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Itzling (Salzburg)

Itzling ist ein Stadtteil von Salzburg auf der rechten Salzachseite im Norden der österreichischen Landeshauptstadt. Zur Katastralgemeinde Itzling zählen auch das Salzburger Messezentrum an der "Itzlinger Au" auf der linken Salzachseite und das Wohngebiet südlich davon bis zur Franz-Martin-Straße. Der Siedlungsraum von Itzling wird im Westen von der Salzach, im Norden von den Abhängen des Plainberges und die Autobahn, im Osten durch die Tauernbahn, im Südosten durch die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs und im Süden durch die August-Gruber-Straße sowie die Erzherzog-Eugen-Straße begrenzt. In Itzling leben etwa 9.000 Bewohner.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das einstige Dorf Itzling entstand aus einem kleinen Weiler an der wenig bedeutsamen Straßenverbindung zwischen Salzburg und Bergheim. Die Hauptverkehrsader nach Norden lag stets am anderen Ufer der Salzach und führte über Liefering-Rott nach Saaldorf und Laufen.) Der Ort entwickelte sich dabei auf einer Siedlungskante, an die im Westen die Salzach mit ihren breiten Schotterbänken und vielen Nebenarmen anschloss, und wo sich zeitweise auch ein schmaler Auwald entwickeln konnte („Caspisau“) und im Osten das weite Itzlinger Moos, dessen westlicher Teil Schallmoos hieß (das Wort leitet sich vom schalen Moos her) hieß und dessen östlicher Teil das Langmoos war. Im Raum Itzling war bereits eine kleine bronzezeitliche Siedlung bekannt. Als Ortsbezeichnung (Uzilinga) geht der Begriff auf die baiuvarische Landnahme zurück und leitet sich von einer Kurzform von Utto (Udo) ab mit der typischen bajuvarischen Endsilbe für derartige Orte ing. Eine Urkunde erwähnt, dass Herzog Theodebert von Bayern seinem Salzburger Bischof eine Siedlung "Uzzilinga" mit 20 Häusern schenkt. Diese Häuser lagen aber wohl weit verstreut am Rande des damals großflächigen Itzlinger Moores. Im Mittelalter lag in der Nähe des heutigen Itzling (vielleicht am Plainberg?) der Landsitz eines ministerialen Ritters.

Wolf Dietrich von Raitenau, der ganz am Rand des Itzlinger Moores mit dem Schloss Altenau (heute Mirabell) die stadtnahe Gegend vor der Stadt erstmals kleinräumig urbar zu machen versuchte, gab diesen moorigen Raum zur Besiedelung frei. Zuvor waren vermutlich im Weiler Itzling (abseits des ritterlichen Landhauses und allenfalls einer Mühle am Alterbach) wohl nur wenige Fischer ansässig. 1552 befanden sich im gesamten Landschaftsraum vor dem Linzertor nur 12 Häuser, und diese lagen großteils nicht in Itzling, sondern an der damaligen Linzerstraße gegen Gnigl zu bzw. am Kapuzinerberg.

Die ersten Bauerngüter entstanden vermutlich erst nach der teilweise Trockenlegung des Itzlinger Mooses (genauer dem westlichsten Teil des Schallmooses) unter Erzbischof Paris von Lodron. Diese Trockenlegung erfolgte 1625-1644 durch die vielen hier stationierten, aber nicht unmittelbar kämpfenden Soldaten. Lodron errichtete dabei auch als schmalen fürsterzbischöflichen Fahrweg den Fürstenweg quer durch das Itzlinger Moos, die heutige Vogelweiderstraße, an dem sich nach und nach Herrenhöfe und zugehörige Meierhöfe ansiedelten, die teils dem Domkapitel, teils den Grafen Lodron, dem Hofurbar oder wenigen Freieigenen Bürgern gehörte.

Einige Bedeutung erhielt der Weg im späteren 17. Jahrhundert als bedeutender lokaler Pilgerweg von Wals über Maxglan, Mülln und die Stadtbrücke nach Maria Plain. Um 1800 war Itzling (historischer Ortskern ohne verstreute Landhäuser) noch ein verschlafener Weiler mit etwa sechs kleinen Bauerngütern, der noch über keine eigene Kirche verfügte. Das einzige aus dieser Zeit erhaltene Haus im Siedlungskern von Itzling ist das einstige Höchmanngut (Itzlinger Hauptstraße 58). Damals befanden sich unweit des Ortes Itzling am Alterbach auch zwei Mühlen, die Graben- und die Kreuzermühle. Im Zuge der Nutzung der mächtigen Lehmschicht (bis über 40 m mächtig) unter dem Torf des Moores für die Ziegelgewinnung entstanden östlich des Ortes Itzling verschiedenste Teiche und Weiher, die fast alle später wieder zugeschüttet wurden.

Vor 1848 war Itzling eine kleine eigenständige Gemeinde. 1848 kam Itzling als Ortsteil zur Gemeinde Gnigl und bildete nach einer Gemeindereform die Doppelgemeinde Gnigl-Itzling. Einen Aufschwung, aber auch einen Wandel zum Arbeiter- und Eisenbahnort erlebte das Dorf durch den Bau der Westbahn (1860), der Giselabahn (1875) und der 1891 eröffneten und 1957 eingestellten Ischlerbahn. Die 1896 erbaute Oberndorfer Bahn verbindet heute als Salzburger Lokalbahn die Stadt mit dem umgebenden nördlichen Flachgau.

Erst durch diesen Bau und Betrieb der neuen Bahnlinien nahm Itzling in kurzer Zeit einen gewaltigen Aufschwung und wurde zum Eisenbahnerort bzw. Arbeiterort. 1868 hatte Itzling 400 Einwohner, 1910 waren es bereits zehnmal so viele (3980 Einwohner). 1903 erst wurde die heutige Pfarrkirche (seit 1912 eigene Pfarre) zum heiligen Antonius von Padua eingeweiht. Der stadtnahe Teil von Itzling wurde 1935, der restliche, größere Teil 1939 eingemeindet. Der durch Eingemeindung 1939 ebenfalls zur Stadt Salzburg gekommene und an Itzling grenzende Plainberg mit der Wallfahrtskirche Maria Plain wurde 1950 im Zuge eines Gebietstausches mit der Ursprungsgemeinde Bergheim bei Salzburg gegen den schmalen Gebietsstreifen rechts der Salzach bis zum neuen Schlachthof wieder ausgemeindet.

Naturnahe Reste des einstigen großräumigen Moores sind heute jedenfalls im Raum Itzling nicht mehr erhalten, es ist vielmehr weitestgehend verbaut. Größere Freiflächen finden sich nur in jenem Bereich des alten Gemeindegebietes das heute zum Stadtteil Schallmoos zählt und die als Parks erhalten sind, etwa dem Baron-Schwarz-Park (der an den maßgeblichen Erbauer der Westbahn und dessen Villa erinnert) oder dem Rokokoschloss Robinighof, wo schon W. A. Mozart häufig zu Gast war.

Die Pfarrkirche Itzling zum Heiligen Antonius

Der Bau der St. Antonius Kirche wurde 1901 begonnen, nachdem durch den großen Zuzug die Bewohner der vielen Neubauten wiederholt nach einem kirchlichen Zentrum verlangt hatten. Finanziert wurde der Kirchenbau durch großzügige Spenden von Kaiser Franz-Joseph, Erzbischof Johannes Baptist Katschthaler und dem Salzburger Rupertusverein. Für die Planung und Ausführung der im historisierenden Stil einer romanischen Basilika mit doppelbogigen Fenstern und einem hohen Mittelschiff mit hölzerner Kassettendecke errichteten Kirche zeigten sich Jakob Ceconi als Baumeister und Karl Pirich als Architekt verantwortlich.

Die Kirche besitzt eine runde Apsis und einen Kirchturm mit steilem Pyramidendach. Der Platz abseits der lauten "Itzlinger Hauptstraße" und nächst dem heutigen Veronaplatz schien für den Kirchenbau ideal. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1903 wurde die Kirche im Rahmen eines großen Gemeindefestes von Erzbischof Katschthaler dem Heiligen Antonius von Padua geweiht. Seit 1912 ist die Kirche eine eigene Pfarrkirche. Zu den vier Glocken gesellte sich vorübergehend auch ein kleines cyrillisches Glöckchen, das 1945 verwaist am Salzburger Hauptbahnhof gefunden worden war. Es befindet sich seit 1992 aber in der Georgskirche auf der Festung Hohensalzburg.

Itzling und seine Teile

Itzling Mitte mit dem Itzlinger Kirchenviertel

Die heutige städtisch geprägte Kirchsiedlung entstand aus einem alten Bauerndorf bereits um 1900 und entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit noch in der alten selbstständigen Gemeinde Gnigl-Itzling zu einem geschlossenen Siedlungsraum beiderseits der Itzlinger Hauptstraße, und besaß zudem größere Siedlungskerne südlich der heutigen Höheren Technischen Bundeslehranstalt und im Nordosten zwischen dem Alterbach im Norden und der Westbahn im Osten.

Im Zuge der weiteren Bebauung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden allmählich und schrittweise die Wiesen und Felder zwischen der Itzlinger Hauptstraße und der Lokalbahnlinie sowie die Freiflächen zwischen der Itzlinger Hauptstraße und der heutigen Ischlerbahnstraße verbaut.

Die Austraßensiedlung

Der Name der Siedlung erinnert an den schmalen Auwaldstreifen, der sich nach der Regulierung der Salzach westlich der Itzlinger Hauptstraße bildete. Die Verbauung dieses Austreifens erfolgter beiderseits der Austraße bereits in den Jahren 1926 - 1928. Ein wesentlicher Teil dieser Siedlung wurde darauf in der Zeit des zweiten Weltkrieges in den Jahren 1939 bis 1945 verbaut. Die heute weitgehend geschlossene und durchgehende Verbauung der noch unbebauten Siedlungsteile erfolgte vor allem in der Zeit zwischen 1960 und 1980. Heute ist in diesen Siedlungsraum auch ein Sportplatz integriert.

Die Wasserfeldsiedlung

Diese Siedlung mit der zentralen Wasserfeldstraße erinnert an das nächstgelegene frühere Wasserfeld, das direkt am Ufer der unregulierten Salzach gelegen war. Der Raum der heutigen Siedlung war vor der Salzachregulierung Teil des Flussbettes der Salzach und danach noch längere Zeit im Hochwasserabflussbereich dieses Flusses. Das wohl älteste Haus (Wasserfeldstraße 22) wurde erst in der Zeit des zweiten Weltkrieges errichtet. Fast alle übrigen Wohnobjekte wurden in der Nachkriegszeit in der Zeit zwischen 1960 und 1980 errichtet. An den Siedlungswohnbau schließt nördlich das Gelände des Fernheizwerks Nord der Salzburg AG an.

Die Goethesiedlung

Die Goethesiedlung, benannt nach der zuerst weitestgehend unbebauten Goethestraße, wurde in den Jahren nach 1970 als damals größtes Wohnbauvorhaben in der Stadt errichtet. Die Siedlung zählt zu den dichtest verbauten Wohnsiedlungen der Stadt Salzburg: Auf etwa 13 ha leben hier 2500 Bewohner.

Die Grabenbauernsiedlung

Die Grabenbauernsiedlung am rechten Ufer des Alterbaches liegt bereits in der Katastralgemeinde Bergheim II. Sie entwickelte sich aus einzelstehenden Häusern, etwa dem Schachermayerhaus (Grabenbauernweg 1, gebaut um 1900) sowie etlichen Häusern der Zwischenkriegszeit. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs die Siedlung entlang des Grabenbauernweges weiter nach Osten. Auch der Siedlungsteil am Gaglhamerweg stammt wesentlich aus dieser Zeit.

Itzling Ost ("Gleisdreieck", Ziegeleisiedlung)

Dieser Siedlungsraum wurde nach dem Bau der Bahnlinie bald auch östliches Itzling oder "Drüberes Itzling" ("drenteres Itzling" - jenseits der Westbahn gelegen) genannt. Der Bereich um die Ziegeleistraße und die Landstraße ist vor allem im Süden wesentlich durch Gewerbebauten geprägt. Die Rettenlackstraße erinnert an den früheren Namen des dortigen Landschaftsraumes am Fuße des Plainberges "Rettenlack" mit dem gleichnamigen Bauerngut, einst leicht erhöht über der nassen Talniederung gelegen. Hier entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine große Ziegelei, wo der durch Abbau von unter dem Torf gewonnene Lehm gebrannt wurde.

Siedlung Grüner Wald

Nur ganz im Norden findet sich nördlich von Landstraße und Samstraße (an Maxstraße und Negrellistraße) ein Kern an kleinen Wohnbauten, der im Westteil in der Zwischenkriegszeit im Ostteil nach dem zweiten Weltkrieg durch Rodung von Wald unweit des einstigen Gasthofes "Grüner Wald" entstanden ist und häufig Siedlung Grüner Wald genannt wird. Der Name Maxstraße erinnert dabei an den ehemaligen Obmann der "Salzburger Siedlungsgenossenschaft", welche den älteren Siedlungsteil anlegen ließ.

Das Itzlinger Moos

Bis ins frühe 17. Jahrhundert blieben die weiten Moorflächen, die sich rechts der Salzach ausdehnten, weitgehend unberührt. Im Raum südlich und nördlich des historischen kleinen Ortskerns von Itzling verzahnten sich Auwald und das Moor (hier Schallmoos genannt), ineinander. Die Moorflächen waren dabei mit dem randlichen Gnigler Moor verbunden. Durch den Alterbach getrennt breitete sich östlich desselben das Langmoos mit dem Nussdorfer Moos aus. Zwischen Plainberg und Hallwang-Berg (heute Berg-Sam) verband des Kasernmoos die Moorlandschaft mit dem Flachmoor an der Fischach. Unweit davon lag das kleine Radeckermoos. Im Süden bildete das Parscher Moor eine vorgeschobene Zunge.

Paris Lodron errichtete dann mit Hilfe der hier zahlreichen stationierten Soldaten den Fürstenweg, (heute Vogelweiderstraße genannt) als zentrale Entwässerungsachse (vergl. die Achse der Moosstraße quer durch Leopoldskroner Moos), um die sich allmählich einzelne Herrenhöfe ansiedelten. Einen weiteren Entwässerungsgraben bildete der vermutlich ebenfalls während des Dreißigjährigen Krieges angelegte Lämmerbach (auch Lämmererbach genannt). Am Rand dieses Entwässerungsgrabens wurde vor 1648 der Robinighof errichtet. Erst allmählich wuchs am Rande des schrittweise immer weiter kultivierten Moores dann die kleine Ortschaft Gnigl. Ein letzter erhaltener Rest der weiten Landschaft des Itzlinger Mooses ist das Samer Mösl.

Die Itzlinger Au

Zur alten Gemeinde Itzling zählt bzw. zählte aber nicht nur das Itzlinger Moos mit Schallmoos und Langmoos, sondern auch die mächtige breite "Itzlinger Au", die bereits am linken Salzachufer liegt, da meist als Grenze für eine Gemeinde früher nicht die kaum kartographisch vermessbare Flussmitte gewählt wurde, sondern die Grenze in den Auwald am rechten oder linken Flussufer hinein verlegt wurde. An die Itzlinger Au schloss dabei nördlich die Lieferinger Au und die Bergheimer Au an und südlich die Lehenau. In der heutigen Katastralgemeinde Itzling liegt in der Stadt Salzburg heute folgerichtig auch das wirtschaftlich sehr bedeutende Ausstellungszentrum (Messezentrum).

Der Begriff "Itzlinger Au" wurde im Zuge einer Unterschutzstellung vor einigen Jahren in Erinnerung an frühere Gegebenheiten wiederbelebt. Darunter ist nun ein kleinräumiger Auwaldrest vor dem Messezentrum zu verstehen, der ein wertvoller Reliktstandort für Vögel, Fledermäuse und vor allem holzbewohnende Käfer ist und samt seinen heute sehr seltenen Schwarz-Pappeln als Geschützter Landschaftsteil unter Schutz gestellt wurde.


Itzling heute

Heute ist Itzling ein in weiten Bereichen dicht verbautes Wohngebiet und entlang der Schiller- und Raiffeisenstraße mit den parallel dazu verlaufenden Gleisen der Lokalbahn ein pulsierendes Gewerbegebiet. Dort befinden sich viele große Betriebe, vor allem der Salzburger Milchhof und das Getreidesilo des Raiffeisenverbandes an der Itzlinger Hauptstraße. Hier befindet sich aber auch das "Techno-Z". Im Herbst 2006 wurde mit dem radikalen Umbauprojekt Raiffeisenstrasse / Schillerstrasse begonnen und sämtliche bahnseitigen Häuser der Schillerstrasse abgerissen. In einem Großbauprojekt soll die Schillerstrasse und die OMV Tankstelle an die Bahn verlegt werden, um so die Expandierung des Salzburger Milchhofes, der wegen einer dringenden Expansion eine Abwanderung erwog, zu ermöglichen. Im Zuge dessen entsteht auch mehr Platz für das Techno-Z, das in Zukunft auch das Berufsförderungsinstitut (bfi) beherbergen wird.

Das Groteske dabei: Bei den jahrelangen Planungen zu diesem Projekt erwies sich der kleine Würstelstand *Würstel Wolf* als erhebliches Hindernis; der Versuch einer einvernehmlichen Lösung für die Würstelbude, dessen Betreiber über einen unbefristeten Mietvertrag mit dem Besitzer des Grundstückes verfügt, scheiterte, wodurch langwierige Verzögerungen verbunden mit gerichtlichen Prozessen auftraten. Daher steht im April 2007 noch immer das Gebäude der ehem. Tischlerei Nussdorfer und der besagte Würstelstand.

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