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Bodybuilding

Bodybuilding ist eine Sportart, bei der die Modellierung des Körpers durch gezielte Muskelübungen in der Regel unter Verwendung von Fitnessgeräten im Mittelpunkt steht. Ziel ist der Muskelaufbau bei geringem Körperfettanteil und die genaue Definition (Herausarbeitung) einzelner Muskeln. Bodybuilding wird überwiegend von Männern betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Training

Das Bodybuilding-Training ist ein Krafttraining, das den Schwerpunkt auf die erwünschte Umformung des Körpers, und weniger auf den damit verbundenen Kraftzuwachs legt. Es kann mit Hanteln oder speziellen Trainingsmaschinen durchgeführt werden, wobei meistens die Hanteln benutzt werden, da Maschinen den Trainierenden zu unnatürlichen Bewegungsabläufen zwingen.

So wird beim Bodybuilding meist mit Wiederholungszahlen von acht bis zwölf Wiederholungen pro Satz trainiert, während beim Maximalkrafttraining mit höherer Belastung aber weniger Wiederholungen (eine bis sechs) trainiert wird. Bei Wiederholungen von 13 bis 25 Stück bewegt man sich im Kraftausdauerbereich, der für die Kapillarisierung der Muskulatur zuständig ist. Gewöhnlich wird konzentrisch trainiert. Hierbei wird der Muskel über einen Großteil seines Bewegungsspielraums mit möglichst konstanter Kraft belastet. Bei manchen Trainingsmaschinen wird dazu der Kraftverlauf am Angriffspunkt über ein Kurvenrad oder Exzenter so gesteuert, dass der Muskel in jeder Phase der Bewegung gleich stark belastet wird. Weitere Trainingsformen ergeben sich aus einer extremen Minderung oder Erhöhung der Wiederholungszahlen (z. B. einmaliger Maximalversuch oder dem sogenannten „100er-Satz“), der Verringerung des Ausführungstempos oder einer exzentrischen Belastung (z. B. kontrolliertes Absenken beim Bankdrücken). Wichtig ist, dass der Muskel nach dem Training Zeit hat, sich zu regenerieren. Aus diesem Grund wird im Bodybuilding ein Splittraining durchgeführt, das sich meist wöchentlich wiederholt und bei dem bei jeder Trainingseinheit andere Muskelgruppen trainiert werden.

Ernährung

Die richtige Ernährung wird im Bodybuilding in Masse- und Definitionsphase unterteilt. In beiden Phasen werden die verschiedenen Nährstoffe über den Tag verteilt gezielt eingenommen, durchschnittlich in vier bis sechs Mahlzeiten (manchmal mehr) am Tag. Dadurch wird gewährleistet, dass dem Körper ein kontinuierlicher Strom an Nährstoffen bereit steht, die er zum Aufbau und Erhalt der Muskulatur benötigt. Der Körper wird somit in einem „anabolen“ Umfeld gehalten (anabol = „aufbauend“). Besonderen Wert wird dabei auf die ausreichende Eiweiß (Protein) Zufuhr gelegt. Als Faustregel gilt, dass der Bodybuilder täglich 1,5 g bis maximal 2 g Eiweiß pro Kilogramm aktiver Körpermasse zuführen sollte. Die Menge an Proteinen kann bei verschiedenen Trainingskonzepten von einander abweichen. Die Menge an Kohlenhydraten und Fetten ist größtenteils abhängig von dem Stoffwechseltyp des einzelnen Sportlers. Um einen anabolen Zustand auch nachts aufrecht zu erhalten, essen die meisten Sportler vor dem zu Bett gehen noch etwas, das ein langsam verdauliches Protein wie Casein enthält. Somit ist ein Zustrom wichtiger Aminosäuren auch während der Nacht gewährleistet. Um die große Menge an Nahrung zu bewältigen, greifen Sportler oft auf „Nahrungsergänzungen“ zurück, die entweder selber Nährstoffe liefern oder helfen diese besser zu verwerten bzw. zu verdauen. Sie liegen meist in Pulver, Kapsel oder Tablettenform vor. Diese Ergänzungen sind legal zu erwerben, je nach den jeweiligen Länderbeschränkungen. Aus sportmedizinischer Sicht sind die meisten Nahrungsergänzungsmittel nur für bestimmte Hochleistungssportler sinnvoll.[1][2] Des Weiteren kann auch in beiden Phasen zu diversen illegalen Mitteln gegriffen werden, die vorwiegend aus dem pharmazeutischen Bereich kommen und zweckentfremdet werden.

Die Massephase beinhaltet das Ziel, durch einen Kalorienüberschuss (gepaart mit gezieltem Training) dem Körper genügend Aufbaumaterial für den Muskelaufbau zu liefern bei gleichzeitig geringstmöglichen Körperfettaufbau.

Die Definitionsphase (meistens vor Wettkämpfen) hat zum Ziel, durch eine negative Kalorienbilanz das Körperfett zu senken um die Muskeln besser zum Vorschein treten zu lassen. Dabei wird versucht, die vorher aufgebaute Muskelmasse weitestgehend zu erhalten.

Erreicht werden beide Ziele durch die Anpassung der Gewichtung von Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette in der Diät untereinander, wie z. B. in der „anabolen Diät“, bei der das Fett den größten Teil der Nährstoffzufuhr ausmacht und die Kohlenhydratzufuhr gesenkt wird. Ziel ist das Erreichen der Ketose. Diese Form der Diät wird von vielen Menschen/Sportlern zur Gewichtsreduktion durchgeführt.

Bodybuilding als Leistungssport

Training mit Gewichten ist Bestandteil vieler Sportarten. Bodybuilder trainieren jedoch, um einen muskulösen und gleichmäßig entwickelten Körper im Wettkampf auf einer Bühne zu präsentieren. Dazu treten sie in unterschiedlichen Gewichts- bzw. Größenklassen, getrennt nach Geschlecht und Alter, als Amateure und Profis, mit einem Posing-Slip bzw. einem Bikini bekleidet, an. In allen Kategorien werden von einer Jury Muskulosität, Symmetrie, Vaskulösität und Präsentation bewertet.

Muskulosität bedeutet einerseits die Masse und Dichte, andererseits die Härte und Teilung der Muskeln. Angestrebt wird die Verbindung von möglichst viel Muskelmasse mit einer Definition, die eine Muskelgruppe von der anderen abgrenzt und die Details innerhalb einer Muskelgruppe deutlich werden lässt. Symmetrie: Unter diesem Stichwort ist keine genetisch bedingte Idealform zu verstehen, vielmehr wird eine ausgewogene Entwicklung aller Körperteile verlangt. Vaskulösität, die Sichtbarkeit der Venen, ist ein Zeichen für einen niedrigen Körperfettanteil. Da der Körperfettanteil eines Bodybuilders so weit wie möglich reduziert sein soll, müssen an seinem Körper möglichst viele Venen erkennbar sein. Mit Präsentation ist die Art gemeint, wie ein Athlet seinen Körper auf der Bühne präsentiert. In drei Runden – beim Line-up (in einer Reihe halb entspannt), in Pflichtposen (zum Vergleich von mehreren Athleten) und mit einer Posing-Kür – erbringen Bodybuilder Höchstleistungen. – Umstritten ist, ob ein freies Posing (pose down), in dem jeder der fünf bis sechs Finalisten einer Klasse gegen jeden antritt oder alle Klassensieger gegeneinander antreten, in die Wertung einzubeziehen ist.

Neuerdings gibt es im Wettkampfsport auch Fitness-Kategorien und bei den Männern die Mischform „Body-Fitness“. Bodybuilding ist im Programm der World Games enthalten, wird vom Internationalen Olympischen Komitee bislang aber nicht als Sportart anerkannt.[3]

Die prestigeträchtigste Veranstaltung im Bodybuilding ist der Mr. Olympia. Dieser Wettbewerb ist die Profi-Weltmeisterschaft des Verbandes IFBB, welcher unter Fachleuten als die bedeutendste BB-Organisation gilt. Rekordtitelträger sind die beiden US-Amerikaner Lee Haney und Ronnie Coleman mit je acht Siegen. Die zurzeit erfolgreichsten deutschen Bodybuildingprofis sind Günther Schlierkamp, Markus Rühl, Ronny Rockel und Dennis Wolf.

Berühmte Bodybuilder

Obwohl der Bekanntheitsgrad in den letzten Jahrzehnten infolge der Fitnessbewegung deutlich zugenommen hat, wird Bodybuilding in der breiten Öffentlichkeit eher als Attraktion denn als Leistungssport wahrgenommen und gilt nach wie vor als Randsportart (siehe auch Absatz: Bodybuilding als Lebensstil). Daher genießt die sportliche Elite unter den Bodybuildern in der Regel nur unter Anhängern dieser Sportart eine große Popularität.
Eine Ausnahme ist der wohl berühmteste Bodybuilder der Welt, Arnold Schwarzenegger, welcher seine sportlichen Erfolge (u. a. siebenfacher Mr. Olympia) zum Aufbau einer Filmkarriere nutzen konnte und dadurch seinen Bekanntheitsgrad deutlich steigerte. Darüber hinaus hat er es auch in der Politik mittlerweile bis zum Gouverneur von Kalifornien gebracht. Auch Lou Ferrigno und Ralf Möller verdanken ihre Hollywoodkarrieren letztendlich dem Hantelsport.
Der ehemalige BB-Profi Andreas Münzer aus Österreich hingegen erlangte zumindest im deutschsprachigen Raum traurige Berühmtheit, als er nachweislich durch den jahrelangen Einsatz von Dopingmitteln mit nur 31 Jahren verstarb.

Bodybuilding und Gesundheit

Das Verletzungsrisiko ist beim Bodybuilding gering. Die Sportart gerät jedoch aufgrund von weitreichendem Dopingmissbrauch immer wieder in den Blickpunkt der Medien. Durch die Verwendung leistungsfördernder (jedoch unter die Arzneimittelverschreibungsverordnung fallender) Medikamente wie Steroide oder Hormone (insbesondere Testosteron und dessen Derivate) können bei Männern zum Beispiel Gynäkomastie, Nierenversagen, erektile Dysfunktion oder Herzbeschwerden auftreten. Bei deutschen Amateurwettkämpfen werden jedoch strenge Dopingkontrollen nach Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), des Deutschen Sportbundes (DSB) und der International Federation of Bodybuilding & Fitness (IFBB) durchgeführt. Strengere und zwischen den Wettkämpfen fortlaufende Dopingkontrollen werden auch von der German Natural Bodybuilding Federation (GNBF) durchgeführt, dort werden teilweise Lügendetektoren eingesetzt. Die Wirksamkeit von Kontrollen ist umstritten. Am 14. März 1996 starb der Top-Bodybuilder Andreas Münzer mit nur 31 Jahren aufgrund multifunktionalen Organversagens infolge jahrelangen massivsten Dopings. Zu bedenken ist, dass ohne Steroide ein Aussehen, das dem Niveau eines (internationalen) Bodybuildingprofis entspricht, nicht erreicht werden kann.

Des Weiteren kann das übermäßige Trainieren einzelner Muskelgruppen auf Dauer zu Haltungsschäden führen. Ein häufiges Bild ist der Sportler mit nach vorn verdrehten Schultern und Armen, verursacht durch ein gegenüber der Rückenmuskulatur erhöhtes Training der Brust- und Bauchmuskulatur (Pectoralis minor und major – Brustmuskeln oder auch „Pecs“). Derartige Haltungsschäden sind bei richtigem Training aber ausgeschlossen.

Auch leiden viele Bodybuilder unter Bluthochdruck. Da beim reinen Bodybuilding nur Muskeltraining betrieben wird und kein Ausdauertraining, steht die so aufgebaute Muskelmasse bzw. Körpermasse nicht in Relation zum Herz-Kreislauf-System. Ergo muss das weniger trainierte Herz stärker pumpen, um die unverhältnismäßig große Körpermasse mit ausreichend Blut zu versorgen.

Vereinzelt wird Synthol von Bodybuildern verwendet. Dieses ist ein Öl, das direkt in den Muskel gespritzt wird und sich dort einkapselt, was zu einer scheinbaren Vergrößerung des Muskels führt. Muskelpartien, die durch Synthol-Injektionen vergrößert wurden, sehen in der Regel jedoch unnatürlich glatt aus bzw. lassen eine natürliche Teilung und Definition vermissen. Das Injizieren von Synthol ist – wie auch das Einsetzen von Silikon-Implantaten – eine im Wettkampfbodybuilding streng verbotene Maßnahme, die zum Ausschluss des Athleten von Verbandswettkämpfen führt.

Bodybuilding als Lebensstil und Bodybuilding-Kultur

Innerhalb der mittlerweile sehr heterogenen Fitness-Szene, die durch den Fitness-Boom in den 1980er und 1990er Jahren immer mehr Milieus und immer vielfältigere Bevölkerungsgruppen ergriffen hat, nimmt die Bodybuilding-Szene im engeren Sinne nach wie vor eine besonderen Stellung ein. Sie hat sich eine gewisse eigenständige Kultur bewahrt. Im Gegensatz zu anderen Richtungen der Fitness-Szene, bei denen Körper-Ertüchtigung, Gesundheit, Spaß und Sich-fit-Fühlen oft die entscheidende Rolle spielen, stehen bei vielen Bodybuildern Aspekte eines zelebrierten Körperkultes häufiger im Vordergrund: Das Selbst-Schaffen eines perfekten Körpers, stark ausgeprägtes ästhetisches Bewusstsein, das Posing (demonstratives Sich-zur-Schau-Stellen oder Imponieren-Wollen) mit einem extrem geformten Körper auch im Alltag.

Körper-Kult

Dieser Körperkult, der fetischhafte Züge annehmen kann, wird für viele Bodybuilding-Fans zu einem bestimmenden, zeitintensiven und identitätsstiftenden Element ihres Lebensstils. Dabei geht das Zelebrieren dieses Kultes oft weit über das eigentliche Bodybuilding hinaus. Man spricht daher auch von Bodystyling. Der Begriff bezeichnet ein offensives Gestalten der gesamten äußeren Erscheinung und impliziert zugleich eine besondere Wertschätzung einer imposanten ästhetischen Wirkung. Dabei wird die Gestaltung des Äußeren mittels Bodybuilding meist unterstützt durch die Nutzung von Solarien und Kosmetika. Oft verändern Tätowierungen oder Piercings das Aussehen des Körpers zusätzlich.

Das ist umso bemerkenswerter, als Bodybuilding eine männerdominierte Szene ist (bei Frauen weiter verbreitet ist dagegen Bodyshaping). Seit der französischen Revolution und dem Ende der höfischen Kultur des Rokoko war es den Frauen vorbehalten, sich intensiv um ihre Schönheit zu kümmern. Männer hatten sich, dem neuen bürgerlichen Leitbild entsprechend, dafür weniger interessiert, sondern eher für Technik und Wirtschaft.

Was lange Zeit im westlichen Kulturkreis für Männer sehr ungewöhnlich war, wurde und wird hier auch gerade von den Bodybuilder-Männern exzessiv ausgelebt und kultiviert: die Gestaltung und Pflege des eigenen Körpers sowie das Achten auf die äußere Erscheinung. Allerdings muss einschränkend festgestellt werden, dass heute auch gesamtgesellschaftlich die Tendenz bei Männern zunimmt, der Gestaltung des Körpers und des Aussehens (zum Zwecke der Verschönerung/Steigerung der Attraktivität aus eigener Sicht) mehr Wichtigkeit zu geben, wenn auch oft nicht in dem Maße und der Art, wie es in der Bodybuilding-Szene Usus geworden ist.

Gleichzeitig jedoch mündet diese neue männliche Haltung zum Körper im Bodybuilding-Kontext in einem Stil, der der bürgerlich-europäischen Tradition verhaftet bleibt, denn der neue Körperkult dient dem Zelebrieren eines extremen Männlichkeitskultes. Die Neuerung besteht lediglich in der Ästhetisierung etablierter Männlichkeitsbilder (dem „starken Mann“).

Posing und Pimping

Posing ist das bewusste Inszenesetzen der Muskulatur vor Preisrichtern bei einem Wettkampf. Dieses Posen wird von professionellen Bodybuildern geübt, wie der Tanz eines Tänzers vor dem Auftritt. Begleitet wird dieses Posing durch Musik. Posing und Musik sollen eine harmonische Einheit bilden und wird unter anderem neben den Proportionen stark bei einem Wettkampf gewertet. Bodybuilder trainieren immer wieder vor dem Spiegel um ihr Posing zu perfektionieren.

Der in jüngster Zeit auch im deutschen Sprachraum sich etablierende Begriff „Pimping“ bedeutet das Stylen, Aufmotzen und Aufrüsten, um eine beeindruckende Wirkung beim Posing zu erzielen. Im Bezug auf die äußere Gestalt des menschlichen Körpers im Kontext der Bodybuildingszene ist „Pimping“ („Pimp My Body“) nahezu identisch mit „Bodystyling“ mit dem Ziel einer auffälligen, attraktiven und beeindruckenden Gestalt. Neben einem muskelstrotzenden Körper und braungebrannter Haut wird viel Wert auf prestigeträchtige Kleidung und Accessoires gelegt.

Als Substantiv bezeichnet „Pimp“ (engl. „Zuhälter“) einen Menschen, der auf Posing und Pimping Wert legt und es aktiv betreibt. In dieser Mentalität gibt es Berührungspunkte und Schnittmengen mit anderen Szenen, z. B. zur Auto-Tuning-Szene („Pimp My Car“, „Pimp My Ride“).

Es gibt allerdings auch andere Bodybuilder, die sich von dieser Kultur des Posings und Pimpings jenseits des Bodybuilding-Wettkampfes deutlich distanzieren und Bodybuilding und -styling eher mit dem Ziel betreiben, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen und ihn den eigenen ästhetischen Vorstellungen anzupassen.

Kleidung

Seit dem Beginn des Fitnesstrends Anfang der 1980er Jahre haben die verschiedenen Fitnesssportarten immer wieder eigene Kleidungsstile und -moden hervorgebracht. Zu erwähnen ist insbesondere die Aerobic-Mode der 80er.

Um 1990 formierte sich eine charakteristische Bodybuilding-Mode, die als bequeme, weite Sportbekleidung zunächst die Fitnessstudios eroberte. Sie bestand in der Regel aus sogenannten Bodyhosen und Muskelshirts unterschiedlichen Schnitts.

Bodyhosen sind leichte Jersey-Sporthosen, die mit einen breiten hochsitzenden Gummizug-Bund etwa auf Taillen-Höhe sitzen. Dieser Bund hat optische Ähnlichkeit mit dem Bund von Boxershorts, wie sie im Profi-Boxsport getragen werden. Von diesem Bund fällt die Hose locker in Falten und hat im Bereich der Oberschenkel bis unter die Knie eine enorme Weite, um sich von da an konisch zu verjüngen und dann bis unterhalb der Knöchel in einem engen Beinabschluß zu enden. Bodyhosen bestehen in der Regel aus Baumwoll-Jersey, es gibt sie aber auch aus Nylon. Anfangs waren sie üppig gemustert, später eher einfarbig mit leichter relief-artiger Struktur.

Muskelshirts waren von Anfang an vielfältiger im Schnitt. Einerseits gibt es enganliegende Varianten als Achselshirts mit Trägern, die viel Haut zeigten, daneben gab es extrem-weite kastenartige Shirts aus schwerem Sweatshirt-Jersey oder Frottee, die aussahen wie Sweatshirts, denen die Ärmel abgeschnitten wurden, jedoch ohne jegliche Bündchen. Sie wurden in verschiedenen Längen getragen, gerne auch bauchfrei. Mit Ärmeln wurden sie auch gern in po-bedeckender Form getragen als sogenannte Sleeve-Shirts. Als dritte Form des Muscleshirts etablierten sich die aus der Techno-Szene entlehnten enganliegenden Kurzarm-T-Shirts aus dünnem Nylon-Jersey, die die Muskelstruktur optimal abzeichneten und zum Teil noch einen gewissen Push-Up-Effekt hatten.

Mitte der 90er Jahre wurde dieser Stil (American Sportswear) vermehrt von Anhängern der Bodybuildingszene auch außerhalb der Studios als Streetwear getragen. Die Kleidung wandelte sich zur prestigeträchtigen Lifestyle-Bekleidung der Bodybuilding-Szene. Die mittlerweile etablierten Bodybuilding-Marken wie "Uncle Sam", "Platinum" und "Gorilla Wear" erlangten Kultstatus. Sie hatten nach und nach diese Szene-Basics durch prestige-trächtige aber legere Freizeitkleidung ergänzt. Seit Mitte der 90er Jahre feierte die Marke Uncle Sam mit ihren extrem teuren wuchtigen Leder-Blousons große Erfolge. Diese Jacken wurden zum prestige-trächtigen Statussymbol in der Szene und teils auch darüber hinaus. Sie eigneten sich auch hervorragend für das Bedürfnis nach Pimping und Posing. Dazu wurden anstelle der Bodyhosen vermehrt auch andere Hosen mit ähnlichem Schnitt von prestige-trächtigen Marken getragen wie z. B. Diesel Jeans (Modell Saddle) oder Phoenix oder Il Padrino Moda Bundfaltenhosen. Seit dem Jahr 2000 sind es zunehmend die weiten Cargo-Hosen von Molecule oder Jet Lag. Heute sind Kleidungsstücke von Hip-Hop-Marken stark auf dem Vormarsch, wie Jeans oder Lederjacken von z. B. Pelle Pelle. Die Bodyhosen sieht man dagegen auf der Straße kaum mehr, ebenso wie die Marke Uncle Sam. Auch in Security-Kreisen erfreute sich dieser Stil großer Beliebtheit.

Siehe auch

 Wiktionary: Bodybuilding – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Quellen

  1. Dr. Kurt A. Moosburger, Ernährung und Nahrungsergänzung im Sport (S.82 ff.)
  2. Dr. Kurt A. Moosburger, der Proteinstoffwechsel
  3. http://www.olympic.org/uk/sports/recognized/index_uk.asp

Literatur

Allgemeine Nachschlagewerke

Training

Ernährung

Kulturgeschichte, Bildbände

Jugendbuch

Fachzeitschriften

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Filme

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