste der Eindeichungen in Ostfriesland

Der Stadtkern von Norden liegt auf einer Sandinsel, die dem nordwestlichsten Ausläufer des ostfriesischen Geestrückens vorgelagert ist. [3] Auch die südöstlich der Innenstadt gelegenen Stadtteile befinden sich auf Geestboden, während der Großteil des Stadtgebietes in der Marsch liegt. Rund die Hälfte des Stadtgebiets ist seit 1430 dem Meer abgerungen und eingedeicht worden. Der geologisch jüngste Norder Stadtteil Leybuchtpolder wurde erst 1947-1950 durch den Bau des Störtebekerdeichs eingedeicht und urbar gemacht. Seit der Eindeichung eines Teils der Leybucht und einer (deutlich kleineren) Eindeichungsmaßanhme nahe Harlesiel hat es an der niedersächsischen Nordseeküste keine nennenswerten Landgewinnungsmaßnahmen durch Eindeichung mehr gegeben, so dass diese Landstriche im geologischen Sinne als "jüngste" vom Menschen besiedelte Landstriche Niedersachsens bezeichnet werden können.[4] Auch das Gebiet des heutigen Stadtteils Neuwesteel wurde erst im 20. Jahrhundert dem Meer abgerungen.

Da weite Teile des Stadtgebiets nur unwesentlich über dem Meeresspiegel liegen, muss das Land kontinuierlich entwässert werden. Das Norder Tief, früher Fahrwasser des Norder Hafens, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Es mündet am Schöpfwerk Leybuchtsiel in die Leybucht. Durch natürlichen Sielzug bei Ebbe oder durch Hinauspumpen des Wassers in die Nordsee wird das Land entwässert.

Stadtgliederung und Flächennutzung

Tabelle I: Flächennutzung[5]
Nutzung Fläche in ha
Gebäude und Freiflächen 943,54
Betriebsflächen 33,38
Grün- und Sportanlagen 71,34
Straßen, Wege und Parkplätze 420,76
Landwirtschaftliche Flächen 8410,04
Wälder 46,64
Gewässer, Gräben, Teiche 291,11
Schutzflächen u. a. 250,10
Gesamtfläche 10.466,91

Das Stadtgebiet Nordens besteht aus der Kernstadt und elf weiteren Ortsteilen, die 1952 und 1972 eingemeindet wurden. Die Kernstadt besteht aus den Vierteln Armenplatz (seit Mitte der 1950er Jahre: Neustadt), Ekel, Hollande, Lintel, Westgaste, Westlintel und Zingel. Sie werden gemeinhin nicht als gesonderter Stadtteil angeführt und sind verwaltungstechnisch nunmehr ohne Bedeutung.

Zehn weitere Stadtteile Nordens wurden nach dem Zweiten Weltkrieg eingemeindet. 1952 wurde das Gebiet des heutigen Tidofeld von der Gemeinde Lütetsburg übernommen. Nach einer stärkeren Bebauung wurde Tidofeld 1996 eigenständiger Ortsteil und damit der jüngste Nordens. [6] Das Gebiet der anderen neun Ortsteile wurde 1972 bei der niedersächsischen Kommunalreform eingemeindet. Es handelt sich dabei um Bargebur, Leybuchtpolder, Lintelermarsch, Neuwesteel, Norddeich, Süderneuland I, Süderneuland II, Ostermarsch, Westermarsch I und Westermarsch II. Da Norddeich früher Teil der Gemeinde Lintelermarsch war, wird auch von "der Kernstadt und zehn Ortsteilen" gesprochen.

Norden ist geprägt von Wasser und Landwirtschaftsflächen. Fast 80 Prozent des Stadtgebiets werden landwirtschaftlich genutzt. Auf den eingepolderten Flächen im Süden der Stadt wird Ackerbau betrieben. Eingepoldertes Land, das aus früherem Schlick besteht, hat eine hohe Bodenwertzahl. Angepflanzt werden vornehmlich Kartoffeln, Getreide und Raps. Auf den anderen Landwirtschaftsflächen wird Viehzucht betrieben, vornehmlich die Haltung von Milchkühen. Auf den Deichen grasen Schafe. Sie halten durch Fressen nicht nur die Grasnarbe niedrig, sondern trampeln mit ihren Hufen auch den Deichboden fest.

Neben dem Norder Tief und seinem Zufluss Addingaster Tief prägen noch eine Vielzahl von kleinen und größeren Entwässerungsgräben die Landschaft um Norden. Vor der Mündung des Norder Tiefs in die Leybucht, geregelt durch das Schöpfwerk Leybuchtsiel, befindet sich ein Speicherbecken.

Wie die meisten, großteils in der Marsch gelegenen Orte ist auch Norden nur äußerst spärlich bewaldet. Die Stadt grenzt allerdings an das Tidofelder Holz in der Nachbargemeinde Lütetsburg.

Klima

Norden liegt in der gemäßigten Klimazone. Das Stadtgebiet steht hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist insgesamt von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Norden in der Einteilung Cfb.

Geschichte

Siehe auch: Geschichte der Stadt Norden

Früheste Belege für die Anwesenheit von Menschen auf dem Norder Stadtgebiet sind archäologische Funde aus der jüngeren Steinzeit (etwa 2000 vor Christus). Ab dem 6. Jahrhundert nach Christus wandern Friesen in das zuvor von Chauken und Sachsen Ostfriesland. in der Folgezeit entwickeln sich regionale Marktorte, darunter auch Norden. Der Ort konnte dabei von seiner Position am Schnitt- und Endpunkt alter Handelsstraßen (Emsweg von Münster und Küstenweg von Bremen) profiteiren und gewann schon sehr früh an Bedeutung. Vieh sowie Muschelkalk und Salz waren die Haupthandelsgüter. Norden war im frühen Mittelalter unter dem Namen Norditi bekannt. Es war der Hauptort des Gaues Nordendi. Der Gau bestand aus dem Norderland und dem Harlingerland.

1255 wurde Norden erstmals urkundlich erwähnt, was vielfach irrtümlich mit der Verleihung des Stadtrechts verwechselt wird. Gleichwohl hatte die Stadt schon damals schon einen städtisch geprägten Charakter. Das Wappen zeigt den Apostel Andreas mit dem bekannten Andreaskreuz – ein Hinweis auf die nicht mehr existierende Stadtkirche, die dem Heiligen Andreas geweiht war. Die Ludgeri-Kirche war im Gegensatz zur Andreas-Kirche die Kirche des Norder Umlandes. Auch Klostergründungen verzeichnet die Stadtgeschichte: Im 11. Jahrhundert entstand am Zingel das Kloster Marienthal; die Dominikaner siedelten sich 1264 am Fräuleinshof an.

Sturmfluten des 14. Jahrhunderts führten zu einer Ausweitung der Leybucht, so dass im Südbereich der Stadt ein Seehafen entstand, der bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Bedeutung hatte und der Stadt über einen langen Zeitraum eine wirtschaftliche Blüte bescherte. Norden besaß eine eigene Handelsflagge, unter der Norder Schiffe Nord- und Ostsee befuhren.

1531 verwüstete ein Heerhaufen des Häuptlings Balthasar von Esens die unbefestigte Stadt, unter anderem wurde der Vorgängerbau des heutigen Alten Rathauses, mehrere Klöster und die Andreaskirche zerstört. Die letzten Reste der Andreaskirche verschwanden 1756.

Im 18. Jahrhundert besaß Norden eine bedeutende Seeflotte an der ostfriesischen Küste. 1744 wurde Ostfriesland, und damit auch Norden, dem Königreich Preußen eingegliedert. 1795 gründeten Norder Kaufleute das Norderfehn (heute: Berumerfehn), um Torf abzubauen. Nach der Napoleonischen Besatzungszeit 1806–1813 als Département Ems-Oriental fiel Norden an das Königreich Hannover. 1866 (mit dem Ende des hannoverschen Königreichs fiel Ostfriesland wieder an Preußen zurück.

Ein bedeutendes Ereignis war für Norden der Anschluss an das nationale Eisenbahnnetz (1862); die Strecke wurde 1892 bis zum Norddeicher Fähranleger (genannt Norddeich Mole) weiter geführt.

1905 wurde die 1998 aufgelöste Küstenfunkstelle Norddeich Radio errichtet.

Norden besaß viele Jahrzehnte hindurch eine jüdische Gemeinde, die in Norden und auf Norderney jeweils eine Synagoge betrieb. Die Synagoge in Norden wurde während der nationalsozialistischen Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört. Das Schulhaus und das Wohnhaus des Rabbiners stehen noch. Ein christlich-jüdischer Arbeitskreis hat die Grundmauern der Synagoge wieder frei gelegt und auf dem Gelände ein Mahnmal für die verfolgten und brutal ermordeten ehemaligen jüdischen Mitbürger errichtet.

Durch den Flüchtlingsstrom der Nachkriegszeit nahm die Bevölkerung Nordens erheblich zu. Ein neuer Stadtteil, Norden-Neustadt, entstand in den 1950er Jahren.

In den 1960er und 1970er Jahren wurde in Norden eine umfangreiche Altstadtsanierung vorgenommen, der eine größere Zahl historisch bedeutsamer Gebäude zum Opfer fiel. Durch die Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat wurde auf dem nun freien Gelände ein Komplex mit Mehrfamilienhäusern und drei Wohnhochhäusern errichtet. Es wurden als weitere Maßnahme mehrere Straßen rund um den Marktplatz verbreitert, außerdem mussten die Alleebepflanzungen der Bahnhof- und Norddeicher Straße weichen. Heute ist man dabei, den Marktplatz Stück für Stück attraktiver zu gestalten, man fügt historische Details, die verloren gegangen waren, wieder dem Stadtbild hinzu und hebt historische Merkmale besonders hervor.

Durch die niedersächsische Kommunalreform 1972 gewann die Stadt eine Reihe von umliegenden Gemeinden als neue Stadtteile hinzu. Heute wohnen in Norden etwa 25.000 Einwohner. Bei der Kreisreform 1977 verlor die Stadt Norden den Sitz des gleichnamigen Kreises und gehört seither als selbstständige Stadt und Mittelzentrum zum Landkreis Aurich mit der Kreisstadt Aurich.

Politik

Norden war jahrzehntelang eine Hochburg der SPD. Die Sozialdemokraten erreichten bei Kommunalwahlen zumeist die absolute Mehrheit der Stimmen und stellten auch den Bürgermeister. Eine Vielzahl von Norder SPD-Politikern vertrat auch den Wahlkreis Aurich/Emden im Bundestag sowie den Wahlkreis Norden im Niedersächsischen Landtag (siehe Abschnitt Persönlichkeiten).

Bei den Landtagswahlen und den Bundestagswahlen geht die SPD auch weiterhin als stärkste Kraft hervor, wenn auch nicht stets mit absoluter Mehrheit. Dies gilt auch für die kommunale Ebene: Weder bei den Wahlen 2001 noch bei jenen 2006 erlang die SPD eine absolute Mehrheit der Stimmen; sie konnte auch ihren Bürgermeister-Kandidaten nicht durchbringen. Auf kommunaler Ebene hat somit ein Bündnis aus CDU, FDP und der freien Wählergemeinschaft ZoB die SPD als herrschende Kraft abgelöst.

Stadtrat und Bürgermeister

Der Stadtrat hat 34 gewählte Ratsfrauen und Ratsherren sowie den direkt gewählten Bürgermeister. Ihm gehören seit der Kommunalwahl am 10. September 2006 vier Parteien und eine Wählergemeinschaft an:

Die Gruppierung ZoB (Zukunftsorientierte Bürger) ist eine Freie Wählergemeinschaft. Sie bildet zusammen mit CDU und FDP die Ratsmehrheit und stellt auch die Bürgermeisterin, Barbara Schlag. Das derzeitige Bündnis regiert seit der Kommunalwahl 2001, ebenso die Bürgermeisterin.

Vertreter in Landtag und Bundestag

Der Landtagswahlkreis Emden/Norden besteht aus der Stadt Emden sowie der Stadt Norden und den Gemeinden Krummhörn, Hinte und Hage. Bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 kam dieser Wahlkreiszuschnitt erstmals zum Tragen. Der Landtag hatte während der Legislaturperiode 2003 bis 2008 die Verkleinerung des Landtags um 20 Abgeordnete beschlossen, und infolgedessen wurde der Wahlkreis Norden aufgelöst. Dieser bestand aus Norden und den Gemeinden des Norderlandes Hage, Großheide, Dornum und Brookmerland sowie den Inseln Norderney, Baltrum und Juist. Die drei Inseln sowie Dornum wurden dem Wahlkreis Wittmund zugeordnet, Brookmerland und Großheide dem Wahlkreis Aurich. Bis 2008 hatte der Wahlkreis Norden zwei Vertreter im Landtag: als Direktkandidaten Hans-Werner Pickel (SPD) aus Marienhafe im Brookmerland, über die Landesliste zog als Nachrücker Hans Bookmeyer (CDU) aus Dornum ein.

Im Niedersächsischen Landtag (Wahlperiode bis 2013) sind seit derzeit zwei Abgeordnete aus dem Wahlkreis vertreten, beide stammen aus Emden. Das Direktmandat gewann bei der Wahl 2008 der Sozialdemokrat Hans-Dieter Haase. Er ist seit 1998 Mitglied des Landtages. Über die Landesliste seiner Partei zog der FDP-Abgeordnete Roland Riese zum zweiten Mal in den Landtag ein. Der im Herbst 2005 als Nachrücker in den Landtag eingezogene Christdemokrat Reinhard Hegewald verlor sein Mandat: Bei der Direktwahl unterlag er, und sein Listenplatz reichte nicht für den Einzug in den Landtag. Das Zweitstimmenergebnis der SPD von 41,8 Prozent war das beste dieser Partei in den 87 niedersächsischen Wahlkreisen.

Bei der Landtagswahl 2008 ergaben sich folgende Verhältnisse:[7]

Partei Erststimmen Kandidat Zweitstimmen
SPD 45,5 % Haase 41,8 %
CDU 31,9 % Hegewald 30,8 %
Bündnis 90
Die Grünen
8,7 % Stolz 7,9 %
FDP 4,9 % Riese 6,4 %
Die Linke 9,0 % Joosten 9,0 %

Der Bundestagswahlkreis Aurich/Emden umfasst die Stadt Emden und den Landkreis Aurich. Bei der jüngsten Bundestagswahl im Herbst 2005 wurde der Sozialdemokrat Garrelt Duin direkt gewählt. Mit einem Zweitstimmen-Ergebnis von 55,9 Prozent gelang der SPD im Wahlkreis Aurich/Emden das beste Ergebnis in Deutschland. Außerdem wird der Wahlkreis von dem Bündnisgrünen Thilo Hoppe aus Aurich vertreten. Dieser zog bei der Wahl über die Landesliste in den Bundestag ein.

Bei der Bundestagswahl 2005 ergaben sich folgende Ergebnisse:[8]

Partei Erststimmen Kandidat Zweitstimmen
SPD 58,3 % Duin 55,9 %
CDU 27,1 % Reinders 24,9 %
Bündnis 90
Die Grünen
6,2 % Hoppe 6,2 %
FDP 3,1 % Kunz 6,2 %
Die Linke/PDS 3,9 % Moll 4,5 %

Städtepartnerschaften

Die Städtepartnerschaft zu Bradford-on-Avon im Vereinigten Königreich besteht seit 1969. Sie geht zurück auf einen Besuch der Ruderer und Kanusportler des Bradford-on-Avon Rowing Clubs im Jahre 1967. Beim Gegenbesuch der Norder Sportler im nächsten Jahr machte der damalige Bürgermeister Bradfords den Vorschlag einer Partnerschaft, die 1969 besiegelt wurde.

Zudem besteht seit 1990 eine Städtepartnerschaft mit Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern.[9]. Norden ist dabei die erste Stadt, mit der Pasewalk eine partnerschaftliche Verbindung unterhält.[10]

Stadtwappen

Norder Wappen

Die Farben der Stadt Norden sind gelb-blau. Das Norder Wappen geht im wesentlichen auf das älteste bekannte Stadtsiegel aus dem Jahre 1498 zurück. In späteren Jahrhunderten wurde es nur minimal geändert. Es zeigt auf blauem Schild drei goldene sechsstrahlige Sporenräder. Diese gehen zurück auf das Wappen der bis in das 15. Jahrhundert hinein in Norden vorherrschenden Häuptlingsfamilie Idzinga. Das Oberwappen zeigt eine Laubkrone auf dem Schild und als Schildhalter die bemäntelte Figur des heiligen Andreas, dem früheren Schutzpatron der Stadt, vor einem Schrägkreuz stehend.[11]

Dem heiligen Andreas war die erste Stadtkirche am Marktplatz geweiht. Die südlich davon errichtete Ludgeri-Kirche war zunächst die Kirche des Norder Umlandes. Sie stand nördlich der Ludgerikirche auf dem Marktplatz. Nachdem die Andreaskirche 1531 zu beginn der Geldrischen Fehde von Balthasar von Esens gebrandschatzt wurde, gab es versuche diese wieder aufzubauen. Diese schlugen jedoch fehl und der Baukörper stürzte 17. und 18. Jahrhundert ein. 1756 wurden schließlich die Reste der Kirche entfernt.

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Die Norder Bevölkerung ist überwiegend protestantisch. Die Landkreise Aurich und Wittmund haben die höchsten Anteile an Lutheranern an der Gesamtbevölkerung in ganz Deutschland.[12] Er liegt bei rund 85 Prozent der Einwohner.

Dennoch prägt, wie im übrigen Ostfriesland, Vielfalt das religiöse Leben der Stadt. Eines der besonderen Kennzeichen der Stadt Norden ist die selbst für ostfriesische Verhältnisse hohe Zahl an Kirchen- und Religionsgemeinschaften. Neben den protestantischen Gemeinden gibt es in Aurich die katholische St.-Ludgerus-Gemeinde, die reformierte Kirche, die neuapostolische Gemeinde und daneben viele Freikirchen. Seit Mitte der 1990er Jahre haben sich in der Stadt auch viele Muslime niedergelassen. Eine jüdische Gemeinde gibt es hingegen seit der Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr.

Christentum

Auf dem Stadtgebiet befinden sich vier Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden. Die Ludgerigemeinde verfügt dabei über die größte mittelalterliche Kirche Ostfriestands, die Ludgerikirche, deren Bau 1235 begann. Daneben gibt es die Andreaskirchengemeinde im ehemaligen West-Bezirk. Weitere Gemeinden befinden sich in Norddeich (Arche) und Süderneuland (Friedenskirche). Die Kirche in Tidofeld wurde säkularisiert.

Neben den Lutheranern gibt es in Norden zwei Reformierte Gemeinden, die Kirchengemeinde Lütetsburg-Norden, deren Gotteshaus sich in Bargebur befindet sowie die Kirchengemeinde Leybucht, deren Zentrum sich im Stadtteil Leybuchtpolder befindet.

Eine geordnete Römisch-Katholische Kirchengemeinde gab es nach der Reformation nicht mehr. Unregelmäßige katholische Gottesdienste fanden zunächst im Untergrund statt und später regelmäßig - auf Betreiben der streng katholischen Ehefrau des Dodo zu Inn- und Knyphausen - in der Kapelle des Lütetsburger Schlosses.[13]. Erst im 19. Jahrhundert war die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder derart angewachsen, dass 1885 erneut eine Gemeinde gegründet wurde. Die St.-Ludgerus-Gemeinde wuchs vor allem durch den Zuzug von Vertriebenen aus Schlesien im Jahr 1946 enorm an. Heute zählt sie etwa 3800 Gemeindemitglieder.[14]

Die pietistische Landeskirchliche Gemeinschaft Norden hält ihre Gottesdienste im evangelisch-reformierten Gemeindezentrum am Markt ab.

Norden weist eine ungewöhnlich hohe Zahl an Freikirchen auf. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten an der Osterstraße wurde 1900 gegründet. Zuvor zählten die Norder zur Jennelter Gemeinde. Im selben Jahr wurde die Kapelle geweiht. Ein Jahr später kaufte die Gemeinde eine Orgel, die in den Jahren 1796-1799 von dem Esenser Orgelbauer Johann Gottfried Rohlfs für die Mennoniten-Gemeinde Norden gebaut worden war und ließ diese in das Gotteshaus an der Osterstraße einbauen.[15]

Die evangelische Mennonitengemeinde zu Norden wurde 1556 gegründet und ist die zweitälteste Gemeinde in der Stadt und eine der ältesten Gemeinden dieser Konfession weltweit. Sie hat zurzeit 55 Mitglieder.[16] Die Mennonitenkirche Norden am Marktplatz gehört zu den bemerkenswerten Gebäuden der Stadt. Es handelt sich hierbei um ein ehemaliges Patrizierhaus, das 1662 erbaut und in alten Quellen als das Kettler`sche Haus bezeichnet wurde. Das Gebäude kam 1795 an die Mennonitengemeinde, die in seinem Innern umfangreiche Umbauarbeiten durchführte.

Weitere Freikirchen sind die Freie evangelische Gemeinde Im Spiet, die Freie Christengemeinde (Friedenskirche) in Norddeich, die Adventgemeinde an der Brauhausstraße, die Bibelgemeinde an der Schulstraße und die Philadelphia-Gemeinde (Gemeinde auf dem Weg) an der Schulstraße/ Ecke Baumstraße.

Die Neuapostolische Kirche hat ihr Gemeindezentrum an der Knyphausenstraße. Sie zählt zum Ältestenbezirk Emden des Bezirks Norddeutschland der Neuapostolischen Kirche Deutschlands.

Im benachbarten Lütetsburg unterhalten die Zeugen Jehovas einen Königreichssaal.

Judentum

Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Norden

Die jüdische Gemeinde in Norden bestand über einen Zeitraum von rund 450 Jahren von ihren Anfängen im 16. Jahrhundert bis zu ihrem Ende am 7. April 1942. Zur Gemeinde in Norden gehörten auch die Juden auf Norderney, die ab 1878 eine eigene Synagoge betrieben, ihre Toten jedoch weiterhin auf dem jüdischen Friedhof in Norden beerdigten. Die Norder Gemeinde war die zweitälteste in Ostfriesland nach derjenigen in Emden.

Nach 1933 ausgegrenzt und verfolgt, emigrierten viele Juden. Die 1802 erbaute Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde am 9. November 1938 zerstört. Schätzungsweise die Hälfte der Norder Juden ist im Holocaust umgekommen, der Rest ist über die ganze Welt verstreut.

An die jüdische Gemeinde wird heute mit einem Gedenkstein für die niedergebrannte Synagoge am Synagogenweg und einem Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof gedacht. Die Stadt Norden hat die ehemalige Judenlohne in Synagogenweg umbenannt. Zudem ist das alte Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde bis auf die Synagoge noch vollständig erhalten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Im Zentrum Nordens befindet sich ein sehr großer Marktplatz. Er umfasst eine Fläche von mehr als sieben Hektar und verfügt über einen beachtlichen Baumbestand mit zum Teil mehr als 250 Jahre alten Bäumen, was ihn zu einem der größten baumbestandenen Marktplätze Deutschlands macht. Am Rande des Marktplatzes befindet sich die Ludgerikirche. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und besitzt, wie viele ostfriesische Kirchen, einen frei stehenden Glockenturm. Neben vielen kultur- und kunsthistorischen Schätzen birgt die Ludgeri-Kirche die zweitgrößte erhaltene Arp-Schnitger-Orgel, die in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts erbaut und in eigentümlicher Weise am Vierungspfeiler zwischen Chor und Südteil des Querschiffs angebracht ist.

An der Südseite des Norder Marktplatzes stößt man auf das Gebäudeensemble der sogenannten Dree Süsters (Drei Schwestern), bestehend aus drei Häusern mit sehr ähnlichen Fassaden im Stil der Backstein-Renaissance. Sie entstanden um das Jahr 1700. In den 1960ern musste eines der drei Häuser einem Parkplatz weichen, wurde aber 1991 in originalgetreuer Form wiedererrichtet.[17] Etwas weiter westlich steht die Mennoniten-Kirche. In ihrem Innern besitzt sie eine historisch wertvolle Deckenmalerei.

Ein weiterer historischer Bau an der Westseite des Marktplatzes ist das Alte Rathaus. In ihm befindet sich die Theelachtskammer, Verwaltungs- und Ausgabesitz der ältesten genossenschaftlichen Vereinigung Europas. Das Alte Rathaus ist auch der Sitz des Heimatmuseums sowie des räumlich angeschlossenen Ostfriesischen Teemuseums.

Weitere Sehenswürdigkeiten an der Ostseite des Marktplatzes sind das Vossenhuus (Fuchshaus) und die alte Posthalterei (Hotel zur Post). Heutzutage ist im Vossenhuus die Stadtbibliothek untergebracht.

An der Osterstraße, die in den östlichen Marktplatz einmündet, befindet sich ein reich dekorierter Renaissancebau, das „Schöninghsche Haus“. Weiter stadtauswärts befindet sich die Evangelisch-Freikirchliche Christuskirche. In ihren Mauern birgt sie eine Rohlfs-Orgel.

Das Wasserbauwerk Leybuchtpolder ist ein Schöpfwerk nahe der Leybucht, in dem die Entwässerung der tief liegenden Landstriche anschaulich dargestellt wird.

Museen

Die Seehundaufzucht- und Forschungsstation und das Nationalparkzentrum haben in Norden-Norddeich ihr Domizil gefunden.

Das Teemuseum führt in die Geschichte und Bedeutung des ostfriesischen „Nationalgetränks“ ein. Es bezeichnet sich selber als „einziges Spezialmuseum zur Kulturgeschichte des Tees in Europa“.[18] Das Ausstellungskonzept ist überregional ausgerichtet und zeigt die Verarbeitungskette vom Anbau der Teepflanze über Ernte und Verarbeitung bis zum fertigen Fernhandelsprodukt. In einer Abteilung ist chinesisches Teeporzellan aus versunkenen Schiffen mehrerer Jahrhunderte zu sehen.

Vereinsleben und Sport

Unter den Norder Vereinen, die sich der Kulturarbeit widmen, sind der Norder Männergesangverein (gegründet 1857), das Norder Stadtorchester und die Niederdeutsche Bühne Norden zu nennen.

Der Turnverein (TV) Norden verfügt über eine große Leichtathletik-Abteilung und hat in den vergangenen Jahrzehnten eine große Zahl von Titelträgern norddeutscher und deutscher Titelkämpfe gestellt.

Der Fußballclub FC Norden spielt, nachdem er in den 1980ern und 1990ern noch in der damals fünfthöchsten Liga, der Landesliga, gespielt hatte, mittlerweile nur noch in der Bezirksliga Ostfriesland. Der zweite größere Fußballverein der Stadt ist der Süderneulander SV. Um die Fußball-Jugendarbeit in der Stadt zu konzentrieren, haben die Vereine den Jugendfußballverein (JFV) Norden gegründet. Dieser spielt in den Jugendligaen auf Bezirks- bis Landesebene. Im Erwachsenenalter kehren die Jugendspieler dann in ihre jeweiligen Vereine zurück - so sie es wollen. Aus der Jugendarbeit des JFV ist in den vergangenen Jahren unter anderem der zum SV Werder Bremen gewechselte Jugendnationalspieler Lennart Thye hervorgegangen.

Weiterhin zu nennen sind der Tanzsportclub Norden, der regelmäßig an überregionalen Meisterschaften teilnimmt, der Boxclub Norden, der Motorsportclub Norden, der im benachbarten Halbemond ein Motodrom unterhält, sowie eine Vielzahl von Boßel- und Klootschießer-Vereinen.

Bildung

In Norden gibt es je eine Real- und Hauptschule sowie das Ulrichsgymnasium. Darüber hinaus sind zwei Grundschulen in der Kernstadt sowie je eine in den Stadtteilen Norddeich, Süderneuland II und Leybuchtpolder zu finden. Zwei Förderschulen und die Berufsbildenden Schulen runden das Schulangebot ab.[19] Der Landkreis Aurich ist Träger des Gymnasiums und der BBS, die Stadt Träger der anderen Schulen.

In Norden befindet sich zudem eine Kreisvolkshochschule sowie einer der beiden Standorte der Musikschule des Landkreises Aurich; der andere befindet sich in Aurich. Beides sind Einrichtungen des Landkreises Aurich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die vorherrschenden Wirtschaftsbranchen sind der Tourismus und der (Einzel-)Handel. Hinzu kommen aus dem produzierenden Gewerbe Unternehmen des Maschinenbaus, der Metallverarbeitung, des Baugewerbes, Kühltechnik-Hersteller, ein größeres Druckhaus und eines der drei ostfriesischen Teehäuser, Onno Behrends. Die Landwirtschaft spielt nicht nur in Bezug auf den Flächenanteil, sondern auch als Arbeitsmarktfaktor eine Rolle. Neben den Höfen sind viele Dienstleister für die Landwirtschaft in Norden ansässig - auch für das Umland. Im Norddeicher Fischereihafen sind zudem Fischer mit ihren Kuttern vertreten.

Nachdem in den 1970ern und 1980ern der in Norden gegründete Spirituosenhersteller Doornkaat in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet (und nach der Übernahme durch Berentzen inzwischen in Haselünne gebrannt wird) und zudem auch ein Werk des Büromaschinenherstellers Olympia im Stadtteil Bargebur geschlossen wurde, geriet die Stadt in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Arbeitslosenquote lag Mitte der 1980er teils bei rund 20 Prozent. Den allgemeinen Rückgang der Beschäftigung in der Landwirtschaft durch Produktivitätssteigerungen sowie die beiden Rückschläge im industriellen Bereich hat die Stadt - trotz mancher Bemühungen im Tourismus-Sektor und des Erfolgs einzelner ansässiger Firmen - bis heute auf dem Arbeitsmarkt nicht vollständig kompensieren können. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Geschäftsstelle Norden (Norden, Hage, Großheide, Dornum, Brookmerland) ist innerhalb des Bezirks Emden im Jahresdurchschnitt die höchste und liegt durchweg höher als zehn Prozent, im Winter um 15 Prozent.

Gegenüber den umliegenden Gemeinden verzeichnet Norden einen Pendlerüberschuss. Allerdings sind auch viele Norder jenseits der Stadtgrenzen beschäftigt, vor allem im Volkswagenwerk Emden. Größter Arbeitgeber in Norden ist die landkreiseigene Ubbo-Emmius-Klinik mit 650 Beschäftigten. [20] Zu den größeren Arbeitgebern mit einer dreistelligen Beschäftigtenzahl zählen zudem die Stadtverwaltung mit der städtischen Tochterfirma Stadtwerke Norden, das Druck- und Verlagshaus SKN, der Metallverarbeiter Norder Band und das Bauunternehmen Tell.

Verkehr

Straßenverkehr

Die Bundesstraße 72, in Schneiderkrug im Landkreis Cloppenburg beginnend, endet am Fähranleger in Norddeich. Über die B 72 wird die Stadt Norden mit dem nächsten Verkehrsknotenpunkt in Georgsheil verbunden, wo sie auf die Bundesstraße 210 trifft. Diese wiederum führt nach Emden, wo Anschluss an die A 31 besteht. Die Distanz zwischen Norden und der Anschlussstelle Emden-Mitte an der A 31 beträgt ca. 25 km. Die Bundesstraße verläuft derzeit noch durch die Norder Innenstadt. Eine Umgehungsstraße, die vom südlichen Stadtrand Nordens bis zum Fähranleger in Norrdeeich verläuft, ist im Bau und soll 2009 fertiggestellt werden. Eine früher geplante Verlängerung der A 31 aus dem Raum Emden/Riepe bis Norddeich wurde nie gebaut.

Schienenverkehr

In der Stadt gibt es vier Bahnstationen. Drei davon sind Fernverkehrsbahnhöfe der Deutschen Bahn, nämlich Norden, Norddeich und Norddeich Mole. Zudem betreibt die Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland den Bahnhof Norden-KOF. Täglich fahren InterCitys in Richtung Köln (über Münster, Ruhrgebiet) sowie nach Berlin/Cottbus und Leipzig (über Bremen und Hannover). Regionalzugverbindungen bestehen über Oldenburg und Bremen nach Hannover. In Richtung Münster fahren keine Regionalzüge direkt ab Norden. Sie beginnen erst in Emden. Die Bahnstrecke Norddeich-Emden ist eingleisig.

Busverkehr

Innerhalb Nordens gibt es kein Stadtbusnetz. Überland-Busse fahren vom Norder Stadtzentrum nach Georgsheil mit Möglichkeit zur Weiterfahrt nach Aurich oder Emden. Zudem verkehren Busse von Norden aus bis an den Fähranleger in Norddeich, nach Greetsiel und Pewsum in der südlichen Nachbargemeinde Krummhörn sowie nach Esens.

Flugverkehr

Der Flugplatz Norden-Norddeich ist ein Sonderlandeplatz vier Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Von dort fliegt die FLN Frisia Luftverkehr die Ostfriesischen Inseln und den Flugplatz Helgoland-Düne an.

Schiffsverkehr

Der Norddeicher Hafen ist der Fährhafen zu den Inseln Juist und Norderney. Den Fährbetrieb übernimmt die in Norderney beheimatete AG Reederei Norden-Frisia. Der Norddeicher Hafen hat zudem einen Fischereihafen, in dem Kutter beheimatet sind. Auch ein Yachthafen ist dort zu finden. Das Fahrwasser in Richtung Juist/Norderney wird noch meherere hundert Meter weit durch Leitdämme freigehalten, ehe nördlich der Jantjemoeplate ausreichend tiefes Fahrwasser erreicht wird.

Medien

Die führende Tageszeitung in Norden (und im Norderland) ist der Ostfriesische Kurier, herausgegeben vom Verlag Soltau-Kurier Norden (SKN). Daneben existiert in Norden eine Außenstelle der Bezirksredaktion Emden/Norden der ostfrieslandweit erscheinenden Ostfriesen-Zeitung.

Im Verlag SKN erscheint zudem das monatlich erscheinende Ostfriesland Magazin. Die Redaktion befindet sich in Norden. Der Verlag gibt zudem Regionalliteratur und Telefonbücher heraus.

Die Deutsche Telekom ist in Norden mit einer Seekabel-Endstelle vertreten, von der aus Unterseekabel in alle Welt führen, unter anderem das TAT-14 nach New Jersey, USA, und das SEA-ME-WE 3[21], welches Deutschland via Nordsee, Atlantik und Mittelmeer mit Asien und Australien verbindet.

In Utlandshörn im Stadtteil Westermarsch II war die Küstenfunkstelle Norddeich Radio beheimatet. Heute befindet sich in den Gebäuden ein Call-Center.

Persönlichkeiten

Siehe auch: Liste Norder Persönlichkeiten

Am Beginn der Neuzeit treten zwei Persönlichkeiten hervor, die in Norden geboren wurden und/oder dort gewirkt haben. Hermann Conring (* 1606 in Norden, † 1681 in Helmstedt), war Polyhistor, Leibarzt der Königin Christina v. Schweden, dänischer Staatsrat und Leiter des bremen-verdischen Archivs in Stade. Ubbo Emmius, Theologe, Historiker, Pädagoge und Gründungsrektor der Universität Groningen, wurde 1547 im benachbarten Greetsiel geboren, erhielt in Norden einen Teil seiner Ausbildung und wirkte dort später neun Jahre lang als Rektor der Lateinschule, bevor er die Stadt verließ. Er starb 1625 in Groningen.

Die 1892 in Norden geborene Lehrerin und Dichterin Recha Freier war eine deutsch-jüdische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie gründete 1933 das „Hilfskomitee für jüdische Jugendliche“, die sogenannte „Kinder- und Jugend-Alijah“. Freier starb 1984 in Jerusalem.

Mehrere Bundes- und Landespolitiker der SPD stammen ebenfalls aus Norden und/oder hatten dort zeitweise gelebt und gewirkt. Dazu zählen der frühere Bundestagsabgeordnete Johann Cramer (* 1905 in Norden, † 1987 in Wilhelmshaven), der in der ersten Legislaturperiode (1949-1953) auch Vorsitzender des Bundestagsausschusses für das Post- und Fernmeldewesen war. Georg Peters (* 1908 in Marienhafe, † 1992 in Norden) war mehr als drei Jahrzehnte lang Bundestagsabgeordneter seines Wahlkreises. Zugleich war er Landrat des früheren Landkreises Norden und in dieser Eigenschaft 1972 Vorsitzender des Gründungsausschusses der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste. Sein Nachfolger als Landrat, Hinrich Swieter (* 1939 in Grimersum, † 2002 in Norden), war zudem 16 Jahre lang Abgeordneter des Niedersächsischen Landtags und von 1990 bis 1996 Landesfinanzminister. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Jann-Peter Janssen ist gebürtiger Norder. Der derzeitige Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Emden/Norden ist der 1955 in Norden geborene, aber in Emden lebende Hans-Dieter Haase.

 Commons: Norden (Ostfriesland) – Bilder, Videos und Audiodateien

Offizielle Internetseite der Stadt Norden

Referenzen

  1. norden.de: Zahlen und Daten
  2. Verordnung über das Landesraumordnungsprogramm auf www.nds-voris.de
  3. Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland, Isensee Verlag, Oldenburg 1998, S. 94
  4. An der Leybucht wurde in den 1990ern zwar die Leyhörn eingedeicht. Bei ihr handelt es sich jedoch um unbesiedeltes Naturschutzgebiet sowie die Verlängerung der von Deichen und Schleusen geschützten Fahrrinne in den Greetsieler Hafen. Im Zuge des Baus des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven werden derzeit zudem 360 Hektar Land neu aufgespült, so dass die Hafenfläche in Wilhelmshaven generell das "jüngste" Land wäre. Siehe hierzu den Artikel auf der Homepage www.jadeweserport.de. Allerdings wird die Hafenfläche nicht eingedeicht. Zudem wird sie zwar vom Menschen genutzt, aber nicht besiedelt.
  5. norden.de: Zahlen und Daten
  6. norden.de: Ortsteil Tidofeld
  7. Wahlkreis 85 Emden/Norden, Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Statistik.
  8. Wahlkreis 25 Aurich/Emden, Quelle: Der Bundeswahlleiter.
  9. norden.de: Partnerstädte
  10. pasewalk.de: Städtepartnerschaften
  11. norden.de: Wappen der Stadt Norden
  12. www.sprengel-ostfriesland.de: Statistik
  13. Heinz Foraita: Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St. Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden 1985, S.19
  14. Gemeinde St. Ludgerus in Norden
  15. efg-norden.de: Zeittafel
  16. mennoniten.de: Norden
  17. Kurt Asche: Bürgerhäuser in Ostfriesland, Verlag Soltau Kurier, Norden 1992, S. 17/18.
  18. nordseebad-norddeich.de: Teemuseum
  19. norden.de: Schulen
  20. Porträt der Klinik
  21. Unterseekabel SEA-ME-WE 3