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Abstatt

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 4′ N, 9° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Gemeindeverwal-
tungsverband:
„Schozach-Bottwartal“
Höhe: 241 m ü. NN
Fläche: 9,66 km²
Einwohner: 4503 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 466 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74232
Vorwahl: 07062
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 001
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausstraße 30
74232 Abstatt
Webpräsenz:
www.abstatt.de
Bürgermeister: Rüdiger Braun
Lage der Gemeinde Abstatt im Landkreis Heilbronn

Abstatt ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg (Deutschland) und gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Abstatt liegt im Süden des Landkreises Heilbronn im Tal der Schozach. Die Stadt Heilbronn ist etwa 10 km in nordwestlicher Richtung entfernt.

Nachbargemeinden

Nachbarstädte und -gemeinden Abstatts sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Ilsfeld, Untergruppenbach, Lauffen am Neckar (Exklave Stadtwald Etzlenswenden) und Beilstein, die alle zum Landkreis Heilbronn gehören. Zusammen mit Beilstein, Ilsfeld und Untergruppenbach bildet Abstatt den Gemeindeverwaltungsverband „Schozach-Bottwartal“ mit Sitz in Ilsfeld.

Gemeindegliederung

Zu Abstatt gehören keine weiteren Ortsteile, aber als Orte im geographischen Sinne der Weiler Happenbach und die Wohnplätze Vohenlohe und Schloss Wildeck.[2]

Geschichte

Abstatt wurde im Jahr 1293 erstmals urkundlich erwähnt. 1490 gelangte der Ort durch Kauf an Ludwig von Bayern-Pfalz, einen Sohn des Kurfürsten Friedrich I. des Siegreichen von der Pfalz, der ihn der Herrschaft Löwenstein zuschlug, die er bereits 1488 geerbt hatte. 1510 wurde Abstatt württembergisch. Die Dörfer Happenbach und Vohenlohe wurden bereits dem 18. Jahrhundert von Abstatt aus verwaltet. Abstatt mit Vohenlohe, Wildeck und Happenbach bildete ab 1806 zunächst ein eigenes Patrimonialamt. Gemeinsam mit Vohenlohe und Wildeck kam Abstatt 1810 zunächst zum Oberamt Besigheim, Happenbach kam dagegen zum Oberamt Heilbronn. 1842 kamen auch Abstatt, Vohenlohe und Wildeck zum Oberamt Heilbronn, das 1938 zum Landkreis Heilbronn wurde.

1933 wurden 833 Einwohner gezählt, 1939 waren es 807.[3] Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt, später wurde sie zum typischen Wohngebiet im Einzugsbereich von Heilbronn.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat Abstatts hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 14 Sitze (statt 16 nach der Wahl 1999). Er setzt sich wie folgt zusammen:

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Wappen und Flagge

Die Blasonierung des Abstatter Wappens lautet: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein linksgewendeter goldener Abtsstab, hinten in Gold ein roter Löwe. Die Flagge der Gemeinde ist Rot-Weiß.

Ein Siegel Abstatts aus dem Jahr 1628, als der Ort zur Grafschaft Löwenstein gehörte, enthält das Löwensteinsche Wappen: einen auf einem Vierberg stehenden gekrönten Löwen. Zunächst nach rechts gewendet, erscheint der Löwe auf Siegeln von 1697 und 1768 nach links gekehrt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Schultheißenamtssiegel Abstatts nur noch ein nach links steigender Löwe übrig geblieben. Die Gemeinde bat 1907 die württembergische Archivdirektion um einen Vorschlag für ein neues Wappen. In Unkenntnis der alten Siegel schlug die Archivdirektion das gegenwärtige Wappen vor: einen Abtsstab zur Versinnbildlichung des Ortsnamens, der sich angeblich von Abtsstatt herleitet, und einen Löwen wegen der historischen Beziehungen zur Grafschaft Löwenstein. Da der Abtsstab als konfessionelles Zeichen von Abstatt zunächst abgelehnt wurde, machte die Direktion noch einen zweiten Vorschlag, der neben dem Löwen eine schwarze Hirschstange als Zeichen der Verbindungen zu Württemberg enthielt. Die Gemeinde entschied sich am 21. November 1907 dann doch für den ursprünglichen Vorschlag. Die Flagge wurde der Gemeinde am 5. September 1980 vom Landratsamt des Landkreises Heilbronn verliehen.[4]

Partnergemeinde

Es besteht eine Partnerschaft mit Léhon im Département Côtes-d'Armor in der Bretagne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Abstatt verfügt über ein Heimatmuseum.

Bauwerke

Justiz

Abstatt liegt im Bezirk des Amtsgerichts Heilbronn. Innerhalb der ordentlichen Gerichtsbarkeit sind diesem das Landgericht Heilbronn und das Oberlandesgericht Stuttgart übergeordnet. Für Rechtsstreitigkeiten aus Abstatt sind für die Arbeitsgerichtsbarkeit das Arbeitsgericht Heilbronn und für die Sozialgerichtsbarkeit das Sozialgericht Ulm örtlich zuständig; weiterhin gehört Abstatt zum Bezirk des Verwaltungsgerichts Stuttgart.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Abstatt ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schozachtal im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Nach dem Ortsteil Happenbach ist die Rebsorte Happenbach benannt.

Verkehr

Abstatt liegt direkt an der Autobahn A 81 zwischen den Anschlussstellen Ilsfeld und Heilbronn/Untergruppenbach.

Ansässige Unternehmen

Seit 2004 ist die Robert Bosch GmbH mit einem Entwicklungsstandort in Abstatt vertreten, der 2350 Menschen Arbeit gibt (Stand: Juni 2007).[5] Dort sitzt auch das Bosch-Tochterunternehmen Bosch Engineering GmbH. Abstatt ist Hauptsitz des zur SAP AG gehörenden SAP-Systemhauses Steeb Anwendungssysteme GmbH. Steeb betreut das Mittelstandsgeschäft im SAP-Umfeld.

Das internationale Plattenlabel Massacre Records hat in Abstatt seinen Sitz.

Medien

Über das Geschehen in Abstatt berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe SO, Süd-Ost.

Öffentliche Einrichtungen

Rund um die Burg Wildeck betreibt die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg in einem Versuchsbetrieb ökologischen Weinbau.

Bildung

Es gibt in Abstatt eine Grundschule, in der auch die Gemeindebücherei untergebracht ist.

Persönlichkeiten

in Abstatt geboren

mit Abstatt verbunden

Literatur

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 94–95
  3. Mitteilungen des Württ. Stat. Landesamtes Nr. 4/5 vom 10. Dezember 1940: Ergebnisse der Volks- und Berufszählung am 17. Mai 1939
  4. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 33
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 53
  5. Anja Krezer: Erfolgsgeschichte auf dem Hohbuch-Hügel. In: Heilbronner Stimme vom 30. Juni 2007, S. 34
 Commons: Abstatt – Bilder, Videos und Audiodateien