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Antipassiv

Der Antipassiv ist eine Form der Diathese, gehört also zur Verbmorphologie. Eine Antipassiv-Form liegt vor, wenn das primäre Objekt einer transitiven Handlung nicht ausgedrückt wird, oder nur in Form einer (weglassbaren) Adverbialbestimmung auftritt. Das primäre Objekt ist je nach Sprache entweder das direkte oder das indirekte Objekt. In den meisten Sprachen kann nur eines der beiden Objekte durch einen Antipassiv getilgt werden.

Vorkommen

Viele Ergativsprachen bilden (statt eines Passivs) einen Antipassiv. Dazu gehören vor allem die australischen Sprachen, zahlreiche Sprachen in Amerika sowie einige Sprachen auf den übrigen Kontinenten.

Beispiel

Es folgt ein Beispiel aus dem Anywa (Sudan/Äthiopien) (aus der Grammatik von M. Reh (1996)):

Transitive Form:

rìŋɔ́ ā-cám ɲɪ̀làal-lɪ̀
Fleisch.Topik Präteritum-essen Kind-das
„Das Kind aß das Fleisch.“

Antipassiv-Form:

ɲɪ̀làál ā-cʌ́mó (kɪ̄ ríŋō)
Kind.Topik Präteritum-essen.Antipassiv (Obliquer Kasus Fleisch)
„Das Kind aß (das Fleisch/von dem Fleisch).“

Literatur