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Gesamtrettungssystem

Ein Gesamtrettungssystem (engl. ballistic recovery system, BRS) dient in der Luftfahrt dazu, bei technischen Störungen das Überleben der im Luftfahrzeug befindlichen Personen zu ermöglichen, indem das gesamte Luftfahrzeug mit den Insassen an einem Rettungsfallschirm zu Boden schweben kann.

Gesamtrettungssysteme bestehen aus einer starken Rakete, die nötigenfalls sogar die Luftfahrzeugwand an einer Sollbruchstelle durchschlagen kann und einen sehr großen Rundkappenfallschirm aus dem Luftfahrzeug zieht, der für das Gesamtgewicht des Luftfahrzeugs mit seinen Passagieren ausgelegt ist. Die Herausforderung bei der Konstruktion eines Gesamtrettungssystems besteht darin, nach dem Auslösen das Fluggerät aus einer eventuell hohen Geschwindigkeit abzubremsen, ohne die Flugzeugzelle zu überlasten, sowie die Sinkgeschwindigkeit am Schirm so gering zu halten, dass der Aufprall keine schweren Verletzungen der Insassen nach sich zieht.

Dies führt dazu, dass diese Rettungssysteme zur Zeit nur für leichte und langsame Flugzeuge verfügbar sind. Das beinhaltet vor allem Ultraleichtflugzeuge und einige einmotorige Sportflugzeugtypen, sowie derzeit ein verfügbares System für Segelflugzeuge. Kleinere Luftsportgeräte, wie Hängegleiter, verfügen für den gleichen Zweck meist über einen einfachen Rettungsfallschirm.

Gesamtrettungsysteme sind in Deutschland für Ultraleichtflugzeuge zwingend vorgeschrieben, jedoch viele Systeme für Flugzeuge nicht zugelassen. Von diesem Zwang ausgenommen sind Ultraleicht-Tragschrauber. Zahlreiche moderne Flugzeughersteller im Ausland bauen schon in ihre einmotorigen Sportflugzeuge Gesamtrettungssysteme ein. Da die Hersteller für das BRS jedoch keine deutsche Zulassung (inkl. ausgiebiger Tests) beantragt haben, muss es für die Flugzeugzulassung wieder ausgebaut oder deaktiviert werden.

Gesamtrettungssysteme funktionieren sehr gut und sehr schnell auch in geringen Höhen, in denen ein Fallschirmabsprung aus dem Flugzeug aus zeitlichen oder physikalischen (Lastvielfaches) Gründen bis zum Aufschlag nicht mehr möglich wäre.

Über 170 europäische Luftsportler (Stand 8/2004) verdanken ihr Leben diesen Gesamtrettungssytemen.