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Neulateinische Literatur

Neulateinische Literatur ist die in der lateinischen Sprachform des Neulatein verfasste lateinische Literatur des Spätmittelalters und der Neuzeit (ca. 13./14. Jahrhundert bis in die Gegenwart).

Im Unterschied zur mittellateinischen Literatur zeichnet sich die neulateinische Literatur in der Regel durch den bewussten Rückgriff auf klassische antike Vorbilder der römischen Literatur aus und verwendet meist eine an die sogenannte „Goldene Latinität“ des 1. Jahrhunderts v. Chr. angelehnte Sprachform.

In letzter Zeit gibt es wieder verstärkt Bemühungen um die Pflege der lateinischen Sprache. Diese „Latinitas viva“ wird von verschiedenen Kreisen in Deutschland, aber auch international betrieben. So ist in Deutschland z. B. die Societas Latina mit Sitz in Saarbrücken zu nennen. Sie gibt fünfmal im Jahr eine lateinische Zeitschrift „Vox Latina“ heraus. Ihr bekanntester Vertreter ist Caelestis Eichenseer[1], der sich sehr um die Pflege des Lateinischen verdient gemacht hat. Neben ihm sind in Deutschland noch zu nennen Wilfried Stroh aus München und Nikolaus Gross, der z. B. Patrick Süskinds Roman „Das Parfüm“ ins Lateinische übertragen hat.

Ferner existieren die neulateinischen Zeitschriften „Rumor Varius“ sowie „Tiro - Zeitschrift für Latein“ (Bad Dürkheim).

Seit etwa 1976 bemüht sich die Katholische Kirche wieder um die Belebung der lateinischen Sprache und hat hierzu die Stiftung Latinitas gegründet. Diese gibt eine gleichnamige Zeitschrift heraus, u.a. auch mit aktuellen Nachrichten, und bemüht sich um die Weiterentwicklung des Neulateins. Auch das bekannte Lexicon recentis latinitatis wird von Latinitas herausgeben.

Quellen

  1. la:Caelestis Eichenseer

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