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K+S

K+S AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 3. Oktober 1889
Unternehmenssitz Kassel
Unternehmensleitung

Norbert Steiner (Vorstandsvorsitzender)

Mitarbeiter 12.033 (31. Dez. 2007)
Umsatz 3.344 Millionen Euro (2007)
Branche Düngemittel und Salze
Website www.k-plus-s.com

Die K+S AG, früher Kali und Salz AG, mit Sitz in Kassel ist ein deutsches Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung. Die Aktie der K+S AG ist im MDax notiert. Das vorwiegend in Europa und Südamerika tätige Unternehmen beschäftigt zur Zeit (März 2008) weltweit etwa 12.000 Mitarbeiter. 2007 wurde bei einem Umsatz von 3.344,1 Millionen Euro ein bereinigtes Konzernergebnis von 175,3 Millionen Euro erzielt. Der Konzern besitzt auch eine Reihe Tochtergesellschaften, die vornehmlich mit der Vermarktung der eigenen Produkte befasst sind. Des weiteren ist der Konzern auch im Dienstleistungsbereich, hier insbesondere im Geschäftsbereich Entsorgung und Recycling tätig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Salzdetfurth AG

Am 3. Oktober 1889 wurde in Goslar die Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung gegründet, aus der nach Verlegung des Firmensitzes nach Bad Salzdetfurth die Kaliwerke Salzdetfurth AG hervorging. Anfangs lag der Schwerpunkt auf der Erschließung von Steinsalzlagerstätten, bald aber richtete sich das Augenmerk des Konzerns auf den Abbau von Kalisalz, worin das Deutsche Reich bis zum 1. Weltkrieg eine Monopolstellung auf dem Weltmarkt inne hatte. Nach dem 1. Weltkrieg verlor das Unternehmen wichtige Abbaugebiete in Elsaß-Lothringen und musste sich zunehmender weltweiter Konkurrenz, vorwiegend aus den USA (und Kanada) und der Sowjetunion, aber auch Südeuropa und Südamerika (insbesondere Chile und Brasilien), stellen. In den 1920er Jahren beteiligt sich das Unternehmen an der Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb in Eisleben. In den wirtschaftlich schweren Zeiten der Inflation stiegen die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Dresdner Bank und die Deutschen Solvay-Werke als Großaktionäre in das Unternehmen ein. Am 22. Dezember 1937 wird auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Änderung des Firmennamens in Salzdetfurth AG und die Verlegung des Firmensitzes nach Berlin beschlossen. Im Zuge der „Arisierung“ jüdischen Vermögens, erwarb die Wintershall AG die von der Familie Petschek gehaltenen Anteile an der Salzdetfurth AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die in der Sowjetischen Besatzungszone liegenden Produktionstätten enteignet, wodurch 60 Prozent des Firmenbesitzes verloren gehen. Das Unternehmen verlagert seinen Firmensitz 1948 wieder nach Bad Salzdetfurth. Es zählt weiterhin neben der Wintershall AG, der Burbach-Kaliwerke AG, der Kali-Chemie AG und Preussag zu den größten deutschen Kaliproduzenten. In den 1950er Jahren wird die Förderung schnell ausgebaut und erreicht auch aufgrund modernisierter Förderungstechnik bald wieder den Stand der Vorkriegszeit. Zudem expandiert das Unternehmen ins europäische Ausland. Allerdings nimmt in den 1960er Jahren die Konkurrenz auf dem Weltmarkt, insbesondere in den nach unabhängigen Wirtschaftszweigen strebenden Ex-Kolonien Afrikas, rapide zu, so dass das Unternehmen zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.

Kali und Salz GmbH

1971 wird die Salzdetfurth AG mit der BASF-Tochter Wintershall AG und der Burbach-Kaliwerke AG fusioniert und in die neue Kali und Salz GmbH mit Sitz in Kassel zusammengeführt, wodurch die BASF Mehrheitsaktionär an dem Unternehmen wird. 1972 wird die Kali und Salz GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, und auf die Salzdetfurth AG verschmolzen. Firmensitz ist fortan wieder Bad Salzdetfurth. In der Folgezeit hat das Unternehmen mit rückläufiger Nachfrage nach Kali zu kämpfen. Es kommt zu einer Kürzung der Förderung und massiven Rationalisierungsmaßnahmen, verbunden mit dem Wegfall von mehreren tausend Arbeitsplätzen.

Kali und Salz AG

Nach der deutschen Wiedervereinigung werden die Kali- und Steinsalzaktivitäten der Kali und Salz AG und die der Mitteldeutschen Kali AG, in welcher die ehemals staatlichen Unternehmen der DDR gebündelt sind und die nun von der Treuhandanstalt verwaltet werden, in der 1993 neu gegründeten Kali und Salz GmbH in Kassel zusammengeführt. An diesem Unternehmen hält die Kali und Salz AG 51 Prozent und die Treuhandanstalt 49 Prozent. Zuvor wurde 1992 die Kali und Salz Entsorgung GmbH in Kassel gegründet, in welcher die Entsorgungsaktivitäten der Kali und Salz AG gebündelt sind, und neben der Kali und Salz GmbH die zweite große Beteiligung des Unternehmens darstellt. 1994 wird die Kali und Salz AG in die Kali und Salz Beteiligungs AG umfirmiert und übernimmt 1998 den 49 Prozent Anteil der Treuhandanstalt an der Kali und Salz GmbH. 1998 wird die Aktie der Kali und Salz Beteiligungs AG von der Deutschen Börse in den MDax aufgenommen, nachdem die BASF als Großaktionär in mehreren Schritten ihren Anteil an dem Unternehmen auf 25 Prozent reduziert hatte. Das Börsen-Kürzel SDF stammt noch von der Salzdetfurth AG.

K+S Aktiengesellschaft

1999 wird die Kali und Salz AG in K+S Aktiengesellschaft umbenannt. Der Unternehmensbereich Logistik wird neu strukturiert und in Kali-Transport-Gesellschaft (KTG), mit Sitz in Hamburg umfirmiert. Die KTG macht 15 Prozent des Exportvolumens des Hamburger Hafens aus. Außerdem wird von der BASF der Düngemittelproduzent COMPO sowie Vertrieb und Marketing der von BASF produzierten Felddünger (stickstoffhaltige Einzeldünger, Mehrnährstoffdünger) übernommen, wodurch K+S zum zweitgrößten europäischen Düngemittelproduzenten aufsteigt und im Endverbrauchermarkt die Marktführerschaft erringt. Zur Steuerung der Felddüngeraktivitäten wird die Fertiva GmbH mit Sitz in Limburgerhof (heute Mannheim) gegründet. Im Gegenzug reduziert die BASF ihren Anteil an K+S auf 15 Prozent. In Kassel wird von K+S die data process GmbH gegründet, welche EDV-Serviceleistungen für mittelständische Unternehmen anbietet. 2002 gründen K+S und Solvay das Gemeinschaftsunternehmen esco (european salt company) mit Sitz in Hannover, in dem sie ihre europäischen Salzaktivitäten zusammenlegen. An dem Unternehmen halten K+S 62 Prozent und Solvay 38 Prozent. 2003 verringert BASF seinen Anteil an der K+S AG auf 10 Prozent. 2004 erwirbt K+S von Solvay die restlichen 38 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen esco. K+S wird nun auch in den Niederlanden und Skandinavien (durch die esco Nordic AB mit Sitz in Göteborg) aktiv, übernimmt die französische SCPA mit Sitz in Mulhouse. Im April 2006 übernimmt die K+S den größten südamerikanischen Salzhersteller Sociedad Punta de Lobos S.A. (SPL) aus Chile für 480 Millionen US-Dollar.

Beteiligungen

Aktionärsstruktur

Zehn Prozent der Anteilsscheine der K+S Aktiengesellschaft befinden sich im Besitz der BASF AG. Linea Ltd., eine Kapitalanlagegesellschaft, die die Industriebeteiligungen von Andrey Melnichenko verwaltet und unter anderem an dem russischen Agrochemie-Unternehmen EuroChem beteiligt ist, hält 10,73 Prozent. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz.

Unternehmensführung

Vorstand der K+S AG

Abbaugebiete

Zu K+S gehören die Kali-Salzbergwerke Werra mit den Standorten Heringen, Philippsthal-Röhrigshof und Unterbreizbach an der Grenze von Hessen und Thüringen. Es ist das größte Kaliabbaugebiet der Welt und hat etwa die Abbaufläche des Großraumes von München.

Weitere Kaliwerke sind in Neuhof-Ellers bei Fulda, in Zielitz (Sachsen-Anhalt), sowie in Sehnde und Bokeloh, beide bei Hannover.

Im Mittellauf der Werra im Gebiet der Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen gab es weitere Bergwerke, zum Beispiel in Merkers, wo heute noch ein öffentlich zugängliches Erlebnisbergwerk besteht.

Kaliberge

In Neuhof (bei Fulda), Zielitz, Heringen, Bokeloh und Philippsthal-Röhrigshof gibt es riesige Abraumhalden. Die Heringer Halde wird auch Monte Kali genannt, die Zielitzer ist regional als Kalimandscharo bekannt. Das Gebiet um Heringen und Philippsthal wird auch als das Land der weißen Berge bezeichnet.

Werbelok

Seit dem 14. Februar 2007 wirbt die Lokomotive 185 152 der Deutschen Bahn AG für die Firma. Eine Seite ist hellblau, die andere hellgrün gestaltet. Dazwischen befindet sich ein silbergrauer Streifen mit dem Firmenlogo von K+S. Auf der gesamten Lok findet sich in großen Lettern der Slogan „Chancen entdecken – Wachstum ist der Kern unserer Visionen – Chancen wahrnehmen“.