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Prince

Dieser Artikel behandelt den US-amerikanischen Musiker und Popstar Prince, zu weiteren Bedeutungen siehe Prince (Begriffsklärung).

Prince Rogers Nelson (* 7. Juni 1958 in Minneapolis, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Musiker, Komponist, Musikproduzent und Songwriter.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Der Sohn von John L. Nelson (* 29. Juni 1916; † 25. August 2001) und Mattie Shaw (* 11. November 1933; † 15. Februar 2002) besuchte von 1965 bis 1970 in Minneapolis die John Hay Elementary High School, von 1970 bis 1972 die Bryant Junior High School, 1972 die Central High School, 1973 die North High School, und von 1973 bis 1976 die Central High School.

Seine Eltern lernten sich in der Band The Prince Rogers Trio kennen, in der John L. Nelson Jazz-Pianist war und Mattie Shaw gesungen hatte. Beide heirateten im Juni 1956 und ließen sich 1968 scheiden. Prince wurde nach dieser Jazz-Band The Prince Rogers Trio benannt. Er hat eine leibliche Schwester, zwei Halbschwestern und zwei Halbbrüder.

Von 1996 bis 2000 war Prince mit der Tänzerin Mayte Jannell Garcia verheiratet. Am 16. Oktober 1996 wurde im Northwestern Hospital in Minneapolis der Sohn von Prince und seiner damaligen Ehefrau Mayte geboren. Das namenlose Kind war eine Frühgeburt und ist mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen zur Welt gekommen. Ursache dafür war das Pfeiffer-Syndrom. Gestorben ist das Kind nach sieben Tagen am 23. Oktober 1996. Im Dezember 2001 heiratete Prince Manuela Testolini, eine Angestellte seines Paisley-Park-Records-Unternehmens. Im Mai 2006 reichte Testolini die Scheidung ein.

Seit 2001 gilt Prince als Anhänger der Religionsgemeinschaft Zeugen Jehovas.

Meldungen und Berichte, die sein Privatleben betreffen, kommentiert Prince ausgesprochen selten. Er schirmt sein Privatleben rigoros ab.

Erfolge

Prince zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten Musikern der 1980er Jahre. Er provozierte durch die gewagte Fusion verschiedener Musikstile. Er vereint Rock-, Pop, Funk-, R&B-, Soul, New Wave-, Blues- und Jazz-Elemente mit glamourösen Bühnenshows und war und ist international kommerziell sehr erfolgreich.

Er gilt als Allround-Künstler, der eine Reihe von Musikinstrumenten virtuos beherrscht. Auf einigen seiner Alben spielte er sämtliche Instrumente eigenhändig ein und zeigt sich außerdem für die Produktion, Texte und Arrangements, sowie die technische Bearbeitung seiner Musik verantwortlich.

Seine Produktivität ist enorm, so veröffentlichte er im Schnitt in den ersten zwanzig Jahren seiner Karriere jährlich ein Musikalbum. In der Riege der erfolgreichen zeitgenössischen Künstler zählt er somit zu jenen mit den meisten Veröffentlichungen.

Die ersten Schritte

Schon im Alter von zwölf Jahren machte Prince Rogers Nelson mit seinem Schulfreund André Cymone in verschiedenen High School-Bands Musik. Ab 1974 hat er mit 94 East einige Titel aufgenommen, die allerdings erst 1986 erstmals veröffentlicht wurden.[1] Mit 19 Jahren war Prince der jüngste Musiker, der jemals einen Vertrag mit einem Major-Label abgeschlossen hatte. In Zusammenhang mit der Zusage, Prince die komplette Kontrolle und die uneingeschränkte Entscheidungsgewalt über sein künstlerisches Werk zu überlassen, bekam Warner Bros. Records den Zuschlag im „Gebotskampf“, der damals um Prince entflammte. Eine ähnliche Vereinbarung zwischen einem bis dahin namenlosen Künstler und einer Plattenfirma war bislang nur im Falle der Sängerin Kate Bush getroffen worden, die im Alter von 16 einen Vertrag mit EMI abschloss, der ihr Jahre der musikalischen Selbstverwirklichung gestattete, ohne etwas veröffentlichen zu müssen.

Im April 1978 erschien mit „For You“ sein Debüt. Alle Instrumente, Texte, Melodien und sogar die mehrstimmigen Gesangsspuren stammen von Prince. Seitdem ist der Satz „Produced, Arranged, Composed and Performed by Prince“ als Markenzeichen auf den meisten veröffentlichten Schallträgern zu finden. „For You“ war kommerziell allerdings nicht erfolgreich, erreichte lediglich #163 der US-Albumhitparade und konnte sich nur 5 Wochen in den Top-200 aufhalten.

1979 erschien sein zweites Album Prince. Dieses Album war kommerziell wesentlich erfolgreicher als For You und erreichte im Februar 1980 Platinum-Status (1.000.000 verkaufte Alben) in den USA. Die Single I Wanna Be Your Lover konnte sich bis auf #11 in den USA platzieren und auf #41 der UK-Charts. Zudem befindet sich mit I Feel For You die Original-Version auf dem Album, den Chaka Khan 1984 neu aufgenommen hatte und #3 in den US-Single Charts platzieren konnte.

Erwähnenswert ist das Jahr 1980. In diesem Jahr erschien das Album Dirty Mind und Prince verabschiedete sich gravierend von dem Image, der neue Stevie Wonder zu sein. Die Medien versuchten damals, Prince dieses Image zu verleihen. Live Konzerte, bei denen Prince nicht selten in Tanga und Trenchcoat auftrat, verdeutlichten rapide, Prince würde seinen eigenen Stil entwickeln. Die Texte auf Dirty Mind galten zudem als obszön. Ob es um den Geschlechtsakt an sich ging („Dirty Mind“ und „Do It All Night“), Anspielungen auf Oralverkehr („Head“) oder Inzest („Sister“) – Prince provozierte auf ganzer Ebene. Kommerziell gesehen war Dirty Mind eher durchschnittlich erfolgreich und erlangte Gold-Status (500.000 verkaufte Alben in den USA) erst nach der Veröffentlichung von Purple Rain im Jahre 1984. 2003 wird Dirty Mind von der amerikanischen Ausgabe vom Rolling Stone auf #204 der „500 Greatest Albums of All Time“ gewählt.

Im Rahmen der „Dirty Mind-tour“ trat Prince zum ersten Mal live in Europa auf. Am 29. Mai 1981 in Amsterdam im Paradiso, am 2. Juni 1981 in London im Lyceum und am 4. Juni 1981 in Paris im Theatre Le Palace.

Einer der Tiefpunkte in der Karriere von Prince waren die Konzerte am 9. Oktober 1981 und am 11. Oktober 1981 im Los Angeles Memorial Coliseum. Damals trat Prince im Vorprogramm der The Rolling Stones auf, doch die Auftritte wurden zum Debakel: Buhrufe und fliegende Pappbecher sorgten dafür, dass Prince am ersten Abend nach 15 Minuten sein Konzert abbrach. Der zweite Abend verlief ähnlich und Prince beendete wiederum vorzeitig das Konzert.

Controversy ist am 14. Oktober 1981 das vierte Album von Prince. Die Kombination aus Gesellschaftskritischen Themen (das Titelstück „Controversy“), Balladen („Do Me, Baby“), Anzüglichkeiten („Sexuality“ / „Jack U Off“) oder politischen Themen („Ronnie, Talk To Russia“), beschert Prince gute Kritiken und Controversy kann im Januar 1985 Platin-Status in den USA erreichen.

Prince and the Revolution

Am 5. Januar 1979 gibt Prince sein Live-Debut in Minneapolis im Capri Theatre. Vor zirka 300 Zuschauern trat Prince bereits damals live mit einer Band auf, bestehend aus André Cymone am Bass, Gayle Chapman und Matt („Doctor“) Fink an den Keyboards, Bobby Z am Schlagzeug und Dez Dickerson an der Gitarre. Doch erst auf seinem Album 1999, das 1982 erschien, trägt diese Band erstmals die Künstlerbezeichnung Prince and the Revolution und bleibt bis zum 1986er Album Parade bestehen.

1999 ist sein fünftes Album und Prince schaffte damit sowohl den künstlerischen, als auch den kommerziellen Durchbruch in Amerika. Mit mehr als drei Millionen Verkäufen war es das fünftbestverkaufte Album im Jahr 1983 und Songs wie 1999, Little Red Corvette oder Delirious brachten ihn zum ersten Mal in die Top-Ten der Charts. Zudem wurde International Lover (keine Single-Auskopplung) in der Kategorie „Best R&B Vocal Performance – Male“ für einen Grammy nominiert, konnte jedoch nicht gewinnen. Rolling Stone wählte 2003 das Doppelalbum 1999 auf #163 der „500 Greatest Albums of All Time“.

Der internationale Erfolg kam 1984 mit dem Album Purple Rain und dem gleichnamigen Film. Das Album wurde teilweise live mit seiner damaligen Band The Revolution im Club First Avenue und in einer alten Lagerhalle aufgenommen. Purple Rain ist ein klassisches „Crossover Album“, das alle Elemente von Prince musikalischer Persönlichkeit vereint. Die einfallsreiche Melange aus Pop/Rock, elektronischem Funk und R&B verkaufte sich damals mehr als zehn Millionen mal und war 24 Wochen auf Platz eins der US-Albumcharts. Von 9 Tracks wurden 5 als Single ausgekoppelt, von denen sich When Doves Cry und Let's Go Crazy auf #1, Purple Rain auf #2 und I Would Die 4 U auf #8 in den US-Singlecharts platzieren konnten. In dieser Zeit avanciert Prince neben Madonna und Michael Jackson zum weltweiten Superstar. 2003 wurde Purple Rain auf #72 vom Rolling Stone als „500 Greatest Albums of All Time“ gewählt.

Als Nachfolge-Album von Purple Rain erschien 1985 Around The World In A Day, das nicht an die Verkaufszahlen von Purple Rain heranreichen konnte. Dennoch bekam es gute Kritiken von Musikfachzeitschriften, weil Prince nicht versuchte, sich selbst zu kopieren und ein Album „Purple Rain II“ herauszubringen.

1986 folgte mit der Veröffentlichung von Parade die letzte Zusammenarbeit von Prince mit The Revolution. Auf diesem Album ist mit Kiss einer der bekanntesten und erfolgreichsten Singles von Prince enthalten. Die Tour zum Album führte Prince erstmalig u. a. nach Deutschland und Japan. Am 17. Oktober 1986 wurde offiziell die Trennung von The Revolution bekannt gegeben.

Prince ab 1987 bis zur Umbenennung

Im März 1987 erschien das Doppelalbum Sign "☮" the Times, dass nach Ansicht von Kritikern und Fans den Höhepunkt des musikalischen Schaffens von Prince darstellt. Auf der folgenden Tour ließ er sich von einer neuen Begleitband unterstützen, der neben Anderen Sheila E. und Eric Leeds angehörten. Im Rahmen dieser Tour entstand auch der Konzertfilm „Sign 'O' The Times“, der aus Aufnahmen zweier Konzerte in Rotterdam Ahoy und einem Konzert in Antwerpen Sportpalais, sowie ergänzenden Aufnahmen im Paisley Park bestand. Der Konzertfilm kam am 20. November 1987 in die US-Kinos und wurde, ähnlich wie das Album, von Kritikern sehr gelobt. Kommerziell gesehen blieb der Film jedoch hinter den Erwartungen zurück. Das Album Sign "☮" the Times wurde 2003 auf #93 in der Liste der „500 Greatest Albums of All Time“ vom Rolling Stone gewählt.

Der 8. Dezember 1987 war als Erscheinungsdatum vom Black Album geplant, doch es wurde kurz vor dem Veröffentlichungstermin von der Plattenfirma Warner Bros blockiert, da es vom Konzern als zu „düster, provozierend und misanthropisch“ bewertet wurde und eine Gewinneinbuße erwartet wurde. Daraufhin wurde das Black Album wohl zum „meistverkauften Bootleg-Album aller Zeiten“. (Es wurde schließlich während des Rechtsstreits über Vertragserfüllung zwischen Prince und Warner Bros im Jahr 1994 offiziell veröffentlicht.)

Am 10. Mai 1988 erschien etwas überraschend das Album Lovesexy, nachdem das Black Album zurückgezogen worden war. In Europa verkaufte sich das spirituell angelegte Album Lovesexy sehr gut und wurde u. a. in England, Schweiz, Italien und Holland #1. In der USA erreichte Lovesexy jedoch nur Gold-Status (500.000 verkaufte Alben) und ist seit Controversy im Jahre 1981 das erste Album von Prince, das nicht den Sprung in die Top 10 schaffte. Lovesexy erreichte mit #11 seine Höchstplatzierung. Trotzdem wurde die darauffolgende Welttournee zu einem einmaligen Beweis für Prince Qualitäten als Live-Performer, dokumentiert in einem damals im Fernsehen ausgestrahlten Mitschnitt des Konzerts aus der Dortmunder Westfalenhalle am 9. September 1988.

Die nächste Veröffentlichung war 1989 das Album Batman, das der offizielle Soundtrack zum gleichnamigen Hollywood-Blockbuster war. Die Songs des Albums wurden von Inhalt und der düsteren Grundstimmung des Filmes beeinflusst und sind an einigen Stellen des Filmes zu hören. Gerade finanziell lohnte sich dieses Projekt für Prince enorm, da sowohl das Album Batman, als auch die Single Batdance Nummer 1 der US-Charts wurden. Kritiker und Fans waren über die musikalische Qualität dieses Albums allerdings eher enttäuscht. Ferner beschäftigte sich die Regenbogenpresse mit einer angeblichen Affäre, die Prince in dieser Zeit mit Schauspielerin Kim Basinger gehabt haben soll. Kim Basinger wirkte als weibliche Hauptdarstellerin in dem Film „Batman“ mit.

Vom 2. Juni 1990 bis zum 24. August 1990 ging Prince mit seiner „Nude-tour“ auf Europa-Tournee. Es war das erste Mal, dass Prince auf Tournee ging, ohne ein aktuelles Album auf dem Markt veröffentlicht zu haben. Mit zirka 900.000 Konzertbesuchern kann die Tour als sehr erfolgreich eingeschätzt werden. Vom 30. August 1990 bis zum 10. September 1990 besuchte Prince zudem noch Japan mit der „Nude-tour“.

Mit Graffiti Bridge folgte Ende August 1990 das nächste Album, das auch als Soundtrack zum gleichnamigen Prince-Film diente, der als Fortsetzung von Purple Rain gedacht war. Doch weder musikalisch noch filmisch konnte Graffiti Bridge überzeugen. Das Projekt wurde zum schweren Flop: der Film kam weitaus später in die Kinos als geplant und lief katastrophal, das Album entsprach nicht den Erwartungen. Als Gastmusiker sind auf Graffiti Bridge The Time, Tevin Campbell, George Clinton und Mavis Staples vertreten, die auch alle eine kleine Rolle im Film übernommen haben.

Prince and the New Power Generation (NPG)

Im Zusammenhang mit Graffiti Bridge taucht auch zum ersten mal die New Power Generation auf, kurz NPG. Sie ist ähnlich wie The Revolution die Begleitband von Prince, veröffentlichte aber unter ständig wechselnder Besetzung in den darauf folgenden Jahren mehrere Alben.

1991 erschien mit Diamonds And Pearls das dreizehnte Album von Prince, diesmal in Zusammenarbeit seiner neuen Begleitband, der The New Power Generation. Im Gegensatz zu Graffiti Bridge erlangte das Album weitaus mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und platzierte sich dank mehrerer Single-Erfolge ( „Gett Off“, „Cream“, „Diamonds And Pearls“) sehr gut in den Hitparaden. Die Welttournee „Diamonds And Pearls“ vom 3. April 1992 bis zum 12. Juli 1992 wird Medienberichten zufolge von zirka 850.000 Menschen besucht und kann somit als sehr erfolgreich bezeichnet werden.

Love Symbol veröffentlichte Prince dann im Oktober 1992 mit The New Power Generation. Die Kritiken dieses Albums waren geteilt: Einerseits wurde die Mixtur verschiedener Stilrichtungen gelobt und anerkannt, anderseits wurde Prince vorgeworfen, er würde sich zu sehr verzetteln. Am 25. Februar 1993 trat Prince in der Arsenio Hall Show auf und verbrannte, während er auf der Bühne sang, eine negative Berichterstattung seines Albums Love Symbol, geschrieben von Jon Bream. Jon Bream gilt als anerkannter Musikjournalist aus Minneapolis.

Mit der „Act I Show“ gastierte Prince vom 8. März 1993 bis zum 17. April 1993 nach der „Lovesexy-tour“ vor 5 Jahren zum ersten Mal wieder in der USA.

Die namenlose Zeit – The Artist Formerly Known As Prince

Am 31. August 1992 verlängerte Prince seinen laufenden Vertrag bei Warner Bros. für sechs weitere Alben bis zum 31. Dezember 1999. Doch aufgrund von Streitigkeiten über die Vertragsbindungen zwischen Prince und seiner Plattenfirma Warner Brothers Records erscheinen keine Neuveröffentlichungen unter seinem alten Künstlernamen im Zeitraum von 1993 bis 2000. Er wählte am 7. Juni 1993 ein Symbol, eine Eigenkreation aus dem Venus- und dem Marssymbol, als Eigenbezeichnung aus. Dieses Symbol war bereits auf dem Cover seines Albums Love Symbol (1992) zu sehen. In den Medien wurde der Künstler in dieser Zeit häufig als TAFKAP (The Artist Formerly Known As Prince) oder „Symbol“ bezeichnet.

Im Konflikt um seine uneingeschränkte künstlerische Freiheit (maßgeblich: die Übertragung der Vermarktungsrechte an seinen Werken auf ihn selbst) kam es 1993 zu einem Streit zwischen Prince und seiner damaligen Plattenfirma, der Warner Music Group, die ihm zuvor 100 Millionen US-Dollar (der bis dahin höchstdotierte Plattenvertrag der Musikgeschichte) für sechs Musikalben, 25 Prozent Gewinnbeteiligung und diverse andere Vergünstigungen zusicherte. Während der Zeit von 1993 bis 2000 veröffentlichte er mehr als zehn Alben unter Verträgen von diversen Independent-Labeln. Prince sprach sich gegen die „Versklavung“ von Künstlern durch die Abhängigkeit von Musikkonzernen aus und erregte in diesem Konflikt erstmalig dadurch Aufsehen, dass er sich den Begriff „Slave“ (dt.: „Sklave“) auf seine Wangen schrieb und die entsprechenden Fotoaufnahmen in diversen Medien erschienen. Er veröffentlichte fortan „persönlich ambitionierte“ Singles und Alben, was ihm unter anderem die Spitznamen The Artist Formerly Known As Prince (TAFKAP) und Symbol einbrachte, da niemand wusste, wie er fortan zu nennen sein sollte. Prince selbst wollte in dieser Zeit nicht mehr mit seinem Künstlernamen angesprochen werden.

Zur Erfüllung seines Vertrages mit Warner Bros. wurden die Alben The Hits 1, The Hits 2, The Hits/The B-Sides (alle 1993), Come (1994), Black Album (1994) (siehe zum Hintergrund von Black Album auch Kapitelabschnitt Prince ab 1987), The Vault… Old Friends 4 Sale (1999), The Very Best Of (2001) und Ultimate (2006) veröffentlicht. Diese Alben enthielten vorwiegend älteres Material um die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber der Plattenfirma zu erfüllen und enthalten im Vergleich zu sonstigen Veröffentlichungen des Künstlers eher lieblos gestalteten Cover und Booklets.

Nach dem weltweiten Erfolg der Single the Most Beautiful Girl in the World Anfang des Jahres, erschien im August 1994 das Album Come. Die Single war jedoch nicht auf Come zu finden, da sie unter „Symbol“ veröffentlicht wurde. Zudem war als Interpret auf Come der Name „Prince 1958–1993“ zu lesen. Das könnte ein Indinz dafür sein, dass sich Prince von Warner distanzierte.

Im März 1995 folgte eine Tournee durch England, die als nicht sehr erfolgreich eingeschätzt wird. Erst im September wurde The Gold Experience veröffentlicht. Ursprünglich sollte dieses Album ein Jahr vorher erscheinen, doch Warner verweigerte damals die Veröffentlichung. Das Album The Gold Experience wurde zwar unter seinem Symbol herausgebracht, führte als Schallplatten-Label aber Warner Bros. / NPG Records auf. The Gold Experience bekam gute Kritiken und erreichte Gold-Status in den USA.

Minimale Promotion war im Sommer 1996 einer der Gründe dafür, dass Chaos And Disorder nicht erfolgreich war. Auch dieses Album wurde unter „Symbol“ veröffentlicht, diesmal aber ausschließlich über Warner Bros.. Das sehr rock-orientierte Album spielte in den Hitparaden keine Rolle.

Am 10. Oktober 1996 schloss O(+> einen Vertrag für ein Album mit EMI ab, so dass im November Emancipation erscheinen konnte. Die 3er CD-Box enthält 36 Songs mit einer Spieldauer von genau drei Stunden. Im Gegensatz zu Chaos And Disorder wurde Emancipation aufwendig vermarktet und O(+> gab viele Interviews, trat in diversen TV-Shows im US-Fernsehen auf, so in der Oprah Winfrey Show. Kommerziell gesehen wurde Emancipation ein annehmbarer Erfolg und erlangte Doppel-Platin (2.000.000) in den USA, wobei bei der 3er CD-Box jede CD einzeln gezählt wurde.

Vom 7. Januar 1997 bis 22. Januar 1998 ging O(+> über ein Jahr lang in USA und Kanada auf eine Tournee, die knapp 30 Millionen Dollar einspielte und somit zu einem finanziellen Erfolg wurde.

Am 29. Januar 1998 wurden die ersten Exemplare von Crystal Ball über die damalige Homepage von O(+> „Love4OneAnother.com“ ausgeliefert. Vorbestellungen konnten bereits im Mai 1997 online angenommen werden. Zum ersten mal wurde Crystal Ball im Booklet von Emancipation als „the 3 cd set of previously bootlegged material“ erwähnt. Im August 1997 ließ O(+> über seiner Homepage verlauten, Crystal Ball würde erst veröffentlicht werden, wenn 100.000 Vorbestellungen vorliegen würden. Ende 1997 lagen laut O(+> knapp 84.000 Vorbestellungen vor und Crystal Ball könne demnächst erscheinen.

Die ersten Exemplare von Crystal Ball enthielten fünf CDs, davon drei CDs mit Songs, die 1983 bis 1996 entstanden sind, sowie unveröffentlichte Remixe von bereits bekannten Liedern. Die vierte CD heißt The Truth und kann als „unplugged“ und Akustik Album bezeichnet werden. Auf der fünften CD ist mit dem Instrumentalstück Kamasutra das NPG Orchestra zu hören, der Song wird in verschiedenen Themen variiert. Die Gesamtbox Crystal Ball ist nur über NPG Records vertrieben und hat eine weltweit limitierte Auflage von 250.000 Stück, inklusive der Online-Vorbestellungen.

Im Sommer 1998 erschien mit Newpower Soul ein Album, dass unter The New Power Generation auf NPG Records veröffentlicht wurde. Den weltweiten Vertrieb für dieses Album übernahm BMG Music Publishing. Als Gastmusiker sind Chaka Khan, Larry Graham und Doug E. Fresh vertreten. Doch sowohl aus kommerzieller Sicht als auch vom künstlerischen Aspekt her blieb Newpower Soul hinter den Erwartungen zurück. Die Europa-Tournee 1998 kann erneut als nicht sehr erfolgreich eingeschätzt werden, da einige Konzerte nicht ausverkauft waren.

Anfang 1999 erschien über NPG Records die EP 1999–The New Master. Als Interpret wurde „Prince And The Revolution“ aufgeführt, was insofern überraschend war, da Prince zu dieser Zeit seinen Namen abgelegt hatte. Mit der 1999-The New Master EP hat Prince seinen eigenen Top-Ten Hit „1999“ aus dem Jahre 1982 neu aufgenommen und daraus überarbeitet Remixe produziert. Gastmusiker sind erneut Chaka Khan, Larry Graham und Doug E. Fresh.

Im August 1999 veröffentlichte Warner Bros. die CD The Vault... Old Friends 4 Sale. Das Album wurde Warner ursprünglich im April 1996 zusammen mit Chaos And Disorder angeboten. Im Booklet sind Fotos von Prince zu sehen, die aus dem Jahre 1993 stammen und somit bereits sechs Jahre alt waren. Promotion wurde für The Vault kaum veranstaltet und es war offensichtlich, dass dieses Album nur zur Erfüllung des Vertrags mit Warner diente. Auch The Vault schaffte nur selten den Sprung in die Top 40 der weltweiten Hitparaden.

Ähnlich wie Carlos Santana mit seinem Album „Supernatural“ versuchte O(+> im November 1999 mit einer Reihe von Gastmusikern (Eve, Sheryl Crow, Gwen Stefani, Ani DiFranco, Chuck D. und Maceo Parker) einen kommerziellen Erfolg mit Rave Un2 The Joy Fantastic zu erzielen. Santana und O(+> standen beide zu diesem Zeitpunkt bei Arista Records unter Vertrag. Auf der Rückseite von Rave ist „produced by PRINCE“ zu lesen, aber „arranged, composed & performed by O(+>“. Vergleichbar aufwendige Promotion wie bei Emancipation, gab O(+> viele Fernseh-Interviews und trat im Rahmen dieser Werbekampagne erstmalig im deutschen Fernsehen in der Harald Schmidt Show auf. Rave bekam durchschnittliche Kritiken und die Verkaufszahlen blieben ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Gold-Status (500.000 verkaufte Alben) wurde in den USA jedoch erreicht.

Am 31. Dezember 1999 endete der Vertrag mit Warner Bros. und Prince kündigte am 16. Mai 2000 auf einer Pressekonferenz in New York an, wieder seinen ursprünglichen Namen Prince anzunehmen.

Prince ab dem Jahr 2000

Nach dem Ende des Plattendeals mit Warner Bros im Jahre 2000 sowie des Namenswechsel von „The Unpronounceable Symbol“ zurück zu „Prince“ erschienen bislang elf Alben und zwei Best-Of-Collections.

NPG Music Club (2000–2006) – Vertrieb über das Internet

Bis 2004 hat Prince seinen kompletten Plattenvertrieb ohne eine außenstehende Plattenfirma selbst übernommen. Einige seiner Alben waren daher zwischen 2000 und 2004 nur über das Internet oder spezielle Plattenläden zu beziehen. 2001 gründete Prince den NPG Music Club. Dieser Schritt galt als innovativste und fortschrittlichste (Internet-)Vertriebsform für Musiker, die es bis zu diesem Zeitpunkt gab. Prince gilt als erster Künstler der Musikbranche, der einen weltweiten Vertrieb seiner Musik ausschließlich über das Internet organisierte.

In den ersten Jahren konnten Mitglieder jeden Monat drei neue Lieder via Internet herunterladen und erhielten monatlich eine einstündige Audioshow zum Download. Später wurde der Club allerdings in ein übliches Musikportal umgewandelt, in dem eine Vielzahl von Princesongs und Videos erhältlich waren. Für ein Lied waren 0,99 US-Dollar, für ein ganzes Album 9,99 US-Dollar und für Video-Clips teilweise 1,99 US-Dollar zu bezahlen. Die Bezahlung konnte mit allen gängigen Kreditkarten erfolgen. Zudem bot der Music-Club die Möglichkeit, sich für eine einmalige Beitrittsgebühr von 25 US-Dollar als lebenslanges Mitglied registrieren zu lassen. Kostenpflichtige Downloads und verschiedene Merchandise-Artikel waren für Clubmitglieder günstiger als für Nicht-Mitglieder.

Am 12. Juni 2006 wurde Prince mit dem Webby Lifetime Achievement Award in der Anerkennung seines „visionären“ Gebrauches des Internets geehrt. Einerseits, weil er als erster, bereits etablierter Künstler ein Album (Crystal Ball, veröffentlicht im Jahre 1998) exklusiv im Internet vertrieb, andererseits, weil er mit dem NPG Music Club (NPGMC) eine neuartige Plattform für den Kontakt zu den Fans und den Vertrieb seiner Musik geschaffen hat.

Im Juli 2006 schloss Prince den NPG Music Club, der nicht nur als offizielle Website diente, sondern mit seinem umfangreichen Informations-, Chat- und Downloadmöglichkeiten eine sehr beliebte Fanplattform war. Der NPGMC sendete ein E-Mail mit folgendem Inhalt aus: „In its current 4m there is a feeling that the NPGMC gone as far as it can go. In a world without limitations and infinite possibilities, has the time come 2 once again make a leap of faith and begin anew? These r ?s we in the NPG need 2 answer. In doing so, we have decided 2 put the club on hiatus until further notice.“ Der Club wurde zur selben Zeit geschlossen als Rechtsstreitigkeiten um den Markennamen NPG mit der britischen Nature Publishing Group gerichtsanhängig wurden.

Musikalben

Das 2001 erschienene Album The Rainbow Children verwirrte viele Fans und Kritiker, da einige Songs deutliche Anspielungen auf die Zeugen Jehovas machen. Prince schloss einen Vertrag mit dem Independent-Label Redline Entertainment ab, das das Album aber nur in den USA, Japan und einigen Teilen Europas vertrieb. In den weltweiten Hitparaden war The Rainbow Children kaum zu finden.

Die Welttournee 2002 wurde auf der CD-Box One Nite Alone... Live! festgehalten. (Ursprünglich konnte diese 3er CD-Box nur ausschließlich über den NPG-Music Club erworben werden.)

2003 überraschte Prince seine Fangemeinde mit dem Instrumental Album N.E.W.S.. Dieses Album beinhaltet vier Tracks („North“, „East“, „West“, „South“), die alle genau 14 Minuten lang sind. N.E.W.S. wurde für einen Grammy in der Kategorie „Best Pop Instrumental Album“ nominiert, gewann jedoch nicht. Das Album wurde ausschließlich über NPG Records vertrieben. Ähnlich wie The Rainbow Children war N.E.W.S. kaum in den weltweiten Hitparaden vertreten.

Das Jahr 2004 war für Prince sehr bedeutend. Am 15. März 2004 wurde er mit der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame geehrt. Kurz darauf erschien mit Musicology sein offizielles Comeback-Album (nach dem eher independent anmutenden Album The Rainbow Children), das eine Rückkehr zu den Wurzeln bedeutete. „Real music 4 real music lovers“, lautete das Motto der dazugehörigen Tournee. Das Album erhielt zwei Grammys und blieb 25 Wochen lang in den US-Charts, was auch damit zu tun hatte, dass Prince eine neue Vertriebsstrategie verfolgte: jeder Besucher eines Konzertes erhielt eine CD geschenkt. Die „Musicology-tour“ fand in der USA statt (dazu zwei Konzerte in Toronto) und wurde zu einem großen Erfolg, denn laut Medienberichten zufolge besuchten die Tour ungefähr 1,5 Millionen Menschen, die zirka 90 Million $ einspielten.

Universal Music Group ließ am 13. Dezember 2005 verlauten, mit Prince einen neuen Vertrag abgeschlossen zu haben. Unter diesem Label erschien am 21. März 2006 das Album 3121. Die Regie zum Video der ersten Single-Auskopplung Te Amo Corazón führte Salma Hayek. Gedreht wurde in Marrakesch und neben Prince ist die argentinische Schauspielerin Mía Maestro zu sehen. 3121 bekam gute Kritiken und ist nach Purple Rain (1984), Around the World in a Day (1985), und Batman (1989) das vierte Album von Prince, das Nummer eins in der US-amerikanischen Albumhitparade wurde. Insgesamt wurde 3121 für fünf Grammy Awards nominiert, gewann jedoch keinen davon.

Am 22. August 2006 veröffentlichte Warner Bros. das Doppelalbum Ultimate – Das letzte Album, das zur Erfüllung des Vertrags mit Warner diente. Die erste CD ist eine weitere Best-of-Sammlung, die zweite Disc enthält Maxiversionen älterer Songs, die in den meisten Fällen zuvor nur schwer erhältlich waren.

2007 erschien Planet Earth, das von den Medien positiv bewertet wurde – unter anderem wurde es vom Rolling Stone als Album des Monats Juli erkoren. Erwähnenswert ist zudem die erneute Zusammenarbeit mit Prince früheren Musikern wie Wendy und Lisa. Sie sind seit 20 Jahren erstmals wieder auf einem Prince-Album vertreten. Das Album erschien im Vertrieb von Sony/Columbia am 24. Juli 2007. Leser der britischen Tageszeitung The Mail on Sunday konnten Planet Earth schon am 15. Juli 2007 als Gratisbeilage erhalten. Diese in der Musikgeschichte einmalige Vertriebsform sorgte in England für große mediale Kontroversen zwischen Prince-Fans und Musikliebhabern einerseits und der traditionellen Musikindustrie andererseits. Die erste Single Guitar stand seit dem 1. Juni 2007 kostenlos zum Download auf Mobiltelefone bereit. Ermöglicht wurde dies durch einen neuen Vertriebsvertrag zwischen Prince und Verizon Wireless, einer Firma, die durch ihre Musikerkennungssoftware „V CAST Song ID“ bekannt wurde.[2] Vor dem Download muss der Song online oder im Fernsehen abgespielt werden. Ein Programm auf dem Mobiltelefon erkennt den Interpreten und den Song, und bietet weitere Angebote dazu an. Dieser Song kann dann heruntergeladen werden, es fallen nur die Kosten für die Datenübertragung an. (Guitar war bereits ab dem 2. Februar 2007 über www.3121.com für begrenzte Zeit als Download erhältlich gewesen).

Herausragende Auftritte

Am 15. Februar 2006 trat Prince bei den Brit Awards auf, begleitet von Wendy und Lisa und Sheila E. Er spielte Te Amo Corazón / Fury von 3121, sowie Purple Rain und Let's Go Crazy von Purple Rain.

Am 14. November 2006 wurde Prince in die britische UK Music Hall of Fame aufgenommen. Wenig später übernahm Prince den Nachtclub des Rio Hotels in Las Vegas mit 900 Sitzplätzen und das angeschlossene Restaurant. Er benannte seinen Auftrittsort nach seinem aktuellen Album 3121 und trat dort zweimal pro Woche bis zm 28. April 2007 live auf. Gleichzeitig eröffnete seine aktuelle Webpräsenz: www.3121.com.

Am 4. Februar 2007 bestritt Prince die prestigeträchtige Show beim Super Bowl XLI in Miami, Florida. Der Auftritt beinhaltete drei Songs von Purple Rain (Let's Go Crazy, Baby, I'm a Star und Purple Rain), und Coverversionen von All Along the Watchtower (Bob Dylan), Best of You (Originalfassung von den Foo Fighters) und Proud Mary (Creedence Clearwater Revival). Während der zwölfminütigen Performance wurde Prince von zwei Tänzerinnen namens The Twinz und der hundertköpfigen Trommlergruppe Florida A&M University Marching Band unterstützt. Der laut übereinstimmenden Pressemeldungen überragende Auftritt wurde im strömenden Regen von 74.500 Zuschauern im Stadion und 140 Million Fernsehzuschauern verfolgt.

Kurzfristig und überraschend trat Prince live beim weltberümten Jazzfest von Montreux am 16. Juli 2007 auf.

Im Rahmen seiner 21 ausverkauften Konzerte in London spielte Prince in diversen Aftershows unter anderem mit Dr. John, Nikka Costa, Beverly Knight, Common, Mýa, Mutya Buena, will.i.am und Amy Winehouse im Musikclub Indigo2 zusammen. Zudem trat Elton John am 13. September 2007 in einer regulären Show bei Prince in der o2 Arena (London) als Gast auf.

3121 Das Parfum

Am 21. Mai 2007 gab die Firma Revelations Perfume and Cosmetics, Inc. bekannt, dass sie in Zusammenarbeit mit Prince ein neues Parfum mit dem Namen 3121 kreiert hat und exklusiv vertreiben wird. Die Einführung des 3121 Parfums sollte die erste in einer Reihe von weiteren Produkten unter dem Markennamen 3121 sein. Sieben Prozent des Verkauferlöses sollten gemeinsam mit den Einnahmen einer am selben Tag stattfindenden Charity Aktion an sieben gemeinnützige Organisationen verteilt werden. Teil dieser Aktion waren drei Konzerte innerhalb von zwölf Stunden in Minneapolis, der Heimatstadt von Prince. Der erste Gig fand vor 1200 Fans in einem Kaufhaus der Macy-Kette statt, dauerte 45 Minuten und diente der Promotion des Parfums. Im Anschluss gab Prince ein 2 1/2 Stunden dauerndes Konzert im Minneapolis Target Center. Spätnachts trat Prince dann zum ersten Mal seit 1987 im First Avenue auf, jenem Club, in dem seine Karriere begann und der im Film Purple Rain verewigt wurde. Diese so genannte Aftershow wurde nach nur 70 Minuten von der Polizei abgebrochen, da Livemusik in Minneapolis nur bis vier Uhr morgens gestattet ist.

Juristisches Vorgehen gegen Youtube-Nutzer und The Pirate Bay

Seit 2007 geht Prince mit Hilfe der Firma Web Sheriff gegen angebliche Fälle von Copyrightverletzungen bei Youtube und Ebay vor. Schlagzeilen machte der Fall einer Mutter aus Pennsylvania deren 29 sekündiges Video ihres Kleinkindes auf Youtube gelöscht wurde und die sich derzeit in einem Rechtsstreit mit Prince befindet.[3] Prince und die Firma Web Sheriff haben in Schweden eine Anwaltskanzlei engagiert die juristisch gegen die Betreiber der BitTorrent-Seite The Pirate Bay vorgehen soll.[4][5]

Pseudonyme

Prince verwendet im Laufe seiner Karriere eine Reihe von Pseudonymen:

Prince und andere Künstler

Prince komponierte und produzierte Stücke (zum Teil unter Pseudonymen, siehe oben) für zahlreiche Musiker. Als Mentor unterstützte er unter anderem Apollonia 6, Sheila E. und Jill Jones. Erfolge mit seinen exklusiven Kompositionen verzeichneten Martika mit Love… Thy Will Be Done und die Bangles mit Manic Monday. Seine Songs wurden auch erfolgreich von anderen Musikern interpretiert, wie beispielsweise den Simple Minds mit Sign "☮" the Times, Chaka Khan mit I Feel For You, Tom Jones und The Art of Noise mit Kiss und Sinéad O'Connor mit Nothing Compares 2 U. Auch von der Werbeindustrie wurde er beauftragt. So schrieb er für Pepsi ein Lied, das von Ray Charles gesungen wurde. [6]

Weitere Musiker mit den Prince zusammenarbeitete, für die er Lieder schrieb oder produzierte finden sich hier in einer Auswahl:

Miles Davis, Maceo Parker, George Benson, Kate Bush, Madonna, Cyndi Lauper, Lenny Kravitz, Nikka Costa, Stevie Wonder, George Clinton, Jesse Johnson, Gwen Stefani und No Doubt, Eve, Larry Graham, Patti LaBelle, Candy Dulfer, Joe Cocker, Mavis Staples, Sheena Easton, Earth, Wind & Fire, Chuck D, Sheryl Crow, Paula Abdul, Jonny Lang, Carlos Santana, En Vogue, Ani DiFranco, Tevin Campbell Carmen Electra, Loïs Lane, Nona Gaye, Kim Basinger, Common und Howard Hewett.

Unter Mitwirkung von Prince wurden einige Bands in den 1980er und 1990er Jahren gegründet.

Hier sollen sie kurz in der Reihenfolge ihrer Entstehung aufgeführt werden: The Time, The Revolution (seine Begleitband), Vanity 6, Apollonia 6, The Family, Madhouse, The New Power Generation (seine Begleitband).

Weltweit verkaufte Prince bis heute mehr als 100 Millionen Tonträger (die Vielzahl an Kompositionen, die er für andere Musiker schrieb, nicht berücksichtigt). Er gilt als einer der prägenden Musiker der 1980er Jahre, dessen Einfluss bis heute anhält. Seine Melodien und Rhythmen werden insbesondere von Hip-Hop- und Rap-Musiker gesamplet. Zeitgenössische Musiker wie Alicia Keys, 2Pac, Nikka Costa, Beyonce und Terence Trent D'Arby geben Prince als ein Vorbild für ihr musikalisches Schaffen an.

Prince und der Film

Prince versucht sich als Hauptdarsteller und Drehbuchautor mit Purple Rain 1984 erstmals auch im Filmgeschäft. Weitere Filmbemühungen folgen, unter anderem führt Prince selbst Regie. Die Filme Under the Cherry Moon, Sign "☮" the Times oder Graffiti Bridge, waren jedoch künstlerisch eher umstritten und kommerziell weniger erfolgreich.

Im Vordergrund aller seiner Filme ist die Musik. So ist Prince in Purple Rain ein Musiker der nach oben will; Graffiti Bridge ist ein, die Themen der einzelnen Songs untermalendes, Musical und Under The Cherry Moon eine in schwarzweiß gehaltene tragische Geschichte über einen Gigolo. (In letzterem spielt die später berühmt gewordene Schauspielerin Kristin Scott Thomas eine der Hauptrollen.)

Neben seinen eigenen Filmprojekten sind einzelne Songs von Prince verhältnismäßig häufig in amerikanischen Filmen seit den 80er Jahren vertreten. Ebenso lassen sich einige amerikanische Blockbuster finden, in denen sich die Filmcharaktere positiv auf Prince beziehen. Zum Beispiel singt die von Julia Roberts gespielten Hauptfigur in Pretty Woman den Princesong Kiss in der Badewanne mit und spricht kurz darauf über den Musiker. Die Präsenz von Prince im amerikanischen Film spricht für seine populärkulturelle Bedeutung in dieser Zeit.

Der Regisseur Spike Lee gehört zu den Bewunderern von Prince und inszenierte einige seiner Musikvideos – so auch das aufwändige und atmosphärische Musikvideo zu Gett Off von 1991. In seinem Film Do the Right Thing von 1988 gibt es positive Anspielungen auf Prince als Identifikationsfigur für Afroamerikaner. Mit seinem Film Girl 6 von 1996 hat Spike Lee der Musik von Prince, die den kompletten Soundtrack bildet, ein Denkmal gesetzt.

Diskografie

siehe Hauptartikel Prince/Diskografie

Auszeichnungen

Prince hat im Verlauf seiner Musikkarriere mehr als 100 Musikpreise und andere Auszeichnungen erhalten: Best Stage Performer, Best Male Vocals, Artist of the Decade, Best International Solo Artist, Most performed Songs from a Motion Picture Soundtrack, Best Video-Choreography, einen Lifetime Achievement Award, drei Brit Awards, mehrere Grammys, einen Oscar für die beste Filmmusik (Purple Rain) usw. Zudem gelten seine musikalischen Bühnenauftritte, insbesondere bei den MTV Video Music Awards, als beste und spektakulärste Performances der Welt. Legendär ist der 1991er Auftritt bei den MTV-Awards, bei denen Prince den Song Gett Off als aufwändiges, wenngleich wegen seiner sexuellen Doppeldeutigkeit umstrittenes Kurzmusical inszenierte. Am 15. Januar 2007 hat Prince den Golden Globe für The Song Of The Heart vom Happy Feet Soundtrack gewonnen. Im November erhielt Prince bei den Billboard Tour Award den „Top Boxscore Award“ für die Ausverkaufte Tour: „21 Nights in London“.

  • 1982: Minnesota Music Awards – Musician of the Year
  • 1982: Minneapolis Black Music Awards – Honorary Award
  • 1983: Minneapolis Black Music Awards – Musician of the Year
  • 1983: Minnesota Music Awards – Male Vocalist of the Year
  • 1983: Minnesota Music Awards – Musician of the Year
  • 1983: Minnesota Music Awards – Producer of the Year
  • 1984: Minneapolis Black Music Awards – Most Valuable Performer
  • 1984: Minnesota Music Awards – Minnesota Music Hall of Fame Inductee
  • 1984: Minnesota Music Awards – Best Songwriter
  • 1984: Minnesota Music Awards – Best Producer
  • 1984: Oscar – Best Original Song Score
  • 1985: Grammy – Best Rock Performance by a Group („Purple Rain“)
  • 1985: American Music Awards – Best Pop/Rock Album „Purple Rain“)
  • 1985: American Music Awards – Soul/Rhythm and Blues Single („When Doves Cry“)
  • 1985: American Music Awards – Soul/Rhythm and Blues Album („Purple Rain“)
  • 1985: BPI / Brit Award – Best international Artist
  • 1985: BPI / Brit Award – Best Soundtrack („Purple Rain“)
  • 1985: Grammy – Best Rock Performance by a Duo or Group with Vocals („Prince & The Revolution“)
  • 1985: Grammy – Best R&B Song „I feel 4 U“ Autor: Prince
  • 1985: Grammy – Best Album of Original Score Written for a Motion Picture or a Television Special – Purple Rain von Prince & The Revolution (Komponisten: Lisa Coleman, Wendy Melvoin, Prince, John L. Nelson)
  • 1986: ASCAP Songwriters Award – Cited for the following compositions: „I Feel for You“, „Raspberry Beret“, „Purple Rain“ and „When Doves Cry“
  • 1986: Minnesota Music Awards – Best Video („Raspberry Beret“)
  • 1986: Minnesota Music Awards – Best Film Video Score („Parade“)
  • 1986: Minnesota Music Awards – Best Cover Artwork („Around The World In A Day“)
  • 1986: Grammy Awards – Best R&B Performance by a Duo or Group With Vocal („Kiss“)
  • 1987: Minnesota Black Musicians Awards – Hall of Fame Inductee
  • 1987: Minnesota Music Awards – Single of The Year („Kiss“)
  • 1988: Minnesota Black Musicians and Artists Award – Best Video („Alphabet St.“)
  • 1988: Minnesota Black Musicians and Artists Award – Best Male R&B Vocalist
  • 1988: MTV Music Video Awards – Male Video („U Got the Look“)
  • 1988: Minnesota Music Awards – Album of the Year („Sign "☮" the Times“)
  • 1988: Minnesota Music Awards – Top Male Rock Vocalist („Sign "☮" the Times“)
  • 1989: American Music Awards – Award of Achievement
  • 1989: Minnesota Music Awards – Best Album („Lovesexy“)
  • 1991: ASCAP Pop Awards – Best Composer Award („Nothing Compares 2 U“/„Kiss“)
  • 1992: MTV Video Music Awards – Best Dance Video („Cream“)
  • 1992: Brit Awards – Best International Solo Artist
  • 1992: Minnesota Music Awards – Best Album („Diamonds & Pearls“)
  • 1992: Minnesota Music Awards – Best Song („Cream“)
  • 1992: Soul Train Heritage Awards – Lifetime Achievement Award
  • 1993: Brit Award – Best International Solo Artist
  • 1994: American Music Awards – Living Legend Award
  • 1994: VH-1 Honours – Outstanding Contribution Award
  • 1994: Monoco World Music Awards – Gold Key Award
  • 1994: Brit Award – International Male
  • 1995: American Music Awards – Award of Merit
  • 1996: Brit Award – International Male
  • 1997: NAACP Image Awards – Special Achievement Award
  • 1998: Essence Awards – Honorary Award
  • 1999: Yahoo! Internet Life Awards – Best Internet Only Single („The War“)
  • 2000: Minnesota Music Awards – Record of the Year („Rave Un2 the Joy Fantastic“)
  • 2000: Minnesota Music Awards – Artist of the Year
  • 2000: Genesis Awards – The Dolly Green Special Achievement Award
  • 2000: Yahoo! Award – Best Single First Released Online („One Song“)
  • 2001: Yahoo! Award – Best Single First Released Online („The Work Pt1“)
  • 2004: Billboard Digital Entertainment Award – Best Use of Technology by an Artist – NPGMC
  • 2004: PollStar Awards – Major Tour of the Year („Musicology“)
  • 2004: PollStar Awards – Most Creative Stage Production („Musicology“)
  • 2004: Grammy – Best Traditional R&B Vocal („Musicology“)
  • 2004: Grammy – Best Male R&B Vocal Performance („Call my Name“)
  • 2004: Backstage Pass Awards – Top Draw Award
  • 2004: Rock 'n' Roll Hall of Fame Inductee – Lifetime Achievement Award
  • 2005: Horizon Interactive Award – Best Entertainment Website NPGMC
  • 2005: 36th NAACP Awards – NAACP Image Award (Outstanding Album („Musicology“)
  • 2005: 36th NAACP Awards – NAACP Vanguard Award
  • 2005: Pollstar Concert Industry Awards – Most Creative Stage Production
  • 2005: Pollstar Concert Industry Awards – 2004 Major Tour of The Year
  • 2005: Grammy – Best Male R&B Vocal Performance („Call My Name“)
  • 2005: Grammy – Best Traditional R&B Vocal Performance („Musicology“)
  • 2006: UK Music Hall of Fame Induction
  • 2006: Minnesota Music Awards – Song of The Year („Black Sweat“)
  • 2006: BET Awards – Best Male R&B Artist Award
  • 2006: Webby Online Awards – Lifetime Achievement Award
  • 2007: 38th NAACP Image Award – Outstanding Male Artist
  • 2007: Golden Globe Award – Best Original Song – Motion Picture „The Song of the Heart“)
  • 2007: Billboard Tour Award – Top Boxscore Award (Sold Out Tour – 21 Nights in london)
  • 2008: Grammy – Best Male R&B Performance („Future Baby Mama“)

Videografie

Filmografie

Quellenangaben

  1. Pepé Music Inc. (Hrsg.): Symbolic Beginning. 31. Juli 2006 (Stand: ).
  2. PR Newswire, First Single From 'Planet Earth,' Prince's New Unreleased Album, 31. Mai 2007 – PR-Mitteilung von Verizon Wireless
  3. Cade Metz, The Register, Prince's anti-YouTube crusade halted by American mommy, 30. Oktober 2007
  4. Cade Metz, The Register, Artist formerly known as The Artist Formerly Known As Prince attacks internet, 13. September 2007
  5. Nate Anderson, ars technica, Pirate Bay faces Prince pressure, private investigators in foreign cars, 18. November 2007
  6. Pepsi World, The Pepsi Legacy 1990 – Prince schreibt den Song You Got The Right One Baby, Uh-Huh für Ray Charles
Personendaten
Prince
Nelson, Prince Rogers (Geburtsname); The Artist Formerly Known As Prince (Pseudonym); TAFKAP (Pseudonym); Symbol (Pseudonym)
US-amerikanischer Popstar
7. Juni 1958
Minneapolis