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Weida

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Weida (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 46′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Höhe: 231 m ü. NN
Fläche: 12,59 km²
Einwohner: 8262 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 656 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 07565–07570
Vorwahl: 036603
Kfz-Kennzeichen: GRZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 079
Stadtgliederung: 2 Stadtteile - Altstadt und Neustadt
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
07570 Weida
Webpräsenz:
www.weida.de
Bürgermeister: Werner Beyer
Lage der Stadt Weida im Landkreis Greiz

Weida ist eine Stadt im thüringischen Landkreis Greiz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Weida befindet am östlichen Rand des Freistaates Thüringen, knapp 12 km südlich der Stadt Gera im Tal zwischen bewaldeten Bergen wo der Fluss Auma in die Weida mündet. Die Stadt im Thüringer Vogtland liegt 233 m über NN (Rathaus am Markt) mitten im Landkreis Greiz an den Bundesstraßen 92 und 175.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Crimla, Harth-Pöllnitz, Hohenölsen, Schömberg, Steinsdorf, Teichwitz, Wünschendorf/Elster und Zedlitz.

Geschichte

Weida um 1650

Um das Jahr 1000 drangen deutsche Siedler in das bis dahin vorwiegend von Slawen bewohnte Gebiet vor. Sie rodeten Wälder und betrieben Feldwirtschaft. Der deutsche Kaiser setzte Vögte (Ministeriale) als Verwalter seiner Herrschaftsgebiete ein. Der erste Vogt Erkenbert I. kam nach Veitsberg (Wünschendorf). Sein Sohn Erkenbert II. begann mit dem Bau der Altstadtburg, die etwa am Standort des Freihauses auf dem Wieden gestanden haben soll. In ihrem Schutz entstand ein Marktflecken.

In einer Urkunde von 1122 erschien erstmals ein Erkenbert von Weida (Erkenbertus de Withaa), der sich und seine Familie nach dieser Siedlung benannte. Bereits 1209 wurde Weida in einer Urkunde als Stadt (civitas) bezeichnet. Damit ist Weida die älteste Stadt des Thüringer Vogtlandes. Stammsitz der Vögte von Weida war die später Osterburg genannte, von 1163 bis 1193 errichtete Burg auf einem Bergsporn über der Stadt. Auf dieser Befestigung residierten die Vögte von Widaa (Weida) bis 1427, weshalb die Stadt auch "Wiege des Vogtlandes" genannt wird. Bis 1815 gehörte Weida zum Königreich Sachsen und gelangte dann an das Großherzogtum Sachsen-Weimar.

Im August 1925 fand ein okkultes Treffen in Weida statt, die sogenannte Weida-Konferenz.

Ab 1952 gehörte Weida zum Kreis Gera-Land im Bezirk Gera der DDR. Mit der Auflösung der Bezirke 1990 später zum Landkreis Gera und ab der Kreisreform am 1. Juli 1994 zum Landkreis Greiz im Freistaat Thüringen.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1836 bis 1960

  • 1836: 3.481
  • 1890: 5.550
  • 1925: 10.040
  • 1933: 11.040
  • 1939: 11.156
  • 1946: 13.511 1
  • 1950: 12.892 2
  • 1960: 12.086

1981 bis 2000

  • 1981: 11.105
  • 1984: 10.805
  • 1994: 9.276
  • 1995: 9.117
  • 1996: 9.055
  • 1997: 8.906
  • 1998: 8.738
  • 1999: 8.698

2000 bis 2004

  • 2000: 8.635
  • 2001: 8.532
  • 2002: 8.504
  • 2003: 8.518
  • 2004: 8.499
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Politik

Weida ist erfüllende Gemeinde für Crimla.

Stadtrat

Seit den Kommunalwahlen 2004 setzt sich der Weidaer Stadtrat wie folgt zusammen:

Wappen

Im Jahre 1949 als Stadtwappen übernommen, basiert es auf dem ältesten noch vorhandenem Siegel der Stadt aus dem Jahre 1333. Das hier zur Pforte stilisierte Tor und die beiden Türme weisen auf die Befestigungsanlagen Weidas aus der Zeit des Mittelalters hin. Die auf dem Wappen dargestellte Weide war bereits 1333 Bestandteil des Siegels der Stadt. In einem Dokument des Jahres 1515 sind erstmals die Farben des Stadtwappens erwähnt. Dieses Dokument befindet sich heute in der Erfurter Universitätsbibliothek.

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften bestehen mit Neu-Isenburg, Calw, und Mezőtúr (Ungarn).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bedeutendste Sehenswürdigkeit Weidas ist die Osterburg. Sie wurde als militärische Befestigung im 12. Jahrhundert angelegt. Auf ihrer Terrasse befindet sich ein Gedenkstein mit dem Hinweis auf das bis dorthin südlichste Vordringen des Eispanzers in Deutschland während der Elstereiszeit. Der 1884 eingeweihte Oschütztal-Viadukt ist eine 28 Meter hohe und 185 Meter lange Pendelpfeilerbrücke - ein technisches Denkmal, das bis 1983 dem Eisenbahnverkehr diente. Sprichwörtlich bekannt ist Weida für seine Blechkuchen, die generell im Thüringischen große Tradition und eine hohe Qualität haben. Dem entspricht die „Weidsche Kuchenfrau“ als lokale Symbolfigur ebenso, wie die sinnbildliche Bezeichnung Weidas als „Kuchen-Weide“. Jedes Jahr, am ersten Septemberwochenende, findet traditionell der „Weid'sche Kuchenmarkt“ auf dem Markt vor dem Rathaus statt.

Sport

In Weida gibt es einige Freizeit- und Sporteinrichtungen, die meisten auf dem „Roten Hügel“:

Im Stadtzentrum:

Im Stadtteil Burkersdorf:

Der bedeutendste und erfolgreichste Sportverein der Stadt ist der Fußballverein FC Thüringen Weida e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weidas Wirtschaft ist mittelständisch strukturiert. Das Wirtschaftsleben bestimmen Unternehmen der Dienstleistungsbranche, Handwerksbetriebe und ein verzweigtes Einzelhandelsnetz. Größter Arbeitgeber ist ein Polsterbetten- und Matratzenhersteller.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

 Commons: Weida – Bilder, Videos und Audiodateien