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Karl Hass

Karl Hass (* 5. Oktober 1912 in Elmschenhagen (heute Kiel); † 21. April 2004 in Castel Gandolfo) war ein zu lebenslanger Haft verurteilter, deutscher Kriegsverbrecher. Er war ein Offizier in der SS (SS-Mitglieds-Nr. 117 557) und hatte zuletzt den Dienstgrad eines SS-Sturmbannführers (Major) inne.

Leben

Seit 1934 war Hass als Hilfskraft in der Presseabteilung (II D 3 Süd) des SD-Hauptamtes in Berlin beschäftigt und wechselte 1940 ins Italienreferat Abteilung VI D über. Hass hatte während seiner Dienstzeit im SD-Hauptamt mit einem Studium an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät begonnen und dort 1943 promoviert. Während seiner SS-Tätigkeit in Italien während der Besetzung lockte er die Prinzessin Mafalda in einen Hinterhalt. Mafalda starb später im KZ Buchenwald.

Nach 1945

Hass war 1998 gemeinsam mit dem früheren SS-Offizier Erich Priebke wegen der Beteiligung an dem Massaker am 24. März 1944 in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom verurteilt worden. Bei dem Massaker wurden 335 Geiseln als „Vergeltung“ für einen Bombenanschlag italienischer Partisanen erschossen, dem am Tag zuvor 33 Soldaten zum Opfer gefallen waren.

Er war im Jahr 1996 nach Italien gekommen, um im Prozess gegen Priebke auszusagen, verletzte sich aber bei einem Sprung vom Balkon seines Hotels schwer, um seine Befragung als Zeuge zu verhindern. Er wurde unter Hausarrest gestellt und später angeklagt.

Hass wurde am 7. März 1998 von einem Militärgericht in Rom zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit und der Tatsache, dass er ursprünglich freiwillig zum Prozess nach Italien gekommen war, wurde seine Gefängnisstrafe in Hausarrest umgewandelt.

Laut einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel aus dem Jahr 1997 will Hass nach dem Zweiten Weltkrieg für einige Jahre in Italien und Österreich für die Spionageabwehr der US-Armee gearbeitet haben. Er starb in einem italienischen Altenheim an Herzversagen.


PND: Datensatz zu Karl Hass bei der DNB
Keine Treffer im DNB-OPAC, 06. Januar 2008
Personendaten
Hass, Karl
deutscher SS-Offizier, verurteilt als Kriegsverbrecher
5. Oktober 1912
Elmschenhagen (heute Kiel)
21. April 2004
Castel Gandolfo