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Bob Geldof

Robert Frederick Zenon Geldof (* 5. Oktober 1954 in Dún Laoghaire, Irland) ist ein irischer Musiker.

Geldof wurde zwar von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen, darf den Titel Sir jedoch nicht tragen; dieses ist Bürgern des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland oder eines Commonwealth Realms vorbehalten. Dies ist Geldof als Staatsangehöriger der Republik Irland nicht. Den honorary knighthood („Rittertitel ehrenhalber“) kann er lediglich durch ein dem Namen nachgesetztes „KBE“ (für Knight Commander of the British Empire) ausdrücken. Dennoch wird er speziell in Deutschland von Boulevardmedien oft fälschlicherweise als Sir Bob tituliert.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Bob Geldof wurde am 5. Oktober 1954 in der Nähe von Dublin geboren. Nach dem Tod der Mutter 1959 übernahm seine ältere Schwester seine Erziehung und schickte ihn auf das katholische Internat „Back Rock College".

Im Alter von achtzehn Jahren versuchte er sich als Lastwagenfahrer, war Straßensänger, Englischlehrer und schrieb schließlich Reportagen für das Musikmagazin „Georgia Street" in Vancouver. 1975 kehrte er nach Irland zurück und arbeitete dort als freier Journalist für verschiedene Musikzeitungen, u. a. führte er Interviews für den New Musical Express mit Little Richard, Elton John. Bald darauf begann er selbst Musik zu machen und gründete in Dublin „The Nightlife Thugs", die ursprünglich Rhythm & Blues spielten. Die Band siedelte 1976 nach England über, änderte ihren Namen in The Boomtown Rats. Beeindruckt von den Sex Pistols und The Clash änderten sie auch ihren musikalischen Stil und bekamen bald einen Plattenvertrag bei „Ensign“.[1] Als Sänger der Boomtown Rats feierte Geldof in den folgenden Jahren einige musikalische Erfolge. Ihr größter Hit war 1979 das Lied I Don't Like Mondays, das von einem Amoklauf handelt, der tatsächlich stattgefunden hatte. 1982 gab Geldof ein kurzes schauspielerisches Gastspiel in der Hauptrolle des Musikfilms The Wall von Pink Floyd.

Im Oktober 1984 sah Geldof zufällig eine Fernsehdokumentation über die damalige Hungersnot in Äthiopien und beschloss spontan, etwas dagegen zu unternehmen. Er schreibt darüber in seiner Autobiographie:“I went home […] and switched on the television. I saw something that placed my worries in a ghastly new perspective. The news report was of famine in Ethiopia. […] That night I couldn't sleep. […] The images played and replayed in my mind. What could I do? […] Did not the sheer scale of the whole thing call for something more?”[2] Zusammen mit dem Musiker Midge Ure von der Gruppe Ultravox schrieb Geldof das Lied Do they know it's Christmas? und rief das Projekt Band Aid ins Leben, um Geld gegen den Hunger in Äthiopien zu sammeln. Animiert durch den Erfolg des Projektes organisierte er 1985 das weltweite Konzert Live Aid, welches ihm, neben dem finanziellen Erfolg für die Sache an sich, die Ernennung zum Ritter durch Königin Elisabeth II. und eine Nominierung für den Friedensnobelpreis einbrachte.

Seine musikalische Karriere verfolgt Bob Geldof nun als Solokünstler. Er hat mittlerweile mehrere Alben veröffentlicht.

Musik

Die Boomtown Rats, für die Geldof nahezu alle Lieder schrieb, gelten als Erscheinung der New-Wave-Bewegung. Ihre ersten Alben können teilweise noch dem Punk zugeordnet werden, trotz des für diese Richtung eher untypischen Einsatzes von Klavier bzw. Keyboard. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Musik jedoch poppiger. Auch auf Geldofs erstem Solo-Album „Deep In The Heart Of Nowhere“ (1986) setzte er diesen Stil noch fort, ab „Vegetarians Of Love“ (1990) waren dann deutlich mehr Folk-Einflüsse zu spüren, neben der dafür obligatorischen Akustik-Gitarre kamen Violine und Akkordeon verstärkt zum Einsatz. Dieses Album hatte im ganzen einen ruhigen Charakter, der auf „The Happy Club“ (1992) weitestgehend beibehalten wurde – nicht zuletzt durch die ähnliche Instrumentierung. Das nach langer Pause erschienene „Sex, Age & Death“ (2001) war kommerziell kein großer Erfolg.

Soziales Engagement

Bereits 1982 war Bob Geldof unter anderem mit Sting, Eric Clapton und Phil Collins beim Secret Policeman`s Concert für Amnesty International aktiv.

Seit Mitte der 1990er Jahre setzt sich Geldof zusammen mit Bono von U2 für den Schuldenerlass für die Dritte Welt ein. Im Jahre 2005 organisierte er das Live-8-Konzert, welches als Neuauflage des Live-Aid-Konzertes aus dem Jahr 1985 gehandelt wurde. Das Live 8-Konzert fand am 2. Juli 2005 im Hyde Park in London sowie an acht weiteren Orten statt. Diese waren Johannesburg, sowie die Hauptstädte der G8-Staaten, Paris, Berlin, Rom, Philadelphia (anstelle von Washington D.C.), Tokio, Moskau und Barrie (anstelle von Ottawa). Am 31. Mai 2005 gab Geldof in einer Pressekonferenz erste Einzelheiten bekannt. Aufgrund seines humanitären Engagements wurde er schon in den 1980er Jahren als ein Anwärter für den Friedensnobelpreis gesehen. Der norwegische Abgeordnete Jan Simonsen schlug Geldof 2006 erneut für den Friedensnobelpreis vor.

Kurz vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 übernahm er für einen Tag die Redaktion über die Bildzeitung[3], um auf die schwierige politische Situation in Afrika aufmerksam zu machen.

Preise

Am Festival Rose d’Or wurde Bob Geldof 2005 mit dem Rose d'Or Charity Award ausgezeichnet. Bob Geldof wurde 2006 bei der Echo-Verleihung mit dem Sonderpreis der Deutschen Phonoakademie ausgezeichnet, wobei Campino, der Frontmann der Toten Hosen, der Laudator war.

Diskografie

Boomtown Rats

Solo

Auszeichnungen

Buchveröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. Munzinger-Archiv /Pop-Archiv International 6/90
  2. Geldof, Bob: Is That It?. London, 1986, ISBN 0-14-009363-X
  3. bob geldof: lücke zwischen arm und reich wächst, lycos.de, 31. Mai 2007
  4. a b c Charts-Surfer U.K
  5. a b c d e f g h Chart Surfer Deutschland
  6. a b c d Hitparade Schweiz
  7. Hitparade Österreich
 Commons: Bob Geldof – Bilder, Videos und Audiodateien
Personendaten
Geldof, Bob
Robert Frederick Zenon Geldof; Geldof, Robert
Irischer Musiker
5. Oktober 1951
Dún Laoghaire