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Paul McCartney

Sir James Paul McCartney MBE (* 18. Juni 1942 in Liverpool) ist ein englischer Musiker. Bekannt wurde er als Komponist, Sänger und Bassist der Beatles.

Inhaltsverzeichnis

Privatleben

Paul McCartney wuchs in Liverpool in einer gutbürgerlichen englischen Mittelschichtfamilie auf. McCartney hat einen Bruder (Michael * 1944) und eine Stiefschwester (Ruth * 1959).

Von 1963 bis 1968 war McCartney mit der Schauspielerin Jane Asher liiert, mit der er sich 1967 verlobte. Nach der Trennung von Jane Asher heiratete er am 12. März 1969 die Fotografin Linda Eastman. Die beiden hatten drei gemeinsame Kinder: Mary (* 1969), Stella (* 1971) und James (* 1977). Eastmans Tochter Heather (* 1962) aus erster Ehe wurde von McCartney adoptiert. Nach Lindas Krebstod am 17. April 1998 heiratete McCartney am 11. Juni 2002 das Ex-Model Heather Mills. Am 28. Oktober 2003 wurde die gemeinsame Tochter Beatrice Milly geboren. Am 17. Mai 2006 gaben McCartney und Mills ihre Trennung bekannt. Am 17. März 2008 wurde die Ehe in London durch das oberste Gericht der Stadt geschieden. McCartney wurde verpflichtet an Mills eine Abfindung in Höhe von 32 Millionen Euro zu zahlen. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt, da Verschwiegenheit vereinbart wurde. Sollten diese Angaben stimmen, könnte es die größte Summe sein, die im Vereinigten Königreich jemals im Rahmen einer Scheidungsvereinbarung abgeschlossen wurde. [1]

Die Beatles-Zeit

Gründung und Aufstieg

Am 6. Juli 1957 lernte McCartney auf einem Kirchenfest im Liverpooler Vorort Woolton John Lennon kennen und schloss sich dessen Schülerband The Quarry Men an. Es entstanden die ersten gemeinsamen Lieder, doch vorwiegend spielte die Band aktuelle Hits nach. 1958 stieß McCartneys Schulkollege George Harrison zur Band. Mit zwei weiteren Freunden – Stuart Sutcliffe am Bass und Pete Best am Schlagzeug – betrat die neue Formation im August 1960 unter dem Namen The Beatles die öffentliche Bühne im Hamburger Indra Club. Es folgten weitere Gastspiele in Hamburg in den Jahren 1961 und 1962. In Hamburg lernten sie den Schlagzeuger Ringo Starr kennen. Kurz vor der Unterzeichnung ihres ersten Plattenvertrags im Jahr 1962 wurde Ringo Starr an Stelle von Pete Best in die Band geholt. Seit dieser Hamburger Zeit spielte McCartney einen E-Bass der Firma Höfner.

1963 folgte nach dem Nr.-2-Hit Please, Please Me der erste Platz in der britischen Hitparade mit From Me To You. Der Siegeszug der Fab Four begann. Innerhalb von nur drei Jahren wurden die Beatles die erfolgreichste und populärste Band der Welt. Vor allem ihre Mischung aus Rock ’n’ Roll und Rhythm and Blues ebnete den Weg der Beatmusik. McCartney und Lennon waren die musikalischen Köpfe der Gruppe.

McCartneys Rolle und Stärken bei den Beatles

Während seiner Zeit bei den Beatles profilierte sich McCartney als herausragender Komponist und erstklassiger Bassist. In der Anfangszeit der Band verfassten McCartney und John Lennon viele Stücke gemeinsam. Später, etwa ab 1965 löste sich diese Kompositionsgemeinschaft zunehmend auf. Zu den erfolgsreichten Kompositionen dieser Zeit, die McCartney zugeschrieben werden, gehören Yesterday, Penny Lane, Hey Jude und Let It Be. Außerdem war er der federführende Beatle bei der Konzeption der Alben (Langspielplatten) Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band und Abbey Road. McCartney war der vielseitigste Instrumentalist der Beatles. Neben Gesang und Bass spielte er bei Aufnahmen der Beatles oft Gitarre, Klavier, Mellotron (so bei dem Stück Strawberry Fields Forever) und manchmal auch Schlagzeug (Back in the USSR; Dear Prudence; The Ballad of John and Yoko).

Aufgrund seiner vielfältigen künstlerischen Interessen und auch wegen seiner zahlreichen Kontakte zur künstlerischen Avantgardeszene des Swinging London der mittleren bis späten sechziger Jahre, wo er als der „Partylöwe“ bekannt war, brachte McCartney viele musikalisch und künstlerisch anspruchsvolle und innovative Impulse in die Musik der Band ein. Er war Schöpfer der Klangcollage, die am Ende des Stücks Tomorrow Never Knows zu hören ist, und er hatte auch die Idee für den am Klavier dargestellten Schlußakkord des Lieds A Day in the Life.

Drogenskandal

Die Popmusik der 1960er-Jahre wurde von den Beatles beherrscht. Dieses Jahrzehnt war aber auch das Jahrzehnt der Drogen und des Spiritualismus. Dies hatte auch Einfluss auf McCartney und die anderen Mitglieder der Beatles sowie auf viele andere Musiker und Künstler dieser Ära. Einen Skandal gab es, als McCartney in einem Interview – auf Drängen des Reporters, wie er später sagte – zugab, einige Male LSD genommen zu haben. McCartney hatte, im Hinblick auf seine soziale Vorbildfunktion für viele Jugendliche, den Reporter auch darum gebeten, diese Information nicht zu veröffentlichen, und warnte seine Fans im selben Interview vor Drogenkonsum im Allgemeinen. 1996 sprach McCartney in der Anthology auch davon, dass er wie jeder der Beatles zwar schon zuvor bedenkenlos Marihuana zu sich genommen hatte, ihm das weniger zusagende LSD allerdings von den anderen Bandmitgliedern durch Gruppendruck aufgedrängt worden war.

Musikalischer Höhepunkt der Band

Erste Trennungsgerüchte der Beatles tauchten bereits Ende 1966, Anfang 1967 auf, als die Band wegen der damit verbundenen Belastungen ihre Tourneen gänzlich aufgab; die Presse wähnte daraufhin, dass es mit den Beatles bergab ginge, während McCartney, wie er 1996 sagte, sich bei derartigen Schlagzeilen ins Fäustchen zu lachen pflegte, da die sich zur reiferen Studioband wandelnden Musiker zu dieser Zeit bereits bei den Aufnahmen zur Doppel-A-Seiten-Single Strawberry Fields Forever/Penny Lane sowie dem Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band waren.

Der Titelsong des Sgt.-Pepper-Albums ging auf McCartney zurück. Im Frühjahr des Jahres 1967 war er für den Beatlesfilm Magical Mystery Tour mit dem Roadmanager Mal Evans einige Wochen durch Frankreich gereist, um einige Einstellungen für das im Film enthaltene Musikvideo zum Lied The Fool on the Hill zu drehen. Auf dem Rückflug nach England fragte Evans McCartney, ob dieser auf sein Essen salt or pepper? wolle. McCartney verstand aber fälschlich Sgt. Pepper, und der Klang des Namens faszinierte ihn. Gleichzeitig hatte sein Bandkollege Lennon schon einige Zeit über das die Band einengende öffentliche Image der Beatles der frühen Tage als „Kitschproduzenten für Backfische“ geklagt, woraufhin McCartney nun das Konzept der Pepperschen Hearts Club Band als Alter ego der Beatles aus obigem Missverständnis entwickelte, um mittels dieser Maskierung der Band aus dem vorgefertigen Rollenklischee ausbrechen und als musikalisch anspruchsvoller wahrgenommen werden zu können.

In dieser Zeit lernt McCartney Linda Eastman kennen. Die beiden heirateten 1969. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

1968 las McCartney im Artikel eines Musikkritikers, in dem vermutlich das Lied I Can See for Miles der Who behandelt wurde, vom lautesten, unerträglichsten und obszönsten Song aller Zeiten. Davon angespornt nahm sich McCartney vor, das lauteste und härteste Lied aller Zeiten zu schreiben - das noch im selben Jahr aufgenommene und auf dem sogenannten White Album veröffentlichte Helter Skelter, das von vielen als erstes Heavy-Metal-Stück im heutigen Sinne angesehen wird.

Innere Spannungen und Trennung

1968 wurden die Trennungsgerüchte lauter. Innere Spannungen, vor allem zwischen McCartney und Lennon, aber auch zwischen McCartney und Harrison, belasteten die künstlerische Zusammenarbeit, nicht zuletzt aufgrund des Todes ihres Managers, Brian Epstein, im Sommer 1967. Während Harrison seit Jahren über die ungerechte Behandlung als „zweite Geige“ erbittert war (seine Stücke wurden oft jahrelang hintangestellt), zeigte Lennon immer weniger Interesse an der Gruppe: Er hatte anfangs gehofft, die Berühmtheit als Musiker würde ihm über Depressionen und Minderwertigkeitskomplexe hinweghelfen. Das aber hatte sich nicht erfüllt.

Die Spannungen hatten sich Mitte Februar, während des Meditationsaufenthaltes der Band und ihrer Frauen bei Maharishi Mahesh Yogi in Rishikesh (Indien) wieder etwas gemildert. In diesen Wochen entstand das musikalisch reichhaltige und vielfältige Album The Beatles. Ringo Starr kehrte Anfang März nach England zurück, McCartney folgte drei Wochen später. John Lennon und George Harrison verließen Indien erst Mitte April, nachdem Lennons Freund Yanni Alexis „Magic Alex“ Mardas das Gerücht verbreitet hatte, Maharishi habe Mia Farrow sexuell belästigt – ein Gerücht, das von Farrow selbst nie bestätigt wurde und für das sich George Harrison später bei Maharishi entschuldigt haben soll.[2][3][4].

McCartney versuchte mit dem Film-Projekt Let It Be und den Aufnahmen zum gleichnamigen Album, die Gruppe zusammenzuhalten, Harrison und Lennon entfernten sich aber menschlich mehr und mehr von den Beatles.

Hinzukamen finanzielle Probleme der Band aufgrund des schlecht organisierten Apple-Projekts. Als die anderen drei Beatles den zwielichtigen US-amerikanischen Geschäftsmann Allen Klein als Firmensanierer und neuen Bandmanager engagieren wollten, blockierte McCartney die Entscheidung durch sein Veto, woraufhin Lennon, Harrison und Starr den Vertrag mit Klein ohne McCartney abschlossen. McCartney war dabei offensichtlich der einzige der vier, dem bewusst war, dass der von Klein angebotene Vertrag sie nicht nur bis an ihr Lebensende an diesen neuen Manager binden würde, sondern auch die Einbehaltung beinahe sämtliche ihrer Einnahmen durch Klein vorsah. Um dies zu verhindern, blieb McCartney nur die Möglichkeit, seine drei Bandmitglieder zu verklagen – was aber auch die Auflösung der Band bedeutete. An ihrem Zusammenhalt schien zu diesem Zeitpunkt einzig McCartney noch interessiert zu sein.

Tatsächlich verkündete McCartney dann 1970, zeitgleich mit der gerichtlichen Klage, die Trennung der Band und stellte einen Tag später sein Soloalbum vor. McCartney und Lennon komponierten nie wieder gemeinsam und waren nie wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit zu sehen. Die letzte gemeinsame musikalische Aktivität der beiden fand 1974, das letzte persönliche Treffen 1976 statt.

Die Rechtsstreitigkeiten der vier Musiker untereinander, mit Klein, mit ihrer alten Plattenfirma EMI sowie mit der Abwicklung des fehlgeschlagenen Apple-Projekts beschäftigten bis Ende der 1970er Jahre eine Unzahl von Anwälten, was die persönlichen Beziehungen der vier zueinander zusätzlich belastete.

Die Solo-Karriere ab 1970

Anfänge als Solokünstler

McCartneys erstes Solo-Album trug den schlichten Titel McCartney, das er parallel zu den letzten Arbeiten mit den Beatles aufgenommen hatte. Das von McCartney vollkommen alleine eingespielte Album erntete schlechte Kritiken, war aber kommerziell dennoch erfolgreich. Der Titel Maybe I’m Amazed wurde von zahlreichen anderen Künstlern aufgenommen und gehört bis heute fast ununterbrochen zu Paul McCartneys Live-Repertoire. Ebenfalls zum Klassiker avancierte Every Night.

Während Lennon sich zur Zeit der Trennung als der nun selbstgenügsamste Beatle herausstellte, den vor allem seine Musik und seine Frau Yoko Ono interessierten, war McCartney zeitlebens auf die Anerkennung seiner drei Bandkollegen und des Publikums angewiesen. Mit der Trennung der Beatles war es nun McCartney, der in eine schwere Depression verfiel; er zog sich mit seiner neuen dreiköpfigen Familie monatelang auf einen Bauernhof in Schottland zurück, wo er vorübergehend zum Alkoholiker wurde und zunehmend verwahrloste, bis seine Frau Linda ihn dazu ermunterte, gemeinsam neue Musik aufzunehmen.

Im folgenden Jahr erschienen die erste Single Another Day/Oh Woman Oh Why und das Album Ram. Auch dieses kam in der Kritik schlecht weg, verkaufte sich aber gut. Während die englische (The Back Seat of My Car) und die deutsche (Eat at Home) Single-Auskopplung für Beatlesverhältnisse bescheidene Platzierungen erreichten, wurde Uncle Albert/Admiral Halsey Nummer 1 in den Billboard Charts der USA.

Gründung der Wings

Mit dem US-amerikanischen Schlagzeuger Denny Seiwell und dem Gitarristen Denny Laine gründete McCartney die Gruppe Wings, in der Ehefrau Linda Keyboards spielte. Das erste Album Wild Life schaffte es jedoch nur auf Platz 10 in den USA und wurde - wie seine Vorgänger - von der Kritik zerpflückt. 1972 brachte die Gruppe, inzwischen durch den irischen Gitarristen Henry McCullough verstärkt, drei Singles heraus. In Give Ireland Back to the Irish setzte McCartney sich mit dem Bloody Sunday in Derry auseinander, ähnlich wie es John Lennon wenig später in seinen Liedern Sunday Bloody Sunday und The Luck of the Irish tat. Give Ireland Back to the Irish landete auf dem Index der BBC und wurde somit in deren Radioprogrammen nicht gespielt. Gleiches widerfuhr der Rock-Single Hi Hi Hi, in deren Text die Musik-Direktoren der BBC Aufforderungen zum Drogenkonsum und zu unerwünschten sexuellen Handlungen herauszuhören glaubten. Erfolgreicher war deren B-Seite C-Moon, ein Lied im Reggae-Stil. Zwischenzeitlich war noch das Kinderlied Mary Had a Little Lamb erschienen. Darüber hinaus ging die Gruppe auf Tournee, zunächst in verschiedenen britischen Universitätsstädten, ohne dass Paul McCartney auf den Plakaten besonders angekündigt wurde.

Während Lennon, Harrison und Starr inzwischen große Erfolge als Solo-Künstler feiern konnten, hatte McCartney trotz teilweise guter Verkaufszahlen den Durchbruch Mitte der 1970er Jahre noch nicht wirklich geschafft; auch weigerte er sich aufgrund der für ihn traumatischen Trennung, auf der Bühne eine größere Zahl von Stücken der Beatles zu spielen. Erst auf den großen Tourneen Ende der achtziger Jahre spielte er wieder mehr Stücke aus der Beatles-Phase. Viele davon wurden damit zum ersten Mal von einem der Beatles live aufgeführt, da sie seit 1966 keine Konzerte mehr gegeben hatten (abgesehen vom Auftritt auf dem Dach ihres Büros in London für den Film „Let It Be“).

Mit dem nächsten Album Red Rose Speedway, das am 4. Mai 1973 veröffentlicht wurde, schien sich dieser Trend fortzusetzen, obwohl die Auskopplung My Love mit McCulloughs bemerkenswertem Gitarrenspiel vier Wochen Nummer 1 in den USA war. Doch noch im gleichen Jahr gelangen Paul McCartney und den Wings seine bisher größten Erfolge: Die Oscar-nominierte Single Live and Let Die aus dem gleichnamigen James-Bond-Film mit Roger Moore und das Album Band on the Run, von dem der Titelsong und der Titel Jet als Singles erfolgreich waren.

Zweite Hälfte der siebziger Jahre

Kurz vor den Aufnahmen zu Band on the Run, die in Lagos stattfanden, hatten Seiwell und McCullough die Band verlassen. In der folgenden Zeit ließ McCartney es ruhig angehen und veröffentlichte nur die Single Junior’s Farm (1974). Die Band wurde derweil mit dem Gitarristen Jimmy McCulloch und dem Schlagzeuger Joe English verstärkt. Die Alben Venus and Mars (mit der Nummer-1-Single Listen to What the Man Said) und Wings at the Speed of Sound (mit den Hits Silly Love Songs und Let ’em In) markierten gemeinsam mit der Welttournee, aus der das erfolgreiche Live-Album Wings over America hervorging, den Höhepunkt der Wings.

1977 verließen McCulloch und English die Band. Die McCartneys und Denny Laine nahmen jedoch ein neues Album und eine weitere Single auf, die noch im selben Jahr erschien. Diese wurde McCartneys größter Erfolg in Europa und löste sogar die Beatles-Singles von den Spitzen der Listen über die „ewigen“ Bestseller ab: Mull of Kintyre. Nur in den USA floppte die Platte.

1978 erschien das Album London Town mit der Nummer-1-Single With a Little Luck. Mit neuer Besetzung (Steve Holly: Schlagzeug, Laurence Juber: Gitarre) ging man auch wieder auf Tournee. 1978 erschienen noch Wings Greatest Hits. 1979 veröffentlichten die Wings die erfolgreichen Singles Goodnight Tonight und kurz vor Weihnachten Wonderful Christmas Time. Das Album Back to the Egg wurde trotz zahlreicher prominenter Gastmusiker den hohen Erwartungen hingegen nicht gerecht.

Auflösung der Wings: Solokünstler

Als McCartney 1980 vor Beginn einer Tournee in Japan wegen Haschischbesitzes verhaftet wurde, brach er die Tournee ab und löste die Wings auf. Die Single Coming Up wurde sein erster neuer Solo-Erfolg, obwohl die noch mit den Wings eingespielte Live-Version auf der B-Seite populärer war als die Studio-Version. Das dazugehörige allein eingespielte Album McCartney II verblüffte Fans wie Kritiker gleichermaßen, da McCartney einmal mehr neue musikalische Wege beschritt.

1982 gelang McCartney im Duett mit Stevie Wonder der Welthit Ebony and Ivory. Auch das Album Tug of War war kommerziell sehr erfolgreich. McCartneys Trauer über John Lennons Ermordung im Jahr 1980 drückte er in dem Lied Here Today aus. Auch Ringo Starr wirkte bei mehreren Stücken mit. Get It ist ein Duett mit Carl Perkins.

1983 erschien Pipes of Peace mit Material, das teilweise schon für Tug of War aufgenommen worden war. Die Single Say Say Say mit Michael Jackson wurde wieder ein Welthit. Bereits im Vorjahr hatte Paul bei Jacksons Hit The Girl Is Mine mitgewirkt. Die zweite Single Pipes of Peace wurde Nummer 1 in Großbritannien. Im Video-Clip griff McCartney die weihnachtliche Verbrüderung deutscher und englischer Soldaten im Ersten Weltkrieg auf.

Rückkehr zu den musikalischen Wurzeln, zunehmendes soziales Engagement

1984 erschien We All Stand Together aus dem Zeichentrickfilm Rupert the Bear. Der Film Give my Regards to Broad Street (mit Ringo Starr und Barbara Bach) floppte, doch Album und Single (No More Lonely Nights) waren erfolgreich. Im folgenden Jahr komponierte und sang McCartney den Titelsong für den Film Spies Like Us. Zusätzlich wirkte er bei Wohltätigkeitsprojekten mit, so bei dem von Bob Geldof initiierten Konzert für Afrika und der zugehörigen Single Do They Know It’s Christmas.

Mit Press to Play betrat McCartney 1986 erneut musikalisches Neuland, doch der kommerzielle Erfolg ließ allmählich nach. Das galt auch für die Single Once Upon a Long Ago, die 1987 sein Greatest-Hits-Album All the Best ankündigte.

Im Jahr 1988 erschien das Album Снова в СССР, das ausschließlich klassische „Rock ’n’ Roll“-Stücke der 50er Jahre enthielt und als ein Tribut für die Bürger der Sowjetunion gedacht war. Einige Jahre später war das Album auch in anderen Ländern erhältlich.

Nach Erscheinen des Albums Flowers in the Dirt, auf dem McCartney mit Elvis Costello zusammenarbeitete, ging er 1989 auf eine erfolgreiche Welttournee – die erste seit zehn Jahren. 1993 folgte nach Erscheinen des Albums Off the Ground mit der Hit-Single Hope of Deliverance (Nr. 3 in Deutschland) eine weitere Welttournee. Mehr und mehr entdeckte McCartney seine Beatles-Vergangenheit und brachte gemeinsam mit George Harrison und Ringo Starr in den Jahren 1995 und 1996 die Beatles-Anthology heraus.

McCartney entdeckte seine Liebe zur Malerei, die in verschiedenen Ausstellungen auch im Ausland bekannt wurde. Er begann, sich karitativ zu betätigen. In den 1990er Jahren war er mit der Gründung des Liverpool Institute for Performing Arts (LIPA) beschäftigt. 2002 entwarf er dann eine Briefmarkenserie für die Isle of Man.

McCartneys nächstes Solo-Album war Flaming Pie aus dem Jahr 1997, das kommerziell erfolgreich war und von Kritikern als bestes Album seit Band on the Run betrachtet wurde. Weniger erfolgreich waren Run Devil Run (1999) und Driving Rain (2001). Für den Film Vanilla Sky komponierte und sang er den gleichnamigen Titelsong, der für einen Oscar nominiert wurde. 2003 folgte eine neue Tournee, auf der Stücke aus Beatles-Zeiten die Soloarbeiten deutlich überflügelten. 2005 erschienen Chaos and Creation in the Back Yard – hoch gelobt von der Musikpresse – und das technisch-experimentelle Album Twin Freaks.

Am 17. April 1998 starb seine Frau Linda an Brustkrebs. 2001 heiratet McCartney das ehemalige Model Heather Mills, mit der eine gemeinsame Tochter hat. Die Ehe wurde am 17. März 2008 geschieden.

Am 25. September 2006 erschien das Album Ecce Cor Meum. Es ist das vierte Album McCartneys mit klassischer Musik. Die Aufnahmen zum Album fanden vom 13. bis 17. März 2006 in den Abbey-Road-Studios statt.

Im März 2007 verkündete McCartney die Vertragsunterzeichnung mit dem US-amerikanischen Label „Hear Music“. Er war damit der erste Künstler des von Starbucks neugegründeten Labels. Im Juni 2007 erschien auf diesem Label das Album Memory Almost Full, das gute Kritiken erhielt und in drei Kategorien für den Grammy 2008 nominiert wurde.

Soziales Engagement

Das Ehepaar Paul und Linda McCartney engagierte sich für den Tierschutz. So setzten sich die beiden sowohl gegen Tierversuche als auch gegen die Verwertung von Tieren für Lebensmittel und Pelze ein. Beide wurden in den 1970er Jahren Vegetarier. Musikalisch zeugt davon das Lied Looking for Changes auf dem Album Off the Ground. 2005 unterstützten McCartney und Heather Mills den Protest gegen die Robbenjagd durch Fotos mit jungen Robben im kanadischen St. Lorenz Golf.

Daneben war Paul McCartney an drei bekannten musikalischen Wohltätigkeits-Projekten beteiligt:

Auszeichnungen

Diskografie und Chartplatzierungen

(Für die Alben mit Wings, siehe auch dortigen Abschnitt)

Studioalben

Jahr Alben Chartplatzierungen
D GB USA
1970 McCartney 15 2 1
1971 Ram 22 1 2
1971 Wild Life 47 11 10
1973 Red Rose Speedway - 4 1
1973 Band on the Run 15 1 1
1975 Venus and Mars 11 1 1
1976 Wings at the Speed of Sound 32 2 1
1978 London Town 3 4 2
1979 Back to the Egg 15 4 8
1980 McCartney II 19 1 3
1982 Tug of War 1 1 1
1983 Pipes of Peace 20 4 15
1984 Give My Regards to Broad Street 25 1 21
1986 Press to Play 30 4 30
1989 Flowers in the Dirt 9 1 21
1991 Снова в СССР (The Russian Album) - 63 109
1993 Off the Ground 2 5 17
1997 Flaming Pie 6 2 2
1999 Run Devil Run 21 12 27
2001 Driving Rain 23 46 26
2005 Chaos and Creation in the Back Yard 4 10 6
2007 Memory Almost Full 18 5 3

Konzertalben

Jahr Alben Chartplatzierungen
D GB USA
1976 Wings over America 8 8 1
1990 Tripping the Live Fantastic 28 17 26
1990 Tripping the Live Fantastic: Highlights! - - 141
1991 Unplugged (The Official Bootleg) - 3 14
1993 Paul Is Live 44 34 78
2002 Back in the US keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung 8
2003 Back in the World 10 5 keine Veröffentlichung

Zusammenstellungen

Jahr Alben Chartplatzierungen
D GB USA
1978 Wings Greatest 17 5 29
1987 All the Best 9 2 62
2001 Wingspan: Hits and History 20 5 2

Klassische Werke

Jahr Alben Chartplatzierungen
D GB USA
1991 The Liverpool Oratorium - 36 177
1997 Standing Stone - 34 194
1999 Working Classical - - -
2006 Ecce Cor Meum - - -

Andere Projekte

Jahr Alben Chartplatzierungen
D GB USA
1967 The Family Way - - -
1977 Thrillington - - -
1981 The McCartney Interview - 25 158
1993 Strawberries Oceans Ships Forest - - -
1998 Rushes - - -
2000 The Liverpool Sound Collage - - -
2005 Twin Freaks - - -

Kompilationen und Raritäten

Singles

Jahr Singles Chartplatzierungen
D GB USA
1971 Another Day 6 2 5
1971 The Back Seat of My Car keine Veröffentlichung 39 keine Veröffentlichung
1971 Uncle Albert/Admiral Halsey keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung 1
1971 Eat at Home 28 keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung
1972 Give Ireland Back to the Irish - 16 21
1972 Mary Had a Little Lamb - 6 28
1972 Hi, Hi, Hi/C Moon 16 3 10
1973 My Love 43 7 1
1973 Live and Let Die 31 7 2
1973 Helen Wheels 33 12 10
1974 Mrs. Vandebilt 33 keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung
1974 Jet 6 6 7
1974 Band on the Run 22 3 1
1974 Junior’s Farm - 16 3
1975 Sally G. keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung 39
1975 Listen to What the Man Said 42 6 1
1975 Letting Go - 41 39
1975 Venus and Mars/Rock Show - - 12
1976 Silly Love Songs 14 2 1
1976 Let ’em in 29 2 2
1977 Maybe I’m Amazed (live) - 27 10
1977 Mull of Kintyre 1 1 33
1978 With a Little Luck 17 5 1
1978 I’ve Had Enough - 42 25
1978 London Town 33 60 39
1979 Goodnight Tonight 34 5 5
1979 Getting Closer - 60 20
1979 Old Siam, Sir keine Veröffentlichung 35 keine Veröffentlichung
1979 Arrow Through Me keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung 29
1979 Wonderful Christmastime - 6 -
1980 Coming Up 11 2 1
1980 Waterfalls 55 9 106
1980 Temporary Secretary (nur als 12") keine Veröffentlichung - keine Veröffentlichung
1982 Ebony and Ivory 1 1 1
1982 Take it Away 46 15 10
1982 Tug of War - 53 55
1982 The Girl Is Mine (mit Michael Jackson) 53 6 2
1983 Say Say Say 12 2 1
1983 Pipes of Peace (So Bad-US A-Seite) 43 1 23
1984 No More Lonely Nights 30 2 7
1984 We All Stand Together keine Veröffentlichung 3 keine Veröffentlichung
1985 Spies Like Us - 13 6
1986 Press 53 25 21
1986 Pretty Little Head - 45 keine Veröffentlichung
1986 Only Love Remains - 32 -
1986 Stranglehold keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung 81
1987 Once Upon a Long Ago 13 10 keine Veröffentlichung
1989 My Brave Face 29 18 25
1989 Ou Est Le Soleil? (nur als 12") - keine Veröffentlichung -
1989 This One 40 18 94
1989 We got married (US Radio Promo) keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung -
1989 Figure of Eight - 42 92
1990 Put it There 60 32 28
1990 Birthday (live) - 29 -
1990 All My Trials (live) keine Veröffentlichung 35 keine Veröffentlichung
1991 The Long and Winding Road (live) - keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung
1992 Hope of Deliverance 3 18 83
1993 C’mon People 41 - -
1993 Off the Ground 54 - -
1993 Biker Like an Icon 62 - -
1997 Young Boy 55 19 -
1997 The World Tonight - 23 64
1997 Beautiful Night - 25 -
1999 No Other Baby - 42 -
2001 Silly Love Songs – Wings vs Loop Da Loop Radio Mix (Radio-Promo) - - -
2001 From a Lover to a Friend - 45 -
2001 Freedom - - 97
2001 Loving Flame (US Radio Promo) keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung -
2001 Lonely Road (US Radio-Promo) keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung -
2004 Tropic Island Hum keine Veröffentlichung 21 keine Veröffentlichung
2005 Fine Line 70 20 -
2005 Jenny Wren - 22 -
2005 Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Internet-Single) - - 48
2006 This Never Happened Before (US Radio-Promo) keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung -
2007 Dance Tonight - 26 69
2007 Only Mama Knows (US Radio-Promo) keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung -
2007 Ever Present Past - 85 110
2007 Amoeba Secret (Live EP-nur als 12") keine Veröffentlichung keine Veröffentlichung -
2008 Lifelong Passion (Internet-Single) - - -

Nur auf Single erhältliche Titel

Anmerkung: Unter Berücksichtigung der CD „Off the Ground the complete works“ nicht aber der japanischen „Flowers in the Dirt-Special Package“

Andere Veröffentlichungen

DVD / VHS

Aufgenommen während der US-Tour 1976
Spielfilm
Animationsfilme: Rupert and the Frog Song, Seaside Woman und Oriental Nightfish
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten des gleichnamigen Konzerts - 3 Titel mit McCartney (auch mit Phil Collins, Eric Clapton, Elton John, Tina Turner, Rod Steward etc.)
Dokumentation über die Karriere von Paul McCartney bis Press to Play
Dokumentation mit dem Schwerpunkt auf der Entstehung des Albums Flowers in the Dirt
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten des gleichnamigen Konzerts - 4 Titel mit McCartney (auch mit Phil Collins, Tears for Fears und Cliff Richard & The Shadows)
Dokumentation über die Tournee 1989/1990
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten der Konzerte der Tournee 1989/1990
Dokumentation über die Tournee 1993
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten der Konzerte der Tournee der Welttournee 1994
Dokumentation über die Entstehung des Albums Flaming Pie
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten des gleichnamigen Konzerts - 4 Titel mit McCartney (auch mit Carl Perkins, Phil Collins, Sting, Elton John, Eric Clapton, Arrow und Jimmy Buffet)
Enthält das Konzert zu Standing Stone und ein Making-of
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten des gleichnamigen Konzerts - 6 Titel mit McCartney (auch mit Sarah McLachlan, The B-52s und Chrissie Hynde)
Rückblick auf die Geschichte der Gruppe Wings
Aufnahme eines Konzert im Liverpooler Cavern Club vom 14. Dezember 1999[5]
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten des gleichnamigen Konzerts - 3 Titel mit McCartney (auch mit Phil Collins, Eric Clapton, Queen, etc.)
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten der Konzerte der Tournee durch Nordamerika 2002
Sammlung von Animationsfilmen, die von McCartney produziert wurden.
Konzertfilm von Auftritten in Moskau und St. Petersburg von 2004
Konzertfilm mit Live-Mitschnitten der Konzerte der US-Tournee 2005
umfassende 3-DVD-Box mit 40 Musikvideos und raren Konzertauftritten seit 1970
Enthält das Konzert (Royal Albert Hall) zu Ecce cor meum und ein Making-of

Filme von Paul und Linda McCartney

Nachfolgende Filme wurden (noch) nicht auf DVD veröffentlicht:


Bücher

Trivia

Literatur

Einzelnachweise

  1. Spiegel-Online Bericht zur Scheidung; aufgerufen am 17. März 2008
  2. Nancy Cooke de Herrera: Die Weisen, Aquamarin-Verlag, 1995, S. 231f. ISBN 3-89427-068-3
  3. Mia Farrow: What Falls Away, Bantam, 1991. ISBN 0553564668
  4. Telegraph.co.uk Beatles spiritual guru ‚never made a pass at Mia Farrow‘, 19. Februar 2006
  5. McCartney plays the Cavern bbc.co.uk 14 December, 1999
 Commons: Paul McCartney – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Paul McCartney – Zitate
Personendaten
McCartney, Paul
James Paul McCartney (eigentlich)
englische Sänger, Musiker und Komponist (The Beatles)
18. Juni 1942
Liverpool, England