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Java-Nashorn

Java-Nashorn

Jagd auf Javanashörner

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Nashörner (Rhinocerotidae)
Gattung: Rhinoceros
Art: Java-Nashorn
Wissenschaftlicher Name
Rhinoceros sondaicus
Desmarest, 1822

Das Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus) ist ein in Asien verbreitetes Nashorn mit nur einem Horn. Es ist nahe mit dem Panzernashorn verwandt und ist das seltenste aller Nashörner sowie einer der rarsten Großsäuger der Erde.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Das Java-Nashorn ist in etwa so groß wie ein Panzernashorn (Kopfrumpflänge über 3 m, Schulterhöhe 170 cm, Gewicht 1,8 Tonnen). Zwischen Männchen und Weibchen gibt es bei dieser Spezies keine bedeutenden Größenunterschiede; nur das Horn ist beim Männchen ausgeprägter. Es erreicht eine Länge von 25 cm, während es beim Weibchen nur als kleine Erhebung zu sehen ist oder sogar ganz fehlt.

Verbreitung

Trotz seines Namens lebte das Java-Nashorn nicht ausschließlich auf der Insel Java. Gemeinsam mit dem Sumatra-Nashorn bewohnte es einst das Festland Südostasiens von Bangladesch über Myanmar, Thailand und Laos bis Vietnam und kam auch auf den Inseln Java und Sumatra vor. Nach neuen Erkenntnissen lebte es bis ins 16. Jahrhundert auch im Süden des Kaiserreichs China. Heute ist das Java-Nashorn fast überall ausgerottet und hat nur noch auf Java sowie in Vietnam überlebt (siehe Bedrohung und Schutz).

Sein Lebensraum ist dichter tropischer Regenwald in tieferen Lagen. Die Nähe von Wasser und das Vorhandensein von Schlammlöchern ist die Voraussetzung für das Vorkommen der Art.

Lebensweise

Java-Nashörner sind nachtaktive Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit finden Bullen und Kühe für kurze Zeit zueinander. Nach sechzehn Monaten Tragzeit kommt ein einziges Kalb zur Welt, das etwa ein Jahr gesäugt wird und zwei weitere Jahre beim Muttertier bleibt.

Die Nahrung eines Java-Nashorns besteht hauptsächlich aus Blättern, Früchten, Zweigen und Trieben.

Bedrohung und Schutz

Zwar spielt auch die Zerstörung des Lebensraums eine Rolle bei der Ausrottung des Java-Nashorns, der Hauptgrund ist aber die Nachfrage aus China nach Hörnern, die nach dem dortigen Volksglauben in zerstoßenem Zustand in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine heilsame Wirkung haben sollen.

Man unterscheidet drei Unterarten des Java-Nashorns, von denen zwei noch existieren. Ausgestorben ist R. s. inermis, die in Bangladesch, Assam und Myanmar verbreitete Unterart. R. s. sondaicus war auf der malayischen Halbinsel sowie auf Java und Sumatra verbreitet. Überlebt hat nur eine Population von etwa fünfzig Tieren im Ujung-Kulon-Nationalpark an der Westspitze Javas; die genaue Zahl der Tiere ist unbekannt. Die dritte Unterart, R. s. annamiticus, hielt man lange für ausgestorben - im Vietnamkrieg schienen Agent Orange und Landminen die Unterart vernichtet zu haben. Erst in den 1990ern wurde entdeckt, dass es noch Java-Nashörner in Vietnam gibt. Die Population scheint aber aus weniger als zehn Tieren zu bestehen, und ihr weiteres Überleben gilt als nicht sehr wahrscheinlich.

1965 wurde das Java-Nashorn zum allerersten Mal gefilmt. Helmut Barth und Eugen Schuhmacher machten für ihren Kinofilm Die letzten Paradiese Kameraaufnahmen von einer Nashornmutter mit ihrem Jungen im Ujung Kulon Nationalpark.

Literatur

 Commons: Java-Nashorn – Bilder, Videos und Audiodateien