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Ein idealer Gatte

Ein idealer Gatte ist eine englische Komödie aus dem Jahre 1894 von Oscar Wilde. Das Stück handelt von einer politischen Intrige und Liebe in der Londoner High Society. Zum Stück gibt es eine Neuverfilmung von Oliver Parker, siehe dazu Ein perfekter Ehemann

Inhaltsverzeichnis

Dramatis Personae

Handlung

Das Theaterstück spielt in London zur Zeit der Jahrhundertwende innerhalb weniger Tage. Die Handlung wurde in 4 Akte aufgeteilt:

Akt I

Eine große politische Party findet in der Villa der Chilterns statt, zu der viele Gäste geladen sind. Überraschend bringt Lady Markby die in Wien lebende Mrs. Chevely mit, die die Hausherrin, Lady Chiltern noch aus der Schulzeit kennt. Mrs. Cheveley will auf der Party Sir Robert Chiltern kennenlernen um ihn mit seiner düsteren Vergangenheit zu konfrontieren. Er hat sein Vermögen durch einen Schwindel erlangt und sie ist nun im Besitz eines Briefes, der Robert verraten würde. Unterdessen taucht Lord Goring, ein ewiger Junggeselle und Dandy, auf der Party auf. Auch ihn verbindet eine gemeinsame Vergangenheit mit Mrs. Cheveley. Sofort flirtet er mit der jungen Mabel Chiltern, die offensichtlich in den Lord verliebt ist. Mrs. Cheveley bedrängt Sir Robert Chiltern solange, bis dieser einwilligt ein Kanalprojekt im Kongress zu befürworten, in das Mrs. Cheveley sehr viel Geld investiert hatte. Als sich die Party dem Ende zuneigt, provoziert Mrs. Cheveley Lady Chiltern, indem sie ihr berichtet, dass ihr Mann nun das Kanalprojekt unterstützt, was Lady Chiltern zuerst gar nicht glauben kann. Lord Goring und Miss Mabel finden unterdessen eine wertvolle Diamant-Brosche, die sich zu einem Armband machen lässt. Später konfrontiert sie ihren Mann damit und redet ihm die Sache wieder aus, was sie aber nicht weiß, ist, dass der Mann, den sie ihr Leben lang für tadellos gehalten hatte, seine Karriere mit einem schmutzigen Geschäft begonnen hatte...

Akt II

Lord Goring besucht seinen besten Freund Sir Robert Chiltern in dessen Arbeitszimmer, wo er erfährt, mit welchem Mittel Mrs. Cheveley den Politiker erpresst. Robert hat viel Geld für wichtige Informationen aus der Regierung bekommen, mit dem er sich Macht erkauft hat, die für ihn sehr wichtig war. Lord Goring rät dem Politiker, seiner Frau alles zu beichten und so das Schlimmste zu verhindern. Außerdem verspricht er ihm zu helfen, so gut er kann. Später kommt auch Lady Chiltern vorbei und lässt sich ebenfalls von Lord Goring beraten, bevor er geht. Er empfiehlt ihr, ihre Ansichten zu ändern und bereitet sie unauffällig auf Roberts Geständnis vor. Doch dann erscheinen Lady Markby und Mrs. Cheveley, die auf der Suche nach der Brosche sind. Als die heitere Lady Markby die Frauenrunde verlässt, provoziert Mrs. Cheveley Lady Chiltern erneut und verrät ihr schließlich die ganze Sache. Lady Chiltern stellt ihren Mann zur Rede und muss feststellen, dass ihr Weltbild vollkommen zusammenbricht. Sie nimmt Abstand von Sir Robert, obwohl sie weiß, dass sie ihn noch liebt.

Akt III

Lord Goring liest in seiner Bibliothek die Briefe durch und entdeckt einen Brief auf rosa-rotem Papier von Lady Chiltern, in dem sie ihn bittet sie anzuhören. Sie schreibt, dass sie ihm vertraut und dass sie kommen wird. Daraufhin gibt Lord Goring seinem Diener die Anweisung die Dame zu empfangen und sonst niemanden. Zur falschen Zeit taucht Lord Caversham auf, der seinen Sohn drängt endlich zu heiraten. Lord Goring versucht ihn abzuschütteln, doch während er mit seinem Vater im Rauchsalon ist, kommt Mrs. Cheveley herein, die der Diener fälschlicherweise für die Dame hielt, die Lord Goring erwähnt hatte. Mrs. Cheveley liest den Brief ebenfalls und versteckt sich im Salon. Zu allem Überfluss taucht auch noch Sir Robert Chiltern auf. Lord Goring - leicht überfordert - denkt, im Salon säße Lady Chiltern und will ihr durch die Tür eine Lektion erteilen. Als Sir Robert seine gesamte Leidensgeschichte erzählt hat, stellt sich heraus, dass im Salon die ganze Zeit Mrs. Cheveley war. Robert fühlt sich hintergangen und verschwindet zornentbrannt. Mrs. Cheveley will nun auch Lord Goring erpressen, indem sie ihm anbietet ihm den Brief zu geben, wenn er sie heiraten würde. Schließlich erfährt er, dass ihr die Brosche gehört, und hat sie als Diebin entlarvt, da er die Brosche einst seiner Cousine geschenkt hatte. So hat er ein Druckmittel und fordert den Brief ein. Doch Mrs. Cheveley gibt sich nicht geschlagen und stiehlt den Brief von Lady Chiltern um ihm eine Zweideutigkeit zu unterlegen und schickt ihn an Robert...

Akt IV

Im Hause der Chilterns führt Lord Goring ein kurzes Gespräch mit seinem Vater und macht schließlich Miss Mabel einen Heiratsantrag. Die beiden sind sehr glücklich, doch eigentlich war Lord Goring wegen Lady Chiltern hergekommen. Er will sie vor dem Missverständnis wegen des Briefes vorwarnen, doch jede Hilfe kommt zu spät, denn Robert hat den Brief gefunden. Er denkt jedoch, dass er an ihn gerichtet ist. Alles scheint wieder geregelt, bis Sir Robert seinem Freund die Heirat mit Mabel verbietet, da er eine Affäre zwischen Mrs. Cheveley und Lord Goring vermutet. Nun sagt ihm auch seine Frau die Wahrheit über den Brief und dass Lord Goring am Abend zuvor eigentlich sie erwartete und nicht Lady Chiltern. Nachdem nun alles geklärt ist und Lady Chiltern einsieht, dass sie als Frau die Pflicht hat zu vergeben, sind alle glücklich und die Liebe hat gewonnen - sowohl im Falle von Lady Chiltern und Sir Robert - dessen Karriere sogar beflügelt wurde -, als auch von Lord Goring und Lady Mabel Chiltern...

Zitate

"Ich liebe es, über nichts zu reden. Das ist das Einzige, wovon ich etwas verstehe." - Lord Goring

"Die Liebe zu sich selbst ist der Beginn einer lebenslangen Romanze" - Lord Goring

"Man sollte einer Frau nie etwas geben, was man nicht am Abend tragen kann" - Mrs. Cheveley