Heim

Neustadt (Dosse)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 52′ N, 12° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Neustadt (Dosse)
Höhe: 35 m ü. NN
Fläche: 75,43 km²
Einwohner: 3718 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033970
Kfz-Kennzeichen: OPR
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 324
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 6
16845 Neustadt(Dosse)
Webpräsenz:
www.neustadt-dosse.de
Bürgermeisterin: Sabine Ehrlich (SPD)
Lage der Stadt Neustadt (Dosse) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Neustadt (Dosse) ist eine amtsangehörige Stadt des Amtes Neustadt (Dosse) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg (Deutschland). Sie führt die Zusatzbezeichnung Stadt der Pferde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Landbuch Kaiser Karl IV. von 1375 erscheint Neustadt als eine zur Prignitz gehörige und im Besitz der von Bredows befindliche Burg. Lippold von Bredow war 1369 Marschall des Markgrafen Otto V. und erwarb wahrscheinlich von diesem als Unterpfand für ein vorgestrecktes Kapital das Amt Neustadt. Ab 1407 befand sich Neustadt im Besitz des Grafen von Ruppin. Im Jahre 1491 besitzen die Quitzows einen größten Teil der Burg Neustadt. Zeitweise war Neustadt nicht nur an die Quitzows, sondern nach Fontane auch an die Bredows und die Rohrs verpfändet, "bis es, nach dem Erlöschen des gräflichen Hauses von Lindow-Ruppin (1524) dem Kurfürsten zufiel. Aber neue Pfandinhaber folgten, und erst 1584 kam es erb- und eigentümlich an Reimar von Winterfeld. Die Winterfelds besaßen es bis zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ..."[1] 1662 erwarb Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg vom Feldmarschall Graf Königsmarck Neustadt. Der Landgraf gründete eine Eisenhütte 1693 in Hohenofen und eine Spiegelmanufaktur 1688 in Spiegelberg. 1788 ließ der preußische König Friedrich Wilhelm II das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt in Neustadt an der Dosse durch Carl Heinrich August von Lindenau auf dem Gelände des wüst liegenden ehemaligen Maultiergestüts erbauen. Das Hauptgestüt wurde bis 1945 als Friedrich-Wilhelm-Gestüt bezeichnet. Auch heute ist Neustadt Hauptort der Pferdezucht in Brandenburg. Das Gestüt wird als Stiftung öffentlichen Rechts weitergeführt. Die hier beheimatete Stutenherde gehört zu den wertvollsten und erfolgreichsten in Europa. Alljährlich findet im September die Hengstparade statt. Hier wird ein buntes Schauprogramm mit dem Pferd beziehungsweise rund ums Pferd gezeigt. Im Januar organisiert der Hamburger Herbert Ulonska das CSI Neustadt - ein internationales Springturnier, das sich zum bedeutendsten Reitsportereignius in der Hauptstadtregion entwickelt hat. Im Gestüt haben auch der Pferdezuchtverband Berlin-Brandenburg e.V. und die Mitteldeutsche Pferdemarketing GmbH ihren Sitz.

Kirche
Gedenkstein für Friedrich von Hessen-Homburg, den Helden der Schlacht von Fehrbellin

Zum 1. September 2001 ist das Gesetz über die Errichtung einer Stiftung „Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse)“ in Kraft getreten. Durch die Stiftung soll die Entwicklung zu einem modernen, wirtschaftlich orientierten Dienstleistungszentrum vorangetrieben werden.

Seit dem 15. Oktober 1999 werden in der neu gebauten Merkzweckhalle ("Graf von Lindenau-Halle") unter anderem internationale Turniere ausgetragen und Schauprogramme gezeigt. Der Name der Halle stammt vom Begründer des Gestütes - Carl Heinrich August von Lindena.

Neustadt erhielt 1664 auf Ersuchen des damaligen Besitzers, des Prinzen Friedrich, dem späteren Landgrafen von Hessen-Homburg, das Stadtrecht. Zunächst waren Köritz, Neustadt und Kampehl nicht zu dem heutigen Neustadt (Dosse) zugehörig.

1305 wurde Köritz das erste Mal schriftlich erwähnt. Der Grund und Boden von Köritz ist von der Schwenze bis zum Neustadt Ausgangsschild. 1872 erfolgte nach der neuen Kreisordnung die Aufteilung in Amtsbereiche und Kampehl kam zum Amtsbereich Köritz hinzu. Die frühere Verwaltung von Köritz hatte ihren Sitz in einem Haus gegenüber der Köritzer Kirche (Eck-Schulze).

Neustadt wurde 1375 das erste Mal schriftlich erwähnt. Am 24. August 1664 unterzeichnete der Kurfürst Friedrich der III. ein Privileg, mit dem das Dorf Neustadt zur Stadt Neustadt erhoben wurde. Das heute als Amtsfreiheit bekannt Gelände war der Sitz des Domänenrates. Das Domänenamt vergrößerte sich durch Ankäufe. Als Amt wurden seit dem späten Mittelalter die landesherrlichen, staatlichen Dienststellen der unteren örtlichen Ebene bezeichnet, die für einen Amtsbezirk die Einkünfteverwaltung, die Rechtsprechung und andere Aufgaben zu erfüllen hatten. Das Eckgebäude am Kirchplatz wurde bis 1954 als Verwaltungsgebäude genutzt. Danach diente es als Schule, Internat und wird nun bewohnt.

Das heutige Amtsgebäude wurde von 1925 bis 1954 vom Tierzuchtamt besetzt. Als Köritz im Jahre 1954 Neustadt zugeordnet wurde, wurde das Gebäude als Rathaus genutzt. Seit der Kommunalreform ist das Gebäude Sitz der Amtsverwaltung Neustadt (Dosse).

Stadtgliederung

Sie untergliedert sich in die Stadt Neustadt (Dosse) mit dem bewohnten Gemeindeteil Kampehl, und den sonstigen Wohnplätzen Strubbergshof, Schönfeld und Fischershof, sowie die Ortsteile Plänitz-Leddin und Roddahn.

Die heutige Stadt Neustadt (Dosse) ist aus der Siedlung Goldbeck dem Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt (auch Lindenau genannt), dem Friedrich Wilhelm Gestüt, den Dörfern Köritz (mit Schönfeld und Gadenshof), Kampehl und Spiegelberg sowie der alten Stadt Neustadt entstanden. Der Vogelsang wurde erst nach der Eröffnung der Berlin-Hamburger Bahn 1846 im Zuge des Zusammenwachsens von Neustadt und Köritz bebaut. Die alte Stadt Neustadt bestand im Kern nur aus der Kirche und der heutigen Robert-Koch-Straße und der Schreymühle (Schrotmühle), einer Wassermühle am Dossestau .

Zu Roddahn, mit etwa 260 Einwohnern[2], gehören die Gemeindeteile Neuhof, Helenenhof, Schwarzwasser, Babe und Neuroddahn.[3] Das Dorf Babe war ursprünglich ein Vorwerk. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand daraus ein Rittergut. Die Bedeutung des Namens ist nicht sicher. Zum einen gibt es die Deutung, dass es sich vom alten Wort für Weib ableitet und hier als Spottbezeichnung verwendet wurde[4]. Allerdings nennen Forscher auch die Ableitung von einem Flurnamen mit der Bedeutung Sumpf/Morast oder in der Bedeutung Napfkuchen als Metapher für einen Berg.[5]

Wappen

Beschreibung: In Silber ein roter Torbau mit blauem Kuppeldach, rotes Fähnchen und geschlossenem blauen Tor, links und rechts eine rote gezinnte Mauer, auf den Zinnen einander zugewandt vorne (rechts): ein aufgerichteter neunmal von Silber über Rot geteilter Löwe mit geöffnetem Rachen und ausgeschlagener Zunge, der mit seinen Vorderpranken die Kuppel berührt; hinten (links): ein schreitender roter Elch.

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Neustadt wird von der B 102 (Bückwitz–Brandenburg) durchquert. Nördlich des Stadtgebiets verlaufen zudem die B 5 und B 167.

Die Stadt besitzt seit 1846 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg. Von diesem aus wurden 1887 eine Staatsbahnstrecke nach Meyenburg, 1902 die Ruppiner Kreisbahn nach Neuruppin sowie 1904 die Brandenburgische Städtebahn nach Rathenow angelegt. Während die letzten beiden zu Beginn des 21. Jahrhunderts stillgelegt wurden verkehren auf den verbliebenen Abschnitten die Regionalexpresslinie RE4 (Wismar–Berlin–Luckenwalde) der DB Regio sowie die Regionalbahnlinie PE73 (Pritzwalk–Neustadt) der Prignitzer Eisenbahn.

Gewerbe

Neustadt (Dosse) verfügt über zwei Gewerbegebiete. Das Gewerbegebiet Ost liegt am Bahnhof und das Gewerbegebiet Nord liegt etwas außerhalb an der Bundesstraße 5. Das Ansiedlungsprofil ist bunt gemischt. Es haben sich vor allem produzierendes Gewerbe, Handels-, Dienstleistungs- und Logistikunternehmen angesiedelt. Zu den größten Arbeitgebern zählt neben der Fahrzeugbaufirma Hüffermann die Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse).

Sport

siehe Schwarz-Rot Neustadt/Dosse

Literatur zur Stadtgeschichte

 Commons: Neustadt (Dosse) – Bilder, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Fontane Theodor, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, München Wien, 1966/1987, S. 408
  2. Märkische Oderzeitung, 23. November 2006, S. 9
  3. http://neustadt-dosse.verwaltungsportal.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=26680
  4. http://neustadt-dosse.verwaltungsportal.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=26680
  5. Märkische Oderzeitung, 23. November 2006, S. 9