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Diskussion:Guardia Civil

Die GC untersteht sowohl dem Verteidigungs- als auch dem Innenministerium und nimmt immer noch Aufgaben als Militärpolizei wahr.

Die komischen Hüte tragen sie immer noch, ebenso steht Todo por la patria immer noch überall als Motto. --zeno 12:15, 23. Mai 2004 (CEST)

Wenn sie immer noch Schreibmaschinen auf dem Kopf spazieren tragen, dann nur selten. Es gehört nicht mehr zum Erscheinungsbild Spaniens. Ich möchte jedenfalls bitten, den Artikel nicht durchs Löschen von kultigem Lokalkolorit der jüngeren Geschichte zu einer mausgrauen politologischen Abhandlung zusammenzustutzen. Henning 09:31, 2. Jun 2004 (CEST)

Warum ist die Guardia Civil eine paramilitärische Polizeieinheit? Laut dem Wikipedia-Artikel zum Thema werden als Paramilitär "inoffizielle nicht staatliche militärisch organisierte Gruppierungen" bezeichnet. Das würde hier aber nicht zutreffen, denn die Guardia Civil untersteht dem Verteidigungs- und Innenministerium. --Baikonur 03:31, 26. Mai 2005 (CEST)

Ich stimme zu, dass diese Bezeichnung unglücklich gewählt ist und plädier dafür, sie zu vermeiden. Henning Weede 10:53, 26. Mai 2005 (CEST)

Wahlspruch? Muss eine Polizei von irgendwem gewählt werden? --Dominik Schmidt 13:13, 1. Mar 2006 (CET)

-) Siehe Wahlspruch: Die Guardia Civil lässt sich nicht wählen, sondern wählte diesen Spruch für sich. --King 00:31, 4. Jun 2006 (CEST)

"Es sieht entfernt so aus, als trügen sie eine Schreibmaschine auf dem Kopf."

Ich habe folgenden Satz entfernt : "Es sieht entfernt so aus, als trügen sie eine Schreibmaschine auf dem Kopf." Es ist erstens ein dummer Vergleich, zweitens wiederspiegelts nur die Meinung des Autors dieses Satzes, und drittens gehört solch ein Satz nicht in eine Enzyklopädie.

Die bislang entstandene Beschreibung zur Guardia Civil erscheint mir zu allgemein, einseitig und eher dazu geeignet sie in ein düsteres, rechtslastiges Szenario zu setzen, was ihr angesichts ihrer Entwicklung und nunmehr fast 33 Jahren Demokratie in Spanien meines Erachtens in keiner Weise gerecht wird. Nicht einmal angedeutet wird, dass sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges 1936 die Guardia Civil, ihrer bis dahin gepflegten Maxime entsprechend, mit Masse loyal zur Zentralregierung verhielt. So war sie in Madrid und Barcelona maßgeblich an dem Scheitern des militärischen Aufstandes beteiligt. Franco nahm das der Guardia Civil, deren Auflösung er bereits 1932 verlangt hatte, übel und erwog nach dem Krieg ernsthaft ihre endgültige Auflösung. Im weiteren Bürgerkriegsverlauf war sie ohnehin nach ihrer Auflösung am 30.08.1936 nicht präsent gewesen.

Wenn Franco sie letztendlich nach 1939 wieder erstehen ließ, dann vor allem deswegen, weil er sich ihr fehlentwickeltes Verständnis einer unkritischen Loyalität zur politischen Führung zu Nutze machen konnte, die Guardia Civil in ihrer angestammten Struktur bis in die kleinsten Gemeinden Spaniens präsent war, wodurch sie zu einer unschätzbaren Informationsquelle wurde, und sie unter Beweis gestellt hatte, dass sie in der wechselhaften Geschichte Spaniens eine der wenigen Apparate darstellte, die regelmäßig gut funktionierten.

Vom Charakter und Selbstverständnis her war die Guardia Civil seit ihrer Schaffung 1844 militärisch geprägt. Schon damals war sie Bestandteil des Heeres und bis tirf in das letzte Jahrhundert hinein entstammen ihre Offiziere noch den regulären Jahrgängen der Heeresoffizierschule, ihr Auftrag sah ausdrücklich militärische Komponenten vor. So war sie bis weit in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit der Bekämpfung politisch und/oder krimineller, bewaffneter Gruppierungen in Spanien beauftragt, wodurch sie zum exponiertesten Symbol eines staatlichen Repressionsapparates unter Franco wurde. Der erste ETA-Tote 1968 war ein Angehöriger der Guardia Civil.Das führte dazu, dass trotz ihrer späteren Legitimation durch ein demokratisches Spanien, die Guardia Civil auch nach 1975 unter allen staatlichen Institutionen unverändert die weitaus meisten Terroropfer durch Anschläge von ETA, FRAP oder GRAPO zu verzeichnen hatte.

Leider tendiert der bisherige Wikipedia-Beitrag dazu, bestehende Vorurteile zu fördern. Beispiel: 23F. Obwohl der größte Teil des darin verwickelten Offizierkorps anderen Truppengattungen der Armee entstammt und die Untersuchungen die sekundäre Rolle der Guardia Civil mit einem lediglich der mittleren Führungsebene zugehörigen Oberstleutnant Tejero Molina deutlich machten, ist der 23F zumindest im Ausland ein Umsturzversuch der Guardia Civil geblieben, was den Verdacht auf tief verwurzelte Vorurteile verstärkt.

Auch der Aussage, die Guardia Civil sei heutzutage kaum noch präsent, wird von mir nicht geteilt. Grundlegende Aufgaben der öffentlichen Ordnung, sei es an den Grenzen, Flughäfen und im Straßenverkehr werden von der Guardia Civil wahrgenommen. Aufgrund ihrer Grenzüberwachungsfunktion mit Ein- und Ausfuhrkontrollen kommt es, dass sie zum Teil in Zollfragen fachdienstlich auch dem Wirtschaftsministerium unterstellt ist.

Kuriosa am Rande: Auch mit Deutschland gab es etliche Berührungspunkte: Der Voksentscheid im Saarland über den Verbleib des Saarlands im Deutschen Reich wurde durch ein internationales Aufgebot des Völkerbundes überwacht, zu welchem auch die Guardia Civil gehörte, und während des II. Weltkriegs stellte die Guardia Civil eine ca. 300 Mann starkes Kontingent innerhalb der spanischen 250. Infanteriedivision, die als Großverband der Wehrmacht bei Lenigrad eingesetzt war.

Sankt Anton

Quellen: 1.) Aguado Sánchez, Francisco: Historia de la Guardia Civil. Madrid: Editorial Planeta 1985 (Band I-VII) 2.) Díaz Carmona, Antonio: Bandolerismo Contemporaneo. Madrid: Compañia Bibliográfica Española S.A. 1969 3.) Fisas, Vincenc: El poder militar en España. Barcelona: Editorial Laia 1979 4.) Pauly, G.: Die spanische Guardia Civil – Zur Bestimmung eines Typus der bewaffneten Staatsgewalt. Diplpmarbeit an der UniBw Hamburg. Hamburg 1986