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Tinglev

Tinglev (deutsch Tingleff) ist eine Gemeinde in Nordschleswig, Dänemark. Seit 1970 war sie Zentrum der Tinglev Kommune, zu der auch die Gemeinden Bjolderup, Buhrkall, Bülderup, Rapstedt und Uk gehörten. 2007 ist sie mit der gesamten Kommune Teil der neuen Aabenraa Kommune geworden.

Inhaltsverzeichnis

Gemeindegebiet

Nachbargemeinden sind im Westen Buhrkall und Bülderup, im Norden Bjolderup und Uk, im Osten Klipleff und Holebüll und im Süden Bau und Jardelund (Kirchspiel Medelby). Zur recht großflächigen Gemeinde gehören u.a. die Dörfer Brauderup (Broderup), Eggebek (Egebæk), Kracklund (Kravlund), Sophiental (Sofiedal), Stoltelund, Terkelsbüll (Terkelsbøl) und Wippel (Vippel), die wie das Kirchdorf Tingleff selbst in der Kaiserzeit eigenständige Landgemeinden bildeten. Das alte Adelsgut Stoltelund, seinerzeit Besitz einer wohltätigen Stiftung in Bredstedt, bildete einen eigenen Gutsbezirk, ging aber schon 1871 in der gleichnamigen Landgemeinde auf.

Geschichte

Die Geest um Tingleff war im Mittelalter recht dünn besiedelt. Zwar erwarben einzelnen Güter und das Kloster in Lügum hier einige Streugüter, doch blieb der größte Teil der Gemeinde direkt unter landesherrlicher Verwaltung. Tingleff gehörte zur Schluxharde im Amt Tondern, einem der größten landesherrlichen Distrikte im Herzogtum Schleswig. Stoltelund bildete ein eigenständiges adeliges Gut. Nach der Einverleibung des Herzogtums Schleswig in das Königreich Preußen wurden die oben genannten acht Landgemeinden eigenständig, auch das Gut Stoltelund bildete zunächst als Gutsbezirk eine eigene Gemeinde, ging aber schon 1871 in der gleichnamigen Landgemeinde auf. 1872 schloss das kleine Dorf Wippel sich der Gemeinde Tingleff an. Ab 1889 bildete das gesamte Kirchspiel einen eigenen Amtsbezirk.

Erst nach dem Bau der Eisenbahn 1864 nahm das arme Geestdorf einen erheblichen Aufschwung. 1920 gab es in der Gemeinde eine deutsche Mehrheit, doch zählte in der Ersten Zone nur das Gesamtergebnis aller Gemeinden. Die Landsgemeinden im Kirchspiel wurden zu einer einheitlichen Gemeinde zusammengefasst, die dem Amt Tondern angehörte. 1970 wurde Tingleff zu einer Primärkommune, der die Nachbarkirchspiele Bjolderup, Buhrkall, Bülderup, Rapstedt und Uk angeschlossen wurden. Diese schließt sich 2007 nicht der Tradition folgend Tondern an, sondern dem für das Hauptdorf verkehrstechnisch näher liegenden Apenrade.

Wirtschaft und Verkehr

Tingleff ist heute der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Nordschleswig. Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke von Fredericia nach Flensburg und Hamburg und ist Haltepunkt für alle Eurocity- und Intercity-Züge. Hier zweigt die Bahn nach Sonderburg ab, die ebenfalls von Intercity-Zügen von und nach Kopenhagen befahren wird. Die bereits 1867 eröffnete Nebenbahn nach Tondern liegt hingegen seit 1974 für den Personenverkehr und seit 2004 auch für den Güterverkehr still.

Tingleff liegt unweit der Autobahn E 45 und ist durch gut ausgebaute Landstraßen mit Tondern, Flensburg und Sonderburg (in allen drei Fällen die Fernstraße 8) sowie Apenrade und Lügumkloster verbunden. Auch zahlreiche Buslinien treffen sich in Tingleff.

Integration Grenzland

Tingleff ist für das Grenzland Deutschland–Dänemark ein wichtiger Teil der grenzüberschreitenden Integration. Die Deutsche Nachschule Tingleff (DNT), mittlerweile seit Jahrzehnten aktiv und die einzige Schule dieser Art weltweit, hat jedes Jahr ca. 75 Schüler aus dem Grenzgebiet, aber auch aus anderen Teilen Europas und der Welt. Diese werden neben anderen grenzüberschreitenden Aktivitäten, Geschichte und Kultur mit beiden Sprachen konfrontiert.

Sehenswürdigkeiten

Tingleff besitzt eine romanische Kirche. Nordöstlich von Terkelsbüll liegt der Freizeitpark Sommerland Syd, der vor allem für seine hohe und schnelle Achterbahn bekannt ist.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Quellen

Koordinaten: 54° 56' 4" N, 9° 14' 47" O