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Niedere Tatra

Die Niedere Tatra (slowakisch: Nízke Tatry) ist ein Gebirgszug des geologischen Fatra-Tatra-Gebiets in den Karpaten in der Slowakei. Sie liegt südwestlich gegenüber der Hohen Tatra.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Gebirge besteht aus:

Die westlich gelegene Berggruppe Starohorské vrchy und der sich nordöstlich bei Poprad ersteckende Höhenzug Kozie chrbty werden heute nicht mehr als zur Niederen Tatra gehörig, sondern als eigenständige Gebirge betrachtet.
Der Hauptkamm ist 95 Kilometer lang und erstreckt sich vorwiegend in west-östlicher Richtung. Weite Abschnitte dieses Kammes erheben sich über die (bei etwa 1.500 m befindliche) Baumgrenze; lediglich der niedrigere zentrale Abschnitt zwischen des Pässen Čertovica und Priehyba ist überwiegend bewaldet. Höchste Gipfel sind der Ďumbier mit 2.043,4 müdM und der Chopok mit 2.023,6 müdM. Vom Hauptkamm aus ziehen lange Seitenkämme nach Norden; nach Süden fällt das Gebirge deutlich steiler ab. Lediglich im Gebiet des Ďumbier erreichen die Nord- und die Südausläufer des Hauptkammes etwa die gleiche Länge. Die bekannteste Region des Gebirges ist das Demänovská dolina (Demänova-Tal) mit der gleichnamigen Ortschaft und dem Skigebiet von Jasná.

Die Niedere Tatra wird begrenzt

Geologie

Grob unterteilt bestehen der Hauptkamm und seine südlichen Seitenkämme aus kristallinem Gestein, wobei im Westen des Gebirges Granit, im Osten Gneis dominiert. Im Bereich der nördlichen Seitenkämme und Täler befindet sich ein ausgedehntes Höhlensystem, welches in Kalkstein und Dolomit des Trias liegt und von seiner geologischen Entwicklung her außerordentlich interessant ist. Zwei der Höhlen sind der Öffentlichkeit zugänglich: Die Demänovská jaskyňa Slobody (Demänováer Tropfsteinhöhle, wörtlich: Höhle der Freiheit) und die Demänovská ľadová jaskyňa (Demänováer Eishöhle). Weitere bedeutende Karsthöhlen sind die Demänovská jaskyňa Mieru (Demänováer Friedenshöhle) und die Bystrianska jaskyňa.
Insbesondere am Nordhang der Hauptkette sind in abgelegenen und schwierig erreichbaren Seitentälern noch Reste des mittelalterlichen Erzbergbaus (Gold, Silber- und Bleierze) zu finden.

Flora und Fauna

Die Niedere Tatra ist - abgesehen von den höher gelegenen Arealen - dicht bewaldet, wobei auf der Nordseite Nadel-, auf der Südseite Mischwälder dominieren. In etwa 1.500 bis 1.800 m Höhe sind Latschenkiefern stark vertreten, in noch höher gelegenen Regionen das Borstgras. Die nördlichen, aus Kalkstein bestehenden Seitenkämme begünstigen das Vorkommen seltener, alpiner Pflanzenarten, u.a. des Alpenenzians.

Vorherrschende Wildarten sind Rehe, Wildschweine und Hirsche. In den dichten Wäldern leben auch heute noch zahlreiche Braunbären und Luchse. Oberhalb der Baumgrenze sind Gämsen und Murmeltiere anzutreffen. Durch die große Zahl von Höhlen leben im Gebirge viele Fledermaus-Arten.

Bevölkerung

Die Niedere Tatra selbst ist sehr dünn besiedelt. Im Gebirge liegen nur wenige Orte, welche aufgrund ihrer Abgeschiedenheit oft noch sehr ursprünglich wirken, was sich sowohl an der Bauweise als auch im Brauchtum (Trachten) äußert (z.B. Liptovská Teplička, Liptovská Lúžna).
Hier und in den zahlreichen Orten am Rande des Gebirges leben heute fast ausschließlich Slowaken; die früher in einigen Gemeinden ansässige deutsche Minderheit (z.B. in Liptovský Mikuláš und in Brezno) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben.

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftszweig im Gebirge ist der Tourismus. Die Niedere Tatra ist ein hervorragendes Wandergebiet mit vielen schönen Aussichten. Die wichtigsten Skizentren befinden sich auf dem Chopok und im Demänová-Tal (Jasná). Unterkünfte sind insgesamt in ausreichender Zahl - wenn auch nicht überall flächendeckend - vorhanden.
Eine bedeutende Rolle spielen auch die Forst- und die Weidewirtschaft.

Verkehr

Die Niedere Tatra ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Im Norden verläuft die Bahnlinie Žilina - Košice, im Süden - d.h. im Tal des Hron - die Strecke Banská Bystrica - Margecany. In praktisch alle Siedlungen - auch in die Touristenzentren - fahren regelmäßig Busse. Parallel zur Bahnstrecke Žilina - Košice verläuft an der Waag die Autobahn D1.

Naturschutz

Im Gebirge wurde 1978 der Nationalpark Niedere Tatra eingerichtet; seine Größe beträgt 123.990 ha. Darüber hinaus sind eine Reihe von Flächen unter besonderen Schutz gestellt worden:

Baranovo (15,83 ha, seit 1993)
Barania hlava (13,41 ha, 2006)
Breznianska skalka (11,85 ha, 1981)
Horné lazy (34,29 ha, 1981)
Jelšie (26,10 ha, 1973)
Kozí chrbát (37,43 ha, 1993)
Mackov bok (3,75 ha, 1976)
Mačková (42,23 ha, 1993)
Martalúzka (154,82 ha, 1999)
Meandre Hrona (103,82 ha, 1980)
Sliačske travertíny (7,02 ha, 1983)
Štrosy (94,79 ha, 1999)
Vrchovisko pri Pohorel. Maši (26,62 ha, 1979)
Demänovská dolina (836,88 ha, seit 1973)
Ďumbier (2.043,76 ha, 1973)
Hnilecká jelšina (14,51 ha, 1988)
Jánska dolina (1.694,52 ha, 1933)
Ohnište (852,26 ha, 1973)
Pod Latiborskou hoľou (161,23 ha, 1964)
Príboj (10,96 ha, 1895)
Salatín (1.192,99 ha, 1982)
Skalka (2.659,81 ha, 1997)
Turková (30,95 ha, 1965)
Ľupčiansky skalný hríb (2,13 ha, seit 1979)
Mašiansky balvan (1,28 ha, 1965)
Meandre Lúžňanky (2,00 ha, 1988)
Moštenické travertíny (1,71 ha, 1981)
Brankovský vodopád (27,71 ha, seit 1980)
Bystrianska jaskyňa (93,71 ha, 1972)
Demänovské jaskyne (680,17 ha, 1972)
Stanišovská jaskyňa (219,23 ha, 1972)
Vrbické pleso (24,71 ha, 1975)
Bodický rybník (18,57 ha, seit 1952)
Revúca (3,91 ha, 2002)
Jakub (12,70 ha, 1999)
Brvnište (74,77 ha, 2007)

Höchste Erhebungen

Einige Ortschaften im Gebirge und in der Umgebung

Koordinaten: 48,95° N, 19,5° O